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Lateralität beim Menschen - Evolution, Gesellschaft, Sport

Title: Lateralität beim Menschen - Evolution, Gesellschaft, Sport

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages

Autor:in: Andreas Fischer (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Lateralität ist der Oberbegriff für alle Kennzeichen von Symmetrie und Asymmetrie bei paarig angelegten Organen. Dabei existieren verschiedene Formen und Ausprägungen der Seitigkeit, die mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten bezeichnet werden. Einige möchte ich an dieser Stelle kurz vorstellen. Der wohl bekannteste Begriff in diesem Zusammenhang ist der der Seitigkeitsphänomene, welcher die Symmetrie / Asymmetrie in Bezug auf die Erscheinungsformen Händigkeit, Füssigkeit oder Beinigkeit, Drehseitigkeit, Augigkeit, Ohrigkeit und Hirnigkeit (Hemisphärendominanz) umfasst. Des Weiteren wird unter anderem differenziert in funktionelle Seitigkeit, welche die Symmetrie / Asymmetrie in Bezug auf Arm-, Hand- und Fußbewegungen beschreibt sowie in Seitenpräferenz, Seitenkonkordanz und Seitendiskordanz, wobei die letztgenannten Begriffe Seitenübereinstimmung (Rechtshänder gleich Rechtsfüßer) und gekreuzte Seitigkeit (Rechtshänder und Linksfüßer) bedeuten. Schließlich existiert die Form der sensorischen Seitigkeit, auch Wahrnehmungslateralität, die die Symmetrie oder Asymmetrie hinsichtlich des Hören und Sehen beschreibt.
Ich werde mich in der folgenden Arbeit insbesondere mit der Kategorie der Seitigkeitsphänomene auseinandersetzen aber auch auf evolutionäre und gesellschaftliche Aspekte der Seitigkeit beziehungsweise Lateralität eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Evolution der Händigkeit

3. Gesellschaft und Händigkeit

4. Die Gehirnhemisphären

5. Die Händigkeit

6. Die Beinigkeit / Füßigkeit

7. Der contralaterale Transfer

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Lateralität beim Menschen, wobei der Fokus auf den evolutionären und gesellschaftlichen Aspekten sowie der Bedeutung für das sportliche Training liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich Seitigkeitsphänomene manifestieren, welche Probleme sie in der Gesellschaft und im Sport hervorrufen und inwieweit ein beidseitiges Training mittels des contralateralen Transfers die Leistungsfähigkeit verbessern kann.

  • Evolutionäre Entstehungsgeschichte der menschlichen Händigkeit
  • Gesellschaftlicher Druck und Diskriminierung von Linkshändern
  • Neuroanatomische Grundlagen der Hirnhemisphären und motorischen Steuerung
  • Phänomenologie der Händigkeit sowie der Beinigkeit und Füßigkeit
  • Potenziale und Herausforderungen des beidseitigen Trainings im Sport

Auszug aus dem Buch

7. Der contralaterale Transfer

Der Begriff contralateraler Transfer oder auch kreuzweise Übertragung bezeichnet „die funktionelle Verbesserung der einen Körperseite durch Training der anderen“ (Fischer 1983). Ursache für diesen Effekt, der erstmals 1858 von Weber erwähnt wurde, ist der mögliche Informationsaustausch über den Corpus Callosum.

Eine der bedeutendsten Studien auf diesem Gebiet hat Drenkow (1960) durchgeführt, der zwei Schulklassen über 39 Unterrichtsstunden hinweg untersucht hat. Dabei dienten die zwei Parallelklassen mit jeweils 28 Jungen als Versuchs- beziehungsweise Kontrollgruppe, wobei als Testform Keulenweit- und Zielwurf dienten. Die Versuchsgruppe übte das Werfen beidhändig, die Kontrollgruppe beidhändig. Zusammengefasst lautete das Ergebnis des Experiments, dass sich die Leistung der Versuchsgruppe deutlich von der der Kontrollgruppe abhob, dies heißt also, dass mit beidseitigem Training höhere Leistungssteigerungen erzielt werden konnten. Im Bereich der Wurfgeschicklichkeit war das Ergebnis sogar außerordentlich, denn hier konnte Drenkow eine durch das passive Mitüben bewirkte Leistungssteigerung beobachten, die einem Anteil von ca. 68% des gegenüberliegenden Armes entsprach. Oberbeck schließt aus einem Vergleich der Ergebnisse von Ziel- und Weitwurf, dass „präzisionsfordernde Bewegungsfertigkeiten leichter übertragen werden als solche mit großen Kraft- und Schnelligkeitsanteilen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff der Lateralität als Oberbegriff für Seitigkeitsphänomene und gibt einen Überblick über die verschiedenen Ausprägungsformen der Seitigkeit.

