Pestalozzis Idee der Menschenbildung - Struktur und Wandel


Diplomarbeit, 2000

105 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Exkurs: Leben und Werk Johann Heinrich Pestalozzis
2.1 Das Zeitalter der Aufklärung oder das ´Pädagogische Jahrhundert`
2.2 Der Lebensgang und das praktische und literarische Schaffen des Johann Heinrich Pestalozzi

3 Die ´Abendstunde eines Einsiedlers`
3.1 Grundlegende Fragestellung der ´Abendstunde`
3.2 Suche nach Wahrheit
3.2.1 Merkmale der Wahrheit
3.3 Innere Bahn der Natur
3.4 Glaube an Gott
3.4.1 Der Glaube an Gott als innere Anlage des Menschen
3.4.2 Gott als Vater der Menschheit
3.5 Menschenbildung als Menschenrecht und Fundament jeder weiteren Bildung
3.6 Menschenbildung als Fundament der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung
3.6.1 Das familiale Beziehungsgeflecht
3.6.2 Die ´Großfamilie Staat`
3.6.3 Das Lebenskreismodell – Der Prozeß der Menschenbildung
3.6.4 Frage nach dem ordnungsstiftenden Element
3.7 Einheit von Pädagogik, Politik und Anthropologie

4 Die ´Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts`
4.1 Grundlegende Fragestellung
4.2 Der Gang der Untersuchung
4.3 Die Grundlage der ´Nachforschungen`
4.4 Die Entwicklung des Menschen und des Menschen-geschlechts auf der Bahn der Natur
4.4.1 Vom tierischen Ursprung der Entwicklung bis zum Endzweck Gesellschaft
4.4.2 Der Zustand des gesetzlichen Rechts
4.4.3 Wohlwollen und Liebe als innere Kraft des Menschen
4.5 Die drei Zustände des Menschen
4.5.1 Der Mensch als Werk der Natur
4.5.2 Der Mensch als Werk der Gesellschaft
4.5.3 Der Mensch als Werk seiner selbst
4.6 Die Idee der Menschenbildung – Selbsterziehung und Fremderziehung des Menschen
4.6.1 Appell zur Selbsterziehung
4.6.2 Fremderziehung des Menschen
4.7 Die Stellung der Religion

5 Vergleich der ´Abendstunde` mit den ´Nachforschungen`
5.1 Begründung der Schriftenauswahl
5.2 Die den Schriften zugrundeliegenden Menschenbilder
5.2.1 Die Unterschiede hinsichtlich der Menschenbilder
5.3 Die Sittlichkeit
5.3.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Sittlichkeit
5.4 Die Erziehung
5.4.1 Die unterschiedlichen Erziehungskonzepte
5.5 Die Religion
5.5.1 Unterschiede und Gemeinsamkeit hinsichtlich der Stellung der Religion
5.6 Gesellschaft und Staat
5.6.1 Unterschiede in Bezug auf Gesellschaft und Staat
5.7 Artikulation des Wandels im Denken Pestalozzis

6 Bedeutung der Schriften Pestalozzis für die moderne Erziehungswissenschaft

Literaturliste

1 Einleitung

„Jede Zeit und jede Generation muß ihren eigenen Zugang zu Pestalozzi finden“[1] – so spricht Alfred Zander und drückt mit diesen Worten aus, daß auch gegenwärtig Pestalozzis geistiger Nachlaß nichts an Aktualität eingebüßt hat, und daß jede Zeit mit ihren spezifischen Problemstellungen Erkenntnisse ´klassischer` Philosophen und Pädagogen für das Lösen ihrer Probleme fruchtbar machen kann. Denn was uns heute noch mit Pestalozzi verbindet, ist u.a. die Suche nach der Beantwortung grundlegender Fragen im Hinblick auf die Existenz des Menschen - Was ist das Wesen des Menschen? Was bedarf der Mensch, um wahrhaft menschlich zu existieren? Wie ist seine naturgemäße Bestimmung?

Die Idee der Menschenbildung bei Johann Heinrich Pestalozzi ist nun der Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Anhand der hermeneutischen Analyse zweier Schriften Pestalozzis – der ´Abendstunde eines Einsiedlers` (1780) und den ´Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts` (1797) – habe ich systematisch die Entfaltung der Idee der Menschenbildung bei Pestalozzi nachgezeichnet. Wenn sich die Ausführungen der Schriften in ihren einzelnen Punkten auch grundlegend voneinander unterscheiden, im Mittelpunkt der Theorien steht in beiden Schriften der Mensch „in innerlicher Übereinstimmung mit sich selbst“[2]. Dabei entwirft der junge Pestalozzi in der ´Abendstunde` eine kosmologische Einheit, in der der Mensch seine Menschenbildung durch Entfalten seiner inneren göttlichen und natürlichen Anlagen aufgrund der Anregung durch die häuslichen Verhältnisse durch alle seine Lebensbereiche hindurch - Familie, Gesellschaft und Staat - erwirbt. Das eigentliche ´Zentrum des Lebens` ist dabei Gott, der zugleich Quelle und Ziel der Bildung des Menschen darstellt. In Polarität zu diesem Modell der ´Abendstunde` entwirft der reife Pestalozzi in den ´Nachforschungen` ein anthropologisches Modell des Menschen, das ihn als psychologische Einheit begreift: Er schreibt dem Menschen drei Zustände zu, die er in sich vereint – den tierischen, den gesellschaftlichen und den sittlichen Zustand. Menschenbildung, d.h. die Veredelung seiner selbst in den sittlichen Zustand durch Erhebung über den tierischen und gesellschaftlichen Zustand hinaus erreicht der Mensch hier nur als ´Werk seiner selbst` durch Selbsttätigkeit. Kapitel 3 und 4 der Arbeit beschäftigen sich mit der frühen und späten Idee der Menschenbildung: Kapitel 3 der Arbeit zeigt die grundlegende Fragestellung der ´Abendstunde` auf und erläutert in Unterpunkten anhand der Schlüsselbegriffe ´Wahrheit`, ´Innere Bahn der Natur` und ´Glaube an Gott` das Wesen der Menschenbildung. Weiterhin wird die Bedeutung der allgemeinen Menschenbildung für die spezielle ´Berufs- und Standsbildung` - für die Berufsausbildung und die staatsbürgerliche Bildung – erläutert und die Einheit von Pädagogik, Politik und Anthropologie in Pestalozzis früher Idee der Menschenbildung aufgezeigt. Kapitel 4 ist der Analyse der ´Nachforschungen` gewidmet. Nach Darstellung der grundlegenden Fragestellung, dem Gang der Untersuchung und der Grundlage der ´Nachforschungen` zeige ich die Entwicklung des Menschengeschlechts auf der Bahn der Natur auf. Es folgt die Darstellung der drei Zustände des Menschen – der Mensch als Werk der Natur, als Werk der Gesellschaft und als Werk seiner selbst. Im Anschluß daran werde ich Pestalozzis Vorstellung von der Bildung des Menschen erläutern und insbesondere auf die Selbsterziehung hinweisen und die Rolle der Fremderziehung in diesem Prozeß beleuchten. Zum Schluß des Kapitels werde ich die Stellung der Religion verdeutlichen, die dem Menschen nach Pestalozzi als Instrument zu seiner Veredelung in den sittlichen Zustand dient.

