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Die Entwicklung des citoyen, bourgeois und sujet bis zur französischen Revolution

Titel: Die Entwicklung des citoyen, bourgeois und sujet bis zur französischen Revolution

Essay , 2006 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Thomas Grimme (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der heutigen Weltgesellschaft existiert kein uniformes Bild von Weltbürgern, sondern es bestehen kulturelle Unterschiede. Der "Staatsbürger in Uniform" als deutsche Erfindung ist eine Reaktion auf die Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft. Ein entsprechendes Pendant stellt der "citoyen" als französische Erwartung an einen modernen Staats- und Weltbürger dar. Dabei vollzieht der semantische Begriff eines "citoyen" historische Unterschiede, die in dieser Arbeit analysiert werden.

Der französisch-schweizerische Philosoph und Schriftsteller J. J. Rousseau (1712-1778) schuf mit seinem theoretischen Ansatz eines Gesellschaftsvertrages die Grundlage für die französische Revolution (1789-1799). Akteure in diesem Vertrag waren der damalige König von Frankreich, Louis XVI und die verschiedenen Schichten der Gesellschaft, vertreten durch die cityoen, bourgeois und sujet. Die heutige lexikalische Definition der Begriffe citoyen, bourgeois und sujet verweist bereits auf ihre damalige Verknüpfung und Koinzidenz. Der citoyen ist demnach Staats-/Ehren und Weltbürger, wohingegen der bourgeois nur einfacher Bürger ist und der sujet als Untertan übersetzt wird. Durch die gemäßigte Monarchie erhielten die Begriffe ihre idealtypische Prägung und Verschiebungen der Wort-bedeutungen traten schon vor der Revolution auf. Es stand eine legitime, aktive Gleichheit des Staatsbürgers auf der einen Seite, einer Gleichheit der Unterwerfung und Abhängigkeit, der Sklaverei gleichkommend, auf der anderen Seite, gegenüber. Nach der französischen Revolution änderte sich die Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft radikal und es fand ein Bewusstseins-, Würde- und Autonomiewandel in den Köpfen der Menschen statt. Ergo sind die inhaltlichen Bedeutungen des citoyen, bourgeois und sujet vor, während und nach der Revolution mit einem ständigen Wandel behaftet.Akademiewörterbücher im Zeitraum 1694 bis 1750 beinhalten nahezu identische Wortbedeutungen der Begriffe. Der bourgeois wird als ein citoyen verstanden, der in einer Stadt wohnt. Eine erste Differenzierung findet sich in einem Zusatz von P. Aubert zum Dictionnaire von Richelet 1768. Der bourgeois hat das Recht, in einer Stadt beziehungsweise einem Staat zu leben. Er übernimmt freiwillig Arbeiten im Staatsdienst und ist somit gegenüber dem citoyen aufzuwerten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die heutige lexikalische Definition der Begriffe citoyen, bourgeois und sujet

2. Akademiewörterbücher im Zeitraum 1694 bis 1750

3. Die Definition des sujet nach Furetière

4. Die Aufwertung des Begriffs citoyen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

5. Problematiken des neu strukturierten Bildes des citoyen ab 1750

6. Die Problematik des citoyen bei J. J. Rousseau

Zielsetzung und zentrale Themen

Die Arbeit untersucht die begriffliche und inhaltliche Entwicklung der Bezeichnungen „citoyen“, „bourgeois“ und „sujet“ im Kontext der französischen Gesellschaft vor und während der französischen Revolution, um den Wandel der Beziehung zwischen Individuum und Staat zu verdeutlichen.

  • Lexikalische Herleitung und Wandel der Begriffe im 18. Jahrhundert
  • Die Rolle der Vertragstheorie im Verhältnis zwischen Untertan und Monarch
  • Einfluss der Aufklärung auf das Selbstverständnis des Bürgers
  • Soziale Integration, Besitz und politisches Partizipationsrecht
  • Rousseaus Gesellschaftsvertrag als Impulsgeber der Revolution

Auszug aus dem Buch

Die Problematik des citoyen bei J. J. Rousseau

J. J. Rousseau stellt diese Problematik des citoyen noch detailverliebter dar und ist mit seinem Ansatz bildlich der Tropfen Wasser, der das Fass zum überlaufen bringt und damit die Revolution einleitet. Rousseau charakterisiert den citoyen als einen freiheitsliebenden, patriotistischen und gesetzestreuen Bürger, der seine Energie aus der Begriffsbedeutung geprägt durch die römische Antike erhält. Sehr viele Bürger verstehen jedoch nicht, dass die beschriebenen Aspekte für den Begriff des citoyen stehen.

