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Figurationen des Dichters und Autorschaft in Heinrich Heines 'Buch der Lieder'

Titel: Figurationen des Dichters und Autorschaft in Heinrich Heines 'Buch der Lieder'

Seminararbeit , 2006 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janine Wergin (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heinrich Heine hat die Poetik selbst immer wieder zum Thema des Dichtens gemacht. Gemäß Karl-Heinz Fingerhut finden sich vor allem in seinen lyrischen Zyklen in fast regelmäßiger Wiederkehr Lieder, „die die poetologische Konzeption, nach der Heine die sie umgebende Lyrik verstanden wissen möchte, selbst poetisch behandeln.“ Viele Gedichte beinhalten nicht nur ein poetisches Programm, sondern auch Selbstdarstellungen des Lyrikers und gehören damit in den Bereich der Stilisierung des lyrischen Ichs. Diese Arbeit beschäftigt sich speziell mit den poetologischen Gedichten im Buch der Lieder (1827). Neben den Figurationen des Dichters wird in einem zweiten Teil des Aufsatzes die Problematik der Autorschaft des Buches der Lieder behandelt. Die Analyse zeigt, dass Heines Gedichte offenbar bewusst in der Schwebe zwischen Kollektivität und Originalität, Tradiertem und Gemachtem, gehalten sind. Durch den starken Bezug auf das Volkstümliche wird eine kollektive Autorschaft evoziert. Zugleich betont Heine die Originalität seiner Dichtungen auf vielfache Weise.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Untersuchungsgegenstand

2. Dichterbilder im Buch der Lieder

2.1. Der aus dem Erlebnis schaffende Dichter

2.2. Der an Liebes- und Weltschmerz leidende Dichter

2.3. Die ironische Selbstdarstellung des Poeten

3. Zur Ambivalenz von Originalität und Kollektivität im Buch der Lieder

3.1. Kollektivität

3.2. Originalität

3.3. Zur ästhetischen Strategie Heines

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die poetologischen Gedichte in Heinrich Heines "Buch der Lieder" (1827), um die darin entworfenen Figurationen des Dichters sowie das Spannungsfeld zwischen kollektiver Tradition und individueller Autorschaft zu analysieren.

  • Stilisierung des lyrischen Ichs als Rollenlyrik
  • Distanzierung von romantischen Erlebnis-Mustern
  • Die ironische Brechung als poetologisches Verfahren
  • Das Verhältnis von Volkstümlichkeit und literarischer Originalität
  • Die Rolle der zyklischen Anordnung als ästhetisches Arrangement

Auszug aus dem Buch

2.1. Der aus dem Erlebnis schaffende Dichter

In der neueren Heine-Forschung wird davon ausgegangen, dass das Buch der Lieder im Wesentlichen Rollenlyrik enthält. Heine spielt mit fiktiven Erlebnissen, Visionen, Phantasien oder Wunschträumen, wobei sich das Spiel als solches zu erkennen gibt. Die biographischen Erklärungsansätze der älteren Heine-Forschung haben wohl auch darin ihren Grund, dass Heine mit der Figuration eines aus dem Erlebnis schaffenden Dichters arbeitet und biographische Rückbezüge durchaus zu fördern scheint. In mehreren poetologischen Gedichten erklärt das lyrische Ich „authentische“ Erlebnisse zum Ursprung seiner Liebes- und Leidenslyrik: „Aus meinen großen Schmerzen / Mach ich die kleinen Lieder“. „Aus meinen Tränen sprießen / Viel blühende Blumen hervor“. Die Zueignung im Lyrischen Intermezzo legt sogar eine direkte Verbindung zur empirischen Person Heinrich Heine und ihrem Onkel nahe. Unter der Überschrift An Salomon Heine gesteht das lyrische Ich: „Meine Qual und meine Klagen / Hab ich in dies Buch gegossen, / Und wenn Du es aufgeschlagen, / Hat sich dir mein Herz erschlossen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Untersuchungsgegenstand: Einführung in die poetologischen Gedichte des Werkes und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Dichter-Figurationen.

2. Dichterbilder im Buch der Lieder: Analyse der verschiedenen Rollen des lyrischen Ichs, vom Erlebnis-Dichter über den Weltschmerz-Poeten bis hin zur ironischen Selbstinszenierung.

3. Zur Ambivalenz von Originalität und Kollektivität im Buch der Lieder: Untersuchung, wie Heine die Tradition des Volksliedes mit modernen, ironischen Verfahren kontrastiert und das Konstrukt der Autorschaft reflektiert.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, welche die Vielschichtigkeit von Heines dichterischer Inszenierung und den rezeptionsästhetischen Schwierigkeiten des Werkes betont.

Schlüsselwörter

Heinrich Heine, Buch der Lieder, Dichterbilder, Rollenlyrik, Kollektivität, Originalität, Ironie, Romantik, Weltschmerz, Volkstümlichkeit, Poetologie, Selbstdarstellung, Lyrisches Ich, Literaturkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Selbstinszenierungen Heinrich Heines im "Buch der Lieder" und untersucht, wie er sich als Autor innerhalb der literarischen Tradition positioniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Figurationen des Dichters, die Problematik der Autorschaft sowie das Spannungsverhältnis zwischen traditionellen Volkslied-Elementen und moderner Originalität.

Welches ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Figurationen des Dichters in Heines Lyriksammlung aufzuzeigen und das Verhältnis zwischen Kollektivität und individueller Autorschaft zu charakterisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die poetologische Gedichte auswertet, literarische Bezüge (insbesondere zur Romantik) vergleicht und mit der existierenden Forschungsliteratur abgleicht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung verschiedener Rollen (z.B. leidender Poet, Ironiker) und eine Analyse der ästhetischen Strategien, mit denen Heine seine Originalität gegenüber der Tradition behauptet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Ironie, Rollenlyrik, Kollektivität, Originalität, Buch der Lieder, Weltschmerz und poetologische Reflexion.

Was unterscheidet Heines "Erlebnislyrik" von der Goethes?

Während Goethes Erlebnislyrik auf ein harmonisches Bekenntnis zur Natur und Liebe angelegt ist, nutzt Heine diese Muster, um sie ironisch zu brechen und als fiktive Konstrukte zu entlarven.

Welche Rolle spielt die Ironie in Heines Werk laut der Autorin?

Die Ironie dient als zentrales Distanzierungsmittel, das es Heine ermöglicht, romantische Traditionen zu verwenden und gleichzeitig als "selbstreflexiver" Autor zu distanzieren.

Warum war das "Buch der Lieder" laut der Arbeit rezeptionsgeschichtlich schwierig?

Das Publikum interpretierte die Gedichte meist rein sentimental, während die radikale poetologische Infragestellung und die ironische Aufhebung durch den Autor oft übersehen wurden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Figurationen des Dichters und Autorschaft in Heinrich Heines 'Buch der Lieder'
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
PS Heinrich Heine
Note
1,0
Autor
Janine Wergin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V64281
ISBN (eBook)
9783638571494
ISBN (Buch)
9783638816304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Figurationen Dichters Autorschaft Heinrich Heines Buch Lieder Heinrich Heine
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Wergin (Autor:in), 2006, Figurationen des Dichters und Autorschaft in Heinrich Heines 'Buch der Lieder', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64281
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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