Im Anschluß an die hermeneutische Analyse der beiden Schriften stelle ich in Kapitel 5 nach einer eingehenden Begründung meiner Textauswahl einen Vergleich der beiden Schriften an; dabei orientiere ich mich an vorher gebrauchten Schlüsselaspekten wie ´zugrundeliegende Menschenbilder`, ´Sittlichkeit`, ´Erziehung`, ´Religion` und ´Gesellschaft und Staat`. Anhand einer Gegenüberstellung der gewonnenen Erkenntnisse arbeite ich schließlich den Wandel in Pestalozzis Denken aus und verdeutliche, inwiefern sich seine frühe Idee der Menschenbildung weiterentwickelt und an Reife und Realitätsnähe gewonnen hat.

Zum Schluß der Arbeit gehe ich im letzten Kapitel 6 der Frage nach, welchen Nutzen die Analyse ´klassischer` Schriften von Pädagogen und Philosophen für die Gegenwart hat und inwiefern die Schriften Pestalozzis für die moderne Erziehungswissenschaft heute noch von Bedeutung sind.

Meiner Arbeit vorangestellt habe ich in Kapitel 2 einen Exkurs über Leben und Werk Johann Heinrich Pestalozzis, der den Zugang zu seinen Werken verständlicher gestalten und zu einer Kontexterhellung beitragen soll. Ich gehe weiterhin kurz allgemein auf das Zeitalter der Aufklärung bzw. des ´pädagogischen Jahrhundert` ein, denn Pestalozzi ist ein Kind seiner Zeit, und auch die modernen Geisteswissenschaften schöpfen aus dieser Epoche heute noch gültige Leitbegriffe.

2 Exkurs: Leben und Werk Johann Heinrich Pestalozzis

Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich im folgenden in einem Exkurs auf die persönlichen Lebensumstände Pestalozzis eingehen, denn diese sowie die philosophischen Strömungen und die historischen und politischen Ereignisse seiner Zeit haben seinen Werdegang, seine Ideen und sein literarisches Schaffen in hohem Maße beeinflusst. Dieser Exkurs gestaltet den Zugang zu seinen Werken leichter und lebhafter.

2.1 Das Zeitalter der Aufklärung oder das ´Pädagogische Jahrhundert`

Allgemein läßt sich sagen, daß Pestalozzis Leben (1746 – 1826) in einer Zeit des Umbruchs spielte. Das 18. Jahrhundert wird bezeichnet als das Zeitalter der Aufklärung: Alle Menschen sollten teilhaben an der Aufklärung des Verstandes. „Durch Vernunftgebrauch schienen alle Lebensprobleme lösbar und ein Fortschritt der gesamten Menschheit im Sinne eines sittlichen Aufstieges, aber auch wirtschaftlicher Entwicklung möglich“[3]. Die große Utopie der Epoche war, „daß Verstandesbildung mit dem Ziel der sittlichen Bildung ... zu einem paradiesischen Reich der Glückseligkeit und Freiheit führen“[4] würde. Erziehung wurde bis dahin kaum als ein eigener Lebensbereich gesehen, auch nicht in seiner Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit. Das 18.Jahrhundert brachte eine pädagogische Wende und u.a. auch die ´Hinwendung zum Kind` - die Moderne hatte begonnen. Die Leitbegriffe der Aufklärung bilden die Grundlage für eine pädagogische Orientierung dieser Epoche; bis heute leitet die geisteswissenschaftliche Tradition bestimmte Schlüsselbegriffe für die Pädagogik ab wie z.B. Kritik, Aufklärung, Emanzipation, Fortschritt und Mündigkeit. Philosophische Abhandlungen und pädagogische Schriften jener Zeit versuchen eine Antwort auf die Frage zu geben, wie der Mensch aus seiner ´selbstverschuldeten Unmündigkeit` hin zu einem aufgeklärten selbstbestimmten Individuum geführt werden kann. Zeitgenossen Pestalozzis im Jahrhundert der Aufklärung waren John Locke (1632 – 1704), Francois Arie Voltaire (1694 – 1778), Christian Wolff (1679 – 1754) und Immanuel Kant (1724 – 1804) sowie Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), Friedrich Schiller (1759 – 1805) und Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832).

2.2 Der Lebensgang und das praktische und literarische Schaffen des Johann Heinrich Pestalozzi

Pestalozzis Leben mag manchen wie die klägliche Abfolge gescheiterter Projekte erscheinen: „Vorzeitig von der Schule abgegangen, als Landwirt kläglich gescheitert, das Vermögen seiner Frau aufgezehrt, in der Beziehung zu seinem epilepsiekranken Sohn ... versagt, mit Mitarbeitern zerstritten, verarmt, in seinen Werken ein Utopist, verspottet als Träumer – das ist die eine Seite von Pestalozzis Leben. Sein Grabstein aber zeigt die andere:

Retter der Armen auf Neuhof,

Prediger des Volkes

in Lienhard und Gertrud,

zu Stanz Vater der Waisen,

zu Burgdorf und Münchenbuchsee

Gründer der neuen Volksschule,

in Iferten Erzieher der Menschheit,

Mensch, Christ, Bürger.

Alles für andere, für sich nichts!

Segen seinem Namen!“[5]

Pestalozzi wurde am 12. Januar 1746 in Zürich geboren. Er entstammt einer italienischen Kaufmannsfamilie, die seit Mitte des 16. Jahrhunderts in der Stadt Zwinglis ansässig war, 1576 das Bürgerrecht erhielt und sich zu den ratsberechtigten Familien zählen durfte. Die Einflüsse der Stadt Zürich haben Pestalozzis Lebensweg deutlich gekennzeichnet, auch wenn er als 22jähriger Mann seine Heimatstadt verließ und nur noch gelegentlich Kontakte zu ihr pflegte.

