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Peeping Tom (Michael Powell, 1959)

Titre: Peeping Tom (Michael Powell, 1959)

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2000 , 26 Pages , Note: 1

Autor:in: Anna Purath (Auteur)

Filmologie
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Ironischerweise beendet ausgerechnet Peeping Tom die Karriere eines der bedeutendsten britischen Regisseure, Michael Powell, wo doch gerade dieser Film so viel über das Filmen selbst erzählt.

Nach seiner Weltpremiere am 7. April 1960 mußte Peeping Tom eine Welle von Haßtiraden seitens der britischen Kritiker über sich ergehen lassen bis er schließlich, nach nur zwei Wochen Spielzeit, gänzlich aus dem Verkehr gezogen wurde. Erst 1979, dank der Bemühungen von Martin Scorsese, der Powells Werk schätzte und bewunderte, wurde Peeping Tom auf dem New-Yorker Filmfestival wieder aufgeführt.

Als erster Film seiner Art spürt Peeping Tom die geheimen voyeuristischen Gelüste der modernen Gesellschaft auf – ursprünglich enthielt er sogar die erste Nacktszene (mit Pamela Green), die allerdings von der Zensur gestrichen wurde. Dennoch wurden Powell v.a. Pornographie und die Verherrlichung von Sexualsadismus vorgeworfen.

Aus heutiger Sicht scheint diese Art der Verurteilung völlig ungerechtfertigt. Nicht nur, weil sich das Kino und die Sehgewohnheiten seines Publikums gewandelt haben. Die Kritiken lassen vor allem den wesentlichen Gehalt des Films völlig außer Acht: Powell hatte wohl nicht die Absicht, die Verbrechen eines Lustmörders zu bagatellisieren, wie es in einer der Kritiken heißt. Die Verbrechen sowie die morbide Lust, sie zu filmen und immer wieder anzuschauen, dienen vielmehr als Folie einer tiefer gehenden Reflexion von Wahrnehmungsmechanismen des Kinos und darüber hinaus.

Peeping Tom markiert den Höhepunkt von Powells Karriere und ist auch gleichzeitig ein Manifest seiner eigenen Obsession und Liebe zum Kino. Der Film ist einerseits eine Untersuchung der eigentlichen Essenz des Kinos, des Sehens in all seinen Formen vom neugierigen Beobachten bis hin zur krankhaften Skopophilie. Andererseits stellt er aber auch eine Art empirischen Versuch dar, in dem der Zuschauer, herausgerissen aus seiner Unschuld und dem sicheren Dunkel des Zuschauerraumes, Teil des Films und seines Themas wird. Durch die raffinierte Verstrickung von Film-im-Film mit altbekannten Genremotiven dekonstruiert Powell das Gefüge von narrativen und formalen Regeln, das Regisseuren wie Hitchcock in Rear Window oder Rope erlaubte, Tabus auf die Leinwand zu bringen, ohne sich der Immoralität schuldig zu machen. Möglicherweise war auch das der wahre Grund für die Empörung der Zeitgenossen.

[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Dying for Art – Das Filmen als pseudoerotische Obsession

2.2 Voyeurismus als Essenz von Kino

3. Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert den Film "Peeping Tom" (1959) von Michael Powell unter dem Aspekt der Selbstreflexivität des Kinos. Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Film durch gezielte filmische Strategien den Zuschauer aktiv in seine voyeuristische Struktur einbindet, anstatt ihn in einer distanzierten Betrachterrolle zu belassen, und damit eine kritische Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Sehens und Filmemachens erzwingt.

  • Die Dekonstruktion voyeuristischer Sehgewohnheiten im modernen Kino.
  • Die Darstellung des Filmemachens als pseudoerotische Obsession.
  • Die Untersuchung der Rolle des Zuschauers als Komplize des Mörders.
  • Die psychologische Dimension des "tödlichen Blicks" durch das Kameraobjektiv.

Auszug aus dem Buch

2.1 Dying for Art – Das Filmen als pseudoerotische Obsession

Die zeitgenössischen Kritiker von Peeping Tom hatten bei ihren Verrissen wohl in erster Linie die angebliche Ästhetisierung von üblen Verbrechen sowie die freizügige und ironisierende Behandlung der Pornographie im Auge. Einer der damaligen Filmkritiker schreibt in einem Rückblick: „The reviews it got should have been a disributor’s dream, destined to be plastered all over the town as a salacious ‚come on’ to a sensation-hungry public“. Tatsächlich seien es aber die Filmverleiher selbst gewesen, die daraufhin den Film nach und nach aus dem Programm strichen, aus Angst vor einer Klage. „Sadism, sex an the exploitation of human degradation“, das Böse, Abstoßende und Kranke an Peeping Tom wurde ihm angehangen – kein Wort über seinen selbstreflexiven Charakter.

