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Zu: Aristoteles - Die Substanzbücher

Title: Zu: Aristoteles - Die Substanzbücher

Seminar Paper , 2001 , 36 Pages , Grade: 2

Autor:in: Martin Endres (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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1. Einleitung
Um sich eingehend mit der Frage "Was ist das Seiende?" auseinanderzusetzen, die in den Büchern Ζ, Η und Θ der Metaphysik des Aristoteles eine besondere Gewichtung erfährt, in denen die Wissenschaft vom Seienden, deren Untersuchung bereits im Buch Γ ihren Anfang nimmt, nun konkretisiert wird und mit der Suche nach einem Seienden, das zugleich Seins- und Erklärungsgrund alles Seienden ist, mit der Definition der ousia ihren Höhepunkt findet, ist es notwendig, den von Aristoteles geprägten Begriff der Metaphysik genauer zu beleuchten.
Aristoteles versteht unter Metaphysik eine Wissenschaft, die davon absieht, lediglich Teilbezirke des Seins zu untersuchen, wie zum Beispiel die Mathematik oder die Medizin es tun würden, sondern sich vielmehr dem allgemeinen Sein zuwendet, das in allem zu finden ist, also dem Sein als solchem und dem, was damit zusammenhängt: "Es gibt eine Wissenschaft, die das Seiende, insofern es seiend ist, betrachtet und das, was ihm an sich zukommt" (Met. Γ,1; 1003a 21). Die Metaphysik ist somit für Aristoteles Seinswissenschaft, Ontologie. Alle Wissenschaften würden zwar in gewisser Weise etwas über das Sein aussagen, setzten jedoch hierbei eine Reihe von Begriffen voraus, die unmittelbar mit dem Sein zusammenhingen, die unmittelbar mit dem Sein gegeben seien. Begriffe wie Identität, Art, Einheit oder auch Gattung würden ohne genauer untersucht zu werden von den Einzelwissenschaften benutzt und somit unbesehen vorausgesetzt. Aus diesem Grund bedürfe es einer Wissenschaft, die das Sein und seine spezifischen Eigenheiten wissenschaftlich untersuche, es bedürfe einer ersten Philosophie. Aufgrund der Tatsache, dass das allgemeine Sein allen Seinsbezirken und allem Seienden zugrunde liegt, definiert Aristoteles die Metaphysik auch als die Wissenschaft vom Ersten und Ursächlichen: "Denn wer das Verstehen um seiner selbst willen wählt, wird am meisten die höchste Wissenschaft wählen | - das ist aber die Wissenschaft des im höchsten Grade Wißbaren; und im höchsten Grade wißbar sind das Erste und die Ursachen" (Met. A,2; 982a 31).
Innerhalb der Metaphysik des Aristoteles, die aus insgesamt 14, zum größten Teil eigenständigen Büchern zusammengesetzt ist, bilden die Bücher Ζ, Η und Θ eine geschlossene Gruppe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ousia und ihre Bestimmungen

2.1. Die ousia

2.2. Die ousia als Zugrundeliegendes

2.3. Das ti ên einai des Seienden

2.3.1. Das ti ên einai und das Einzelne

2.4. Das Entstehen des Seienden

2.5. Die Teile der Definition

2.6. Das katholou und die ousia

2.7. Die ousia als Prinzip

2.8. Die ousia als Bewegung

2.9. Die Einheit der Definition

3. Bewegung, Vermögen und Verwirklichung

4. Der Wahrheitsbegriff der aristotelischen Metaphysik

4.1. Logische und ontologische Wahrheit

4.2. Die Wahrheit des Zusammengesetzten

4.3. Die Wahrheit des Unzusammengesetzten

5. Kritische Betrachtung der aristotelischen Ideenlehre

5.1. Die Ideenlehre Platons

5.2. Die Wirklichkeit der Ideen

5.3. Kritische Betrachtung des tode ti

5.3.1. Das tode ti und der Begriff

5.3.2. Das aristotelische Ideenmodell

5.3.2.1. Das Problem der Vollkommenheit

5.3.2.2. Der Gegensatz von Einheit und Vielheit

5.3.2.3. Die Identität und deren Widersprüchlichkeit

5.3.2.4. Die Individualität eines Seienden

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit setzt sich eingehend mit der aristotelischen Metaphysik auseinander, insbesondere mit der Frage nach dem Sein und der Substanz (ousia). Das primäre Ziel ist es, die aristotelische Ontologie, die Bestimmungen der Substanz, die Rolle von Vermögen und Verwirklichung sowie den aristotelischen Wahrheitsbegriff zu explizieren und kritisch gegenüber der platonischen Ideenlehre abzugrenzen.

  • Die systematische Untersuchung der aristotelischen Begriffe ousia, ti ên einai und tode ti.
  • Die Analyse der aristotelischen Lehre von Bewegung, Vermögen (dynamis) und Verwirklichung (energeia).
  • Die detaillierte Untersuchung des aristotelischen Wahrheitsbegriffs im ontologischen Kontext.
  • Die kritische Reflexion und Gegenüberstellung der aristotelischen Substanzmetaphysik mit der Ideenlehre Platons.

