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Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli

Title: Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 7 Pages , Grade: 1

Autor:in: Magistra Artium Sandra Naumann (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
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Die politische Bildungsarbeit wird oft überschätzt. Es wird der Anspruch erhoben, sie könne auf alle aktuellen Probleme einwirken und hätte „Verantwortung für gegenwärtige und zu-künftige Lebens- und Entwicklungsverhältnisse der nachwachsenden Generation“ . Obwohl diese Anforderungen sicherlich sehr hoch gegriffen sind, sollte m.E. die politische Bildung versuchen, diesen Anspruch anzunehmen. Sie dient nicht zur Reparatur gesellschaftlicher Fehlkonstruktionen, doch sie bildet die Schlüsselqualifikation zu gesellschaftlichen Teilhabe einzelner Individuen. Sarcinelli spricht ihr diese Funktion nicht ab, doch setzt sich dafür ein, daß ihre Aufgaben reduziert werden sollten auf wesentliche Grundlagen. Wenn er sagt. „Gegenstand der politischen Bildung ist die Politik“, so ist meiner Ansicht nach darin einbegriffen, daß politische Bildung ihre „Ziele und Inhalte immer wieder neu überdenken“ muß, also sich gegenwärtigen Problemen auch stellen sollte.
Dies mag einst die Friedenserziehung oder Umwelterziehung gewesen sein. Momentan hat man m.E. erkannt, daß die Ausdifferenzierung von Interessengruppen und Milieus auch das politische Beachtung von Problemen ausdifferenziert. Dadurch kommt es zu breiteren Aktionsfeldern, die nicht mehr von allen Individuen gleich bedient werden können. Auch für Interessierte mag es schwierig sein, Informationen gezielt zu verarbeiten. Dennoch stellt die politische Bildung – und m.E. auch Sarcinelli - nach wie vor das Ziel an sich, breite Massen engagieren zu wollten. Das momentane gegenwärtige Problem liegt m.E. darin, daß eben der breiten Masse nach wie vor die Möglichkeiten und Qualifikationen fehlen, gezielt an Informationen zu gelangen, diese zu filtern und auszuwerten, als auch letztendlich diese für sich zu verwenden, also politisch direkt oder indirekt aktiv werden zu können. Aus der Milieu~ und Wahlforschung wissen wir, daß jedoch nicht alle Schichten oder Klassen gleich interessiert sind und aufgrund der Herkunft, sowie des sozialen und familiären Hintergrundes, nicht alle Individuen Zugangskompetenzen zu politischer Bildung haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Zur Definition der politischen Bildung

Über den Zugang bestimmter Schichten zu Medien

Flexible Menschen und die Befähigung zur Kommunikation

Sarcinelli’s Verhältnis zu den Theorien von Luhmann

Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Ausarbeitung analysiert die theoretische Perspektive von Ulrich Sarcinelli auf die Bedeutung und Vermittlung von Medienkompetenz im Kontext der politischen Bildung. Das primäre Ziel ist es, den Beitrag der politischen Bildung zur Befähigung des Individuums zur gesellschaftlichen Teilhabe vor dem Hintergrund einer komplexer werdenden Medienlandschaft kritisch zu hinterfragen und zu erörtern.

  • Die Rolle der politischen Bildung als Schlüsselqualifikation für gesellschaftliche Partizipation.
  • Die Analyse der Mediennutzung und des exklusiven Zugangs zu Informationen in verschiedenen sozialen Schichten.
  • Die Auswirkungen der Modernisierung und Individualisierung auf das politische Verhalten und die Orientierungsfähigkeit.
  • Die symbiotische Beziehung zwischen Medien und Politik (Medienlogik).
  • Der Ansatz, das Individuum durch Kompetenzerwerb zur aktiven Mitgestaltung des gesellschaftlichen Systems zu befähigen.

Auszug aus dem Buch

Flexible Menschen und die Befähigung zur Kommunikation

Vor allem aus dem Wirtschaftsleben kommt die Forderung nach dem „total „flexiblen Menschen““10. Die Menschen müssen schnell reagieren können und können auf ihre eigenen Bedürfnisse wenig Rücksicht nehmen. Über sie verfügt die Wirtschaft nach Belieben, was m.E. schon im Begriff „Humankapital“ deutlich wird. Sarcinelli beschreibt das Phänomen bezüglich der „rational choice - Theorie“ bei den modernen Menschen als sich von traditionellen Bindungen lösend und auf kurzfristige Kalküle beschränkend.11 Jeder, der dazu nicht in der Lage sein kann oder will, nimmt die „Verliererposition“12 der Moderne ein. Dies sind ebenfalls wieder m.E. Menschen aus den „unteren Schichten“, welche nämlich dieser rasanten Entwicklung unserer Zeit nicht folgen können, weil ihnen die Schlüsselqualifikationen dazu fehlen – eben auch die Möglichkeiten und Fähigkeiten mit der heutigen Kommunikation umzugehen. Um flexibel, allzeit auf dem neuesten Stand und aktiv mit der Gesellschaft verbunden sein zu können, bedarf es des Vorhandenseins dazu benötigter Kommunikationsmittel und aber auch der Befähigung, diese effektiv anzuwenden und einzusetzen. Möglichst vielen Menschen diese neuen Mittel und Medien zugänglich und vertraut zu machen bedarf es der politischen Bildung.

