Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen - ein qualitativer Standortindikator in Metropolregionen Deutschlands?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
32 Seiten, Note: 1,65

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen

1. Vorwort

2. Charakteristika wissensintensive Dienstleistungen
2.1 Abgrenzungen wissensintensiver Dienstleistungen
2.2 Besonderheiten wissensintensiver Dienstleistungen

3. Unternehmensstandorte von wissensintensiven Dienstleistungen
3.1 Wo konzentrieren sich wissensintensive Dienstleistungen in Deutschland?
3.2 Warum findet man wissensintensive Dienstleistungen gerade in Metropolregionen?
3.3 Kann man Standortentscheidungen von wissensintensiven Dienstleistern lenken?

4. Metropolregionen in Deutschland
4.1 Definition und Merkmale einer Metropolregion

5. Sind Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen ein qualitativer Standortindikator von Metropolregionen in Deutschland?
5.1 Was bedeutet qualitativer Standortindikator?
5.2 Untersuchung des Standortindikators wissensintensiver Dienstleistungen
5.3 Zusammenfassung der Untersuchung

6. Fazit

7. English Summary

8. Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen

Tabellen

Tab 1: Überblick über wissensintensive unternehmensorientierte Dienstleistungen

Tab 2: Rang deutscher Metropolregionen gemessen an ausgewählten Indikatoren

Abbildungen

Abb. 1: Gemeinsame Charakteristika wissensintensiver unternehmensorientierter Dienstleistungen

Abb. 2: Beschäftigte in wissensintensiven unternehmensorientierten Dienstleistungen 2000

Abb. 3: Beschäftigte in wissensintensiven Dienstleistungen 2000

Abb. 4: Zahl der Unternehmen in wissensintensiven Dienstleistungen 2000

Abb. 5: Metropolregionen in Deutschland

Abb. 6: Unternehmen in wissensintensiven unternehmensorientierten Dienstleistungen 2000

1. Vorwort

Das Thema der vorliegenden Arbeit lautet: „Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen – Ein qualitativer Standortindikator in Metropolregionen Deutschlands?“ Die Arbeit ist in 4 Hauptkapitel gegliedert. Im zweiten Kapitel wird dargestellt, was wissensintensive Dienstleistungen sind, wie man sie abgrenzt und was sich für Besonderheiten ergeben. Kapitel 3 beschäftigt sich damit, wo sich die Unternehmensstandorte dieser Branche befinden, warum sie sich dort befinden und ob Standortansiedlungen gelenkt werden können. Im 4. Kapitel gibt es einen Überblick über die sieben Metropolregionen in Deutschland. Eine Definition und die verschiedenen Merkmale einer Metropolregion werden ebenso aufgeführt. Das folgende 5. Kapitel behandelt die Fragestellung, ob Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen ein qualitativer Standortindikator von Metropolregionen in Deutschland sind. Zuerst wird eine Definition eines Standortindikators erarbeitet und anhand dieser Definition eine Untersuchung der wissensintensiven Dienstleistungen als Standortindikator dargestellt. Es wird darauf eingegangen, warum sich wissensintensive Dienstleister in Metropolregionen ansiedeln, welche Vorteile sich für die Unternehmen ergeben und welche Auswirkungen dies auf die Region hat. Dieses Kapitel wird mit einer Zusammenfassung abgeschlossen. Zum Abschluss der Arbeit gibt es eine Zusammenfassung, in der aus allen Kapiteln die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal dargestellt werden und die Fragestellung der Arbeit beantwortet wird. Es folgt eine Zusammenfassung in Englisch.

2. Charakteristika wissensintensive Dienstleistungen

Dieses einleitende Kapitel soll zuerst einmal die wichtigsten Charakteristika von wissensintensiven Dienstleistungen darstellen. Nach einer Abgrenzung werden die wichtigsten Besonderheiten von wissensintensiven Dienstleistungen betrachtet die für die weitere Analyse von Bedeutung sind.

