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Die Todessehnsucht Tristans in Richard Wagners 'Tristan und Isolde'

Titel: Die Todessehnsucht Tristans in Richard Wagners 'Tristan und Isolde'

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1997 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: MA Annette Wallbruch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Da ich im Leben nie das eigentliche Glück der Liebe genossen habe, so will ich diesem schönsten aller Träume noch ein Denkmal setzen, in dem von Anfang bis zum Ende diese Liebe sich einmal so recht sättigen soll: ich habe im Kopfe einen Tristan und Isolde entworfen, die einfachste, aber vollblutigste musikalische Konzeption; mit der schwarzen Flagge, die am Ende weht, will ich mich dann zudecken - um zu sterben" schreibt Wagner am 16. Dezember 1854 an Franz Liszt. Hintergrund dieses Briefes ist die unglückliche und unerfüllte Liebe zu Mathilde Wesendonck, der Ehefrau Otto Wesendoncks, dessen Schuldner Wagner ist. So ist der "Tristan" nicht zu unrecht nach Ansicht zahlreicher Wagner-Biographen sein persönlichstes und menschlichstes Werk, läßt er doch seine eigene Liebesqual in die Tristan-Figur einfließen.
Andere wichtige Einflüsse auf "Tristan und Isolde" sind die Philosophie Schopenhauers, die romantischen Gedichte Novalis', insbesondere die Hymnen an die Nacht, die Dramen Calderóns sowie Schlegels Entwicklungsroman "Lucinde".
1865 wird Wagners Musikdrama uraufgeführt. Er selbst versieht es mit der Gattungsbezeichnung "Handlung". Zurückgehend auf die mittelalterliche Vorlage Gottfried von Straßburgs (ca. 1215) zeigt Wagners Bearbeitung jedoch nur den Kern des Epos. Alle äußere Handlung ist auf ein Minimum reduziert, Wagner kommt es auf die "innere" Handlung, auf die Sichtbarmachung der Seelenzustände der Protagonisten an. Diese "innere" Handlung verläuft entlang der Stadien "Liebesnot", "Liebesvollzug" und "Liebestod" und formuliert sich in der Auseinandersetzung der Akteure mit der sozialen Wirklichkeit und ihrer Flucht aus gesellschaftlichen Zwängen. Die großen Themen LIebe und Hass, Treue, Ehre und Verrrat, Liebe und Tod dienen dabei der Darstellung des Hauptthemas, der Liebesqual.
Die Auffassung der Romantik, die die Liebe nur als verbotene oder im Tod realisierbar sieht, prägt das gesamte Drama. So ist auch Tristans schon von Beginn an latent vorhandene Todessehnsucht, die immer offenbarer wird, romantisch motiviert. Ziel dieser Todessehnsucht ist die Vorstellung, im gemeinsamen Liebestod die Einheit von Liebe und Tod zu erreichen und die Liebe dadurch zu transzendieren. Dies nachzuweisen soll das Ziel dieser Interpretation sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die soziale Wirklichkeit und die Realitätsflucht Tristans und Isoldes

2. Die Grundmuster der Kommunikation

3. Tristans Liebestod

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Todessehnsucht von Tristan in Richard Wagners Musikdrama „Tristan und Isolde“ und analysiert, wie diese in enger Verbindung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit und dem Streben der Protagonisten nach Transzendenz steht.

  • Die Wechselwirkung zwischen sozialer Realität und der Flucht in eine romantische Nachtwelt
  • Kommunikationsmuster wie Missverständnisse und Verschweigen als Ausdruck der Isolation
  • Die philosophische Bedeutung von Liebe und Tod als Einheit
  • Tristans Weg als „Selbsterlöser“ im Kontext der Liebestod-Thematik

Auszug aus dem Buch

1. Die soziale Wirklichkeit und die Realitätsflucht Tristans und Isoldes

Nur retrospektiv erfährt der Leser aus den Dialogen Isoldes und ihrer Dienerin Brangäne und den Isoldes und Tristans, wie es möglich wurde, dass sich eine soziale Wirklichkeit konstituieren konnte, die zunächst scheinbar nur Isolde, später dann auch Tristan antagonistisch gegenübersteht.

