Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Der handlungsorientierte Unterricht. Ein didaktisches Konzept zum selbsttätigen Lernen

Titel: Der handlungsorientierte Unterricht. Ein didaktisches Konzept zum selbsttätigen Lernen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Carolin Markert (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Lehrer steht vor der Klasse, redet monoton über irgendein Thema und unterbricht seine Rede ab und an für einige Tafelanschriften. Einige Schüler tauschen Zettel mit kleinen Nachrichten aus, andere träumen vor sich hin und wieder andere unterhalten sich lautstark in der letzten Reihe, während sie ihr Heft mit Mustern und Blumen verzieren. – Eine Situation wie diese spielt sich vermutlich täglich in Schulklassen ab. Der Lehrer zieht eigensinnig seinen Vortrag durch, wie er ihn vorbereitet hat und die Schüler reagieren auf diesen einseitigen Unterrichtsvortrag mit solchen Nebentätigkeiten. Es ist natürlich aus der Sicht des Lehrers nachvollziehbar, dass solche Nebentätigkeiten für den Unterricht störend sind, aber es ist auch verständlich, dass die Schüler durch eine derartige „Verkopfung“ den Unterrichtsinhalten mit einer gewissen Gleichgültigkeit begegnen. Es besteht die Gefahr, dass sich der Lehrer durch die Langeweile der Schüler gezwungen sieht den Schülern ihren Frontalunterricht noch intensiver aufzudrängen, was aber wiederum die Langeweile der Schüler noch zusätzlich verstärkt. So ergibt sich ein Kreislauf, in dem sich die beiden Faktoren gegenseitig immer mehr steigern. Untersucht man die Nebentätigkeiten der Schüler hinsichtlich ihrer Struktur genauer, so stößt man auf einige Hinweise, die deutlich machen, was die Schüler durch diese Nebentätigkeiten kompensieren, sprich an was es ihnen im Unterricht mangelt. Die Nebentätigkeiten erweisen sich als sinnlichganzheitlich, die Schüler verbinden meistens Kopf- und Handarbeit miteinander und beziehen auch ihre Gefühle mitein; außerdem sind sie dabei sehr selbsttätig und kooperieren viel mit ihren Mitschülern. Somit können die Nebentätigkeiten der Schüler dem Lehrer sogar behilflich sein, wenn er sich näher mit ihrer Struktur beschäftigt und versucht die Anforderungen, die den Schülern im Unterricht fehlen, in seine Unterrichtsgestaltung zu integrieren. Dadurch würden nämlich nicht nur die Nebentätigkeiten abnehmen, sondern die Schüler hätten auch mehr Spaß am Unterricht, wenn ihnen mehr Selbsttätigkeit zugestanden werden würde.

Der handlungsorientierte Unterricht soll als didaktisches Konzept vorgestellt werden. Zunächst werden der historische Hintergrund, Merkmale/Definitionen und theoretische Begründungen behandelt. Außerdem wird die praktische Umsetzung erläutert und eine Bewertung des Konzepts hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile und seiner Realisierbarkeit in der Praxis vorgenommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Zur Notwendigkeit handlungsorientierten Unterrichts

2 Handlungsorientierter Unterricht als didaktisches Konzept zur Anleitung selbsttätigen Lernens von Schülerinnen und Schülern

2.1 Der historische Hintergrund des handlungsorientierten Unterrichts

2.2 Definition, Merkmale und Abgrenzung des handlungsorientierten Unterrichts gegenüber ähnlichen Konzepten

2.2.1 Definition

2.2.2 Merkmale

2.2.3 Abgrenzung gegenüber ähnlichen Konzepten

2.3 Theoretische Begründungen des handlungsorientierten Unterrichts

2.3.1 Entwicklungstheoretische Begründung

2.3.2 Lerntheoretische Begründung

2.3.3 Sozialisationstheoretische Begründung

2.3.4 Bildungstheoretische Begründung

2.4 Der handlungsorientierte Unterricht in der Praxis

2.4.1 Ablauf und einzelne Phasen eines handlungsorientierten Unterrichts

2.4.2 Veranschaulichung der einzelnen Phasen an einer Unterrichtseinheit

2.5 Bewertung des Konzepts des handlungsorientierten Unterrichts

2.5.1 Vor- und Nachteile des handlungsorientierten Unterrichts

2.5.2 Kritische Betrachtung und Stellungnahme zur Position Janks/Meyers

3 Fazit: Ist der handlungsorientierte Unterricht ein realisierbares Unterrichtskonzept oder nur eine utopische Vorstellung?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts (H.o.U.) und analysiert dessen Potenzial zur Förderung selbsttätigen Lernens bei Schülern als Alternative zum klassischen Frontalunterricht. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit ein solches Unterrichtskonzept trotz theoretischer und praktischer Herausforderungen realisierbar ist.