2.1 Abgrenzungen wissensintensiver Dienstleistungen

Den Begriff „Dienstleistungen“ abzugrenzen ist nicht einfach, da in der amtlichen Wirtschaftsstatistik keine einheitliche Definition existiert. Dennoch haben sich wichtige Charakteristika herausgebildet, um den Dienstleistungssektor gegenüber der Produktionswirtschaft abzugrenzen. Zu den wichtigsten Charakteristika zählen die Immaterialität von Dienstleistungen, die eingeschränkte Lagerfähigkeit, sowie das uno-actu-Prinzip, bei dem Leistungsnehmer und Leistungsanbieter in direktem Kontakt stehen müssen (Haas; Lindemann 2003, S.2). Bei Kujath findet sich folgende Definition für Dienstleistungen:

„Dienstleistungen werden in der Regel als Leistungen definiert, die immateriell, intangibel, nicht-handelbar, nicht speicherbar, nicht verscheißbar sind, und deren Produktion und Konsum gleichzeitig stattfinden. Mit ihren Leistungen sind sie in dieser Definition für ihre Kunden eine Quelle externen Spezialwissens, das Voraussetzungen für die eigenen Leistungen der Kunden schafft. Moderne erweiterte Definitionen des Dienstleistungsgriffs berücksichtigen hingegen, dass Wissen vor allem unter den Bedingungen der durch IuK ausgelösten Veränderungen im Dienstleistungssektor auch ein speicherbares und handelbares, nicht verscheißbares und immaterielles Gut sein kann“ (Kujath 2004, S. 4).

Nun haben sich weitere Untergliederungen des Dienstleistungssektors herausgestellt. So unterscheidet man zwischen haushalts- oder verbraucherorientierten Dienstleistungen und unternehmensorientierten Dienstleistungen. Die Abgrenzung hierfür basiert darauf, dass unternehmensorientierte Dienstleistungen als Input bzw. Zwischenprodukt in die Produkt- und Leistungserstellung von Unternehmen einfließen und haushaltsorientierte Dienstleistungen von Haushalten nachgefragt werden, die diese Tätigkeiten als Endprodukt nutzen (Di Iorio Egeler 2006, S.7; Haas; Lindemann 2003, S.3). Da diese Arbeit sich mit dem Themengebiet der wissensintensiven Dienstleistungen beschäftigt, wird nun nur noch auf die unternehmensorientierten Dienstleistungen eingegangen. Denn bei den unternehmensorientierten Dienstleistungen kann wiederum eine weitere Abgrenzung erfolgen, indem man die angebotene Tätigkeit als wissens- und humankapitalintensive Leistung beurteilt, oder sie als Routine- und standardisierbare Leistung einstuft. Wissensintensive Dienstleistungen werden zu den unternehmensorientierten Dienstleistungen gezählt (Di Iorio Egeler 2006, S.8). Diese Dienstleistungen werden in der Literatur mit den Begriffen „advanced producer services“, „knowledge-intensve business services (kibs)“, „sekundäre Dienstleistungen“, „Informationsdienstleistungen“ oder „wissensintensive Dienstleistungen“ bezeichnet. Gekennzeichnet sind diese Tätigkeiten aber alle durch eine geringe Standardisierbarkeit, eine große Auftragsindividualität (Haas; Lindemann 2003, S.3) eine hohe Wissensintensität, starke Kundenkontakte und durch besonders intensive Netzwerkstrukturen. Sie schließen einfachere, standardisierbare bzw. weniger wissensintensive Dienstleistungen aus. Aber auch bei den wissensintensiven Dienstleitungen existiert keine einheitliche Definition. Strambach grenzt wissensintensive unternehmensorientierte Dienstleistungen so ab, dass es Dienstleistungen sind, die nicht für den privaten Verbrauch produziert werden sondern von Unternehmen und öffentlichen Institutionen nachgefragt werden. Man findet diese Dienstleister vor allem in Bereichen Unternehmensberatung, Datenverarbeitung und Informationstechnologie, Forschung und Entwicklung, Werbung sowie Medien (Strambach 2004, S. 50). Wissensintensive unternehmensorientierte Dienstleistungen werden in fünf Branchen aufgesplittet: die Rechtsberatung, die Wirtschaftsdienste, die technische Beratung und Planung, die Werbung und die „sonstigen Dienstleistungen für Unternehmen“. Zur letzten Gruppe zählen die Datenverarbeitung, Markt- und Meinungsforschung, sowie die Organisationsberatung. Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung und Buchhaltung werden in der Branche der Wirtschaftsdienste zusammengefasst. Die Technischen-Dienste vereinen Architekturbüros, biochemische und physikalische Labors, beratende Ingenieurbüros und sonstige Beratungsdienstleistungen technischer Art (Strambach 1995, S. 32).