Zu diesen Einflüssen zählte sicher die besondere Situation seiner Familie. Als Pestalozzi fünf Jahre alt war, verstarb sein Vater Johann Baptist Pestalozzi (1718 – 1751). Dieser hatte schon wie Pestalozzis Großvater die kaufmännische Tradition nicht mehr fortgesetzt; er absolvierte eine praktische Lehre und war „chirurgus“ geworden. Pestalozzi hatte anscheinend kaum noch eine konkrete Erinnerung an seinen Vater, er blieb in seinen biographischen Arbeiten unerwähnt. Er äußerte sich höchstens in der Form über ihn, als daß er „eine durch den frühen Tod des Vaters bedingte Einseitigkeit seiner eigenen Erziehung bedauerte: ... ich mangelte von meinem sechsten Jahre an in meinen Umgebungen alles, dessen die männliche Kraftbildung in diesem Alter so dringend bedarf. Ich wuchs an der Hand der besten Mutter in dieser Rücksicht als ein Weiber- und Mutterkind auf, wie nicht bald ... ein größeres sein konnte“[6]. Er glaubte, „daß gerade sein Hang zu einer gewissen unkontrollierten Spontaneität und Unbekümmertheit durch die fehlende Strenge väterlicher Reglementierung und Zurechtweisung“[7] so dominant wurde. Die Mutter Susanne, geborene Hotz (1720 – 1796) hatte nach dem Tod ihres Mannes die wirtschaftliche Situation und die Erziehung der drei Kinder allein zu meistern. Pestalozzi erinnerte sich später an die bittere Sparsamkeit, die der Familie auferlegt war und die die Entfaltungsmöglichkeit der Kinder beschränkte.

Einen weiteren großen Einfluß auf Pestalozzi übte sein Großvater Andreas Pestalozzi (1692 – 1769) aus. Er war in Höngg vor den Toren Zürichs Dorfpfarrer und kümmerte sich nach dem Tode des Vaters in besonderer Weise um die Familie seines Sohnes. So war Pestalozzi oft zu Besuch bei ihm. Durch die Familie seiner Mutter, die Arztfamilie Hotz aus Wädenswil am Zürichsee, lernte Pestalozzi die besondere Lage der Züricher Landbevölkerung kennen: Die gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt lag allein bei den Bürgern der Stadt Zürich und die Vergabe des Bürgerrechts war stark eingeschränkt, um die Vormachtstellung der Städter zu sichern. Die Landbevölkerung hatte neben der Rechtlosigkeit zudem darunter zu leiden, daß es ihr untersagt war, eigenen Handel zu treiben und eine eigene Industrie zu errichten.

Daneben war es insbesondere auch die Schule und die in ihrem Umfeld stattfindenden außerschulischen Aktivitäten, die Pestalozzi geprägt haben. Von 1751 bis 1765 durchlief er die Elementarschule, die Lateinschule und das Collegium Carolinum in Zürich. Die Lateinschulen Zürichs – die Schola Abbatissana am Fraumünster und die Schola Carolina am Großmünster – waren rennomierte Anstalten. Insbesondere die philologisch-theologische Hochschule, das Collegium Carolinum, hatte einen ausgezeichneten Ruf. Zur Professorenschaft zählten u.a. Bodmer, Breitinger und später Steinbüchel, die Pestalozzi als „in einem hohen Grad ausgezeichnet gebildete Männer“[8] bezeichnete. Das Carolinum hatte Pestalozzi schließlich vorzeitig nach Ablegen des philologischen und philosophischen Examens mit Verzicht auf die Teilnahme an den abschließenden beiden theologischen Jahreskursen verlassen.

Insbesondere Johann Jakob Bodmer (1698 – 1783) übte nachhaltigen Einfluß auf seinen Schüler Pestalozzi aus. Er war Professor für Geschichte mit großem literarischen Interesse und setzte sich in hohem Maße für die Verbreitung der Ideen der Aufklärung in Zürich ein. “Das Postulat der Eigenständigkeit des Denkens gegenüber jeder Form unreflektierter Tradition und gegenüber den Ansprüchen der Kirche und des Staates“ wurde von vielen Schülern zum Teil mit blindem Eifer übernommen – was Pestalozzi später bedauerte – und „hinsichtlich seiner Konsequenzen für das Leben des Einzelnen und des Staates diskutiert“[9]. Pestalozzi äußerte sich über Bodmers Weltanschauung mit den Worten: „Mir machte es mein Innerstes glühen. ... Es schloß sich an alle Träume, die in mir selbst lebten und an mein Herz, das wohlwollend war und Gutes zu thun und Gutes zu stiften mit einem Feuer suchte, das unauslöschlich war“[10]. Ein Ausdruck jener Strömungen war die ´Helvetische Gesellschaft zur Gerwe`, die sich auf zwei im Jahre 1762 entstandenen freien politischen Vereinigungen gründete und sich am 10. Juli 1765 unter dem Einfluß Bodmers konstituierte. Sie übte insbesondere Kritik an den oligarchischen Verhältnissen Zürichs, der Unterdrückung der Landbevölkerung und dem Luxus der Stadt. Pestalozzi wurde am 9. Mai 1764 als Auditor in die Gesellschaft aufgenommen. Seine beiden literarischen Frühwerke ´Agis` und ´Wünsche` spiegeln den Geist der Gesellschaft zur Gerwe und den Geist Bodmers wider. Die jugendlichen Eiferer der Helvetischen Gesellschaft haben an den wirklichen Zuständen nichts verändern können. Manche zogen sich bei Erkennen der Kluft zwischen Anspruch und Vermögen alsbald zurück, andere wie auch Pestalozzi machten sich mit verschiedenen Aktionen unbeliebt, wurden öffentlich ermahnt und bestraft. Wenn Pestalozzi ursprünglich auch den Wunsch hatte, Theologe wie sein Großvater zu werden, so verließ er unter dem Einfluß der Ideen der Helvetischen Gesellschaft die theologische Laufbahn und strebte eine juristische an, um dadurch – wie er sagte - unmittelbar politischen Einfluß „auf den bürgerlichen Zustand meiner Vaterstadt und sogar meines Vaterlandes“[11] zu erlangen. Dieser Plan wurde durch die ungünstigen Entwicklungen um die Gesellschaft überholt. Pestalozzi faßte schließlich den geradezu unvermittelten Entschluß, sich „ganz dem Landbau zu widmen“[12]. Gründe dafür mochten seine Erfahrungen in Höngg gewesen sein sowie die Suche nach einer baldigen ökonomischen Absicherung, da sich um 1767 die Liebesbeziehung zu Anna Schultheiß, seiner späteren Frau, anbahnte.

Auch der Einfluß von Rousseaus Ideen von der einfachen und natürlichen Lebensführung spielten sicherlich eine Rolle. Nach einer einjährigen Lehrzeit auf dem Musterhof des Berner Chorgerichtsschreibers J.R. Tschiffeli erwarb Pestalozzi unter Aufnahme von Krediten Ländereien auf dem Birrfeld bei Brugg und bewirtschaftete sie ab Februar 1769. Im Herbst heiratete er die Züricher Kaufmannstochter Anna Schultheß gegen den immensen Widerstand ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter. Anna war selbst Anhängerin der Ideen Bodmers. Im August 1770 wurde Hans Jakob geboren, das einzige Kind der Pestalozzis. Er sollte nach Rousseaus Grundsätzen erzogen werden; später machte sich Pestalozzi selbst den Vorwurf, daß gerade dieses Erziehungsprogramm seinen Sohn nicht hinreichend auf das Berufsleben vorbereitet hatte. Hans Jakob zeigte Symptome einer Epilepsie und verstarb daran schließlich 1801.

