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Mitmachfernsehen oder Geldmach-TV? Eine Analyse von Call-In-Quizshows im deutschen Fernsehen

Titel: Mitmachfernsehen oder Geldmach-TV? Eine Analyse von Call-In-Quizshows im deutschen Fernsehen

Hausarbeit , 2006 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ines Sundermann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die telefonische Einbeziehung der Fernsehzuschauer war praktisch immer schon, und ist auch heute noch wenig interaktiv: Werden die Fernsehzuschauer aufgefordert während einer TV-Show beim Sender anzurufen, so schaffen es doch nur verschwindend wenige im Verhältnis zur Anruferzahl tatsächlich bis ins Fernsehen, um für wenige Sekunden ein bisschen Prominenz zu erlangen.

Dieser Erkenntnis zum Trotz heißt dieselbe alte und sehr begrenzte Form von Interaktivität seit dem Start von 9Live im Jahr 2001 "Mitmachfernsehen" (neunlive.de 2006). Noch nie gab es so viele kritische Stimmen gegen TV-basierte, telefonische Gewinnspiele. Andererseits trugen telefonische Mehrwertdienste auch noch nie zuvor in solch einem Maß zur Refinanzierung des Fernsehprogramms bei.

Im Rahmen dieser Arbeit werfe ich einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Call-In-Quizshows in der deutschen Fernsehlandschaft. Anhand zweier Beispiele von Call-In-Quizshows stelle ich dieses Format vor, um herauszufinden, wie solche Sendungen funktionieren. Handelt es sich bei diesem Format wirklich um Mitmachfernsehen? Oder wird hier das Programm nicht mehr zur Unterhaltung der Fernsehzuschauer gestaltet, sondern mit diversen Tricks nur versucht, eine möglichst hohe Anruferrate zu erzielen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Call-In-Quizfernsehen in Deutschland

3. Beispielsendungen

3.1 Das „kabel eins Filmquiz“

3.2 Das „ProSieben Night-Loft“

4. Analyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das als "Mitmachfernsehen" vermarktete Format der Call-In-Quizshows tatsächlich den Rezipienten aktiv einbindet oder ob die Gestaltung primär auf die Generierung hoher Anruferraten durch psychologische Tricks abzielt, anstatt der Unterhaltung zu dienen.

  • Historische Entwicklung telefonischer Zuschauerinteraktion
  • Refinanzierungsstrategien durch Mehrwertdienste
  • Analyse der Moderationsstrategien und Interaktionssimulation
  • Überprüfung der tatsächlichen Gewinnchancen und Transparenz
  • Kritische Einordnung des Formats im Kontext des Unterhaltungsfernsehens

Auszug aus dem Buch

3.1 Das „kabel eins Filmquiz“

Bei dem ersten Beispiel handelt es sich um eine etwa einstündige Folge der Sendung „kabel eins Filmquiz“ vom 7.8.06. Die Zuschauer können eine kostenpflichtige Rufnummer wählen oder kostenpflichtige Kurzmitteilungen schicken und haben so die Möglichkeit, in die Sendung geschaltet zu werden, um einen Tipp für die Lösung des gerade laufenden Spiels abzugeben. Bei richtiger Antwort gewinnen sie 500 €.

Die Bildfläche ist vertikal in eine schmalere linke und eine breitere rechte Fläche aufgeteilt. Links ist die Moderatorin in einer Nahaufnahme eingeblendet, auf der rechten Seite ein virtuelles Spielfeld sowie die Gewinnsumme. Am jeweils unteren und oberen Bildschirmrand werden die computeranimierten Ruf- bzw. SMS-Nummern und die momentane Quizfrage eingeblendet. (s. Abb. 1)

Innerhalb dieser Folge der Sendung werden zwei Spiele gespielt, wobei das erste Spiel dreiviertel der Sendedauer bestimmt. Das zweite Spiel dauert eine knappe Viertelstunde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die historische Entwicklung der Zuschauerinteraktion im deutschen Fernsehen wird dargelegt und die Forschungsfrage zur Funktion von Call-In-Quizshows als vermeintliches Mitmachfernsehen aufgeworfen.

