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Mentale Repräsentation. Vorzüge und Nachteile von Jerry Fodors Theorie einer 'Sprache des Geistes'

Titel: Mentale Repräsentation. Vorzüge und Nachteile von Jerry Fodors Theorie einer 'Sprache des Geistes'

Referat (Ausarbeitung) , 2004 , 8 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bert Grashoff (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kennzeichnend für eine Klasse von mentalen Phänomenen ist unter anderem ihre Intentionalität, ihre Gerichtetheit auf Anderes. Diese Gerichtetheit lässt sich mit Formulierungen wie „ich glaube / hoffe / befürchte / wünsche, dass y“ beschreiben. Während der Gehalt der Gerichtetheit, also das jeweilige „y“, als Proposition bezeichnet wird, heißt die jeweilige Art der Gerichtetheit, also das Glauben, Hoffen, Befürchten, Wünschen, etc., propositionale Einstellung. In einem großen Teil der Literatur hat sich der Begriff der mentalen Repräsentation für diese Klasse von Phänomenen eingebürgert, da sich diese mentalen Phänomene vermöge ihrer Gerichtetheit auf etwas anderes beziehen, also auch als Repräsentation von anderem aufgefaßt werden können. Allerdings stellen nicht alle mentalen Repräsentationen etwas Existierendes vor, Feen oder Einhörner können ebenfalls den Inhalt einer mentalen Repräsentation bilden. Physikalistische Theorien mentaler Zustände gehen prinzipiell davon aus, dass alle mentalen Phänomene durch physische Vorgänge gezeitigt werden, also insbesondere auch mentale Repräsentationen. Von diesen Theorien wird daher eine Begründung dafür verlangt, dass physische Prozesse überhaupt die Eigenschaft einer Gerichtetheit aufweisen können, bzw. dass sie überhaupt dazu in der Lage sind, etwas anderes zu repräsentieren, da diese Theorien ansonsten stark an Glaubwürdigkeit einbüßen würden. Jerry Fodor hat 1975 ein erstes Modell dafür entwickelt, wie der Zusammenhang zwischen physischen Prozessen einerseits und mentalen Repräsentationen andererseits aussehen könnte, die sogenannte Language-of-Thought-Theorie. Mit anderen Worten hat Fodor versucht, Intentionalität als Eigenschaft physischer Phänomene plausibel darzustellen. Im Folgenden soll es nach einer kurzen Vorstellung dieser Theorie darum gehen, ihre Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Problemaufriss

2 Language of Thought

3 Vor- und Nachteile von Fodors Sprache des Geistes

4 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit befasst sich mit Jerry Fodors "Language-of-Thought"-Theorie und untersucht, inwiefern diese physikalistische Modellierung mentale Phänomene und Intentionalität durch die Analogie zu symbolverarbeitenden Systemen plausibel erklären kann.

  • Grundlagen mentaler Repräsentation und Intentionalität
  • Die "Sprache des Geistes" als repräsentationalistischer Ansatz
  • Analogie zwischen menschlicher Kognition und Computerarchitektur
  • Identitätstheoretische Einordnung mentaler Prozesse
  • Kritische Würdigung der Grenzen des Fodor'schen Modells

Auszug aus dem Buch

Vor- und Nachteile von Fodors Sprache des Geistes

Der entscheidende Vorteil dieser Theorie ist die Verständlichmachung der Beziehung zwischen der Bedeutungsebene und der Ebene physischer Prozesse. Insbesondere die Analogie zur Funktionsweise herkömmlicher Computer ist hierbei aufschlussreich und überzeugend: Computer sind Symbol verarbeitende Maschinen, d. h. physische Prozesse, die aufgrund von physisch vorgegebenen (Sprach-)Regeln Repräsentationen verarbeiten können. Wenn dies aber für Computer gilt, warum sollte es nicht auch für das menschliche Gehirn gelten können?