Tabelle 1 zeigt eine Übersicht über wissensintensive unternehmensorientierte Dienstleistungen.

Tab. 1 Überblick über wissensintensive unternehmensorientierte Dienstleistungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Strambach 1999, S. 7)

Wie man anhand der Tabelle erkennen kann, befassen sich wissensintensive Dienstleistungen mit der Produktion, der Beschaffung, der Zusammenführung, der Speicherung, der Überwachung, der Analyse und der Verteilung von Informationen und Wissen. Diese Wissensökonomie ist auf die Erbringung und die Verbreitung von Wissen, vor allem von neuem Wissen, spezialisiert (Kujath 2005b, S.24).

2.2 Besonderheiten wissensintensiver Dienstleistungen

Wie im ersten Abschnitt dargestellt wurde, zählen zu den wissensintensiven Dienstleistungen die Tätigkeiten wie Forschung und Entwicklung, Beratung, Planung, Organisation, Marketing und Management (Stahlecker 2006, S.16). Wie man schon erkennen kann, setzt sich dieser Bereich aus unterschiedlichen Aktivitäten zusammen, deren Merkmale in der Dominanz von Wissensarbeit liegen. Die Leistungen der Wissensökonomie bestehen also darin, Wissen aus einer Form in eine andere nützliche, vermarktbare Form zu wandeln und dadurch einen großen Kundenkreis zu erreichen (Kujath 2005c, S. 11). Da das Produkt dieser Unternehmen Wissen ist, benötigen sie gut ausgebildetes Personal, dass spezialisiertes, dem jeweiligen Anwendungskontext angepasstes Wissen einsetzt. Wissensintensive Branchen lassen sich gut durch den Indikator des höchsten beruflichen Bildungsabschlusses der Beschäftigten gliedern. Wenn die Hochschulquote über dem westdeutschen Referenzwert liegt, dann wird eine Branche eindeutig als wissensintensiv klassifiziert (Haas; Lindemann 2003, S. 5). Die Tätigkeiten sind wissensintensive, d.h. Wissen stellt gegenüber den anderen Faktoren die wichtigste Größe dar, analog zu kapital- oder arbeitsintensiv (Di Iorio Egeler 2006, S. 8). Sie sind durch hohen Humankapitaleinsatz, Informationsgehalt, Experten-Know-How, hohe Qualifikationsanforderungen und Kreativitätspotential gekennzeichnet. Wissensintensive Dienstleistungen gelten als strategisch bedeutend für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Enge Kundenbeziehungen spielen eine besondere Rolle (Strambach 1999, S. 9), aber auch die Standortwahl ist sehr entscheidend für den Erfolg von wissensintensiven Dienstleistungen (Di Iorio Egeler 2006, S.11). Sie besitzen hohe Potentiale für Beschäftigung und Wertschöpfung und weisen eine höhere Produktivität als übrige Dienstleistungen auf (Haas; Lindemann 2003, S. 2). Weitere Kennzeichen von wissensintensiven Dienstleistungen sind die hohen Wachstumsraten. Unternehmen fragen immer mehr Dienstleistungen von Rechts-, Finanz- und Unternehmensberatern, Werbeagenturen und Buchführungsfirmen nach (Sassen 1997, S. 79). Man findet wissensintensive Dienstleister vor allem in hochverdichteten urbanen Zentren (Metropolregionen), wo Agglomerationsvorteile und Wissensspillover eine wichtige Rolle spielen (Stahlecker 2006, S. 14). Es bilden sich Netzwerke heraus, die die räumliche Nähe anderer Unternehmen nutzen und so Informations- und Transaktionskosten reduzieren (Haas; Lindemann 2003, S. 4).