2. Call-In-Quizfernsehen in Deutschland: Es wird die Entstehung und Verbreitung des Formats bei diversen Sendern als Refinanzierungsinstrument analysiert.

3. Beispielsendungen: Anhand konkreter Fallbeispiele („kabel eins Filmquiz“ und „ProSieben Night-Loft“) wird der konkrete Ablauf und die Moderationsweise untersucht.

4. Analyse: Es wird theoretisch eingeordnet, inwieweit Call-In-Shows tatsächlich als interaktiv gelten können oder lediglich parasoziale Beziehungen zur Gewinnmaximierung simulieren.

5. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es sich bei dem untersuchten Format nicht um Fernsehen handelt, das sich „Mitmachfernsehen“ nennen dürfte, da es primär auf die Anrufer und nicht auf die Unterhaltung der Zuschauer ausgelegt ist.

Schlüsselwörter

Mitmachfernsehen, Call-In-Quizshows, Zuschauerinteraktion, Mehrwertdienste, Fernsehlandschaft, Parasoziale Interaktion, Refinanzierung, Unterhaltungsfernsehen, Moderationsstrategien, Gewinnspiele, Medienwissenschaft, Telefonrückkanal, Fernsehprogramm, Interaktivität, Zuschauerbeteiligung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Format der Call-In-Quizshows im deutschen Fernsehen und hinterfragt deren Anspruch, "Mitmachfernsehen" zu sein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung behandelt die Historie der Zuschauerinteraktion, die wirtschaftliche Bedeutung von Mehrwertdiensten (Call-Media) und die psychologische Manipulation durch Moderatoren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Call-In-Shows echte Zuschauerinteraktion fördern oder ob sie lediglich darauf ausgelegt sind, durch diverse Tricks hohe Anruferzahlen zu generieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die auf einer detaillierten Beobachtung und Auswertung zweier Beispielsendungen sowie der Einordnung in medientheoretische Konzepte (z.B. parasoziale Interaktion) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Marktentwicklung in Deutschland, eine detaillierte Fallstudie zweier Sendungen und eine analytische Untersuchung der Interaktionsformen zwischen Showmaster und Zuschauer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mitmachfernsehen, Call-In-Quizshows, Zuschauerinteraktion, Mehrwertdienste, parasoziale Interaktion und Refinanzierung.

Wie gehen die Moderatoren mit den Zuschauern um?

Die Arbeit zeigt, dass Moderatoren eine "Illusion einer persönlichen Beziehung" erzeugen, indem sie sich als Verbündete der Zuschauer tarnen, während sie gleichzeitig Druck zur Teilnahme aufbauen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Begriff „Mitmachfernsehen“?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass der Anspruch der Sender, ein "Mitmachfernsehen" zu betreiben, nicht gerechtfertigt ist, da das Format nicht für den allgemeinen Zuschauer, sondern vollkommen auf den Anrufer ausgerichtet ist.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mitmachfernsehen oder Geldmach-TV? Eine Analyse von Call-In-Quizshows im deutschen Fernsehen
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Fernsehkulturen im Wandel
Note
1,7
Autor
Ines Sundermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V66451
ISBN (eBook)
9783638590426
ISBN (Buch)
9783640522262
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mitmachfernsehen Analyse Call-In-Quizshows Fernsehen Fernsehkulturen 9Live Call In Mehrwertdienste Quiz Quizsendungen Hausarbeit wissenschaftlich interaktiv erlösquellen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ines Sundermann (Autor:in), 2006, Mitmachfernsehen oder Geldmach-TV? Eine Analyse von Call-In-Quizshows im deutschen Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66451
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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