Pestalozzis landwirtschaftliche Projekte gerieten bald in Schwierigkeiten. Mißwuchsjahre von 1771 und 1772 machten den Bauern in ganz Europa zu schaffen. Pestalozzi versuchte, den landwirtschaftlichen Betrieb durch eine Baumwollmanufaktur zu stützen; er hat schon früh auch Kinder auf dem 1771 bezogenen Neuhof als Arbeitskräfte eingesetzt.

Die Not der Kinder, die zu solcher Arbeit gezwungen waren, aber auch die Erfahrung, daß Kinder durch die Mitarbeit in der Baumwollindustrie vor dem Betteln bewahrt und auf einen besseren Weg gebracht werden konnten, führten zur pädagogischen Wende in seinem Leben; 1774 verwandelte er seinen Hof in eine Armenanstalt für Kinder, um ihnen „Auferziehung und Arbeit zu geben“[13]. Dies war Pestalozzis erster großer Versuch, die sozialpolitischen Ideen aus der Zeit der Helvetischen Gesellschaft in die Tat umzusetzen.

Bis 1780 konnte Pestalozzi die Armenanstalt halten; sie scheiterte schließlich zum einen an seinem Konzept der Armenerziehung: Er wollte seinen Zöglingen nicht nur kurzfristige Situationsverbesserung verschaffen, sondern sie durch eine ´politechnische` Erziehung in die Lage versetzen, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern. Dies verstanden seine Zöglinge nicht, sie nutzten ihn aus. Zum anderen erhielt er keine staatliche Unterstützung und mußte seine Anstalt schon bald fast mittellos und beängstigend deprimiert schließen. Die Baumwollindustrie warf kaum noch genügend für den Lebensunterhalt der eigenen Familie ab. Seine erzieherischen Pläne hat Pestalozzi gleichwohl nicht aufgegeben. Was er in konkreten Projekten nicht umsetzen konnte, arbeitete er in den folgenden Jahren literarisch aus.

1780 erschien dann auch seine Schrift ´Die Abendstunde eines Einsiedlers`, in der er, immer noch auf den Spuren Rousseaus, eine naturgemäße Erziehung fordert, Schulen und schulische Methodik als unnatürlich ablehnt. Da er das Leben auf dem Neuhof trotz zahlreicher Kontakte durch seine literarische Arbeit gelegentlich als einsam empfand, schloß sich Pestalozzi 1781 dem Illuminatenorden, einem in Ingolstadt gegründeten, den Freimaurern verwandten Geheimbund, an. Auch Goethe und Herder waren Mitglieder des Ordens. Dessen Ideen suchte Pestalozzi in der Schweiz durch die Gründung und Protektion der ´Gesellschaft für häusliche Glückseligkeit` zu unterstützen. Er fand dennoch keine rechte Befriedigung in diesen Kontakten.

Zwischen 1781 und 1787 erschienen die vier Bände des Volksromans ´Lienhard und Gertrud`. Der Roman sollte „dem Volk und den Machthabern die Zusammenhänge zeigen, die die Not des Landvolks verursacht haben, und zugleich einen Weg aufweisen, wie diese Not auf Dauer zu beseitigen wäre. Dieser Weg müßte nach Pestalozzi zwar durch eine entsprechende Gesetzgebung markiert sein, aber fundiert durch Erziehung – und hier zeigt sich die Abkehr von Rousseau – durch institutionalisierte Schulen“[14]. Der Roman brachte Pestalozzi europaweiten Ruhm ein; eine Übersetzung des ersten Teils, allerdings ohne das Schlußbekenntnis zur aufgeklärten Monarchie, brachte ihm 1792 von der französischen Nationalversammlung den Titel ´Ehrenbürger Frankreichs` ein.

Eine weitere bedeutende Schrift dieser Zeit war das 1783 erschienene Werk ´Über Gesetzgebung und Kindermord`, das er aufgrund der Anregung durch eine Preisfrage: „Welches sind die besten ausführbaren Mittel, dem Kindsmord einhalt zu thun?“[15], verfaßte. Wenn Pestalozzi die nicht seltenen Fälle von Tötung unehelicher Kinder durch ihre Mütter verabscheute, so ging es ihm in der Schrift doch darum, Verständnis für die Lage der Mütter zu gewinnen: „Stek ein das Schwerdt deiner Henker Europas! Es zerfleischet die Mörderinnen umsonst! Ohne stilles rasen, und ohne innere verzweifelte Wuth, würget kein Mädchen sein Kind, und von den rasenden Verzweifelnden allen, förchtet keine dein Schwerdt“[16]. Pestalozzi bestreitet hier zum einen, daß die Täterinnen im Augenblick der Tat über die notwendige Freiheit verfügt haben, um ein schweres schuldhaftes Verbrechen zu begehen, zum anderen bezweifelt er, daß die Todesstrafe irgendeine abschreckende Wirkung im Augenblick der Tat habe. Angeklagt wird die Gesellschaft, die vielerorts den vorehelichen Beischlaf unter Strafe stellte und einen in Pestalozzis Augen falschen moralischen Kodex vertrat.

1793 setzte sich Pestalozzi in seiner Schrift ´Ja oder Nein?` mit der Französischen Revolution auseinander; der Untertitel der Arbeit lautete: ´Äußerungen über die bürgerliche Stimmung der europäischen Menschheit in den oberen und unteren Ständen von einem freyen Mann`. Wenn Pestalozzi von Anfang an doch mit den Revolutionären sympathisierte, so ist auch klar, daß er statt einer Revolution lieber „eine auf Umsturz verzichtende allmähliche Reform gesehen hätte“[17].

1797 erschien das philosophische Hauptwerk Pestalozzis, das den Titel trägt: ´Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts`. In unmittelbarer Kombination philosophischer, anthropologischer und pädagogischer Aspekte geht es um die Frage nach dem Wesen und dem Gang der Entwicklung des Menschen und des Menschengeschlechts. „Die Widersprüchlichkeit des Menschen und seiner Welt, illustriert im konkreten Verlauf der Französischen Revolution, erklärt Pestalozzi dadurch, daß der Mensch geschichtliches Produkt sehr divergierender Kräfte sei: der Natur, der Gesellschaft und seiner selbst“[18].

1798 hatte die Revolution auf die Schweiz übergegriffen. Die neue Regierung betraute Pestalozzi mit der Einrichtung einer Armenanstalt in Stans, das sich der Revolution und der Zentralregierung widersetzt und unter der gewaltsamen Übernahme stark gelitten hatte. Fast ganz allein auf sich gestellt setzte Pestalozzi sieben Monate lang alle Kraft daran, 80 verarmten und verwaisten Kindern in Stans eine Rundumbetreuung zu schaffen, sie zu erziehen und zu unterrichten. Die Anstalt mußte allerdings unter dem Druck des französisch-österreichischen Krieges wieder geschlossen werden, da sie als Militärhospital genutzt wurde.

