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Die Fabel als Lernformat für Kinder? Eine Untersuchung

Title: Die Fabel als Lernformat für Kinder? Eine Untersuchung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 32 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katja Küchemann (Author)

Didactics for the subject German - Genres
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Der Wolf kam zum Bach. Da entsprang das Lamm.
„Bleib nur, du störst mich nicht", rief der Wolf.
„Danke", rief das Lamm zurück, „ich habe im Äsop gelesen."
(Helmut Arntzen)


Eine typische, klassische Fabel ist kurz und pointiert, leicht zu merken - wie ein guter Witz. Der Begriff Fabel ruft bei vielen Menschen zunächst die Assoziation Tierfabel hervor, obwohl sie sich nicht nur auf die Welt der Tiere, sondern auch auf die gesam-te belebte und unbelebte Natur, sowie die Menschen- und Götterwelt bezieht. Die handelnden Figuren innerhalb einer Fabel stellen überwiegend dem Leser bekannte Tiere dar. Grund hierfür sind der Bekanntheitsgrad dieser Tiere, da sie aus der Umgebung des Menschen stammen und keiner weiteren Beschreibung bedürfen, sowie die Verkörperung bestimmter Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sich auch in Sprichwörtern und Redensarten finden lassen. Tiere als Akteure besitzen kein Eigen-leben, sondern dienen der Demonstration bestimmter menschlicher Verhaltenswei-sen.
Die Fabel selbst hat viele Gesichter und eine lange Geschichte (von der Antike bis zur Moderne). Sie „ist von jeher eine volkstümliche Gattung, sie will auch den an-sprechen, der „nicht viel Verstand besitzt“ (Ch. F. Gellert). Aber bei aller poetischer Einkleidung (sprechende Tiere!) verlangt sie doch einen denkenden, kritischen Hörer, der die Übertragung aus dem fiktiven Bereich auf seine Wirklichkeit vornimmt. Die Fabel erweist sich damit als eine die ratio ansprechende Gattung.“
Jede Fabel, ob kurz oder lang, enthält eine Lehre, die sowohl vor- oder nachgestellt werden kann oder vom Leser selbst zu suchen ist. Oftmals ist sie Bestandteil der Fabelerzählung und wird einer Figur in den Mund gelegt.
Aufgrund der Kürze und meist leichten Verständlichkeit des Textes ist die Fabel besonders für Kinder im Grundschulalter geeignet und regt zum kritischen Denken und Handeln an. Ist das wirklich so? Innerhalb dieser Hausarbeit soll versucht werden, dieser Frage auf den Grund zu gehen und eine entsprechende Antwort zu finden.
Um einen theoretischen Hintergrund zu schaffen wird zunächst die Gattung Fabel genauer beleuchtet, was eine Begriffserklärung, einen geschichtlichen Rückblick, sowie die Analyse ihrer Strukturmerkmale (Umfang, Aufbau etc.) mit einbezieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Wort und Begriff

3. Die Geschichte der Fabel

3.1. Entstehung der Fabel

3.2. Die griechisch – römische Fabel

3.2.1. Aesop

3.2.2. Phädrus

3.3. Die orientalische Fabel

3.3.1. Panschatantra

3.4. Deutsches Mittelalter

3.4.1. Sticker

3.4.2. Ulrich Boner

3.5. Zeitalter der Reformation

3.5.1. Martin Luther

3.5.2. Jean de La Fontaine

3.6. Zeitalter der Aufklärung

3.6.1. Christian Fürchtegott Gellert

3.6.2. Gotthold Ephraim Lessing

3.7. Das 19. Jahrhundert

3.7.1. Wilhelm Busch

3.7.2. Wilhelm Hey

3.8. Das 20. Jahrhundert

3.8.1. James Thurber

4. Strukturmerkmale

4.1. Umfang der Fabel

4.2. Aufbau der Fabel

4.3. Handelnde Figuren und ihre Eigenschaften

4.3.1. Die Anzahl der Akteure

4.3.2. Die Typisierung der Fabeltiere

4.3.3. Die Vermenschlichung der Fabelfiguren

4.4. Sprachliche Charakteristika der Fabel

4.5. Abgrenzung von verwandten Gattungsformen

4.5.1. Fabel und Parabel

4.5.2. Fabel und Märchen

5. Stilzüge der Fabel

5.1. Belehrender Stil

5.2. Kritisierender Stil

5.3. Satirischer Stil

6. Aufbautypen der Fabel

6.1. Die Normalform und ihre Abwandlungen

6.2. Die Sonderform bei Alberus

6.3. Die Kunstfabel

7. Fabel und Schule

7.1. Die Bedeutung der Fabel für die Schule

7.2. Einsatz der Fabel im Unterricht

7.2.1. Die Altersfrage

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gattung der Fabel hinsichtlich ihrer historischen Entwicklung, ihrer formalen Strukturmerkmale sowie ihrer didaktischen Relevanz im Schulunterricht. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich dabei mit der Eignung der Fabel zur Förderung kritischen Denkens bei Schülern und ihrer Rolle als literarisches Lernmedium.

