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Interreligiöses Lernen im englischen und deutschen Religionsunterricht

Title: Interreligiöses Lernen im englischen und deutschen Religionsunterricht

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Annegarn (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Auf Grund der zunehmenden religiösen und kulturellen Vielfalt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa allgemein, stellt sich auch für den christlichen Religionsunterricht (RU) die wichtige Frage: Wie kann man die Schüler angemessen an den Umgang mit nichtchristlichen Religionen heranführen?
In ihrem Alltagsleben begegnen Schüler Menschen mit anderem Glauben, die mit uns vielleicht fremden Weltanschauungen, Ritualen, Festtagen und Traditionen leben. Durch Unkenntnis entstehen sehr leicht Vorurteile und Ausgrenzung; dem entgegenzuwirken gehört zu den Aufgaben des RU. Auch für die Entwicklung eines bewussten Glaubens ist das Wissen um andere Religionen entscheidend: Christsein soll nicht aus Bequemlichkeit, sich nicht bewusst mit seinem Glauben zu beschäftigen, entstehen, nicht, weil man zufällig in einem christlich geprägten Land geboren ist - obwohl das immer eine Ursache des Glaubens ist, wenn man nicht später eine andere Glaubensrichtung gewählt hat - sondern in dem Bewusstsein, was man glaubt und warum man gerade dieses glaubt. Für eine bewusste Entscheidung zum christlichen Glauben ist daher auch und gerade die Kenntnis von Alternativen notwendig.
Dabei muss unterschieden werden zwischen einer bloßen Wissensvermittlung und Religionskunde und einem praxis- und lebensnahen Unterricht, der Begegnungen und Erfahrungen schafft. Lernen die Schüler „nur“ die Theorie der unterschiedlichen Glaubenskonzepte kennen, bleibt ihr Wissen auch nur theoretisch wie viele andere Fakten, die man in seiner Schulzeit irgendwann einmal auswendig lernt und danach wieder vergisst. Bringt man die Schüler aber auch mit gelebtem Glauben in Berührung, z.B. durch Gespräche mit Juden, Muslimen oder Buddhisten oder die Besichtigung einer Moschee oder Synagoge, können sie Verbindungen zum Leben ziehen und vielleicht eher verstehen und akzeptieren, warum Angehörige anderer Religionen anders leben als sie selber. Das Thema „Andere Religionen“ im Unterricht sollte also in Form eines „Interreligiösen Dialoges“ durchgenommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religionsunterricht in Deutschland

2.1 Allgemeine Hintergrundinformationen

2.2 Der konfessionelle Religionsunterricht in Deutschland

2.2.1 Eigene Erfahrungen mit Religionsunterricht (in NRW)

2.2.2 Exkurs: Religionsunterricht in anderen Bundesländern

2.3 Nichtchristliche Religionen im deutschen Unterricht

3. Religionsunterricht in Großbritannien

3.1 Allgemeine Hintergrundinformationen

3.2 Der einheitliche Religionsunterricht in Großbritannien

3.2.1 Historische Entwicklung

3.2.2 Heutige Situation

3.3 Nichtchristliche Religionen im englischen Unterricht

4. Gegenüberstellung

4.1 Gemeinsamkeiten

4.2 Unterschiede

4.3 Was kann deutscher Religionsunterricht vom englischen lernen?

5. Eigene Stellungnahme

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Konzepte des Religionsunterrichts in Deutschland und England mit besonderem Fokus auf die Ausgestaltung des „interreligiösen Dialogs“. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Differenzen herauszuarbeiten und zu eruieren, inwieweit methodische Ansätze aus dem englischen Modell als Anregung für den deutschen Religionsunterricht dienen können.

  • Struktureller Vergleich zwischen konfessionell geprägtem (DE) und multireligiösem Religionsunterricht (EN)
  • Historische Entwicklung der Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht in beiden Ländern
  • Analyse religionspädagogischer Ansätze im englischen Kontext (Phänomenologischer, Interpretativer und Erfahrungsbezogener Ansatz)
  • Reflexion über die Rolle der Religion im Schulalltag und die Bedeutung der Schülerorientierung

Auszug aus dem Buch

3.3 Nichtchristliche Religionen im englischen Unterricht

Da der englische RU nicht spezifisch christlich ausgerichtet ist, kann auch nicht – wie in Deutschland üblich – zwischen dem Stellenwert der christlichen Religion und dem der anderen Religionen unterschieden werden. Jede Glaubensrichtung wird gleichberechtigt im Unterricht behandelt.

Laut Meyer ist auf Grund dieser neutralen Position gegenüber den Religionen eine weitere Eigenschaft für den englischen RU charakteristisch: „ein ausgeprägter individualistischer Grundzug“, der sich in folgenden Aspekten zeigt:

1. Der Individualismus zeigt sich in der Wahl der Themen.

2. Die Tugenden, die nach Meinung der bis 1997 regierenden konservativen Partei in der Schule und insbesondere im Religionsunterricht gefördert werden sollen, sind durchweg individualethischer Natur.