Dass der Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen zu den wachstumsstärksten Bereichen gehört, zeigen folgende Zahlen: im Jahr 2000 waren in Deutschland 328.906 Dienstleistungsunternehmen (22,7%) und 1,64 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftige (9,4%) im Dienstleistungssektor in wissensintensiven Dienstleistungen tätig. Von 1996-2000 verzeichnete die Branche einen Zuwachs von 48,8% an umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen. Dies ist der neunfache Wert des Wachstums der Unternehmenszahlen aller Wirtschaftsbereiche (Strambach 2004, S. 50).

Die folgende Abbildung fasst die in diesem Kapitel erarbeiteten Charakteristika von wissensintensiven Dienstleistungen noch einmal zusammen. Es werden die jeweiligen Branchen gezeigt und vier der wichtigsten Eigenschaften die diese spezielle Form der Dienstleistungen gemeinsam haben.

Abb. 1 Gemeinsame Charakteristika wissensintensiver

unternehmensorientierter Dienstleistungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Strambach 1999, S. 8)

3. Unternehmensstandorte von wissensintensiven Dienstleistungen

In diesem Kapitel soll geklärt werden, wo sich wissensintensive Dienstleistungsunternehmen in Deutschland konzentrieren, warum sie diese Standorte wählen und ob diese Standortentscheidungen in irgendeiner Weise gelenkt werden können.

3.1 Wo konzentrieren sich wissensintensive Dienstleistungen in Deutschland?

Abb. 2 Beschäftigte in wissensintensiven unternehmens- orientierten Dienstleistungen 2000

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Strambach 2004, S. 52)

Der Großteil des Angebotes an unternehmens- und so an

wissensintensiven Dienst-leistungen konzentriert sich in den größten Städten, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit (Sassen 1997, S. 79). In Deutschland arbeiteten im Jahr 2000 fast 70% der wissensintensiven unter-nehmensorientierten Dienst-leistungsbeschäftigten in wachstumsstarken Ballungsräumen Westdeutschlands (Strambach 2004, S. 53). In einigen Agglomerationsräumen sind bereits 20% der Beschäftigten bzw. bis zu 30% der Unternehmen in diesem Bereich tätig, wie aus Abbildung 2 erkennbar ist. Sie konzentrieren sich in den Agglomerationen Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart und München. Auch erkennbar ist, dass sich die Dienstleistungsdichte in den verstädterten Räumen bzw. im ländlichen Raum in Deutschland nur vereinzelt hervorhebt. Die Hauptkonzentrationen liegen in den Agglomerationsräumen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen - ein qualitativer Standortindikator in Metropolregionen Deutschlands?
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Ausgewählte Aspekte einer Wirtschaftsgeographie der Dienstleistungen
Note
1,65
Autor
Jahr
2007
Seiten
32
Katalognummer
V67847
ISBN (eBook)
9783638605458
Dateigröße
2929 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit untersucht wissensintensive Dienstleistungsstandorte in Deutschland, gibt einen Überblick über deutsche Metropolregionen und untersucht, ob wissensitensive Dienstleistungsunternehmen als Standortindikator in Metropolregionen dienen können. Gleichzeitig wird auf die Wechselbeziehungen zwischen Unternehmen und Standort eingegangen.
Schlagworte
Unternehmensstandorte, Dienstleistungen, Standortindikator, Metropolregionen, Deutschlands, Ausgewählte, Aspekte, Wirtschaftsgeographie
Arbeit zitieren
Corinna Wendt (Autor), 2007, Unternehmensstandorte wissensintensiver Dienstleistungen - ein qualitativer Standortindikator in Metropolregionen Deutschlands?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67847

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