Da der Zusammenhang von Bedeutungsebene und physischer Ebene (weitestgehend) identitär vorgestellt wird, handelt es sich bei Fordors Theorie um eine Identitätstheorie. Dies bringt den weiteren Vorteil mit sich, dass diese Theorie problemlos begründen kann, warum wir den Eindruck haben, unser Geist sei kohärent. Wir haben die Intuition, dass viele unserer Gedanken und Handlungen aus anderen Gedanken resultieren. Da Physikalisten davon ausgehen, dass mentale Phänomene grundsätzlich durch physische gezeitigt werden, können sie diese Intuition nur dann begründen, wenn sie eine Identität von physischen und mentalen Prozessen annehmen. Genau dies tut Fodor: ein Computer reagiert auf Symbole mit anderen Symbolen entsprechend seiner physisch festgelegten Semantik, weil die Symbole mit den zu Grunde liegenden physischen Prozessen identisch sind bzw. nur den Ausdruck dieser physischen Prozesse darstellen.

Ein Nachteil dieser Theorie ist die Fixierung auf die Analogie mit herrkömmlichen Computern. Der von Fodor beschriebene Zusammenhang zwischen Bedeutungsebene und physischer Ebene kann auch für neuronale Netze konstatiert werden, ist also nicht auf die herkömmliche, logische Computer-Architektur reduziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemaufriss: Einführung in die Begrifflichkeit der Intentionalität und Darstellung des Bedarfs einer physikalistischen Erklärung für mentale Repräsentationen.

2 Language of Thought: Erläuterung des repräsentationalistischen Ansatzes von Fodor, bei dem mentale Zustände als Symbole einer internen Sprache fungieren.

3 Vor- und Nachteile von Fodors Sprache des Geistes: Kritische Analyse der Analogie zur Computerarchitektur, wobei sowohl die Erklärungskraft für geistige Kohärenz als auch die Defizite in der Erklärung der Genese mentaler Symbole beleuchtet werden.

4 Resümee: Zusammenfassende Bewertung von Fodors Theorie als plausibler physikalistischer Ansatz, der jedoch in der detaillierten Erklärung der autonomen Bedeutungskonstitution unbefriedigend bleibt.

Schlüsselwörter

Mentale Repräsentation, Intentionalität, Language of Thought, Fodor, Physikalismus, Propositionale Einstellung, Identitätstheorie, Symbolverarbeitung, Repräsentationalismus, Kognition, Sprache des Geistes, Geist-Körper-Problem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht Jerry Fodors Theorie einer "Sprache des Geistes" hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Intentionalität physikalistisch zu begründen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Begriffe der mentalen Repräsentation, das Verhältnis zwischen physischen Prozessen und Bedeutungsebenen sowie die Analogie zum Computer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der Language-of-Thought-Theorie gegeneinander abzuwägen und ihre Plausibilität zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretisch-analytische Methode, die zentrale Argumente der Philosophie des Geistes kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Modells als repräsentationalistischer Ansatz und die anschließende kritische Reflexion der Computer-Analogie.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mentale Repräsentation, Intentionalität, Identitätstheorie und Symbolverarbeitung.

Warum spielt der Computer-Vergleich eine so große Rolle für Fodor?

Fodor nutzt den Computer als Modell, um zu zeigen, wie physische Systeme durch formale Regeln Symbole verarbeiten und so mentale Repräsentationen generieren können.

Was ist der Hauptkritikpunkt an Fodors Theorie?

Der Autor kritisiert insbesondere, dass die Theorie nicht erklären kann, wie mentale Symbole selbstständig und ohne äußeren Konstrukteur entstehen oder eine Semantik erhalten.

Welche Rolle spielen "propositionale Einstellungen" in diesem Modell?

Sie werden als spezifische Relationen zu Repräsentationen verstanden, die physikalisch durch unterschiedliche Speicher im menschlichen Körper realisiert sein sollen.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mentale Repräsentation. Vorzüge und Nachteile von Jerry Fodors Theorie einer 'Sprache des Geistes'
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Grundprobleme der Philosophie des Geistes
Note
2,0
Autor
Bert Grashoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V68663
ISBN (eBook)
9783638611107
ISBN (Buch)
9783656523888
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mentale Repräsentation Vorzüge Nachteile Jerry Fodors Theorie Sprache Geistes Grundprobleme Philosophie Geistes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bert Grashoff (Autor:in), 2004, Mentale Repräsentation. Vorzüge und Nachteile von Jerry Fodors Theorie einer 'Sprache des Geistes', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68663
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  8  Seiten
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