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Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext

Title: Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext

Diploma Thesis , 2006 , 202 Pages , Grade: 1

Autor:in: Diplom-Pädagoge Kai Strepp (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Die auditive Wahrnehmung hat einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Lernkompetenzen und damit auch auf unser Selbstverständnis, unser Verhalten und unsere Emotionalität. Vor allem im schulischen Bereich wird der größte Anteil der Informationen und Lerninhalte über den auditiven Kanal mitgeteilt. Der Schulerfolg hängt also wesentlich davon ab, inwieweit ein Kind in der Lage ist, diese Informationen zu verarbeiten und in seinen Wissensbestand zu integrieren. Leidet ein Kind unter auditiven Wahrnehmungsstörungen, ist die vollständige Informationsaufnahme nicht mehr gewährleistet. Werden auditive Informationen nicht vollständig und nur fragmentiert aufgenommen und zudem nicht differenziert ausgewertet, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf den Lernerfolg. Vor allem die Kulturtechniken Lesen und Schreiben sind in hohem Maße von der Qualität unserer auditiven Wahrnehmung abhängig. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist Legasthenie nachgewiesener Maßen als Folge von auditiven Wahrnehmungsstörungen zu verstehen.

Auch andere Bereiche des schulischen Lebens und Lernens sind von der auditiven Wahrnehmung abhängig, wie Aufmerksamkeitsniveau, Konzentrationsvermögen und Motivation. Störungen der auditiven Wahrnehmung haben des Weiteren Einfluss auf Mitarbeit und Verhalten, das allgemeine Lern- und Leistungsvermögen, auf die Emotionalität und die soziale Einbindung in die Klasse. Während es zur Korrelation von Legasthenie und auditiven Wahrnehmungsstörungen bereits zahlreiche Studien und Befunde gibt, sind empirische Befunde zu anderen schulrelevanten Bereichen kaum oder nicht vorhanden. Ziel dieser Arbeit ist es, auditive Wahrnehmungsstörungen im Hinblick auf ihre Auswirkungen in o.g. schulrelevanten Bereichen zu untersuchen. Es soll empirisch überprüft werden, ob auditive Wahrnehmungsstörungen einen negativen Effekt auf:
● Mitarbeit und Verhalten,
● Verarbeitung von Stör- und Nutzschall,
● Motivation, Konzentrationsvermögen und Aufmerksamkeitsniveau,
● Gedächtnisleistungen
● allgemeines Lern- und Leistungsvermögen,
● Lese- und Rechtschreiberwerb,
● Emotionalität, sowie
● soziale Einbindung in die Klasse
haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Aufbau und Funktionsweise des Hörorgans

2.1.Das Außenohr

2.1.1.Aufbau und Anatomie

2.1.1.2.Äußerer Gehörgang

2.1.2.Funktion

2.1.2.1.Ohrmuschel

2.1.2.2.Äußerer Gehörgang

2.2.Das Mittelohr

2.2.1.Aufbau und Anatomie

2.2.1.1.Das Trommelfell

2.2.1.2.Paukenhöhle

2.2.1.3.Gehörknöchelchen

2.2.2.Funktion

2.2.2.1.Trommelfell

2.2.2.2.Gehörknöchelchen

2.3.Das Innenohr

2.3.1.Aufbau und Anatomie

2.3.2.Funktion

2.3.2.1.Scala tympani und Scala vestibuli

2.3.2.2.Häutiger Schneckengang

3.Die Entwicklung des Hörorgans und Hörentwicklung

3.1.Die Entwicklung des Hörorgans während der Schwangerschaft

3.2.Hörentwicklung während der Schwangerschaft

3.3.Die Hörentwicklung während der ersten sechs Lebensjahre

3.3.1.Säuglingsphase (0. Monat bis 2. Lebensjahr)

3.3.2.Sensible Kleinkindphase (2. – 6. Lebensjahr)

