Stärken und Schwächen von systemtheoretischen, strukturalistischen und akteurstheoretischen Ansätzen in der Transformationsforschung


Essay, 2006

3 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Die politikwissenschaftliche Transformationsforschung unterscheidet primär drei theoretische Ansätze: systemtheoretische, strukturalistische und akteurstheoretische.[1] Im Folgenden wird der Begriff der Transformation kurz erläutert werden und die unterschiedlichen theoretischen Ansätze skizziert und kritisch-analytisch diskutiert werden. Dabei gilt es anhand der folgenden Darstellungen, im Schlussteil zu versuchen die Frage zu beantworten: Ist es in der Transformationsforschung möglich, Transformationsprozesse lediglich anhand eines der genannten Ansätze plausibel und wissenschaftlich zu erläutern oder bedarf es bei der Analyse der Einbeziehung mehrerer theoretischer Ansätze?

Um die theoretischen Grundlagen der Transformationsforschung darstellen zu können, muss zunächst der Begriff Transformation vorab kurz erläutert werden.

Bei der Transformation handelt es sich um ein Phänomen, welches den Prozess des Umbruchs bzw. Wandels politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher u.a. Institutionen und Handlungsmuster beschreibt. Im engeren Sinne ist Transformation als eine längerfristige Übergangsphase von autoritären zu liberaldemokratischen Systemen zu verstehen. D.h., dass demnach der Transformationsprozess mit dem Kollaps autoritärer, dogmatischer Systeme beginnt und mit der endgültigen Konstituierung der Demokratie endet. Um diesen Verlauf konkretisieren zu können, wird die Transformation in drei Phasen unterteilt: Liberalisierung, Demokratisierung und Konsolidierung. Die Phase der Liberalisierung, ist aus politikwissenschaftlicher Sicht, durch den Abbau von Repressionen und der Ausbildung zivilgesellschaftlicher Strukturen gekennzeichnet. Oder anders formuliert: die Phase der Liberalisierung ist die Phase, in der die Grundrechte, wie etwa Freiheit und Gleichheit, ausgebaut werden. In der Phase der Demokratisierung, geht es dann um den Ausbau der politischen Rechte. D.h., dass sich ein demokratisches politisches System etabliert, sich allmählich eine pluralistische, partizipierende politische Kultur ausbildet und demokratische, rechtsstaatliche Institutionen generieren. Den Abschluss der Transformation bildet die Konsolidierung der Demokratie. Eine Demokratie ist dann konsolidiert, wenn der erste freie Regierungswechsel vollzogen wurde und „alle relevanten Gruppen die Spielregeln akzeptieren“.[2]

[...]


[1] Einige Autoren (vgl. Pállinger) verzichten auf die strukturalistischen Anätze und implementieren diese in die systemtheoretischen. Zu den drei genannten theoretischen Ansätzen kann der modernisierungstheoretische Ansatz als separate Theorienrichtung behandelt werden (vgl. dazu Prediger). Diese wird hier jedoch als Bestandteil des systemtheoretischen Ansatzes betrachtet.

[2] von Beyme, Klaus, Ansätze zu einer Theorie der Transformation der ex-sozialistischen Länder Osteuropas. In: Merkel, Wolfgang (Hrsg.), Systemwechsel 1. Theorien, Ansätze und Konzepte der Transitionsforschung, Opladen 1995

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Stärken und Schwächen von systemtheoretischen, strukturalistischen und akteurstheoretischen Ansätzen in der Transformationsforschung
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
3
Katalognummer
V64702
ISBN (eBook)
9783638574495
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stärken, Schwächen, Ansätzen, Transformationsforschung
Arbeit zitieren
Ljubomir Milev (Autor), 2006, Stärken und Schwächen von systemtheoretischen, strukturalistischen und akteurstheoretischen Ansätzen in der Transformationsforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64702

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