Wenn Pestalozzis Vorhaben, in Stans ein ganzheitliches Modell einer Armenerziehung zu realisieren, auch wieder gescheitert war, so hatte die Zentralregierung doch Interesse an der von ihm entwickelten Methode des Lesen- und Schreiben-Lernens gefunden; 1799 wurden ihm in einigen Schulen in Burgdorf an der Emme weitere Versuche ermöglicht. (Dabei sei zu erwähnen, daß es nie Pestalozzis Absicht war, lediglich eine verbesserte, am Lautierverfahren orientierte Methodik des Lese- und Schreibunterrichts zu entwickeln. Die Widrigkeiten seiner geschichtlichen Situation zwangen ihn dazu). 1800 erhielt er aufgrund seiner Erfolge in Burgdorf die Erlaubnis, im selben Ort ein Schulmeisterseminar einzurichten. 1801 erschien sein Werk ´Wie Gertrud ihre Kinder lehrt`, das sein methodisches Programm enthält. Dieses Werk schließt die Reihe der großen Themen des Schriftstellers Pestalozzi ab. Neue Themen tauchten nicht mehr auf, obwohl Pestalozzis literarisches Werk bis zu diesem Zeitpunkt gerade erst die Hälfte des Gesamtumfangs überschritten hatte.

1803 fiel die finanzielle Unterstützung der Zentralregierung für das Institut in Burgdorf weg, da die Schweiz durch Napoleon föderalistisch strukturiert wurde. Das Institut wurde über eine Zwischenlösung in Münchenbuchsee 1804/5 nach Iferten verlegt und entwickelte sich unter praktischer und publizistischer Mithilfe einer engagierten Lehrerschaft zu einem pädagogischen Zentrum Europas.

Insbesondere die Namen H. Krüsi, J.G. Tobler, J. Niederer und J. Schmid sind hier zu nennen. Der Niedergang der Anstalt hing zum einen mit der politischen Restauration nach 1814 zusammen, die Pestalozzis Volksbildungskonzept mit Mißtrauen begegnete, zum anderen brach 1815 ein sich über Jahre hinziehender Streit in der Lehrerschaft aus, der Pestalozzi nach 1817 „an den Rand einer Gemütskrankheit“[19] brachte, und der 1825 schließlich zur Auflösung der Anstalt führte. Insbesondere Schmid und Niederer waren hier involviert. Pestalozzi blieb aber auch nicht schuldlos. Er bemühte sich zwar unaufhörlich um Versöhnung, aber da er sein eigenes Schicksal mit dem Schicksal des Instituts identifizierte und geradezu narzistisch nicht aufhörte, sein eigenes Leid zu beklagen, scheiterten alle Versöhnungsversuche. „Das distanzlose, fast blinde Engagement für seine Sache war schon in Zürich Pestalozzis größte Gefährdung. Er war an der Grenze, wo Nächstenliebe in Egozentrik umschlagen kann“[20]. Es sei auch erwähnt, daß am 11. Dezember 1815 Pestalozzis Frau sehr plötzlich verstarb; ihr Tod erschütterte ihn zutiefst.

Nach Auflösung des Instituts in Iferten kehrte der greise Pestalozzi zurück auf den Neuhof im Birrfeld. Er hatte die Hoffnung, dort eine neue Armenanstalt errichten zu können. Seine Pläne konnte er nicht mehr realisieren, er überlebte den Zusammenbruch Ifertens nur um zwei Jahre. Die Geschichte seines Sterbens beinhaltet den Weitergang des Streits mit Niederer. Pestalozzi wollte zu seiner Rechtfertigung eine Schrift herausbringen, die u. a. auch die mißlichen Umstände aufzählen sollte, die zum Untergang der Anstalt geführt hatten; das Scheitern sei nicht die Folge schlechter Bildungstheorie gewesen, sondern Folge verwickelter menschlicher Fehler. Mit zu großer Härte verurteilte Pestalozzi seine eigenen Mängel, aber er schonte auch seine Mitarbeiter von Burgdorf nicht. Der Verlag Cotta, der die Schrift drucken sollte, verweigerte daraufhin die Veröffentlichung. Pestalozzi löste den anstößigen Teil der Arbeit aus dem Manuskript heraus und ließ den Verlag Cotta den verbleibenden Teil unter dem Titel ´Schwanengesang` veröffentlichen. Der anstößige Rest erschien 1827 dann doch noch als Monographie bei G. Fleischer in Leipzig unter dem Titel: ´Meine Lebensschicksale als Vorsteher meiner Erziehungsinstitute in Burgdorf und Iferten`.

Sein Gegner Niederer konterte, indem er E. Biber zu einem ´Beitrag zur Biographie Pestalozzis` inspirierte. Die bösartige Schrift traf Pestalozzi tief, er arbeitete Tag und Nacht an einer Erwiderung, war nicht mehr in der Lage, Distanz zu gewinnen. Gesundheitliche Leiden brachen wieder aus; er fuhr, um ärztlicher Aufsicht näher zu sein, am 15. Februar 1827 nach Brugg, wo er zwei Tage später verstarb. Begraben wurde er seinem Wunsch gemäß an der Dorfkirche in Birr.

Bild 1 zeigt ein ausdrucksstarkes Portrait von Pestalozzi um 1818 im Alter von 72 Jahren und beendet den Exkurs zu seinem Leben und Schaffen. Pestalozzis Augen, seine herabhängienden Mundwinkel und die Furchen seines Gesichts spiegeln seine mannigfaltigen Lebenserfahrungen und Enttäuschungen wider. Pestalozzi trägt sein Hemd mit offenem Kragen, seine Haare sind ungeschnitten und unfrisiert nach hinten aus dem Gesicht gekämmt, und über seinem Gesicht scheint ein Schleier von Melancholie, Traurigkeit und vielleicht auch Resignation zu liegen, weil er das Rätsel um das Wesen des Menschen nie ganz für sich lösen konnte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: Pestalozzi. Lithographie nach einer Zeichnung von G. A. Hippius, 1818[21]

Es folgen im Anschluß die Analyse der ´Abendstunde eines Einsiedlers` und den ´Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts`, der Vergleich der beiden Texte sowie die Artikulation im Denken Pestalozzis. Zum Schluß der Arbeit werde ich auf die Bedeutung der Schriften Pestalozzis für die moderne Erziehungswissenschaft eingehen und erläutern, welchen Nutzen die Analyse ´klassischer` Schriften für die gegenwärtige Forschung haben kann.