Man ist den Rechten des Staates ausgeliefert, in seiner Freiheit eingeschränkt und nur so fähig, in den Staatsapparat bedingt einzugreifen. Dieser unbewusste Gesellschaftsvertrag zwischen Staat / König und Volk macht den Bürger zu einem sujet, der sich durch Hang zur Ruhe und Zaghaftigkeit, seinen Rechten entäußert der Regierung unterwirft. Der citoyen steht für Freiheit, das Allgemeinwohl und die Quelle des öffentlichen Rechtes. Er sprengt bildlich die Bande und damit den Gesellschaftsvertrag, der ihn an den Monarchen fesselt und leitet damit die entscheidenste Phase der Aufklärung, die französische Revolution, ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die heutige lexikalische Definition der Begriffe citoyen, bourgeois und sujet: Das Kapitel erläutert die unterschiedlichen Bedeutungen der Begriffe und stellt deren Verschiebung durch die Auswirkungen der französischen Revolution dar.

2. Akademiewörterbücher im Zeitraum 1694 bis 1750: Hier wird der historische Wandel der Begriffsdefinitionen analysiert, wobei besonders der Bezugspunkt von der Stadt hin zur Gesellschaft oder zum Staat hervorgehoben wird.

3. Die Definition des sujet nach Furetière: Dieses Kapitel behandelt das Verhältnis zwischen Monarch und Untertan unter Einbeziehung der Vertragstheorie und der Rolle des Gehorsams.

4. Die Aufwertung des Begriffs citoyen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Der Text beschreibt die Wandlung des citoyen zu einem aufgeklärten und politisch integrierten Akteur innerhalb der Gesellschaft.

5. Problematiken des neu strukturierten Bildes des citoyen ab 1750: Hier werden die Spannungsfelder zwischen religiösem Gehorsam, antiken Privilegien und dem modernen Anspruch auf politische Teilhabe aufgezeigt.

6. Die Problematik des citoyen bei J. J. Rousseau: Das Kapitel analysiert Rousseaus Theorie als zentralen Auslöser für den Bruch mit dem monarchischen Gesellschaftsvertrag und den Beginn der Revolution.

Schlüsselwörter

Citoyen, Bourgeois, Sujet, Französische Revolution, Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Aufklärung, Monarchie, Staat, Untertan, Freiheit, Patriotismus, politisches Selbstverständnis, Staatsbürger, Patriotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische und begriffliche Entwicklung der Termini citoyen, bourgeois und sujet im Frankreich des 18. Jahrhunderts und deren Bedeutungswandel bis zur Französischen Revolution.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung politischer Grundbegriffe, der Bedeutung von Erziehung und Aufklärung sowie der Dynamik zwischen individuellem Freiheitsstreben und obrigkeitlichem Gehorsam.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch den Wandel dieser Begriffe die Wahrnehmung des Bürgers gegenüber dem Staat veränderte und welche philosophischen Ansätze diesen Prozess maßgeblich beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von historischen Lexika, Wörterbüchern aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie zeitgenössische philosophische Schriften, um die Begriffsgeschichte nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung lexikalischer Definitionen, den Einfluss der Furetière-Definitionen, die Aufwertung des Citoyen-Begriffs ab 1750 und die spezifische Bedeutung von Rousseaus Gesellschaftsvertrag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Citoyen, Bourgeois, Sujet, Gesellschaftsvertrag, Aufklärung, Souveränität, Freiheit und Patriotismus.

Welche Rolle spielt der „Besitz“ für das Verständnis des citoyen?

Der Text stellt dar, dass der Zugang zur Staatsverwaltung und der Besitz von Eigentum in der vorrevolutionären Phase als Bedingung angesehen wurden, um als „wahrer“ citoyen anerkannt zu werden.

Wie unterscheidet sich laut Bossuet der sujet vom citoyen?

Bossuet beschreibt den sujet als dem Monarchen durch Gehorsam direkt unterstellt, während der citoyen seine Talente zur wirtschaftlichen Förderung des Vaterlandes nutzt und nur indirekt dem Monarchen untersteht.

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Details

Titel
Die Entwicklung des citoyen, bourgeois und sujet bis zur französischen Revolution
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Einführung in die weltbürgerliche Erziehung am Beispiel Frankreichs
Note
1,3
Autor
Thomas Grimme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
5
Katalognummer
V66130
ISBN (eBook)
9783638587198
ISBN (Buch)
9783656658696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung Revolution Einführung Erziehung Beispiel Frankreichs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Grimme (Autor:in), 2006, Die Entwicklung des citoyen, bourgeois und sujet bis zur französischen Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66130
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