Thailand, Land des Lächelns. Bedeutung und negative Auswirkungen der Tourismusindustrie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
35 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wirtschaftsmotor Thailands ist die Tourismusindustrie
2.1 Die touristische Entwicklung des Landes
2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Thailand
2.3 Tourism Authority of Thailand (TAT)

3 Thailands touristisches Angebot
3.1 Ökotourismus – Sanfter Tourismus in Nordthailand
3.2 Wassersportangebote –von Tauchkursen bis Segeltorns
3.3 Wellness-Paradies Thailand
3.4 Gesundheitsreisen hoch im Trend
3.5 Golftourismus – Thailand in der internationalen Topliga
3.6 Shoppingtourismus – Zielgruppe Stopover-Gäste
3.7 Lukrative Angebote für Familienurlauber

4 Sextourismus in Thailand
4.1 Definition Sextourismus
4.2 Motive der Sextouristen
4.3 Soziodemographische Merkmale der Prostitutionstouristen
4.4 Die Bedeutung des Prostitutionstourismus – Zahlen und Fakten

5 Schattenseiten des thailändischen Tourismus
5.1 Entwicklungsmodell Phuket
5.2 Negative Auswirkungen der touristischen Expansion
5.3 Tourism Investigation & Monitoring Team (t.i.m.- team)

6 Show must go on – Thailand nach dem 26. Dezember 2004
6.1 Das Maßnahmenpaket zum touristischen Wiederaufbau
6.2 Status Quo oder nachhaltige Veränderung?

7 Fazit

8 Anlagen

9 Literaturverzeichnis

Internetquellen

1 Einleitung

Mit seiner faszinierenden Inselwelt, den sagenhaften Wellness-Oasen und abenteuerlichen Dschungel-gebieten ist Thailand, als „Land des Lächelns“ zwischen Fortschritt und jahrtausend alter Kultur, aus dem Repertoire der heutigen Reiseveranstalter nicht mehr wegzudenken. Hier, wo Eigenschaften wie Sanftmut und Freundlichkeit groß geschrieben werden, lassen sich jedes Jahr Millionen Touristen verwöhnen und genießen die unverwechselbar sinnliche und sagenhafte Atmosphäre im Königreich des Fernen Ostens. In meiner Semesterbegleitarbeit soll die Entwicklung Thailands zur asiatischen Tourismusdestination Nummer eins näher beleuchtet werden. Des Weiteren möchte ich auf die Bedeutung der Tourismusindustrie für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und ausgewählte touristische Angebote eingehen. Dabei werden auch die negativen Auswirkungen des Massen- und Prostitutionstourismus in Thailand diskutiert, sowie die aktuelle Situation nach der Tsunami-Katastrophe geschildert und bewertet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Wirtschaftsmotor Thailands ist die Tourismusindustrie

2.1 Die touristische Entwicklung des Landes

Die ersten Touristen in Thailand waren US-Soldaten. Während des Vietnamkrieges diente das Land als An- und Abflugbasis für Angriffe. Damals wurden so genannte „Rest and Recreation Camps“ gebaut, in denen sich die GIs zwischen den Einsätzen erholen und vergnügen konnten. Nach dem Ende des Krieges und dem Abzug der Armeestützpunkte 1975 blieb die Infrastruktur der Vergnügungsstätten erhalten. Die thailändische Regierung funktionierte die Camps für touristische Zwecke um und begann weltweite Werbekampagnen zu lancieren; so z.B. die innovative und erfolgreiche „Amazing Thailand“ Kampagne, die in den USA und Europa intensiv um Touristen warb. Über die letzten Jahrzehnte hat sich Thailand von einem Fronturlaubsgebiet für US-Soldaten zu einem der weltweit führenden Reiseziele entwickelt.

