Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

7 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

Zur Definition der politischen Bildung

Über den Zugang bestimmter Schichten zu Medien

Flexible Menschen und die Befähigung zur Kommunikation

Sarcinelli’s Verhältnis zu den Theorien von Luhmann

Schlußbetrachtung

Literatur:

Zur Definition der politischen Bildung

Die politische Bildungsarbeit wird oft überschätzt.[1]Es wird der Anspruch erhoben, sie könne auf alle aktuellen Probleme einwirken und hätte „Verantwortung für gegenwärtige und zu-künftige Lebens- und Entwicklungsverhältnisse der nachwachsenden Generation“[2]. Obwohl diese Anforderungen sicherlich sehr hoch gegriffen sind, sollte m.E. die politische Bildung versuchen, diesen Anspruch anzunehmen. Sie dient nicht zur Reparatur gesellschaftlicher Fehlkonstruktionen, doch sie bildet die Schlüsselqualifikation zu gesellschaftlichen Teilhabe einzelner Individuen. Sarcinelli spricht ihr diese Funktion nicht ab, doch setzt sich dafür ein, daß ihre Aufgaben reduziert werden sollten auf wesentliche Grundlagen. Wenn er sagt. „Ge-genstand der politischen Bildung ist die Politik“[3], so ist meiner Ansicht nach darin einbegrif-fen, daß politische Bildung ihre „Ziele und Inhalte immer wieder neu überdenken“ muß, also sich gegenwärtigen Problemen auch stellen sollte.

Dies mag einst die Friedenserziehung oder Umwelterziehung gewesen sein. Momentan hat man m.E. erkant, daß die Ausdifferenzierung von Interessengruppen und Milieus auch das po-litische Beachtung von Problemen ausdifferenziert. Dadurch kommt es zu breiteren Aktions-feldern, die nicht mehr von allen Individuen gleich bedient werden können. Auch für Interes-sierte mag es schwierig sein, Informationen gezielt zu verarbeiten. Dennoch stellt die poli-tische Bildung – und m.E. auch Sarcinelli - nach wie vor das Ziel an sich, breite Massen en-gagieren zu wollten. Das momentane gegenwärtige Problem liegt m.E. darin, daß eben der breiten Masse nach wie vor die Möglichkeiten und Qualifikationen fehlen, gezielt an Infor-mationen zu gelangen, diese zu filtern und auszuwerten, als auch letztendlich diese für sich zu verwenden, also politisch direkt oder indirekt aktiv werden zu können. Aus der Milieu~ und Wahlforschung wissen wir, daß jedoch nicht alle Schichten oder Klassen gleich interessiert sind und aufgrund der Herkunft, sowie des sozialen und familiären Hintergrundes, nicht alle Individuen Zugangskompetenzen zu politischer Bildung haben.

Über den Zugang bestimmter Schichten zu Medien

Sarcinelli spricht dieses Thema indirekt an, indem er den allgemeinen gesellschaftlichen Wandel beschreibt.[4]Sicherlich, in den letzten Jahrhunderten haben sich die Möglichkeiten der Nachrichtenverbreitung stark geändert. Aber m.E. nicht wesentlich die an die Adressaten aus-gerichteten Inhalte. Gab es einst Marktschreier, übernimmt heute die Bild-Zeitung die Über-mittlung von Nachrichten zur Erheiterung des Alltages oder Gesprächsthemenversorgung be-stimmter Klassen. Damals wie heute gehen die politischen Nachrichten selektiert und auf das nötigste reduziert an diese Adressaten. Ebenso wie sich die einst schreibkundige Bevölkerung sich später in Lesezirkel zusammenfand und heute bestimmte Medien, die in ihren Schichten anerkannt sind, nutzt; änderte sich an deren exklusiveren Zugang zu nachrichten nicht viel. Im allgemeinen mag durchaus eine Erweiterung der Nutzer die Gesellschaft durchdrungen haben, aber m.E. bleibt durch den ebenso allgemeinen Bevölkerungsanstieg das ursprüngliche Verhältnis beider Schichten relativ stabil.

Unterlagen die einzelnen Individuen früher der Schwierigkeit, an Informationen zu gelan-gen, so stellt sich heute die Frage, wie man an welche Informationen gelangen kann. Der Zu-gang dazu bleibt ähnlich exklusiv. Sarcinelli möchte jedoch durch und mit der politischen Bildung dazu beitragen, daß die Probleme der modernen Gesellschaft, nämlich die Infor-mationsflut und damit Orientierungslosigkeit durch Kompetenzerwerb, abgefedert werden können.[5]

[...]


[1]Sarcinelli, S. 1

[2]Ebd.

[3]Ebd., S. 2

[4]Ebd., S.3/4

[5]S. 3 und 4 unter Einbezug von Nipperdey

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Theorien und Konzepte der Medienpädagogik
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
7
Katalognummer
V68579
ISBN (eBook)
9783638600279
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betrachtung, Medienkompetenz, Bildung, Sarcinelli, Theorien, Konzepte, Medienpädagogik
Arbeit zitieren
Magistra Artium Sandra Naumann (Autor), 2003, Zur theoretischen Betrachtung der Medienkompetenz in der politischen Bildung bei Sarcinelli , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68579

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