Die Frage nach dem was Motivation ist und worin die Ursache zu sehen ist, dass Menschen motiviert sind gewisse Handlungen auszuführen und andere zu unterlassen, ist gleichsam die Frage nach dem inneren Motor des Menschen. Wenn es darum geht zu beantworten, warum wir essen und trinken, also menschliche Grundbedürfnisse befriedigen, so fällt die Antwort leicht. Dem Mensch wohnt ein Überlebenstrieb inne, dies ist nicht erst seit Freud bekannt. Ohne diesen Trieb wäre der Mensch vermutlich schon ausgestorben bevor er die Bäume verlies. Wenn es jedoch darum geht zu beantworten, warum ich gerade diese Zeilen tippe, anstatt diesen herrlichen Herbsttag im Freien zu verbringen und die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen, fällt die Antwort schon schwerer. Irgendetwas motiviert mich dazu. In diesem Fall dürfte es wohl die Aussicht auf einen benötigten Schein sein, der mir als Belohnung winkt und der das Verlangen nach Entspannung im Moment noch überwiegt. Noch schwieriger dürfte es zu erklären sein, weshalb sich Menschen aus Flugzeugen stürzen, steile Felswände hinauf klettern oder ihre Zeit mit Dingen wie Musik machen oder Bücher lesen verbringen. Irgend ein innerer Antrieb bringt sie hierzu, obwohl ihnen scheinbar keine wirkliche Belohnung für ihr Verhalten in Aussicht steht. Genau diesen inneren Antrieb möchte ich in meiner Arbeit genauer unter die Lupe nehmen. Welche psychologischen Theorien gibt es hierzu? Doch bevor ich dies in Angriff nehmen werde, scheint es mir zunächst einmal notwendig den Begriff Motivation genauer zu definieren. Da die meisten Definitionen in die gleiche Richtung weisen, werde ich hier zwei Beispiele erwähnen, in deren Sinn ich den Begriff Motivation auch in der folgenden Arbeit verwenden werde. Rheinberg definiert Motivation als „(...) die aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzuges auf einen positiv bewerteten Zielzustand.“ (Rheinberg, 2004b, S. 16) In ähnlicher Weise beschreibt Atkinson Motivation als „(...) Selektivität des Verhaltens, das in irgendeiner Weise durch die objektiv definierbaren Konsequenzen geleitet wird (...)“ (Atkinson, 1975, S. 440) Welche Arten von Motivation gibt es und wieso und wie veranlassen sie den Menschen zu scheinbar sinnentleerten Handlungen?
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Motivation?
2. verschiedene Theorieansätze zur intrinsischen Motivation
2.2. Flow
2.3. Triebtheoretischer Erklärungsansatz
2.4. Das Konzept von Hull
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den psychologischen Antrieb hinter menschlichen Handlungen und differenziert dabei zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation. Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe zu beleuchten, die dazu führen, dass Menschen auch ohne unmittelbare äußere Belohnungen motiviert handeln.
- Definition und Grundlagen des Motivationsbegriffs
- Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Analyse des Flow-Erlebens nach Csikszentmichalyi
- Betrachtung triebtheoretischer Erklärungsmodelle
- Untersuchung des verhaltenswissenschaftlichen Konzepts von Hull
Auszug aus dem Buch
2.2. Flow
Ein interessanter Ansatz der sich mit einem Aspekt intrinsischer motivierter Tätigkeiten auseinandersetzt stammt von Csikszentmichalyi. Er hat sich mit der Motivation zu Tätigkeiten, die allein um des Tätigkeitsvollzugs willen ausgeführt werden, beschäftigt. Diese Tätigkeiten (bspw. Schach spielen) bringen keine oder relativ wenige konventionelle Belohnungen mit sich, werden aber trotzdem mit Freude und Engagement ausgeführt. Csikszentmichalyi spricht in diesem Zusammenhang von autotelischen Aktivitäten. Aus Befragungen von Schachspielern, Kletterern, Komponisten, Tänzern, Basketballspielern, etc. entwickelte er seine Theorie zum Flow – Erleben. Dies besteht aus verschiedenen Merkmalen, die ich nun kurz darstellen werde. (vgl. Csikszentmichalyi, 1975, S. 30f.)
Das Flow – Erleben stellt sich dann ein, wenn es beim Ausführen einer Handlung zu einer optimalen Passung zwischen Fähigkeit und Anforderung kommt. Man ist weder über- noch unterfordert. Neue Anforderungen und Rückmeldungen die sich aus der ausgeführten Handlung ergeben, müssen nicht lange überdacht werden, sondern können vom Handelnden sofort in richtige Handlungsweisen umgesetzt werden. Erlebt wird die Tätigkeit vom Handelnden als in sich logisch und flüssig in der Abfolge. Willentliche Konzentration auf den Handlungsvollzug ist nicht nötig, diese geschieht sozusagen von allein, alle anderen Gedankengänge die nicht auf die Tätigkeit bezogen sind werden ausgeblendet. Des weiteren ist das Zeitempfinden stark verändert und es wird ein Einswerden mit der Tätigkeit beschrieben. (vgl. Rheinberg, 2004b, S. 154f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Motivation?: Das Kapitel führt in den psychologischen Motivationsbegriff ein und definiert diesen anhand klassischer Definitionen von Autoren wie Rheinberg und Atkinson als aktivierende Ausrichtung auf Zielzustände.
2. verschiedene Theorieansätze zur intrinsischen Motivation: Hier werden zentrale Differenzierungen zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation vorgenommen sowie theoretische Modelle von Csikszentmichalyi, Freud und Hull diskutiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch die Auswirkungen externer Belohnungsstrategien auf die menschliche Leistungsfähigkeit und Umwelt.
Schlüsselwörter
Motivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Flow-Erleben, Triebtheorie, Behaviorismus, Hull, Csikszentmichalyi, Autotelische Aktivitäten, Lernverhalten, Verstärkung, Psychologie, Zielzustand, Handlungsantrieb, Belohnungssystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Grundlagen der Motivation und der Frage, was Menschen dazu bewegt, bestimmte Handlungen auszuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen intrinsischen und extrinsischen Anreizen sowie der Analyse bekannter Erklärungsmodelle zur menschlichen Motivation.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, den inneren Antrieb hinter scheinbar sinnentleerten Handlungen zu beleuchten und psychologische Theorien dazu kritisch einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt theoretische Konzepte der Psychologie, insbesondere das Flow-Konzept von Csikszentmichalyi, die Triebtheorie von Freud und den Behaviorismus nach Hull.
Welche Inhalte deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Unterscheidung von Motivationsarten und analysiert detailliert die Erklärungsmodelle für intrinsisch motiviertes Verhalten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Intrinsische Motivation, Flow, Behaviorismus, Belohnungsstrategien und menschliche Grundbedürfnisse.
Warum kritisiert Csikszentmichalyi das System externer Belohnungen?
Der Autor führt an, dass die ständige Fixierung auf Noten oder Geld zu Langeweile, Frustration und einer Entfremdung von der eigentlichen Tätigkeit führen kann.
Inwiefern unterscheiden sich die Modelle von Hull und Csikszentmichalyi?
Hull verfolgt einen behavioristischen Ansatz, der auf Reiz-Reaktions-Mustern basiert, während Csikszentmichalyi das Wechselspiel von Umwelt und persönlichen Voraussetzungen in den Vordergrund stellt.
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- Florian Rößle (Author), 2006, Theorien intrinsischer Motivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/63696