Vorbei sind die Zeiten, als Partikeln als „Füll- und Flickwörter“ ohne Bedeutung galten und als Ausdruck eines schlechten Stils genommen wurden. Das Deutsche zeigt sich in der Alltagssprache, wie auch in der Literatur, als sehr partikelnreich. So bringt es diese Sprache auf etwa 13 Partikeln bei 100 Gesamtwörtern. Demgegenüber stehen im Französischen durchschnittlich sieben Partikeln auf 100 Gesamtwörter.
Partikeln werden häufig mit einer „relativen Bedeutungsarmut“ belegt, das heißt aber nicht, daß sie für die Sprache unwichtig sind. Durch sie ist es möglich einer Äußerung eine „subjektiv – kommunikative“ Nuance zu verleihen. Sie schaffen ein bestimmtes Gesprächsklima, steuern die Konversation, zeigen das Verhalten der Kommunikationspartner zueinander, welche Voraussetzungen diese haben und welche Reaktionen erwartet werden.
Grad- und Steigerungspartikeln etwa bieten diverse Möglichkeiten Eigenschaften mit einer subjektiven Bezugsnote zu besetzen.
In dieser Arbeit versuche ich die Partikeln – Auffassung, besonders Grad- und Steigerungspartikeln betreffend, verschiedener Forscher darzustellen und zu vergleichen, um einen Überblick über das Feld der Grad- und Steigerungspartikeln in der neueren Linguistik zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Relevanz der Wortgruppe Partikeln
2. Steigerungs- und Gradpartikeln im DUDEN
2.1 Gradpartikeln
2.2 Skalenpartikeln
2.3 Fokuspartikeln
3. Steigerungs- und Gradpartikeln bei Helbig / Buscha
3.1 Klasse der Partikeln
3.2 Die Subklassen der Grad- und Steigerungspartikeln
3.2.1 Gradpartikeln
3.2.2 Quantifizierende / skalierende Interpretation
3.3 Steigerungspartikeln
4. Grad- und Fokus - Adverbien bei Weinrich
4.1 „Partikeldefinition“
4.2 Grad – Adverbien
4.2.1 Schätz – Adverbien
4.2.2 Intensitäts – Adverbien
4.3 Fokus – Adverbien
5. Grad- und Fokuspartikeln bei Hentschel / Weydt
5.1 Abgrenzung der Partikeln von anderen Wortklassen
5.2 Gradpartikeln
5.3 Intensivpartikeln
5.4 Fokuspartikeln
6. Grad- und Steigerungspartikeln verwandte Komplexe bei Krivonosov
6.1 Modale Partikeln
6.2 Logische Partikeln
7. Schluß: Uneinheitlichkeit im Diskurs
8. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen linguistischen Auffassungen zu Partikeln, insbesondere zu Grad- und Steigerungspartikeln, verschiedener Forscher darzustellen und kritisch miteinander zu vergleichen, um einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu gewinnen.
- Definition und Klassifizierung von Grad- und Steigerungspartikeln
- Syntaktische und semantische Merkmale der Partikeln
- Vergleich verschiedener linguistischer Standardwerke und Autoren (DUDEN, Helbig/Buscha, Weinrich, u.a.)
- Untersuchung der Uneinheitlichkeit von Terminologien und Definitionsansätzen in der Linguistik
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung: Relevanz der Wortgruppe Partikeln
Vorbei sind die Zeiten, als Partikeln als „Füll- und Flickwörter“ ohne Bedeutung galten und als Ausdruck eines schlechten Stils genommen wurden. Das Deutsche zeigt sich in der Alltagssprache, wie auch in der Literatur, als sehr partikelnreich. So bringt es diese Sprache auf etwa 13 Partikeln bei 100 Gesamtwörtern. Demgegenüber stehen im Französischen durchschnittlich sieben Partikeln auf 100 Gesamtwörter.