3 Die ´Abendstunde eines Einsiedlers`

Pestalozzis Schrift ´Die Abendstunde eines Einsiedlers` gehört wohl zu seinen am meisten gelesenen Schriften. Er verfaßte sie im Winter des Jahres 1789/90, als seine Armenanstalt auf den Neuhof scheiterte und endgültig aufgelöst wurde. Seine düstere Stimmung, die ihn aufgrund des unglücklichen Verlaufes seines Projektes ergriff, drückt sich aus in gedankentiefen und in feierlicher Sprache formulierten Aphorismen. Pestalozzi selbst bezeichnete seine Schrift in einem Brief vom 09. Juni 1779 an den ihm befreundeten Baseler Ratsschreiber und Historiker Isaak Iselin als „Vorred zu allem, was ich schreiben werde“[22]. ´Die Abendstunde eines Einsiedlers` ist somit als Präludium zu seinem folgenden literarischen Schaffen anzusehen. Sie enthüllt in der Tat entscheidende grundlegende Überzeugungen des Verfassers und gibt die Richtung und das Ziel seines Wirkens an. 1780 erschien ´Die Abendstunde` in der Maiausgabe der von Iselin verlegten Zeitschrift ´Ephemeriden der Menschheit`. Bild 2 zeigt die betreffenden Ausgabe. Ursprünglich hatte Pestalozzi seiner Schrift den Titel ´Lineamente von der Bestimmung des Mentschen, in seinen Classen und Lagen, mit höheren Aussichten` zugedacht und damit wohl umrißhaft das Thema seiner niedergeschriebenen Gedanken einfangen wollen; er entschied sich dann allerdings doch für den stimmungsvolleren Titel ´Die Abendstunde eines Einsiedlers`. Iselin, der die Schrift 1780 redigierte, nachdem Pestalozzi sie ihm in erwähntem Brief zusandte, fand die Schrift „sehr erhebend, bisweilen etwas schwazhaft“[23]. Iselin meinte mit seinem Urteil wohl die ausgeprägte Bildhaftigkeit und die zahlreichen Wiederholungen, denen sich Pestalozzi in seinem literarischen Schaffen bediente, die im Grunde aber Stilelemente des alttestamentarischen Parallelismus und die Freude an Umschreibungen widerspiegeln. Pestalozzi sah sich selbst in erster Linie auch nicht als Schriftsteller, wie er in einem Brief an Iselin vom 13. August 1779 gestand. Er schrieb: „Denn ich bin nicht zum Schriftsteller gebildet. Mir ist wohl, wenn ich ein Kind auf meinem Arm habe, oder ein Mensch, woher er kommt, mit Gefühl für Menschlichkeit vor mir steht. Und dann vergesse ich die arme Wahrheit, die sich auf der Feder modeln läßt, und gehe an der Hand der lieben Natur ohne Buch und Führer, so wie ein Mann in Zwilch neben mir gehen kann, meine Straße, und weiß so wenig von den Fußwegen und schönen Spaziergängen der Schriftsteller als ein Dorfjunge“[24]. Pestalozzis Bemühen um das Theoretische in seinen Schriften stand immer im Dienste der praktischen Brauchbarkeit und Anwendbarkeit für den Menschen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Titelblatt der Maiausgabe der ´Ephemeriden der Menschheit` aus dem Jahre 1780[25]

´Die Abendstunde eines Einsiedlers` liegt in drei Fassungen vor:

1. Dem ´Entwurf` aus dem Jahre 1779,
2. dem Erstdruck in Iselins ´Ephemeriden`, Jahrgang 1780, Maiheft,
3. dem Neudruck in der von Niederer redigierten ´Wochenzeitschrift für Menschenbildung`, Jahrgang 1907, Nr. 13 – 14.

Niederer hat in seinem Neudruck Streichungen und Änderungen vorgenommen; u.a. gab er Pestalozzis Schrift den Titel: ´Pestalozzis erste Darstellung des Wesens und Umfangs seiner Methode`.

Ich habe mich in der folgenden Analyse dem Erstdruck der ´Abendstunde` in den ´Ephemeriden` aus dem Jahre 1780 bedient. Meine Leitfrage für die Auseinandersetzung mit dem Text lautete: Was ist die Struktur der Idee der Menschenbildung bei Pestalozzi?

Ich beginne mit Pestalozzis Eingangsfrage nach dem Wesen des Menschen und seiner Grundüberzeugung von der Wesensgleichheit aller Menschen. Ich folge Pestalozzi weiterhin auf seine Suche nach allgemeiner Menschenwahrheit, die den Menschen in seinem Innersten befriedigt, und zeige die Bahn der Natur auf. Dies führt mich schließlich zu Pestalozzis Idee der Menschenbildung und seiner Theorie der drei Lebenskreise.

3.1 Grundlegende Fragestellung der ´Abendstunde`

Pestalozzis Ausgangsfrage, von der aus er seine weiteren Fragen und Theorien entfaltet, wird schon im ersten Satz seiner Schrift deutlich: „Der Mensch, so wie er auf dem Throne und im Schatten des Laubdaches sich gleich ist: der Mensch in seinem Wesen, was ist er?"[26] Gleichzeitig mit der Frage nach dem Wesen des Menschen enthüllt er aber auch seine Grundüberzeugung, daß alle Menschen in ihrem Wesen gleich sind.

Pestalozzi führt sein Erkenntnisinteresse und seine Grundannahme weiter aus: „Was der Mensch ist, was er bedarf, was ihn erhebt und was ihn erniedrigt, was ihn stärket und ihn entkräftet, das ist Bedürfnis der Hirten der Völker und Bedürfnis des Menschen in den niedersten Hütten“[27]. Pestalozzi ist der Überzeugung, daß derjenige, der „als Erzieher oder Politiker, oder in welcher Funktion auch immer, sich um den Menschen zu kümmern hat“, wissen muß, „mit wem er es zu tun hat, nach welchen Gesetzen dieser Mensch reagiert, sich entwickelt, und wohin er sich entwickeln soll“[28]. Pestalozzi macht sich auf die Suche nach grundlegenden Wesensmerkmalen und inneren psychischen Entwicklungsgesetzen, die allen Menschen gemein sind; er fragt nach einer grundlegenden Menschenbildung, die jedem Menschen zusteht und ihm eine befriedigende Entfaltung seines Wesens ermöglicht.

3.2 Suche nach Wahrheit

Pestalozzis Eingangsfrage nach dem Wesen des Menschen und seinen grundlegenden Bedürfnissen verweisen ihn auf die Suche nach einer fundamentalen Wahrheit, die aufgrund der Wesensgleichheit aller Menschen allgemeine Menschenwahrheit sein muß: „Alle Menschheit ist in ihrem Wesen sich gleich und hat zu ihrer Befriedigung nur eine Bahn. Darum wird die Wahrheit ... allgemeine Menschenwahrheit sein“[29].