  • Historische Entwicklung und Wurzeln der Reformpädagogik
  • Definition, zentrale Merkmale und Abgrenzung zu anderen Unterrichtsformen
  • Theoretische Begründungen aus entwicklungs-, lern-, sozialisations- und bildungstheoretischer Sicht
  • Praktische Umsetzung: Phasenmodell und ein konkretes Fallbeispiel
  • Kritische Bewertung der Vorteile, Nachteile und wissenschaftlichen Fundierung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Definition

„Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, sodass Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können.“24

So lautet die Definition von Jank und Meyer und spiegelt deren Auffassung vom H.o.U. wider. Bereits der Begriff „handlungsorientiert“ weist darauf hin, dass bei diesem Konzept die Handlungen der Schüler im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens stehen. Die Schüler sollen sich das Wissen nicht nur geistig einprägen, sondern auch körperlich aktiv werden und alle Sinne in den Lernprozess einbeziehen, also „ganzheitlich“ lernen. Dazu müssen sich die Schüler mit dem Lehrer zunächst auf ein Handlungsergebnis einigen, das am Ende der Unterrichtseinheit erreicht sein soll, und besprechen, auf welchem Weg dieses Ziel verwirklicht werden kann. Somit können die Schüler bei diesem Unterrichtskonzept ihrer Selbsttätigkeit freien Lauf lassen und dabei Kopf- und Handarbeit miteinander verknüpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zur Notwendigkeit handlungsorientierten Unterrichts: Analysiert die Problematik passiver Unterrichtsformen und die kompensatorische Natur von „Nebentätigkeiten“ der Schüler, woraus sich die Notwendigkeit handlungsorientierter Lernprozesse ableitet.

2 Handlungsorientierter Unterricht als didaktisches Konzept zur Anleitung selbsttätigen Lernens von Schülerinnen und Schülern: Der Hauptteil erläutert das Konzept umfassend, beginnend bei den historischen Wurzeln in der Reformpädagogik über die Definition und theoretische Fundierung bis hin zur praktischen Anwendung und kritischen Bewertung.

2.1 Der historische Hintergrund des handlungsorientierten Unterrichts: Beleuchtet die Entwicklung des Konzepts von Comenius über Rousseau und Pestalozzi bis hin zur Reformpädagogik des 20. Jahrhunderts.

2.2 Definition, Merkmale und Abgrenzung des handlungsorientierten Unterrichts gegenüber ähnlichen Konzepten: Definiert den H.o.U. als ganzheitlichen Prozess und grenzt ihn von anderen Ansätzen wie dem schülerorientierten oder handelnden Unterricht ab.

2.2.1 Definition: Präzisiert den Begriff durch die Definition von Jank und Meyer mit Fokus auf das Zusammenwirken von Kopf- und Handarbeit.

2.2.2 Merkmale: Führt zentrale Charakteristika wie Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit, Produktorientierung, Interessensorientierung und die Öffnung der Schule aus.

2.2.3 Abgrenzung gegenüber ähnlichen Konzepten: Klärt begriffliche Abgrenzungen, insbesondere zum „handelnden“ sowie „schülerorientierten“ Unterricht und zum Projektunterricht.

2.3 Theoretische Begründungen des handlungsorientierten Unterrichts: Systematisiert die vier theoretischen Säulen des Konzepts: entwicklungs-, lern-, sozialisations- und bildungstheoretische Begründungen.

2.3.1 Entwicklungstheoretische Begründung: Stützt sich auf Piagets Erkenntnisse zur kindlichen Eigenaktivität und die Bedeutung konkret-handlungsorientierter Erfahrungen für die Denkentwicklung.

2.3.2 Lerntheoretische Begründung: Betrachtet den Wissenserwerb als aktiven Aneignungsprozess in der Umwelt.

2.3.3 Sozialisationstheoretische Begründung: Argumentiert mit den veränderten Sozialisationsbedingungen und dem Bedarf nach authentischen Erfahrungen entgegen einer Reizüberflutung.