3.3.3.Schulkindphase

4. Wahrnehmung

4.1. Definition der Wahrnehmung

4.2. Der Aufbau unseres Wahrnehmungssystems

4.3. Der Wahrnehmungsprozess

4.4. Auditive Wahrnehmung

4.5. Modelle der auditiven Wahrnehmung

4.5.1. Auditive Wahrnehmung nach Esser

4.5.2. Auditive Wahrnehmung nach Günther & Günther

4.5.3. Auditive Wahrnehmung nach Lauer

4.5.4. Auditive Wahrnehmung nach Rosenkötter

5. Leistungen der auditiven Wahrnehmung

5.1 Funktionen der auditiven Wahrnehmung

5.1.1 Die Teilfunktionen der auditiven Wahrnehmung

6. Auditive Wahrnehmungsstörungen

6.1. Ätiologie

6.2. Häufigkeit

6.3. Teilfunktionsstörungen

7. Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext

7.1. Lernschwierigkeiten am Schulanfang

7.2. Lern- und Entwicklungsstörungen als Teilleistungsstörungen

7.3. Teilleistungsstörungen als Folge auditiver Wahrnehmungsstörungen

7.3.1. Mitarbeit und Verhalten

7.3.2. Reduziertes Selektionsvermögen/Störschall-Nutzschall

7.3.3. Motivation, Konzentration und Aufmerksamkeit

7.3.4. Auditives Gedächtnis

7.3.5. Lern- und Leistungsvermögen

7.3.6. Rechtschreib- und Leseleistung

7.3.7. Emotionalität

7.3.8. Sozialverhalten/Einbindung in die Klasse

8. Darstellung der eigenen Untersuchung

8.1. Methodisches Vorgehen

8.1.1 .Differenzierungsprobe II von Breuer und Weuffen

8.1.2. Fragebogen

8.1.3. Auswertung der Daten

8.2. Auswertung der Stichprobe

8.2.1. Fragestellung und Hypothesen

8.2.2. Ergebnisse

8.2.2.1. Ergebnisse der Differenzierungsprobe II

8.2.2.2. Ergebnisse zu Mitarbeit und Verhalten

8.2.2.3. Ergebnisse zur Störschall und Nutzschall

8.3.2.4. Ergebnisse zu Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation

8.3.2.5. Ergebnisse zum auditiven Gedächtnis

8.3.2.6. Ergebnisse zu Lern- und Leistungsvermögen

8.3.2.7. Ergebnisse zur Rechtschreib- und Leseleistung

8.3.2.8. Ergebnisse zur Emotionalität

8.3.2.9. Ergebnisse zum Sozialverhalten und Einbindung in die Klasse

9. Diskussion

9.1. Zusammenfassung

9.2. Resümee

9.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss auditiver Wahrnehmungsstörungen auf verschiedene schulrelevante Bereiche wie Lernleistung, Sozialverhalten und emotionale Entwicklung bei Grundschulkindern. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, empirisch zu belegen, inwieweit Defizite in der auditiven Wahrnehmung mit Problemen in der schulischen Mitarbeit, der Konzentration und dem Erwerb von Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben korrelieren.

  • Physiologischer Aufbau und Entwicklung des menschlichen Hörorgans
  • Grundlagen der auditiven und allgemeinen Wahrnehmungsprozesse
  • Definition und Klassifikation auditiver Wahrnehmungsstörungen
  • Empirische Untersuchung mittels der Differenzierungsprobe II und Fragebögen
  • Auswirkungen auf den schulrelevanten Kontext (Mitarbeit, Lese-Rechtschreib-Erwerb, Emotionalität)

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung des Hörorgans

Die Entwicklung des Hörorgans findet bereits in der 4. Schwangerschaftswoche ihren Anfang. So entstehen auf beiden Seiten des rudimentären Kopfes zwei Strukturen, die am hinteren Teil des Gehirns ausgebildet werden. Aus diesen embryonalen Otozysten entstehen die Innenohren, die Schnecke und der Vestibularapparat. Im Verlauf der 5. – 10. Woche wird das Innenohr weiterentwickelt und verfeinert, die Bogengänge des Vestibularapparats herausgebildet. Die Schnecke, welche bisher noch ein langer Schlauch gewesen ist, rollt sich, vom unteren Ende ausgehend, gleichzeitig ein [ELIOT 2002].

Im selben Zeitraum wird das Außenohr mit Gehörgang und Trommelfell angelegt, ebenso wie die Ohrmuschel, die jedoch erst in der 8. Woche als solche zu erkennen ist. Das Mittelohr mit seinen Gehörknöchelchen wird ebenfalls in der 5. – 10. Woche ausgebildet und schiebt sich über den Rachenraum in seine endgültige Position [NILSSON, 1990].

Ab welch frühem Zeitpunkt die Entwicklung des Hörorgans bereits stattfindet, kann man daran erkennen, dass bereits in der 6. Woche sowohl die fürs Hören verantwortlichen Hörnerven, als auch die für die Verarbeitung akustischer Reize Kerne – Nuclei cochleari und Nuclei olivari – deutlich zu erkennen sind [ELIOT, 2002]. In der 13. Woche sind die höheren Hörzentren im Stammhirn bereits vorhanden. Ab der 17. Woche sind die medialen Kniehöcker unterteilt. Abgesehen vom taktilen System wird kein anderes Sinnesorgan so schnell „in Auftrag gegeben“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zentrale Bedeutung der auditiven Wahrnehmung als Tor zur Welt und als Grundlage für schulische Lernprozesse.