Der Tourismus wurde zu einem immer stärkeren Element der thailändischen Wirtschaft. 1979 deklarierte die Tourism Authority of Thailand (TAT) erstmalig das „Jahr des Tourismus“. Drei Jahre später war der Fremdenverkehr bereits die wichtigste Devisenquelle des Landes.[1]

2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Thailand

Thailand gilt als Shootingstar im touristisch seit Jahren boomenden Südostasien. Innerhalb von nur 10 Jahren haben sich die Besucherzahlen auf jährlich über 12 Mio. verdoppelt. 2003 beliefen sich die Einnahmen bereits auf 7.454 Mrd. US-Dollar bei einem Bruttoinlandsprodukt von 122 Mrd. US-Dollar – die Tourismusbehörde geht dabei von einem Reinerlös von 6 Mrd. US-Dollar aus. Was die Einnahmen aus dem internationalen Tourismusgeschäft angeht, platziert sich Thailand im Vergleich mit anderen asiatischen Ländern auf Platz 3, gleich hinter den großen Verdienern China und Hongkong. Damit ist der Tourismus inzwischen zum größten Devisenbringer des Landes avanciert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Asienhaus (Hrsg.), FOCUS ASIEN Nr. 22 – Ready for Tourism?, Essen 2005, S. 9.

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2.3 Tourism Authority of Thailand (TAT)

Am 18. März 1960 wurde die Tourism Authority of Thailand (TAT) als erste nationale Marketingorganisation gegründet. Zu den Aufgaben der TAT gehört: touristisch relevante Statistiken zu erstellen und zu veröffentlichen, Informationen zum Reiseland multimedial zur Verfügung zu stellen, Thailand auf dem internationalen Reisemarkt zu positionieren und so die zukünftige Entwicklung des Tourismus zu begünstigen. Seit der Gründung des ersten TAT Büros 1968 in Chiang Mai wurden mittlerweile 22 weitere lokale TAT Standorte in ganz Thailand eröffnet. Weitere Standorte in Übersee, so z.B. in New York und in 15 anderen internationalen Städten, gewährleisten ein weltweites Netz und die globale Präsenz von thailändischen Ansprechpartnern in wichtigen Quellmärkten. Das Head Office der TAT befindet sich in Bangkok.[3]

3 Thailands touristisches Angebot

3.1 Ökotourismus – Sanfter Tourismus in Nordthailand

Es kommt leider immer wieder vor, dass rücksichtslose Touristen, ohne Respekt vor der Privatsphäre der Einheimischen, bis in deren Siedlungen eindringen, um besondere Schnappschüsse mit nach Hause nehmen zu können. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte man u.a. das Projekt „Joy´s House“. Das in Chiang Mai gelegene einstige Familiendomizil wurde in eine Art Gästehaus umgewandelt und bietet Besuchern die Möglichkeit die thailändische Kultur hautnah mitzuerleben (so z.B. auch traditionell buddhistische Hochzeiten, Beerdigungen, Tempelfeste, Feiertage, etc.). Touristen sind hier keine Gäste, sondern werden in die Familie voll und ganz integriert. Joy´s House bietet insgesamt 12 Gästezimmer, sowie ein großes Wohnzimmer mit antiken Thai-Möbeln. Ein Massageraum mit Kräuter- und Dampfbad bildet Joy´s Little Spa, wo man sich den Alltagsstress wegmassieren lassen kann.

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Ähnlich konzipiert wie Joy´s House ist die 100 Kilometer nördlich von Chiang Mai gelegene „Lanna Farm“. Neben ökologischem Ackerbau betreibt man hier auch Gästeunterkünfte für Touristen. Den Betreibern der Anlage geht es vorwiegend darum, die thailändische Tradition lebendig zu halten und ihre Besucher aktiv in dieses Geschehen mit einzubinden. Die Ansicht, dass es Strände und Geschäfte in fast allen Ländern der Welt gibt, eine jahrtausend alte Kultur aber für jede Nation einmalig ist, erfahren Touristen auf der Lanna Farm jeden Tag aufs Neue. Unter dem Motto: Learning by experiencing! trägt dieses Projekt ebenfalls zum Schutz Thailands vor den negativen Einflüssen des Massentourismus bei.[4]

Ein thailändischer Reiseanbieter, der sich auf diese Form des Ökotourismus spezialisiert hat, ist „Lost Horizons“. Mit der Zielstellung natürliche Kostbarkeiten des Landes und die thailändische Kultur vor negativen touristischen Einwirkungen zu schützen, bietet Lost Horizons seit nun fast 15 Jahren individuelle Ökoreisen nach Thailand an.