Auszug aus dem Buch

Die ousia als Zugrundeliegendes

Aristoteles widmet sich weiterhin der Frage, inwieweit die ousia in ihrer Funktion des Seienden, an die das Seiende der Kategorien gebunden ist, als Substrat (hypokeimenon) vorliegt und argumentiert vorerst positiv hinsichtlich dieser Fragestellung: "Substrat aber ist dasjenige, von dem das übrige ausgesagt wird, während es von keinem anderen ausgesagt wird" (Met. Z,3; 1028b 36). Nimmt Aristoteles in seinem Beispiel zuerst Erz als Wesen einer Statue an, das mit den in den Kategorien enthaltenen Eigenschaften der Form oder Größe als ein Seiendes zusammengefügt wird, so distanziert er sich doch kurz darauf von seiner Annahme.

Denn wenn von hier aus die ousia bestimmt werden würde, dann sei diese Definition "noch unklar, und es würde demnach auch der Stoff selbst zum Wesen werden" (Met. Z,3; 1029a 10). Alle Bestimmungen also, die man dem Seienden zusprechen will, werden, so Aristoteles, von dem Seienden selbst ausgesagt, der letzte Grund der Definitionen aber, bleibt das völlig Unbestimmte. Entziehe man dem Substrat seine charakteristischen Eigenschaften, löse sich dieses auf und existiere nicht mehr, könne demnach also nicht die ousia sein: "Denn nimmt man alles übrige weg, so bleibt nichts übrig" (Met. Z,3; 1029a 12). Demnach existieren für Aristoteles Bestimmungen, die der ousia unveränderlich und unverlierbar zukommen: "Daher ist das Letzte an sich weder ein Was noch ein Quantum, noch sonst irgend etwas. Aber auch die Verneinungen davon sind es nicht, denn diese können nur im akzidentellen Sinne bestehen" (Met. Z,3; 1029a 24ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung nach dem Sein und die Bedeutung der Metaphysik als Ontologie im aristotelischen Sinne.

2. Die ousia und ihre Bestimmungen: Untersuchung der verschiedenen Bestimmungen der Substanz, des "Was-es-ist-dies-zu-sein" und der Rolle des Substrats.

3. Bewegung, Vermögen und Verwirklichung: Analyse der Leitbegriffe der Bewegung und das Verhältnis von Potenzialität und Aktualität.

4. Der Wahrheitsbegriff der aristotelischen Metaphysik: Erörterung der logischen und ontologischen Wahrheit und deren Verbindung zum Seienden.

5. Kritische Betrachtung der aristotelischen Ideenlehre: Kritische Reflexion und Gegenüberstellung der aristotelischen Position zur platonischen Ideenlehre.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Metaphysik, Ousia, Substanz, Sein, Seiendes, Ontologie, ti ên einai, Vermögen, Verwirklichung, Energeia, Dynamis, Wahrheit, Platon, Ideenlehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert zentrale Begriffe und Konzepte der aristotelischen Metaphysik, insbesondere die Bestimmung der Substanz (ousia) und deren Verhältnis zum Seienden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Substanztheorie, das Konzept des "Was-es-ist-dies-zu-sein" (ti ên einai), die Lehre von Vermögen und Verwirklichung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Platons Ideenlehre.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine präzise Rekonstruktion und Analyse der aristotelischen Metaphysik, um das Verständnis für den aristotelischen Substanzbegriff und die ontologischen Grundlagen zu vertiefen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die auf der exakten Textinterpretation der aristotelischen "Metaphysik" sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Substanz (ousia), der Bewegung, Vermögen und Verwirklichung, den Wahrheitsbegriff sowie eine kritische Prüfung der aristotelischen Ideenlehre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Aristoteles, Metaphysik, Ousia, Substanz, Sein, Ontologie, Energeia, Dynamis, Wahrheit und Ideenlehre.

In welchem Verhältnis stehen Vermögen und Verwirklichung bei Aristoteles laut dieser Arbeit?

Aristoteles betrachtet beide als zentrale Prinzipien der Bewegung, wobei die Verwirklichung (energeia) dem Vermögen (dynamis) in zeitlicher und ontologischer Hinsicht vorangeht.

Wie bewertet der Autor den Vergleich zwischen Aristoteles und Platon?

Die Arbeit stellt dar, dass Aristoteles die platonische Ideenlehre kritisiert, indem er eine "Weltverdopplung" durch die Trennung von Ideen und Sinnenwelt ablehnt und stattdessen eine im Seienden verankerte Substanztheorie entwickelt.

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Details

Title
Zu: Aristoteles - Die Substanzbücher
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar
Grade
2
Author
Martin Endres (Author)
Publication Year
2001
Pages
36
Catalog Number
V668
ISBN (eBook)
9783638104418
ISBN (Book)
9783638636940
Language
German
Tags
Aristoteles Substanzbücher Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Endres (Author), 2001, Zu: Aristoteles - Die Substanzbücher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/668
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