Partikeln werden häufig mit einer „relativen Bedeutungsarmut“ belegt, das heißt aber nicht, daß sie für die Sprache unwichtig sind. Durch sie ist es möglich einer Äußerung eine „subjektiv – kommunikative“ Nuance zu verleihen. Sie schaffen ein bestimmtes Gesprächsklima, steuern die Konversation, zeigen das Verhalten der Kommunikationspartner zueinander, welche Voraussetzungen diese haben und welche Reaktionen erwartet werden.
Grad- und Steigerungspartikeln etwa bieten diverse Möglichkeiten Eigenschaften mit einer subjektiven Bezugsnote zu besetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Relevanz der Wortgruppe Partikeln: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Partikeln in der deutschen Sprache ein und erläutert deren kommunikative Funktion, die über ihre vermeintliche Bedeutungsarmut hinausgeht.
2. Steigerungs- und Gradpartikeln im DUDEN: Das Kapitel erläutert die Einteilung der Partikeln in fünf Subklassen gemäß dem DUDEN, wobei der Fokus auf den Grad- und Fokuspartikeln liegt.
3. Steigerungs- und Gradpartikeln bei Helbig / Buscha: Hier wird der Klassifizierungskatalog von Helbig und Buscha vorgestellt, der mittels sechs Kriterien Partikeln von anderen Wortarten abgrenzt.
4. Grad- und Fokus - Adverbien bei Weinrich: Weinrich ordnet Partikeln in eine umfassende Adverb-Definition ein und gliedert diese in verschiedene semantische Untergruppen, wie Schätz- und Intensitätsadverbien.
5. Grad- und Fokuspartikeln bei Hentschel / Weydt: Dieses Kapitel kritisiert die uneinheitliche Definition von Partikeln in der Fachliteratur und stellt den Ansatz von Hentschel und Weydt zur Binnengliederung dar.
6. Grad- und Steigerungspartikeln verwandte Komplexe bei Krivonosov: Krivonosov wird als Forscher beleuchtet, der unflektierbare Wörter in modale und logische Partikeln unterteilt, wobei er insbesondere die syntaktische und prosodische Analyse betont.
7. Schluß: Uneinheitlichkeit im Diskurs: Das abschließende Kapitel resümiert die Vielfalt an widersprüchlichen Definitionen und Terminologien, die in der linguistischen Forschung zu diesem Themenfeld existieren.
Schlüsselwörter
Partikeln, Gradpartikeln, Steigerungspartikeln, Fokuspartikeln, Intensität, Linguistik, Grammatik, Wortarten, Syntax, Semantik, DUDEN, Helbig Buscha, Weinrich, Hentschel Weydt, Krivonosov
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Definition, Klassifizierung und Einordnung von Partikeln, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Grad- und Steigerungspartikeln im Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die syntaktische Unflektierbarkeit, die semantische Funktion der Äußerungsmodifikation sowie die Abgrenzung zu anderen Wortarten wie Adverbien oder Modalwörtern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die unterschiedlichen, oft heterogenen Forschungsmeinungen und Definitionssysteme führender Linguisten zu geben und diese vergleichend gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und vergleichende Literaturanalyse der einschlägigen linguistischen Fachliteratur durchgeführt, um die verschiedenen Klassifikationssysteme der Autoren systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Ansätze von renommierten Werken und Autoren, darunter der DUDEN, Helbig/Buscha, Weinrich, Hentschel/Weydt sowie Krivonosov.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Partikeln, Gradpartikeln, Steigerungspartikeln, Fokuspartikeln, Intensität, Grammatik, Syntax und Semantik charakterisiert.
Warum ist die Terminologie bei den Partikeln laut Hentschel / Weydt problematisch?
Die Autoren weisen darauf hin, dass es in der Forschung keinen Konsens gibt; derselbe Begriff wird oft für völlig unterschiedliche Wortgruppen verwendet, was zu erheblichen Unklarheiten führt.
Wie unterscheidet Krivonosov die Partikeln?
Er verwendet eine syntaktische, prosodische und logisch-grammatische Analyse, um die unflektierbaren Wörter in zwei Hauptgruppen zu unterteilen: modale Partikeln und logische Partikeln.
- Arbeit zitieren
- Helmut Wagenpfeil (Autor:in), 2002, Grad- und Steigerungspartikeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6585