Ich würde sogar noch weiter gehen, als Sarcinelli13, und der politischen Bildung die Aufgabe zuschreiben, den Menschen zu zeigen, wo und wie sie Informationen erhalten und sich anschließend auch selbst aktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen können. Man muß das gesellschaftliche Leben erst verstehen, bevor man wirklich aktiv werden kann.14

Zusammenfassung der Kapitel

Zur Definition der politischen Bildung: Dieses Kapitel erläutert den Anspruch der politischen Bildung als notwendige Schlüsselqualifikation für die gesellschaftliche Teilhabe, wobei die Notwendigkeit betont wird, Ziele stetig an aktuelle gesellschaftliche Probleme anzupassen.

Über den Zugang bestimmter Schichten zu Medien: Der Abschnitt diskutiert die Persistenz exklusiver Zugangsbarrieren zu qualitativ hochwertigen Informationen trotz eines allgemeinen gesellschaftlichen Wandels und zunehmender Medienvielfalt.

Flexible Menschen und die Befähigung zur Kommunikation: Hier wird der Druck auf den Menschen in der modernen Wirtschaft analysiert und die politische Bildung gefordert, die für eine aktive Teilhabe notwendigen Medien- und Kommunikationskompetenzen zu vermitteln.

Sarcinelli’s Verhältnis zu den Theorien von Luhmann: Diese Analyse setzt sich mit der systemtheoretischen Betrachtung von Politik und Medien auseinander und erörtert die Rolle des informierten Beobachters als Vermittler zwischen diesen beiden Systemen.

Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass politische Bildung zwar keine gesellschaftlichen Zustände unmittelbar ändern kann, aber als essenzielle Voraussetzung dient, um Individuen zur aktiven Teilhabe und Mitgestaltung zu befähigen.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Medienkompetenz, Sarcinelli, Luhmann, Systemtheorie, Gesellschaftliche Teilhabe, Medienlogik, Humankapital, Rational Choice Theorie, Kommunikationsfähigkeit, Informationszugang, Soziale Schichten, Moderne, Partizipation, Politische Aktivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser schriftlichen Ausarbeitung grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Ansätze von Ulrich Sarcinelli zur Medienkompetenz und deren zentrale Bedeutung für die politische Bildung in einer modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der politischen Bildung, soziale Disparitäten beim Zugang zu Informationen, die Dynamik zwischen Politik und Medien sowie die Anforderungen an den modernen Menschen durch Individualisierung und ökonomischen Druck.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politische Bildung durch den Vermittlungsprozess von Kompetenzen dazu beitragen kann, gesellschaftliche Teilhabe für breitere Massen zu ermöglichen und die Lücke zwischen den Systemen Politik und Gesellschaft zu überbrücken.

Welche wissenschaftliche Perspektive nimmt die Autorin ein?

Die Arbeit nutzt soziologische Ansätze und bezieht sich dabei insbesondere auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann sowie die Analysen von Ulrich Sarcinelli zu politischen Prozessen und Medien.

Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die kritische Reflexion über den Zugang zu Medien in verschiedenen sozialen Schichten, das Konzept der „flexiblen Menschen“, die symbiotische Beziehung zwischen Medien und Politik sowie die Rolle des Beobachters innerhalb der Gesellschaftssysteme.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Schlüsselbegriffe wie politische Partizipation, Medienkompetenz, systemtheoretische Analyse, gesellschaftliche Involvierung und Bildungssoziologie definieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Einzelnen in der modernen Mediengesellschaft?

Die Autorin argumentiert, dass der Einzelne heute durch eine Informationsflut und den Wegfall traditioneller Kommunikationszirkel oft orientierungslos ist, weshalb die politische Bildung eine entscheidende Funktion bei der Vermittlung von Orientierungshilfen übernehmen muss.

Wie steht die Autorin zu Sarcinellis Einschätzung der politischen Bildung?

Die Autorin stimmt Sarcinelli weitgehend zu, geht jedoch an einigen Punkten weiter, indem sie eine stärkere aktive Unterstützung der politischen Bildung bei der Befähigung zur gesellschaftlichen Einbringung fordert, anstatt sich nur auf eine Reduzierung der Aufgaben auf "wesentliche Grundlagen" zu beschränken.

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Details

Title
Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli
College
Dresden Technical University  (Erziehungswissenschaften)
Course
Theorien und Konzepte der Medienpädagogik
Grade
1
Author
Magistra Artium Sandra Naumann (Author)
Publication Year
2003
Pages
7
Catalog Number
V68579
ISBN (eBook)
9783638600279
Language
German
Tags
Betrachtung Medienkompetenz Bildung Sarcinelli Theorien Konzepte Medienpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Sandra Naumann (Author), 2003, Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68579
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