Es ist die Tragödie vor der Tragödie, die die Voraussetzungen für den heillosen Konflikt schafft: Tristan, Neffe und Vasall König Markes von Kornwall erschlägt Morold, den Verlobten der irischen Königstochter Isolde, als dieser den fälligen Zins eintreiben will. Doch auch Tristan wird – durch Morolds Schwert – verwundet. Unter falschem Namen lässt er sich von der heilkundigen Isolde gesund pflegen; diese entdeckt jedoch seine wahre Identität und schwört Rache. Das Schwert bereits über sein Haupt hebend, trifft sie sein Blick und ihr Hass verwandelt sich in Liebe. Sie lässt ihn geheilt nach Kornwall ziehen. Noch einmal kehrt Tristan nach Irland zurück, diesmal in der Rolle des Brautwerbers für König Marke.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Werks unter dem Einfluss von Wagners Liebesleben sowie philosophischer und literarischer Vorbilder.

1. Die soziale Wirklichkeit und die Realitätsflucht Tristans und Isoldes: Das Kapitel analysiert die tragischen Ausgangsbedingungen und wie die Protagonisten durch die Abkehr von gesellschaftlichen Normen in eine fiktive Nachtwelt entfliehen.

2. Die Grundmuster der Kommunikation: Hier wird untersucht, wie Sprachlosigkeit, Missverständnisse und das Verschweigen zwischen den Akteuren die Unvereinbarkeit ihrer inneren Gefühlswelt mit der Außenwelt verdeutlichen.

3. Tristans Liebestod: Dieses Kapitel zeigt auf, warum der Liebestod als konsequente Auflösung der Identität und als einziger Ausweg aus der diesseitigen Realität gewählt wird.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Tristan und Isolde, Liebestod, Todessehnsucht, romantische Liebe, Kommunikation, soziale Wirklichkeit, Realitätsflucht, Schopenhauer, Musikdrama, Nachtwelt, Tagesprinzip, Identitätsverlust, Erlösung, Tragödie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Todessehnsucht Tristans in Richard Wagners „Tristan und Isolde“ und wie dieses mit dem Handlungsverlauf und der psychologischen Verfassung der Titelfigur korrespondiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse fokussiert sich auf die Polarität zwischen der „Tageswelt“ (soziale Normen, Ratio) und der „Nachtwelt“ (Liebe, Leidenschaft) sowie deren Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten der Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Tristans Todessehnsucht romantisch motiviert ist, um durch die Einheit von Liebe und Tod die irdischen Begrenzungen zu transzendieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine werkimmanente Betrachtungsweise, wobei sie gezielt psychoanalytische Ansätze und literarische Kontexte (wie Novalis oder Schopenhauer) zur Interpretation der Seelenzustände einbezieht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der sozialen Realitätsflucht, die Analyse misslungener Kommunikationsmuster und die finale Deutung des Liebestodes als konsequenten Akt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Liebestod, Nachtwelt, Tagesprinzip, Realitätsflucht, Sprachlosigkeit, Transzendenz und Identitätsaufhebung.

Inwiefern beeinflusst das Kommunikationsverhalten den Ausgang des Dramas?

Die Arbeit zeigt, dass die Unfähigkeit der Figuren, sich jenseits der Nachtwelt miteinander zu verständigen, zur Eskalation und letztlich zum notwendigen Scheitern in der realen Welt beiträgt.

Hätte eine Absolution durch König Marke den Tod von Tristan verhindern können?

Die Autorin argumentiert, dass eine Absolution wirkungslos gewesen wäre, da sich Tristan bereits in einem Stadium der Grenzerfahrung befand, in dem die Werte der Tageswelt für ihn ihre Bedeutung vollständig verloren hatten.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Todessehnsucht Tristans in Richard Wagners 'Tristan und Isolde'
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
MA Annette Wallbruch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
28
Katalognummer
V65137
ISBN (eBook)
9783638577786
ISBN (Buch)
9783638922357
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Todessehnsucht Tristans Richard Wagners Tristan Isolde
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA Annette Wallbruch (Autor:in), 1997, Die Todessehnsucht Tristans in Richard Wagners 'Tristan und Isolde', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65137
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Leseprobe aus  28  Seiten
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