  • Historische Entwicklung der Fabel von der Antike bis zur Moderne
  • Analyse zentraler Strukturmerkmale wie Aufbau, Figurenzeichnung und Stilzüge
  • Vergleich der Fabel mit verwandten Gattungen wie Parabel und Märchen
  • Bedeutung der Fabel für den modernen Deutschunterricht
  • Die Altersfrage beim Einsatz von Fabeln im schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Aesop

Der griechische Sklave Aesop (ca. 550 v. Chr.) gilt als Ahnherr der Fabel. Er schrieb Fabeln als Berichte oder Erzählungen über wahre Begebenheiten. Seine Fabeln galten im Mittelalter als Vorbild der Fabeldichtung. Da seine Lebensdaten jedoch nicht gesichert sind, wird von manchen Forschern bezweifelt, dass er überhaupt gelebt hat. Sie gehen sogar soweit und behaupten Aesop sei eine Konstruktion und seine Fabeln anonyme Produkte aus dem Volk.

Laut Überlieferung war Aesop in seiner gesellschaftlichen Existenz doppelt beeinträchtigt, d.h. nicht nur physisch, weil er einen verkrüppelten Rücken hatte, sondern auch in seiner sozialen Existenz: Als Sklave stand er auf der niedersten Sprosse der Gesellschaft. Im Laufe seines Lebens soll er sich durch seine witzigen, geistvollen und pointierten Erzählungen nicht nur vorerst seine persönliche Freiheit erworben haben, sondern sich später auch die Missgunst, den Neid und den Hass der delphischen Geistlichkeit zugezogen haben.

Diese Leute fürchteten offensichtlich seinen Einfluss auf das Volk. Sie ließen ihn heimlich verhaften aus Angst vor Reaktionen des Volkes. Danach schmuggelten sie eine goldene Schale aus dem Apollotempel in seinen Sack und stellten nun Aesop dem Volk als Kirchenräuber dar. Er wird in den Kerker geworfen, als Kirchenräuber zum Tode verurteilt und vom Felsen gestürzt. Aesop hat bis zuletzt versucht mit seinem einzigen Verteidigungsmittel, der Fabel, um sein Leben zu kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Hinführung zum Thema Fabel, Klärung der allgemeinen Assoziationen und Darlegung des Ziels der Arbeit.

2. Wort und Begriff: Definition der Gattung Fabel und historische Entwicklung der Begrifflichkeit.

3. Die Geschichte der Fabel: Überblick über die Entstehung und Entwicklung der Fabel von der Antike über das Mittelalter und die Reformation bis hin zum 20. Jahrhundert.

4. Strukturmerkmale: Analyse der formalen Aspekte wie Umfang, Aufbau und die typische Charakterisierung der Fabeltiere.

5. Stilzüge der Fabel: Untersuchung der verschiedenen Ausprägungen des Fabelstils, insbesondere belehrender, kritisierender und satirischer Stil.

6. Aufbautypen der Fabel: Beschreibung der verschiedenen formalen Schemata, wie Normalform, Sonderformen und Kunstfabeln.

7. Fabel und Schule: Diskussion über die didaktische Bedeutung der Fabel und ihren Einsatz im Unterricht inklusive der Altersfrage.

8. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Fabel als Stellvertretergeschichte und Plädoyer für ihren Einsatz im Unterricht.

Schlüsselwörter

Fabel, Tierfabel, Aesop, Literaturgeschichte, Didaktik, Moral, Lehre, Anthropomorphisierung, Parabel, Märchen, Strukturmerkmale, Deutschunterricht, Schulerziehung, Gattung, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Gattung der Fabel in ihrer historischen, formalen und pädagogischen Dimension.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der Fabel, ihre typischen Strukturmerkmale, stilistische Ausprägungen sowie ihre Bedeutung und Anwendung im schulischen Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, den theoretischen Hintergrund der Gattung zu beleuchten und zu klären, inwiefern die Fabel für Kinder geeignet ist und kritisches Denken im Unterricht fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Fachliteratur, um die Gattung Fabel zu definieren und ihre pädagogische Relevanz zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Beschreibung der formalen Strukturmerkmale und Stilelemente sowie eine Diskussion zur didaktischen Nutzung der Fabel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fabel, Moral, Literaturgeschichte, Didaktik, Anthropomorphisierung und Strukturmerkmale.

Was unterscheidet die "echte" Fabel von einem Tiermärchen?

In der Fabel geht es natürlich zu, ohne Zauberkräfte oder Magie, und die Figuren dienen als Typen zur Demonstration menschlicher Verhaltensweisen.

Warum wird die Fabel als "Stellvertretergeschichte" bezeichnet?

Sie bezieht sich auf die Menschenwelt, lässt aber primär Tiere oder andere Lebewesen stellvertretend für menschliche Menschentypen agieren.

Welche Rolle spielt die "Lehre" oder das "fabula docet" in einer Fabel?

Die Lehre ist ein wesentliches, wenn auch nicht immer zwingend notwendiges Element, das belehrend oder beratend auf menschliche Lebensverhältnisse übertragen wird.

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Details

Title
Die Fabel als Lernformat für Kinder? Eine Untersuchung
College
University of Hannover
Course
Lesefrüchtekorb oder Arbeitstasche: Lernformate heutiger Deutsch(lese)bücher
Grade
1
Author
Katja Küchemann (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V64324
ISBN (eBook)
9783638571739
ISBN (Book)
9783638720359
Language
German
Tags
Fabel Lernformat Kinder Eine Untersuchung Lesefrüchtekorb Arbeitstasche Lernformate Deutsch(lese)bücher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Küchemann (Author), 2006, Die Fabel als Lernformat für Kinder? Eine Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64324
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