Im Vordergrund der Überlegungen Pestalozzis steht „nicht die Erkenntnis um ihrer selbst willen, nicht die Erkenntnis als Selbstzweck und als freies Spiel der Erkenntnisvermögen, sondern eine inhaltlich bestimmte Erkenntnis“[30]. Es ist eine „Wahrheit, die ihn (den Menschen; A.d.A.) in seinem Innersten befriedigt, die seine Kräfte entwickelt, seine Tage erheitert und seine Jahre beseligt“[31]. Pestalozzi spricht hier von einer Wahrheit, die den Zweck hat, dem Menschen bei der Befriedigung seiner elementaren natürlichen Bedürfnisse und der Entfaltung seiner inneren Anlagen zu verhelfen; eine praktisch für die Lebensgestaltung anwendbare Wahrheit also, die dem Menschen zu einem erfüllten, glücklichen Leben verhilft.

3.2.1 Merkmale der Wahrheit

„Alle reinen Segenskräfte der Menschheit sind nicht Gaben der Kunst und des Zufalls, im Innern der Natur aller Menschen liegen sie mit ihren Grundanlagen, ihre Ausbildung ist allgemeines Bedürfnis der Menschheit“[32]. Jeder Mensch trägt also Wahrheit in sich, sie ist eine natürliche Anlage, die in jedem Menschen schlummert und nach der er strebt, sie zu entfalten.

Pestalozzi regt an: „Mensch, forschest du ... nach Wahrheit, so findest du sie, wie du sie brauchst, für deinen Standpunkt und für deine Laufbahn“[33]. Wahrheit besitzt nach Pestalozzi neben ihrem allgemeinen Gehalt also auch einen individualbestimmten Inhalt, der Spiegel und Grundlage des jeweiligen individuellen Entwicklungsstandes und –verlaufes des Menschen ist und ihn von allen anderen Menschen unterscheidet, ihn unverwechselbar macht. Seine individuelle Wahrheit muß der Mensch ergründen und in seiner praktischen Lebensgestaltung umsetzen, damit er seine inneren Anlagen optimal entwickelt. Pestalozzi führt weiter aus: „Standpunkt des Lebens, Individualbestimmung des Menschen, du bist das Buch der Natur“[34].

Die Wahrheit, von der Pestalozzi spricht, findet in einem engen Kreis ihren Ursprung und dehnt sich von da an aus; dabei ist sie in ihrem allmählichen Voranschreiten je nach Entwicklungsstufe inhaltlich begrenzt: „Du kannst ... nicht alle Wahrheit brauchen. Der Kreis des Wissens, durch den der Mensch in seiner Lage gesegnet wird, ist enge, und dieser Kreis fängt nahe um ihn her, um sein Wesen, um seine nähesten Verhältnisse an, dehnt sich von da aus“[35]. Pestalozzi hält den Menschen dazu an, sich nicht in Vielwisserei zu verlieren, sondern sich auf die Ordnung seiner nähesten Verhältnisse zu konzentrieren und seinen Wissenskreis von dort aus langsam weiter auszudehnen:
„Die Menschenweisheit, die sich durch die Bedürfnisse unserer Lage enthüllet, stärkt und bildet unsere Wirkungskraft, und die Geistesrichtung, die sie hervorbringt, ... ist von der ganzen Kraft der in ihren Realverbindungen feststehenden Naturlagen der Gegenstände gebildet und daher zu jeder Seite der Wahrheit lenksam“[36]. Es handelt sich bei der Menschenbildung also nicht um formale Bildung im herkömmlichen Sinn, wie sie z.B. in der Schule vermittelt wird. Pestalozzi legt bei der Aneignung von Wissen im Gegenteil großen Wert darauf, daß das Wissen inhaltlich an den natürlichen Bedürfnissen des Lebens orientiert ist und sich Bildung anhand der Behandlung der zur Lebensführung notwendigen praktischen Dinge vollzieht. Er führt weiter aus: „Reiner Wahrheitssinn bildet sich in engen Kreisen, und reine Menschenweisheit ruhet auf dem festen Grund der Kenntnis seiner nähesten Verhältnisse und der ausgebildeten Behandlungsfähigkeit seiner nähesten Angelegenheiten“[37]. Die Kenntnis und der kompetente Umgang mit seinen nähesten Verhältnissen sind nach Pestalozzi also das Fundament der Menschenbildung . Erst die erworbene Kompetenz, sein Leben in seinen nähesten Verhältnissen glücklich zu meistern, harmonische Familienbeziehungen zu leben und seinen Alltag zu gestalten, macht den Menschen reif, weitere Bildung zu erlangen. Neben den häuslichen Verhältnissen weist Pestalozzi in diesem Zusammenhang insbesondere Gott eine zentrale Rolle zu, indem er Gott als das näheste Verhältnis des Menschen bezeichnet (vgl. Kapitel 2.4).

Ihren Niederschlag im praktischen Leben findet Menschenweisheit durch Übung und Gebrauch: „Kraft und Gefühl und sichere Anwendung ist ihr Ausdruck“, „Ordnung der Natur in der Bildung der Menschheit ist die Kraft der Anwendung und Ausübung seiner Erkenntnisse, seiner Gaben und seiner Anlagen“[38]. Der Mensch muß nach Pestalozzi seine Fähigkeiten und Talente pflegen und immer wieder anwenden, um sie zu vervollkommnen und auszubauen. „Der Mann der Einfalt und der Unschuld“ ist für ihn „zur wahren Menschenweisheit von der Natur gebildet“, er steht der Bildung sogar näher als der Gebildete im herkömmlichen Sinn, da er „... mit reiner folgsamer Anwendung seiner Erkenntnisse und mit stillem Fleiße jeder seiner Kräfte und Anlagen übet und braucht“[39] und nicht bloße formale Bildung und abstrakte Vielwisserei anstrebt. Einfalt bezeichnet nach Pestalozzi in diesem Zusammenhang also „den reinen Sinn der edlen, hohen Einfalt unserer Grundbegriffe und unsrer Grundempfindungen“[40] ; er meint die existentiellen natürlichen Bedürfnisse des Menschen, die ihm als Leitstern seiner Lebensführung dienen sollen. Unschuld bezeichnet „das innere Gefühl des Rechtes“, eine innere Ahnung dessen, was gut ist. Bildung hat hier den Zweck, den Menschen für diesen Sinn der Einfalt und der Unschuld zu sensibilisieren, denn „alle Menschenweisheit (beruht) auf der Kraft eines guten, der Wahrheit folgsamen Herzens und aller Menschensegen auf diesem Sinn der Einfalt und Unschuld“[41]. Pestalozzi bezeichnet es als die „Vatersorge der Menschheit“, den Menschen zu „diesem reinen Sinn der Einfalt und der Unschuld“ zu bilden, „daß die unverdorbenen Grundlagen des Herzens den Gang seiner Geistesentwicklung schützen und richtig leiten“[42]. Hiermit macht Pestalozzi seine Position deutlich, daß er davon ausgeht, daß der Mensch von Natur aus in seinem Wesen gut ist. Bildung hat die Aufgabe, diese unverdorbenen Grundlagen des Herzens in ihrer Entfaltung zu fördern und den Menschen darin zu unterstützen, seinen Sinn für Gerechtigkeit weiter zu entwickeln: „Allgemeine Emporbildung dieser innern Kräfte der Menschennatur zu reiner Menschenweisheit ist allgemeiner Zweck der Bildung auch der niedersten Menschen [43]. Pestalozzi vertritt somit auch die Ansicht, daß dieses Recht auf Bildung jedem zusteht, unabhängig davon, welchem sozialen Stand er angehört.