Besucher werden hier explizit und bewusst in die thailändische Kultur eingebunden und mit landestypischen Sitten vertraut gemacht – sie werden zum sogenannten“[...] environmentally conscious traveller“[5]. Diese Form des Ökotourismus stellt den kompletten Gegensatz zum sonst an Thailands Stränden üblichen Massentourismus dar. Seinen Hauptsitz hat der Reiseanbieter in Bangkok. Neben eigenen touristischen Dienstleistungen bietet Lost Horizons mehr als 10 weitere ECO-Tourism-Reiseziele an. 1994 startete der Anbieter als erster Reiseveranstalter Thailands seinen Internetauftritt und schaffte so die entsprechende Plattform, um internationale Besucher anzusprechen. (siehe Anlage – Übersicht klass. Rundreise-Angebote)

3.2 Wassersportangebote –von Tauchkursen bis Segeltorns

Sowohl die Andamanen-See als auch der Golf von Siam zählen zu den korallen- und fischreichsten Tauchgründen der Erde – dank bester Sichtverhältnisse und milder Wassertemperaturen auch zu den angenehmsten. Getaucht wird hier nach internationalen PADI- und CMAS-Vorschriften[6]. Vor der 2.170 Kilometer langen thailändischen Küste befindet sich eines der schönsten Schnorchel- und Tauchgebiete überhaupt. Zu den besten Revieren gehören u.a. die Phi Phi Islands und die Similan Islands, deren Archipel wegen seiner reichen Unterwasserfauna zu einem der besten Tauchgründe Südostasiens zählt. Jeder professionelle Taucher hat mit großer Sicherheit schon einmal etwas von den berühmten Similans gehört. 1982 zum Nationalpark erklärt, bieten die Inseln grandiose Unterwasserlandschaften aus Granitstein. Tief- und Nachttauchgänge verleihen diesem touristischen Angebot zusätzliche Exklusivität.

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Nicht weniger atemberaubend sind die 14 kleinen Inseln und Riffe, die Krabi vorgelagert sind. Hier werden Halbtagstouren angeboten, bei denen Tauchfans die ganze Palette an tropischen Kleinfischen, Hart- und

Weichkorallen, aber auch Leopardenhaie und Blaupunktstachelrochen bewundern können. Zu den weiteren Highlights zählen Unter-wasserhöhlen und zwei Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg. Von Phang Nga aus gehen einige Tauch-Tagestouren in Richtung Phuket bis zum Sharkpoint, Anemone Reef, King Cruiser, Hin Bida und den Raja Islands.

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Doch auch für den Überwasserfan gibt es ein breitgefächertes touristisches Angebot. Die Teilnahme an einer Flussreise gehört beinahe schon zum Pflichtprogramm eines jeden Thailandurlaubers. Früher waren die Wasserwege die wichtigsten Transportadern für den Güter- und Personenverkehr – heute versprechen die klassischen Ausflüge mit den historischen Reisbarken auf dem Chao Phraya ein einmaliges Urlaubserlebnis. Bootstouren auf dem Mekong, als einem der längsten Flüsse der Welt, führen u.a. zu der laotischen Königsstadt Luang Prabang, die seit 1995 Weltkulturerbe ist. Des Weiteren werden Geschichtstouren auf dem River Kwai angeboten, vorbei an den Tempelanlagen von Phimai und natürlich der geschichtsträchtigen Brücke aus dem Zweiten Weltkrieg über den Kwai. Aktivurlaubern wird ein weites Spektrum an Wildwasser-Rafting (Bamboo-Rafting oder Fahrten in modernen Wettkampfbooten) und Kanutouren entlang des Khao-Sok-Flusses geboten.