2. Aufbau und Funktionsweise des Hörorgans: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Anatomie und Physiologie von Außen-, Mittel- und Innenohr als Voraussetzung für das Verständnis von Wahrnehmungsprozessen.

3. Die Entwicklung des Hörorgans und Hörentwicklung: Hier werden die pränatale Entwicklung des Gehörs und die frühe Hörentwicklung in den ersten Lebensjahren bis zum Schuleintritt dargestellt.

4. Wahrnehmung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Wahrnehmung und ordnet auditive Prozesse in das Gesamtsystem der menschlichen Wahrnehmung ein.

5. Leistungen der auditiven Wahrnehmung: Hier werden spezifische auditive Teilfunktionen wie Lautdifferenzierung, Rhythmusgefühl und auditive Selektion detailliert erläutert.

6. Auditive Wahrnehmungsstörungen: Dieses Kapitel widmet sich der Ätiologie und Klassifikation von Störungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung.

7. Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext: Hier werden die Auswirkungen von Wahrnehmungsstörungen auf den Schulalltag, einschließlich Mitarbeit und Lese-Rechtschreib-Erwerb, thematisiert.

8. Darstellung der eigenen Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Stichprobe und die Ergebnisse der empirischen Studie an Grundschulkindern.

9. Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung, zieht ein Resümee und gibt einen Ausblick auf notwendige pädagogische Konsequenzen.

Schlüsselwörter

Auditive Wahrnehmung, Hörstörungen, Teilleistungsstörungen, Schulerfolg, Lese-Rechtschreib-Erwerb, Differenzierungsprobe II, Phonologische Bewusstheit, Auditives Gedächtnis, Schullaufbahn, Störschall-Nutzschall, Hörverarbeitung, Lernschwierigkeiten, Sozialverhalten, Inklusion, Fördermöglichkeiten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen auditiven Wahrnehmungsstörungen und schulischen Auffälligkeiten bei Grundschulkindern im ersten Schuljahr.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie des Gehörs, der Entwicklung auditiver Fähigkeiten, der Definition von Wahrnehmungsstörungen und deren Auswirkungen auf den schulischen Lernprozess.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, empirisch nachzuweisen, ob Kinder mit auditiven Wahrnehmungsdefiziten signifikant häufiger Probleme in Bereichen wie Mitarbeit, Konzentration und Schriftspracherwerb zeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erhebung verwendet?

Zur Erfassung der auditiven Leistungen wurde die "Differenzierungsprobe II" nach Breuer und Weuffen eingesetzt, ergänzt durch Lehrer-Fragebögen zur Verhaltensbeobachtung.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil befasst sich mit der Differenzierung zwischen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsprozessen, verschiedenen auditiven Teilfunktionen und den daraus resultierenden Symptomen bei Störungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Fachbegriffe sind auditive Wahrnehmungsstörung, Phonologische Bewusstheit, Teilleistungsstörungen, Störschall-Nutzschall-Verhältnis und auditive Selektion.

Wie wirkt sich laut der Studie ein Störschall-Nutzschall-Verhältnis auf betroffene Kinder aus?

Die Studie zeigt, dass Kinder mit auditiven Wahrnehmungsstörungen in lauten Klassenzimmern deutlich schneller überreizt sind und Schwierigkeiten haben, die Lehrerstimme vom Hintergrundlärm zu trennen, was zu Leistungsabfall führt.

Warum ist die frühzeitige Diagnose laut dem Autor so wichtig?

Der Autor argumentiert, dass eine frühe Diagnose essentiell ist, um psychosoziale Folgeschäden wie Schulangst, Frustration und soziale Isolierung zu verhindern und gezielte Fördermaßnahmen einzuleiten.

Excerpt out of 202 pages  - scroll top

Details

Title
Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext
College
University of Education Heidelberg  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Grade
1
Author
Diplom-Pädagoge Kai Strepp (Author)
Publication Year
2006
Pages
202
Catalog Number
V63391
ISBN (eBook)
9783638564533
ISBN (Book)
9783638710251
Language
German
Tags
Auditive Wahrnehmungsstörungen Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagoge Kai Strepp (Author), 2006, Auditive Wahrnehmungsstörungen im schulrelevanten Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63391
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