Ganz im Gegensatz dazu beurteilt Powell selbst sein Werk als „tendre“ und „gentil“ und vor allem als seinen „film le plus sincère“. In einem Interview mit Bertrand Tavernier aus dem Jahre 1968 sagt er: „Je me sentais très proche du héros qui est un metteur en scène – absolu, quelqu’un qui aborde la vie comme un metteur en scène, qui en est conscient et en souffre. C’est un technicien de l’émotion. Et moi-même qui suis passionné par la technique, qui découpe toujours mentalement une scène qui se déroule devant moi dans la rue, dans la vie, je pouvais partager son angoisse.“ Dieses Geständnis enthüllt Peeping Tom als sehr persönlichen Film eines Regisseurs, der sein Leben und sogar sich selbst als „simply cinema“ bezeichnete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Rezeption des Films ein, beleuchtet den Wandel vom kritisierten Skandalfilm zum geschätzten Klassiker und formuliert die zentrale These der Arbeit bezüglich der filmischen Strategien zur Reflexion von Wahrnehmungsmechanismen.

2.1 Dying for Art – Das Filmen als pseudoerotische Obsession: Hier wird untersucht, wie der Film das Filmemachen als zwanghafte, erotisch konnotierte Obsession darstellt und den Regisseur Mark Lewis als Projektionsfläche für Powells eigene Kunstauffassung nutzt.

2.2 Voyeurismus als Essenz von Kino: Dieses Kapitel analysiert "Peeping Tom" als Sammelbegriff für die voyeuristischen Neigungen der modernen Gesellschaft und untersucht, wie der Zuschauer durch den bewussten Entzug von Informationen und die Manipulation der Sehgewohnheiten zum Komplizen gemacht wird.

3. Schluß: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie der Film durch den Angriff auf den Zuschauer und die Entlarvung der Filmindustrie ein unbequemes, aber essentielles Werk über die voyeuristische Natur des Kinos bleibt.

Schlüsselwörter

Peeping Tom, Michael Powell, Voyeurismus, Selbstreflexivität, Kino, Psychothriller, Film-im-Film, Zuschauerrolle, Sehgewohnheiten, Obsession, Kamerablick, Ästhetisierung, Identifikation, Medientheorie, Filmgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Film "Peeping Tom" von Michael Powell und dessen kritische Auseinandersetzung mit dem Akt des Filmens und der voyeuristischen Natur des Kinos.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Voyeurismus, die psychologische Bindung zwischen Regisseur und Zuschauer, die Dekonstruktion filmischer Sehkonventionen sowie die Darstellung des Filmemachens als Besessenheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, mit welchen filmischen Strategien "Peeping Tom" die voyeuristische Haltung des Publikums entlarvt und den Zuschauer zu einer aktiven und unangenehmen Reflexion seines eigenen Sehverhaltens zwingt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Text- und Filmanalyse, die den Film anhand seiner formalen Struktur, der Inszenierung von Blickachsen und der Rezeptionsgeschichte untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird analysiert, wie Mark Lewis als Filmemacher fungiert, wie das Filmen als Obsession dargestellt wird und wie der Film das Publikum durch das Vorenthalten von Informationen und das Aufbrechen von Identifikationsmustern gezielt verunsichert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Voyeurismus, Selbstreflexivität, Zuschauerrolle, Kamerablick, Psychothriller und die Dekonstruktion von Sehgewohnheiten.

Inwiefern unterscheidet sich der Zuschauer in "Peeping Tom" von dem in Filmen wie Hitchcocks "Psycho" oder "Rear Window"?

Im Gegensatz zu den genannten Filmen verweigert "Peeping Tom" dem Zuschauer eine einfache moralische Distanzierung oder eine bequeme Identifikation, indem er ihn direkt mit seiner eigenen Rolle als Voyeur konfrontiert.

Welche Bedeutung kommt dem "tödlichen Blick" in der Argumentation der Arbeit zu?

Der "tödliche Blick" beschreibt die Verschmelzung von Kameraauge und Mordinstrument, womit der Film die aktive Verantwortung des Zuschauers für das, was er auf der Leinwand konsumiert, thematisiert.

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Résumé des informations

Titre
Peeping Tom (Michael Powell, 1959)
Université
Free University of Berlin  (Inst. für Theaterwissenschaft)
Cours
PS: Film im Film
Note
1
Auteur
Anna Purath (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
26
N° de catalogue
V6865
ISBN (ebook)
9783638143387
ISBN (Livre)
9783656227144
Langue
allemand
mots-clé
Voyeurismus Powell
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Purath (Auteur), 2000, Peeping Tom (Michael Powell, 1959), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6865
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Extrait de  26  pages
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