2.3.4 Bildungstheoretische Begründung: Verknüpft das Handeln mit dem Bildungsziel der vernünftigen Selbstbestimmung und Identitätsbildung.

2.4 Der handlungsorientierte Unterricht in der Praxis: Beschreibt den methodischen Aufbau des Unterrichts und dessen Umsetzung.

2.4.1 Ablauf und einzelne Phasen eines handlungsorientierten Unterrichts: Erläutert das Phasenmodell (Vorbereitung, Einstieg, Erarbeitung, Auswertung) für die Unterrichtsplanung.

2.4.2 Veranschaulichung der einzelnen Phasen an einer Unterrichtseinheit: Illustriert den Prozess anhand eines Fallbeispiels aus dem Sozialkundeunterricht.

2.5 Bewertung des Konzepts des handlungsorientierten Unterrichts: Diskutiert Vor- und Nachteile sowie die wissenschaftliche Kritik an den Vertretern Jank und Meyer.

2.5.1 Vor- und Nachteile des handlungsorientierten Unterrichts: Wägt identitätsstiftende Momente und Kompetenzzuwachs gegen Zeitaufwand, Störungsanfälligkeit und Überforderungspotenzial ab.

2.5.2 Kritische Betrachtung und Stellungnahme zur Position Janks/Meyers: Analysiert Kritikpunkte wie den theoretischen Eklektizismus und die mangelnde Klärung des Handlungsbegriffs.

3 Fazit: Ist der handlungsorientierte Unterricht ein realisierbares Unterrichtskonzept oder nur eine utopische Vorstellung?: Schließt die Arbeit mit einer pragmatischen Einschätzung ab, die den H.o.U. als realisierbare Ergänzung zum regulären Unterricht einstuft.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierter Unterricht, Reformpädagogik, Selbsttätigkeit, Ganzheitlichkeit, Kopf- und Handarbeit, Produktorientierung, Didaktik, Lernprozesse, Frontalunterricht, Sozialkunde, Schülermotivation, Unterrichtsmethodik, Handlungsprodukt, Lehrerrolle, Bildungstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und praktischen Umsetzbarkeit des didaktischen Konzepts des handlungsorientierten Unterrichts (H.o.U.) in der heutigen Schulpraxis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den theoretischen Begründungen, dem methodischen Phasenmodell, der Analyse von Vor- und Nachteilen sowie einer kritischen Reflexion der gängigen Fachliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob der handlungsorientierte Unterricht ein realisierbares Konzept darstellt, um die Selbsttätigkeit und das Lernen von Schülern nachhaltig zu fördern, statt lediglich eine utopische Vorstellung zu bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse didaktischer Modelle basiert und diese mit Fallbeispielen und einer kritischen Bewertung der Positionen prominenter Didaktiker verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Begründung des H.o.U., die Darstellung des praktischen Planungsrasters mit seinen vier Phasen sowie eine kritische Bewertung unter Einbeziehung von Pro- und Contra-Argumenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Selbsttätigkeit, Ganzheitlichkeit, Reformpädagogik und die Verbindung von Kopf- und Handarbeit.

Wie unterscheidet sich der H.o.U. vom Frontalunterricht?

Im Gegensatz zum Frontalunterricht steht beim H.o.U. nicht die einseitige Wissensvermittlung durch den Lehrer, sondern die aktive, ganzheitliche Erarbeitung von Handlungsprodukten durch die Schüler im Zentrum.

Ist der handlungsorientierte Unterricht in der Praxis tatsächlich machbar?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der H.o.U. zwar zeitintensiv und anfällig für Störungen ist, aber als Teil des regulären Unterrichts – etwa in einem Umfang von einem Drittel – durchaus machbar und pädagogisch wertvoll ist.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der handlungsorientierte Unterricht. Ein didaktisches Konzept zum selbsttätigen Lernen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Allgemeine Didaktik
Note
1,0
Autor
Carolin Markert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V66123
ISBN (eBook)
9783638588447
ISBN (Buch)
9783638678421
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Handlungsorientierter Unterricht Konzept Anleitung Lernens Schülerinnen Schülern Allgemeine Didaktik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Markert (Autor:in), 2006, Der handlungsorientierte Unterricht. Ein didaktisches Konzept zum selbsttätigen Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66123
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum