Der unübersetzte Horaz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
43 Seiten

Leseprobe

Inhalt

I. Vom Anfang des Übersetzens

II. Der unübersetzte Horaz - Horaz im 18. Jahrhundert
1. La Beaumelle
1.1. Die Tradition der „belles infidèles“
1.2. Le bon goût
2. Pope
2.1. Die Form der Imitation
2.2. Imitations of Horace
3. Wieland
3.1. Wielands Übersetzungsmaximen
3.2. Wielands Nicht-Übersetzen

III. Der ungeliebte Horaz – Lessing versus Müller

IV. Der unkommentierte Horaz – Fraenkel und Maurach
1. Der textimmanente Zugang
2. Deutungskategorien
3. Geschmack

V. Vom Ende des Übersetzens

VI. Literaturverzeichnis

I. Vom Anfang des Übersetzens

„Übersetzen tu ich nicht, und wenn du mich auf den Rost legst.“[1] Schon Mörike sträubte sich vor dem Übersetzen (als Broterwerb), und doch sollte er sich zehn Jahre nach diesem Ausspruch an die Übersetzung des Horaz machen. Am Anfang des Übersetzens steht also der Widerstand gegen das Übersetzen. Der Anfang des Übersetzens kann ganz schnell das Ende des Übersetzens bedeuten.

So hat man Horaz nicht nur übersetzt, man hat ihn auch nicht übersetzt.[2] Was banal klingt, hat einen tieferen Sinn. Aus den unterschiedlichsten Motiven weigern sich Übersetzer, das Original sinngemäß oder möglichst treu zu übersetzen. Nahe liegende Motive wie Vermeidung von Obszönität oder Vulgarität spielen zwar eine Rolle, sind aber für das Nicht-Übersetzen nicht allein ausschlaggebend.

Dover[3] hat für seine Untersuchung eine Terminologie gewählt, der wir in unserer Untersuchung folgen wollen. „Expurgation” und „bowdlerization“[4] sind die beiden wichtigsten Begriffe. Der „Expurgator“ läßt die Sätze weg, die seiner Ansicht nach dem Leser Schaden zufügen könnten. Der „bowdlerizer“ verfolgt dasselbe Ziel wie der „expurgator“, allerdings ersetzt er schädliche Worte durch harmlose („harmless for harmful words“[5]). „Bowdlerization“ kann als eine spezifische Art der „Expurgation“ betrachtet werden.

Unser Augenmerk richtet sich vor allem auf das 18. Jahrhundert.[6] Die Auseinandersetzung mit der deutschen, englischen und französischen Horaz-Rezeption – vertreten durch Wieland, Pope und La Beaumelle – soll die Übersetzungsarbeit der damaligen Zeit illustrieren. Dabei sollen die unterschiedlichen Beweggründe der jeweiligen Übersetzer für das Nicht-Übersetzen aufgezeigt werden. Das lateinische Original wird mit der Übersetzung verglichen. Eingehender betrachtet werden soll die Satire I 2. Gerade sie erweist sich als besonders anfällig für „expurgation“ bzw. „bowdlerization“.

Die heftigen Auseinandersetzungen um das Horazbild im 18. Jahrhundert sollen in dem zweiten Kapitel Thema sein. Als zwei Vertreter von entgegengesetzten Positionen werden Müller und Lessing behandelt. Auf der einen Seite steht die Sichtweise auf Horaz als Begleiter, Freund und Zeitgenosse, auf der anderen Seite schmäht man ihn als Lüstling, Deserteur und Gottlosen.

Horaz ist nicht nur kommentiert, er ist auch nicht kommentiert worden. Was für das Übersetzen des Horaz gilt, gilt genauso für die Kommentierung des Horaz. Zwei Kommentare des Horaz aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert sollen dahingehend untersucht werden, wann und wieso ein Kommentar sich eines Kommentars enthält. Dabei wird sich zeigen, daß auch das moderne Zeitalter Grenzen der Scham kennt, die die sexuelle Revolution der 60er Jahre aufzuheben versucht hatte.

Der unübersetzte, unkommentierte und ungeliebte Horaz: Vielleicht kann uns dieser Horaz mehr über uns selbst sagen als der übersetzte, kommentierte und geliebte.

II. Der unübersetzte Horaz - Horaz im 18. Jahrhundert

Horaz ist zwar nie in Vergessenheit geraten, hat aber andererseits auch nie zu den Großen der europäischen Bildung gehört wie Cicero, Vergil oder Ovid.[7] Das Mittelalter schätzte an Horaz die Lehrhaftigkeit und den Sentenzcharakter seiner Dichtung. Man las ihn als Moralphilosophen und sammelte seine Spruchweisheiten in den weit verbreiteten Florilegien.

In Deutschland[8] wurde Horaz seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts in erster Linie von Gelehrten gelesen, die sich für ihre Dichtungen des Lateinischen bedienten. Hierbei blieb es auch im wesentlichen während des 17. Jahrhunderts - repräsentativ für diese Epoche ist die Lyrik eines Jakob Balde und eines Simon Rettenbacher. Immerhin gab es mit Andreas Heinrich Buchholz im Jahre 1639 schon erste Versuche, Horaz ins Deutsche zu übersetzen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann Horaz nachhaltigen Einfluß auf die deutsche Literatur auszuüben, das war v.a. das Verdienst der Rokokodichter, der sogenannten Anakreontiker. Samuel Gotthold Langes zweisprachige Ausgabe der Oden und der Ars poetica (1752) sollte einen Lessing zu heftigem Widerspruch und engagiertem Eintreten für Horaz verleiten.

In England[9] war mit Richard Bentleys kritischer Horaz-Edition von 1711 die Führung auf dem Gebiet der philologischen Textkritik erreicht. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Ars Poetica, die zwischen 1680 und 1750 neunmal ins Englische übersetzt wurde. John Oldham war es, der demonstrieren wollte, wie Horaz seine Ars Poetica 1681 geschrieben haben würde. Den Schauplatz verlegt er von Rom nach London, die lateinischen Autoren sind gegen Engländer ausgetauscht. Eine neue literarische Gattung war geboren: Die Imitation. Zu künstlerischer Perfektion hat die Imitation kein geringer als Alexander Pope geführt.

In Frankreich[10] tobte während des 18. Jahrhunderts ein Streit, der unter Ludwig XIV. seinen Anfang genommen hatte: die sog. „Querelle des Anciens et des Modernes“[11], der Streit der Liebhaber der Antike mit den Modernisten. Tendenziell läßt sich sagen, daß die anciens „treue“ Übersetzer sind (also der Ausgangssprache den Vorrang geben) und die modernes „untreue“ Übersetzer (also der Zielsprache den Vorrang geben). Horaz ist für die französischen Dichter des 18. Jahrhunderts v. a. ein Lebensbegleiter und Vertreter einer „philosophie pratique“. Die Dichter dieser Zeit erfahren, wie Menant treffend sagt, „un bonheur horacien“[12].

1. La Beaumelle

1.1. Die Tradition der „belles infidèles“

Um die Übersetzungstätigkeit des französischen Horazübersetzers La Beaumelle würdigen zu können, müssen zunächst die wichtigsten Übersetzungskonzeptionen seiner Zeit untersucht werden.[13]

Der Begriff „belles infidèles“[14] sollte von besonderer Tragweite im 18. Jahrhundert sein. Vom späten 16. bis zum späten 18. Jahrhundert hat dieses Schlagwort die französische Übersetzungsarbeit bestimmt. Darunter sind die sehr freien und an dem Geschmack des Publikums orientierten Adaptationen zu verstehen – als Übersetzungen würden wir sie heute nicht mehr bezeichnen. Oberstes Gebot dieser Übersetzungspraxis sind: clarté, pureté, précision, vraisemblance und bienséance. Clarté bedeutet leichte Verständlichkeit, klare gedankliche Ordnung, Einheitlichkeit des Stils. Pureté meint hohes Sprach- und Stilniveau ohne die den Geschmack der Leser störenden mots bas. Précision wird erreicht, indem überflüssige Abschweifungen vom Wesentlichen bzw. vom Hauptgedenken gestrichen werden. Vraisemblance bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit einer Handlung oder Beschreibung. Als unabdingbare Voraussetzung für Wahrscheinlichkeit gelten Vernunft (raison) und Logik des Inhalts. Bienséance bezieht sich auf die Wahrung der Wohlanständigkeit und Schicklichkeit.

Die Veränderungen, die die Übersetzer der „belles infidèles“ aus den besprochenen Gründen vornehmen, faßt Chapelain im Vorwort zu seiner Übersetzung des Guzman de Alfarache schon 1620 anschaulich zusammen:

„ …j’ai transposé, rétabli, retranché, ajouté, uni, séparé, renforcé, affaibli le discours, changé les métaphores et les phrases qui n’ont pu épouser notre français, et laissé les termes forcés […] hors d’œuvres...“[15]

Verben wie „kürzen“, „abmildern“, „ergänzen“, „erklären“, „auslassen“, „umschreiben“, „ordnen“, „umstellen“ oder „ersetzen“ beschreiben gut die Eingriffe der „belles infidèles“- Übersetzer. Sie treten für zielsprachen- und zielpublikumsorientiertes Übersetzen ein und versuchen dabei den hohen Ansprüchen des Zeitgeschmacks Folge zu leisten.

1.2. Le bon goût

Lauriol[16] hat auf die Bedeutung von La Beaumelle als Übersetzer der horazischen Oden hingewiesen.[17] Von den Nöten und Schwierigkeiten beim Übersetzen gibt sehr schön ein Brief von der Ehefrau La Beaumelles Auskunft aus dem Jahr 1766: „Mon mari a quitté son ami Horace; il a repris son ennemie de douleur. Je ne le plains pas, parce que je l’avais prévu. Cet Horace nous a causé plus de querelles qu’il ne vaut.“[18]

Inwiefern La Beaumelle der „belles infidèles“-Tradition verpflichtet oder nicht verpflichtet ist, wird im folgenden gezeigt. Mithilfe des Ausdrucks „le bon goût“ soll La Beaumelles Verständnis der richtigen Übersetzungsweise erhellt werden. Es wird zu prüfen sein, wann und warum La Beaumelle nicht übersetzt. Dabei wird sich zeigen, daß „expurgation“ und „bowdlerization“ (bzw. „adoucissement“) auch La Beaumelle nicht fremd sind.

-„le bon goût“

La Beaumelle kann nicht ohne weiteres zu den Anhängern der „belles infidèles“ Tradition gerechnet werden. In seinen theoretischen Äußerungen über das Übersetzen fordert er immer wieder die “fidelité“ gegenüber dem Original ein. So sagt er:

„La traduction la plus parfaite est donc celle qui conserve le plus des mots et de tours de l’original.“[19]

Das heißt für ihn aber nicht, daß seine Übersetzungen deshalb nicht auch schön sein könnten. So äußert er sich abfällig über andere Horazübersetzer wie Dacier, Sanadon, Tarteron und Batteux und ihre unzulängliche Übersetzungsarbeit: „Nulle poésie, point de hardiesse, encor moins d’harmonie.“[20]

„Poésie“, „hardiesse“ und „harmonie“ sieht er also ebenso als Bestandteile einer gelungen Übersetzung an, sonst würde er ihr Fehlen bei andern nicht kritisieren.

Für La Beaumelle gilt weniger „belles mais infidèles“, sondern vielmehr „belles et fidèles“. Er müht sich beidem (dem „Schönen“ und „Treuen“) gerecht zu werden. Aber nicht selten, so muß La Beaumelle erfahren, ist das eine nur auf Kosten des anderen zu haben. Wieland (so werden wir noch sehen) wird dieselben Schwierigkeiten beim Übersetzen erfahren.

Was den Geschmack betrifft, so ist zu sagen, daß sich La Baumelle seinem goût personnel verpflichtet fühlt. Es steht aber für ihn außer Frage, daß sein goût personnel identisch mit dem bon goût ist. Wann er aber die Grenzen des guten Geschmacks erreicht sieht, wird im folgenden Thema sein.

-„bowdlerization“ bzw. „adoucissement“

La Beaumelle schränkt seine Forderung nach „fidelité“ insofern ein, als daß er Verse, die seiner Ansicht nach mit den Moralvorstellungen seiner Zeit nicht vereinbar sind, entweder gar nicht übersetzt oder nur paraphrasiert.

In der Tradition der Schulausgaben stehend, die obszöne oder amoureuse Stellen zensierten, begründet er seine Arbeitsweise und sagt zu seiner Übersetzung der Ode IV 10:

„Il faudrait même plier un peu Horace a nos mœurs, mais sans lui ôter cette urbanité romaine dont notre bon ton n’approchera jamais.“[21]

Zu der Epode 12 sagt La Beaumelle :

„J’ai altéré le sens des deux derniers vers que la bienséance ne permet pas de traduire. [...] Je demande pardon au lecteur de ces images dégoûtantes.“

„plier“ und „altérer“ sind also die beiden zentralen Begriffe, die La Beaumelle als Umschreibung von „bowdlerization“ verwendet. Er betont, daß er die „urbanité romaine“ in seiner Übersetzung nicht außer acht lassen wolle, legt aber Wert darauf, daß die Übersetzung nicht gegen die „mœurs“ verstoße und keine „images dégoûtantes“ evoziere.

-„expurgation“

„Expurgation“ tritt dann auf den Plan, wenn nichts mehr zu retten ist, wo also selbst mit „bowdlerization“ das Anstößige nicht gemildert werden kann. So läßt La Beaumelle den fünften und sechsten Vers der 8. Epode unübersetzt:

hietque turpis inter aridas natis

podex velut crudae bovis

„Il y a ici deux vers que je ne traduis pas: ils présentent une image trop dégoutânte.“[22]

In Bezug auf die schon angesprochene Ode IV 10 sagt La Beaumelle:

„Il faudrait proscrire tous les traits de pédérastie qui ne sont pas de notre siècle, et qui ne devraient être d’aucun siècle. L’ode à Ligurinus est de ce genre.“[23]

Wie in der Schule mit dieser Ode verfahren wird, erläutert er ebenfalls:

„Les gens de collège mettent cette ode entre les mains des enfants, et mutilent celles qui ne chantent qu’un amour permis (..) En voici une imitation. Une traduction blesserait nos mœurs.“[24]

Wir finden also mit „proscrire“ und „mutiler“ zwei Umschreibungen für „expurgation“. Ganz ähnlich wie bei „bowdlerization“ werden Verse deswegen zensiert, weil sie nach Ansicht La Beaumelles gegen die „mœurs“ verstoßen und „trop dégôutants“ sind. La Beaumelle thematisiert dabei das Befremden seiner Zeit gegenüber der antiken Sexualität und geht dem Befremdlichen aus dem Weg, indem er zensiert.

2. Pope

2.1. Die Form der Imitation

Zunächst muß zu klären sein, was „Imitation“ bedeutet und welches Verständnis Pope von „Imitation“ hat.[25] Heute ist dieser Begriff eher mit negativen Konnotationen belegt. „Imitation“ wird als „Plagiat“, „Abklatsch“ oder „Fehlen von Originalität“ verstanden.[26] Im 18. Jahrhundert, zu Zeiten Popes, werden mit diesem Begriff allerdings ganz andere Vorstellungen verbunden. Zunächst ist „Imitation“ ganz wertneutral als eine literarische Form zu verstehen. So heißt es in Johnsons Dictionary von 1755: „A method of translation looser than paraphrase, in which modern examples and illustrations are used for ancient, or domestic for foreign.”[27]

Das ist eine erste hilfreiche Definition, zu fragen ist jetzt aber nach dem Urteil, das Pope über die „Imitation“ fällt. Zunächst sieht er in der „Imitation“ die Möglichkeit, den eigenen Stil zu trainieren und seine Sprache zu verbessern. „Imitation“ ist also ein gutes Übungsmittel zu Verfeinerung des eigenen Ausdrucks. „Imitation“ bedeutet für Pope aber noch viel mehr. Der „Imitator“ hat immer auch den Anspruch, mit seiner „Imitation“ ein eigenständiges Werk zu schaffen und mit dem Original in Wettstreit zu treten. Die „Imitation“ soll als gleichberechtigtes Kunstwerk neben dem Original stehen und als solches auch vom Leser gewürdigt werden. Die „Imitation“ steht dabei am Ende eines Arbeitsprozesses, der sich in mehrere Schritte unterteilt: Am Anfang steht die wortgetreue Übersetzung, dann folgt die Paraphrase und als krönender Abschluß entsteht die „Imitation“. Pope hat genug Sebstbewußtsein, um seine „Imitation“ als adäquates Mittel zu begreifen, die Antike für seine Gegenwart und seine zeitgenössischen Leser lebendig zu machen.

[...]


[1] Zitiert nach Rückert (1970) 16.

[2] Gelegentlich wird nicht übersetzt, weil der Autor schlicht für unübersetzbar gehalten wird. Dazu erzählt Wilamowitz (1925) 7: „Moritz Haupt begann mein Doktorexamen damit, daß er mich, den er persönlich gar nicht kannte, eine lange Reihe von Versen des Lucretius lesen ließ. Dann sagte er, als ich anfangen wollte zu übersetzen: ´Es ist gut. Verstehen tun wir’s beide, und übersetzen können wir’s beide nicht´.“ Vgl. hierzu Wilkinson (1946) 150: „The repeated assertion of some critics that Horace is untranslatable has not daunted his admires, for translations continue to appear.”

[3] S. Dover (1980) 55-82 und für die Klärung der Terminologie s. S. 55.

[4] Der Begriff „bowdlerization“ leitet sich her von Thomas Bowdler (1754-1825), der eine von anstößigen Stellen befreite Ausgabe der Werke William Shakespeares („for women and children“) herausgab. Ein deutsches Pendant zu diesem Begriff gibt es nicht und der Begriff, der es am besten trifft, hat sich nicht durchgesetzt: „Verballhornung“. Johannes Ballhorn (1528-1603) hat Volkslieder purgiert. Aus „Lieb und Mai“ wird bei ihm „Scherz und Mai“ und aus „Liebchen“ oder „Buhle“ macht er „Tante“ oder „Onkel“ – s. hierzu Stemplinger (1921) 55-56. Der französische Catull-Übersetzer Pezay spricht von „adoucissemet“ oder „réserve“ – s. Wetzel (2002) 242.

[5] Dover (1980) 55.

[6] “Bowdlerization” kann man allerdings auch im 21. Jahrhundert finden. Dem Rezipienten will man eben nicht alles zumuten. In der amerikanischen Filmkomödie Bridget Jones z.B. sagt Bridgets Mutter zu ihrer Tochter: „You’ll never get a boyfriend if you look like you’ve wandered out of Auschwitz.“ Die deutsche Synchronisation lautet: „Du kriegst nie einen Freund, wenn du aussiehst als würdest du unter einer Brücke wohnen.“

[7] Für einen Überblick über die Rezeptionsgeschichte des Horaz s. Kytzler (1985) 110-129, Showerman (1922) 69-126, Stemplinger (1906) und (1921), Wilkinson (1946) 159-176. Einen kurzen Überblick über die Literatur zur Rezeptionsgeschichte gibt Harrison (1995) 16.

[8] Für die deutsche Rezeption des Horaz s. Schmidt (1996) 255-310. Einen lebendigen Eindruck von der Auseinandersetzung der deutschen Dichter mit Horaz vermittelt Newald (1933).

[9] Für die englische Rezeption des Horaz s. Sühnel (1996) 153-181 und Griffin (1996) 182-206.

[10] Für die französische Rezeption des Horaz s. Menant (1996) 220-234.

[11] Ausgelöst hat den Streit Charles Perrault am 27. Januar 1687 mit dem Vortrag seiner panegyrischen Dichtung „Le siècle de Louis le Grand“ vor der Académie française. Am Anfang war der Kreis der modernes um Perrault noch klein - auf Seiten der anciens stand ein Großteil der angesehensten Autoren der französischen Klassik wie Boileau, Racine, La Fontaine, Fénelon u.a. Am Ende des 18. Jahrhunderts sollte allerdings der Sieg der modernes stehen.

[12] Das Verhältnis der französischen Dichter zu Horaz hat schön Voltaire in Worte gefaßt:

„Jouissons, écrivons, vivons, mon cher Horace...

… Je mettrai tous mes soins

A suivre les leçons de ta philosophie,

A mépriser la mort en savourant la vie…

Zitiert nach Menant (1996) 234; zu dem Begriff „bonheur Horacien“ s. Menant (1996) 228-232.

[13] Dieses Kapitel folgt im wesentlichen der Untersuchung von Wetzel (2002) 13-30.

[14] Der Begriff ist 1654 von Gilles Ménage geprägt worden, der damit die Lukianübersetzung seines Freundes Perrot d’Ablancourt bezeichnete: „Elles [scil. d’Ablancourts Übersetzungen] me rappellent une femme que j’ai beaucoup aimé à Tours, et qui était belle mais infidèle.“ S. dazu Wetzel (2002) 13.

[15] Zitiert nach Wetzel (2002) 20.

[16] Lauriol (1996) 235-254.

[17] Von protestantischer Arbeitsmoral angetrieben hatte Beaumelle die Absicht, in seiner „manufacture de traductions“ alle wichtigen lateinischen Autoren zu übersetzen. Geplant waren 240 Bände. Die Pläne sollten sich aber schnell zerschlagen – La Beaumelle starb 1773 im Alter von nur 47 Jahren. S. hierzu auch Lauriol (1996) 239-240.

[18] Zitiert nach Lauriol (1996) 239.

[19] Zitiert nach Lauriol (1996) 248.

[20] Zitiert nach Lauriol 241.

[21] Zitiert nach Lauriol (1996) 252.

[22] Zitiert nach Lauriol (1996) 253.

[23] Zitiert nach Lauriol (1996) 252.

[24] Zitiert nach Lauriol (1996) 253.

[25] Dieses Kapitel folgt im wesentlichen der Untersuchung von Siems (1974) und besonders dem Kapitel I 4 (42-47).

[26] Schrott (2005) 101-102 kann der Imitation allerdings Positives abgewinnen: „Worum es geht, ist das Fresko hinter den Worten zu entdecken und es auf anderem Untergrund neu zu malen. Der Fachbegriff dafür ist bei uns zu Unrecht in Verruf geraten: die Imitation, die sich vom imago, dem Bild, ableitet, und von aemulare, rivalisieren, es gleichtun wollen. Darin zeigt sich eine ungleich größere Genauigkeit, eine philologische, im strengsten, wenn auch unakademischen Sinn des Wortes.“

[27] Zitiert nach Siems (1974) 42.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Der unübersetzte Horaz
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Lateinisches Hauptseminar Horaz, Satiren
Autor
Jahr
2006
Seiten
43
Katalognummer
V66459
ISBN (eBook)
9783638590495
ISBN (Buch)
9783638711142
Dateigröße
778 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Horaz, Lateinisches, Hauptseminar, Satiren
Arbeit zitieren
Ulrich Richter (Autor), 2006, Der unübersetzte Horaz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66459

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