Außerdem werden in der Phang Nga Bucht nordöstlich von Phuket organisierte Gruppen- oder Individualsegeltörns angeboten. Für jede weitere Form des Wassersports – von Wasserskifahren bis Windsurfen – ist der Süden des Landes, vor Allem mit der Inselwelt um Phuket und Ko Samui, ein wahres Paradies. Die meisten Hotels und darüber hinaus Spezialgeschäfte verleihen die notwendige Ausrüstung für diese einmaligen Erlebnisse.[7]

3.3 Wellness-Paradies Thailand

Die Kunst des sanften Heilens und der Entspannung hat in Thailand eine mehr als 2.500 jährige Tradition. Erkenntnisse aus der chinesischen Medizin mischten sich im Laufe der Zeit mit dem Wissen indischer Brahmanenmeister und schufen eine Heilform, die selbst Krankheiten zu kurieren weiß, auf die die westliche Schulmedizin keine Antworten findet.

Das Geheimnis steckt in der ganzheitlichen Behandlung des Menschen und nicht in der Bekämpfung einzelner Symptome. Denn nur wenn sich Yin und Yang im Gleichgewicht befinden und Körper, Geist und Seele zueinander in Harmonie stehen, kann der Mensch gesund und glücklich sein – diese Erkenntnis ist mittlerweile auch bis in die westliche Welt vorgedrungen. Mit traditionellen Thai-Massagen, Thermalbädern und Yoga-Meditation sowie mit Fasten, kräutermedizinischen Behandlungen und Akupunktur locken thailändische Luxusressorts, so z.B. das Sheraton Grande Laguna Hotel auf Phuket oder das Pimalai Resort & Spa in Krabi, Gäste aus aller Welt in das Wellness-Ursprungsland.

Von Phuket bis Chiang Mai verheißen mehr als 120 Spas eine Fülle an Wohltat und Erholung. Das Angebot reicht von halbtägigen Behandlungen (Day Spas) bis zum mehrwöchigen Aufenthalt im Wellness-Refugium unter schaukelnden Palmen (Hotel- & Resort-Spas, Medizinische Spas). Die Fülle an Angeboten ist kaum noch überschaubar und so avancierte Thailand in den letzten Jahren zum Reiseziel ersten Ranges für Wellness-Liebhaber.[8]

[...]


[1] Vgl. Asienhaus (Hrsg.), FOCUS ASIEN Nr. 22 – Ready for Tourism?, Essen 2005, S. 7.

[2] Vgl. Barkemeier, Thomas, u.a., Wo Thailand am schönsten ist, Merian live – Reiseführer, München 2004, S. 9.

[3] Vgl. http://www.tourismthailand.org, 20.12.2005, center@tat.or.th.

[4] Vgl. Thailändisches Fremdenverkehrsamt (Hrsg.), Thailand – Happiness on Earth, 2005, S. 17.

[5] http://www.losthorizonsasia.com/about.asp, 18.01.06, lhtour@inet.co.th.

[6] PADI (P rofessional A ssociation of D iving I nstructors) - führende Tauchausbildungsorganisation und CMAS

(C onfédération M ondiale des A ctivités S ubaquatiques) - internationaler Tauchverband.

[7] Vgl. Thailändisches Fremdenverkehrsamt (Hrsg.), a.a.O., S. 40ff.

[8] Vgl. ebd., S. 32ff.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Thailand, Land des Lächelns. Bedeutung und negative Auswirkungen der Tourismusindustrie
Hochschule
Euro-Business-College Jena
Veranstaltung
Tourismusgeographie III
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V67019
ISBN (eBook)
9783638593311
ISBN (Buch)
9783638727808
Dateigröße
12778 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Touristische Entwicklung Thailands, Wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Thailand, Tourism Authority of Thailand (TAT), Thailands touristisches Angebot, Die Bedeutung des Prostitutionstourismus - Zahlen und Fakten, Soziodemographische Merkmale der Prostitutionstouristen, Entwicklungsmodell Phuket, Negative Auswirkungen der touristischen Expansion, Thailand nach dem 26. Dezember 2004 - Maßnahmenpaket zum touristischen Wiederaufbau nach dem Tsunami.
Schlagworte
Thailand, Land, Lächelns, Bedeutung, Auswirkungen, Tourismusindustrie, Tourismusgeographie
Arbeit zitieren
Juliane Dittrich (Autor), 2006, Thailand, Land des Lächelns. Bedeutung und negative Auswirkungen der Tourismusindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67019

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