3. Dass dieser Individualismus auch heute noch nicht nur eine Setzung der langjährigen konservativen Regierung ist [...]

Meyer beobachtet eine „große Vorsicht gegenüber urteilender Kritik“ gegenüber allen Glaubensrichtungen, auch solchen, die zumindest in Deutschland sehr wohl kritisch gesehen werden. Diese These belegt er mit dem Beispiel der sogenannten Hare-Krishna-Bewegung, indem er einen englischen und einen deutschen Informationstext über diese Glaubensgemeinschaft zitiert. Auffällig ist, dass der englische Autor deutlich die für ihn positiven Eigenarten dieses Glaubens hervorhebt, der deutsche Text hingegen „einen deutlich warnenden und kritischen Charakter“ besitzt. Daraus folgt für Meyer: „In England wird keine religiöse Tradition verurteilt. In Deutschland hat auch verurteilende Kritik einen wichtigen Stellenwert.“ Kritik werde in England eher als „Ideologiekritik“ in Form von auf die Person des Schülers bezogener „Selbstkritik“ verstanden, was sich in dem Begriff “ideological self-criticism“ zeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit des interreligiösen Lernens in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Religionsunterricht in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die konfessionellen Strukturen in Deutschland und reflektiert eigene Erfahrungen sowie landesspezifische Unterschiede in der Organisation des Unterrichts.

3. Religionsunterricht in Großbritannien: Hier wird die historische und aktuelle Entwicklung zum „multifaith religious education“ sowie verschiedene theoretische pädagogische Ansätze zur Vermittlung fremder Religionen dargestellt.

4. Gegenüberstellung: Das Kapitel vergleicht beide Systeme, arbeitet deren Gemeinsamkeiten sowie gravierende Unterschiede heraus und diskutiert mögliche Impulse für den deutschen Religionsunterricht.

5. Eigene Stellungnahme: Die Autorin reflektiert kritisch die deutsche Zuständigkeitsregelung und plädiert für die Integration neuer Impulse aus dem englischen Modell in die deutsche Didaktik.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird die Bedeutung unterschiedlicher historischer Entwicklungen hervorgehoben und ein Ausblick auf die eigene zukünftige praktische Auseinandersetzung mit dem englischen Unterrichtssystem gegeben.

Schlüsselwörter

Interreligiöser Dialog, Religionsunterricht, Deutschland, Großbritannien, Multifaith Religious Education, Konfessioneller Unterricht, Phänomenologischer Ansatz, Religionspädagogik, Schülerorientierung, Weltreligionen, Ethikunterricht, Ideologiekritik, Bildungsgesetz, Glaubensentwicklung, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Religionsunterrichtskonzepte in Deutschland und England sowie der Frage, wie interreligiöses Lernen angemessen gestaltet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Religionsunterrichts, der Umgang mit religiöser Pluralität, die historische Entwicklung der Lehrpläne und verschiedene religionspädagogische Lehransätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Analyse, inwieweit englische Ansätze des „multifaith religious education“ als Anregung dienen können, um den deutschen, konfessionell geprägten Religionsunterricht interreligiös zu erweitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, insbesondere der Dissertation von Karlo Meyer, ergänzt durch eigene reflektierte Erfahrungen und die Analyse offizieller Richtlinien.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der deutschen und englischen Rahmenbedingungen, die Vorstellung spezifischer englischer Fachansätze sowie eine vergleichende Gegenüberstellung der beiden Systeme.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Interreligiöser Dialog, Konfessionalität, Religionswissenschaftliche Herangehensweise und die spezifische Didaktik des Religionsunterrichts in beiden Ländern.

Wie unterscheidet sich die englische Perspektive auf den Religionsunterricht von der deutschen?

Während der deutsche Religionsunterricht primär konfessionell und christlich ausgerichtet ist, verfolgt England einen neutralen, religionswissenschaftlichen Ansatz, der alle Glaubensrichtungen gleichberechtigt behandelt.

Welche Rolle spielen die Lehrkräfte bei der Gestaltung der Inhalte in England?

Im englischen Modell haben neben dem Staat auch lokale Konferenzen und Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften eine zentrale Rolle bei der Curriculum-Entwicklung inne.

Warum ist laut der Autorin ein konfessionell getrennter Unterricht in Deutschland kritisch zu hinterfragen?

Die Autorin argumentiert, dass eine rein christliche Ausrichtung der heutigen gesellschaftlichen Realität mit ihrer hohen religiösen Vielfalt und der Notwendigkeit interkultureller Kompetenz nicht mehr gerecht wird.

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Details

Title
Interreligiöses Lernen im englischen und deutschen Religionsunterricht
College
University of Paderborn
Grade
1,7
Author
Katrin Annegarn (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V67448
ISBN (eBook)
9783638585811
ISBN (Book)
9783656813873
Language
German
Tags
Interreligiöses Lernen Religionsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Annegarn (Author), 2005, Interreligiöses Lernen im englischen und deutschen Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67448
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