Das Motiv des Verrats tritt in der Literatur des Mittelalters häufig auf – als politischer Verrat, der mit religiösem Verrat verknüpft sein kann, oder als Liebesverrat. Diese Arbeit untersucht den Prosaroman „Melusine“ von Thüring von Ringoltingen auf das Handlungsmuster Verrat. Der Liebesverrat, der in dem spätmittelalterlichen Text im Vordergrund steht, wird in seinen unterschiedlichen Ausprägungen analysiert. Die Arbeit verdeutlicht die Motivation und Funktion des Verrats sowie die soziale Beziehungsstruktur, in welcher dieser angesiedelt ist. Die Analyse erfolgt unter drei Gesichtspunkten: Schuld, Genealogie und Geschlecht. Alle drei stehen in entscheidendem Zusammenhang zum Verrat in Thürings „Melusine“, wie die Arbeit zeigt.
Inhaltsverzeichnis
- Verrat – Ein Definitionsversuch
- Der Verrat in Melusine von Thüring von Ringoltingen
- Grundlegende Merkmale des Verrats
- Schuld
- Genealogie
- Geschlecht
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Handlungsmuster Verrat im Spätmittelalter, am Beispiel des Romans "Melusine" von Thüring von Ringoltingen. Die Analyse untersucht die Motivation und Funktion des Verrats im Kontext der mittelalterlichen Gesellschaft und sozialen Beziehungen.
- Definition von Verrat im Kontext mittelalterlicher Literatur
- Analyse des Liebesverrats in der Melusinensage
- Bedeutung von Schuld, Genealogie und Geschlecht im Zusammenhang mit Verrat
- Die Rolle des Verrats in der Gestaltung sozialer Beziehungen und Machtstrukturen
- Literarische Ästhetik des Verrats im Spätmittelalter
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel definiert den Begriff Verrat im Kontext der mittelalterlichen Literatur, unter Berücksichtigung des politischen und des Liebesverrats. Es wird erläutert, wie der Verrat in der mittelalterlichen Gesellschaft als eine Handlung verstanden wurde, die soziale Normen unterläuft und Ordnungsgefüge stört.
Das zweite Kapitel analysiert den Verrat in Thürings Melusine. Es wird der Liebesverrat als Kernmotiv der Melusinensage dargestellt, wobei die Bedeutung des Bruchs eines Treueverhältnisses und die gestörte Mahrtenehe als wesentliche Aspekte herausgestellt werden. Der Fokus liegt auf den drei wichtigen Momenten der Begegnung, dem Verbot und dessen Übertretung.
Schlüsselwörter
Verrat, Liebesverrat, Melusine, Thüring von Ringoltingen, Mahrtenehe, Treueverhältnis, Gesellschaftliche Verhältnisse, Soziale Beziehungen, Machtstrukturen, Mittelalterliche Literatur, Spätmittelalter, Schuld, Genealogie, Geschlecht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema des Romans "Melusine"?
Der spätmittelalterliche Roman von Thüring von Ringoltingen thematisiert vor allem das Handlungsmuster des Verrats, insbesondere in Form eines Liebesverrats innerhalb einer Mahrtenehe.
Wie wird Verrat in der mittelalterlichen Literatur definiert?
Verrat wird als eine Handlung verstanden, die soziale Normen unterläuft, Treueverhältnisse bricht und dadurch bestehende Ordnungsgefüge und Machtstrukturen stört.
Welche Rolle spielt die Genealogie beim Verrat in Melusine?
Der Verrat hat weitreichende Folgen für die gesamte Abstammungslinie (Genealogie), da der Bruch des Versprechens die dynastische Stabilität gefährdet.
Was ist eine Mahrtenehe?
Eine Mahrtenehe ist eine Verbindung zwischen einem Menschen und einem übernatürlichen Wesen (wie Melusine), die an eine bestimmte Bedingung oder ein Tabu geknüpft ist.
Inwiefern ist das Geschlecht für das Motiv des Verrats relevant?
Die Arbeit analysiert, wie Geschlechterrollen die Motivation zum Verrat beeinflussen und welche unterschiedlichen sozialen Konsequenzen Verrat für Männer und Frauen im Mittelalter hatte.
Welche Bedeutung hat das Verbot in der Melusinensage?
Das Verbot (z.B. Melusine an einem bestimmten Tag nicht zu sehen) ist der Dreh- und Angelpunkt der Erzählung; seine Übertretung stellt den eigentlichen Akt des Verrats dar.
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- Janine Wergin (Author), 2004, Verrat als Handlungsmuster in Thürings von Ringoltingen "Melusine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64346