2. Die Evolution der Händigkeit: Erläutert verschiedene Theorien zur Entstehung der Rechtshändigkeit, insbesondere die Bedeutung von Waffenführung und Werkzeuggebrauch.

3. Gesellschaft und Händigkeit: Beleuchtet den historischen und kulturellen Druck auf Linkshänder sowie die negativen Konnotationen, die mit der „linken Seite“ verbunden werden.

4. Die Gehirnhemisphären: Beschreibt die funktionelle Spezialisierung der beiden Großhirnhemisphären und deren Bedeutung für die motorische Steuerung der Extremitäten.

5. Die Händigkeit: Analysiert die Entwicklung der Händigkeit bei Kindern und definiert den Begriff der Beidseitigkeit bzw. Ambidextrie.

6. Die Beinigkeit / Füßigkeit: Untersucht die fehlende generelle Konkordanz zwischen Hand- und Fußbevorzugung im Sport und diskutiert die Komplexität des Phänomens.

7. Der contralaterale Transfer: Diskutiert die Möglichkeit, durch das Training der einen Körperseite die Leistungsfähigkeit der anderen zu steigern, und zeigt die Bedeutung für das sportliche Training auf.

Schlüsselwörter

Lateralität, Händigkeit, Beinigkeit, Füßigkeit, Seitigkeit, Ambidextrie, Contralateraler Transfer, Hemisphärendominanz, Motorik, Seitenpräferenz, Sportmotorik, Bewegungskoordination, Rechtshänder, Linkshänder, Trainingseffekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Thema der menschlichen Lateralität, untersucht deren biologische, evolutionäre und gesellschaftliche Hintergründe und beleuchtet deren Relevanz für sportliche Bewegungsabläufe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Evolution der Händigkeit, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Linkshändern, neurobiologische Aspekte der Hemisphären und die Anwendung beidseitigen Trainings im Sport.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Seitigkeitsphänomene das menschliche Handeln beeinflussen und inwieweit Erkenntnisse über den contralateralen Transfer für ein effizienteres, beidseitiges Training genutzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und Untersuchungen, um die verschiedenen Aspekte der Lateralität zu systematisieren und zu diskutieren.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Seitigkeit, die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Händigkeit und konkrete sportwissenschaftliche Analysen zur Fuß- und Handbevorzugung.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lateralität, Seitenpräferenz, Ambidextrie und kontralateraler Transfer charakterisiert.

Wie bewertet der Autor den gesellschaftlichen Umgang mit Linkshändern?

Der Autor kritisiert die historische Diskriminierung und Umerziehung von Linkshändern scharf und weist auf die psychischen Folgen solcher Zwangspraktiken hin.

Warum gibt es laut Autor keine universellen Regeln für die Beinigkeit?

Aufgrund verschiedener sportlicher Anforderungen wie Präzision, Kraft und Geschicklichkeit variieren die Ergebnisse der Fußbevorzugung so stark, dass keine homogene Gesetzmäßigkeit ableitbar ist.

Welche Bedeutung hat der contraleaterale Transfer für das Training?

Er bietet die Chance, die koordinativen Fähigkeiten durch beidseitiges Üben zu fördern, wird jedoch laut Autor im Sporttraining trotz seiner Effektivität noch zu selten konsequent eingesetzt.

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Details

Title
Lateralität beim Menschen - Evolution, Gesellschaft, Sport
College
University of Leipzig  (Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft)
Course
Theorie und Praxis von sportlichen Bewegungen ohne Bindung an eine Sportart II
Author
Andreas Fischer (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V66275
ISBN (eBook)
9783638589383
ISBN (Book)
9783656812265
Language
German
Tags
Lateralität Menschen Evolution Gesellschaft Sport Theorie Praxis Bewegungen Bindung Sportart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Fischer (Author), 2004, Lateralität beim Menschen - Evolution, Gesellschaft, Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66275
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