Pestalozzi strebt die Entfaltung des Menschen zum sittlich Guten hin an und vertritt die Grundhaltung, daß das Gute dem Menschen von Geburt an innewohnt. Er definiert aber an keiner Stelle, was er inhaltlich unter dem sittlich Guten bzw. der Wahrheit im Innern des Menschen versteht; nach Arthur Brühlmeier gibt Pestalozzi allerdings einen Rahmen an, in dem sich das sittlich gute Handeln ausdrückt, wobei es sich dabei nicht um eine empirische Größe handelt: Sittlichkeit manifestiert sich demnach in „tätiger Liebe“, „als sittlicher Mensch bin ich als ´Werk meiner Selbst` ... positiv frei zur tätigen Liebe“[44].

Bei der Analyse der Schrift wird das Verständnis an manchen Stellen dadurch erschwert, daß Pestalozzi seine verwendeten Begriffe ihrem Inhalt gemäß nicht eindeutig unterscheidet und definiert: ´Wahrheit`, ´Wissen`, ´Bildung` und ´Menschenweisheit` werden teils synonym gebraucht, teils scheinen sie unterschiedliche Inhalte zu vertreten.

Es stellt sich im folgenden nun die Frage, wo der Mensch die Wahrheit, die nach Pestalozzi das Fundament seiner Menschenbildung darstellt, ergründen kann.

3.3 Innere Bahn der Natur

„Auf welcher Bahn werde ich dich finden, Wahrheit, die mein Heil ist und mich zu Vervollkommnung meiner Natur emporhebt?“[45] Pestalozzi beantwortet die Frage nach der Quelle der Wahrheit, indem er auf die innere Bahn der Natur des Menschen verweist: „Der Mensch, von seinen Bedürfnissen angetrieben, findet die Bahn zu dieser Wahrheit im Innersten seiner Natur“[46]. Die Bahn der Natur ist ganz elementar und wird in ihren Anfängen schon im Säuglingsalter in der Mutter-Kind-Interaktion entfaltet: „Der befriedigte Säugling lernt, was ihm seine Mutter ist, auf dieser Bahn, und sie bildet in ihm Liebe, das Wesen des Dankes, ehe der Unmündige kann den Schall von Pflicht und von Dank hören lassen“[47]. Wenn die Wahrheit also auch im Innern des Menschen als natürliche Anlage vorhanden ist, so bedarf sie doch der Anregung von außen durch menschliche Beziehungen.

Der Gang der Natur ist langsam und bedarf seine Zeit, und er hat eine bestimmte Bahn; eilt der Mensch ihr voraus, verliert er seine innere Kraft: „Zwar du (die Natur; A.d.A) bildest den Menschen nicht im schnellen schimmernden Wuchs, ... wenn die Menschen dem Gang deiner Ordnung voreilen, so zerstören sie in sich selbst ihre innere Kraft und lösen die Ruhe und das Gleichgewicht ihres Wesens in ihrem Innersten auf. Sie tun dieses, wenn sie ... sich in das tausendfache Gewirre von Wortlehren und Meinungen hineinwagen und Schall und Rede und Wort anstatt Wahrheit aus Realgegenständen zur Grundlage ihrer Geistesrichtung und zur ersten Bildung ihrer Kräfte machen“[48]. Pestalozzi vertritt die Auffassung, daß sich der Mensch Wissen in Verbindung mit praktischer Anwendung und Orientierung am Leben aneignen muß, und dieses allmähliche Wachsen und Fortschreiten in der Entwicklung bedarf Geduld und Zeit. Er spricht sich im diesem Zusammenhang gegen die „künstliche Bahn der Schule“ aus, „die allenthalben die Ordnung der Worte der freien wartenden, langsamen Natur vordrängt“[49] und den Menschen „zu künstlichem Schimmer, der den Mangel innerer Naturkraft bedeckt“[50] bildet: „Der Mensch, der mit leichtem Flug jedes Wissen umflattert und nicht durch stille, feste Anwendung seine Erkenntnis stärkt, auch dieser verliert die Bahn der Natur, den festen, heitern, aufmerksamen Blick, das ruhige, stille, wahrer Freuden empfängliche Wahrheitsgefühl“[51].

[...]


[1] Alfred Zander, 1952. S. 7

[2] Eva Nowicka. In: Pestalozzianeum Zürich (Hrsg.), 1990, S. 11

[3] Herbert Gudjons, 1995. S. 82

[4] Herbert Gudjons, 1995. S. 82

[5] Herbert Gudjons, 1995. S. 88

[6] Max Liedke, 1995. S. 13

[7] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 171

[8] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 172

[9] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 172 – 173

[10] Max Liedke, 1995. S. 18

[11] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S.174

[12] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 174

[13] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 175

[14] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 175

[15] Max Liedke, 1995. S. 89

[16] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Max Liedke, 1995. S. 89

[17] Max Liedke, 1995. S. 96

[18] Max Liedke, 1995. S. 176

[19] Max Liedke, 1995. S.161

[20] Hans Scheuerl (Hrsg.), 1979. S. 177

[21] Max Liedke, 1995. S. 160

[22] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 414

[23] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Max Liedke, 1995. S. 59

[24] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S.414 - 415

[25] Max Liedtke, 1995. S. 60

[26] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 7

[27] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S.7

[28] Max Liedke, 1968. S.63

[29] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 11

[30] Anna Tumarkin. Zit. nach: Arthur Brühlmeier, 1976. S. 50

[31] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[32] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[33] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[34] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 9

[35] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[36] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8 - 9

[37] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[38] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[39] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[40] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[41] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[42] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[43] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 12

[44] Arthur Brühlmeier, 1976. S. 210

[45] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956., S. 11

[46] Johann Heinrich Pestalozzi. Zit. nach: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[47] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 8

[48] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 9

[49] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 9

[50] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 9

[51] Johann Heinrich Pestalozzi. In: Hans Barth (Hrsg.), 1956. S. 10

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Pestalozzis Idee der Menschenbildung - Struktur und Wandel
Hochschule
Universität Trier
Note
gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
105
Katalognummer
V66429
ISBN (eBook)
9783638590266
ISBN (Buch)
9783656579298
Dateigröße
998 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pestalozzis, Idee, Menschenbildung, Struktur, Wandel
Arbeit zitieren
Dipl.päd. Jasmin Maldener (Autor), 2000, Pestalozzis Idee der Menschenbildung - Struktur und Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66429

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