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Das 'Theater der Unterdrückten' in der Schule am Beispiel eines Theaterworkshops zum Thema 'Gewalt'

Titel: Das 'Theater der Unterdrückten' in der Schule am Beispiel eines Theaterworkshops zum Thema 'Gewalt'

Examensarbeit , 1997 , 123 Seiten , Note: 1

Autor:in: Holger Döding (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Im bisherigen Verlauf meines Studiums, sowie meiner gesamten Schulzeit, waren die Möglichkeiten zur praktischen Beschäftigung nur sehr selten und ich mußte sie mir immer unter den "freiwilligen" Fächer- oder Seminarangeboten suchen.
Gelegenheit, mich mit meiner Person, meiner individuellen
Lebenssituation und den daraus erwachsenden Problemen, besonders bezogen auf mein jeweiliges Lebensumfeld zu beschäftigen, wurde mir kaum geboten. Institutionen wie Schule und Universität lähmen uns oft in unserer Kreativität und in unserem Aktionismus, was im
schlimmsten Fall zu Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit führen kann.
Um dem entgegenzuwirken, müßten kreative, schöpferische
Handlungsmöglichkeiten, die nicht zum Institutionsalltag
gehören, wieder neu entdeckt werden. Theater ist für mich solch eine Möglichkeit.
In den Seminaren zum "Brüchigen Habitus"(1) bekam ich die Gelegenheit, mich zusammen mit einigen KommilitonInnen über unterschiedliche Konfliktsituationen anhand des Forumtheaters auszutauschen und
gemeinsam mit ihnen nach Handlungsalternativen zu suchen.
Mich hat diese aktive Art und Weise der Auseinandersetzung sofort fasziniert und die Aufführung in der Universität Hannover war für mich eine interessante Erfahrung und hat mir großen Spaß gemacht.
Ich war sehr überrascht, wie schnell das Publikum bereit war, in die Szenen zu intervenieren und nach Alternativen zu suchen, indem sie selbst spielerisch die Rolle des Unterdrückten einnahmen.
[...]
_______
(1) Ein Kooperationsprojekt der Universitäten Hannover und Hamburg angeleitet von
Dietlinde Gipser und Margret Bülow-Schramm.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0.) Einleitung

I.) Entwicklung der Theatertechniken Augusto Boals im biographischen Zusammenhang

II.) Die Theatertechniken Augusto Boals

2.1 Das Zeitungstheater

2.2 Das Unsichtbare Theater

2.3 Das Statuentheater

2.4 Das Forumtheater

III.) Das Theater der Unterdrückten in Europa

3.1 Der Polizist im Kopf

IV.) Augusto Boal und Paulo Freire

V.) Möglichkeiten zur Anwendung des Theaters der Unterdrückten in der Schule

VI.) Zur Bedeutung der Förderung der Körper- und Sinneswahrnehmung in der Schule

6.1 Übungen zur Körper- und Sinneswahrnehmung innerhalb des Theaters der Unterdrückten

VII.) Annäherung an das Workshopthema "Gewalt"

7.1 Begriffsbestimmung von "Aggression" und "Gewalt"

7.2 Die Gewaltdiskussion in den Medien

7.2.1 Führt liberale Erziehung zu gewalttätigen Jugendlichen ?

7.3 Vom Schwinden der Polizisten im Kopf

7.4 Gewalt in der Schule

VIII.) Der Workshop

8.1 Die Entwicklung des Workshops

8.2 Die Vorbereitung eines Workshops

8.3 Der Verlauf eines Workshops

8.3.1 Kennenlernphase

8.3.1.1 Phantomimeübungen

8.3.1.2 Postkartenvorstellung

8.3.2 Erste Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt

8.3.3 Sinneswahrnehmung

8.3.3.1 Das Mumpfspiel

08.3.4 Körperwahrnehmung

8.3.4.1 Hypnoseübung

8.3.4.2 Spiegelübung

8.3.5 Übungen zum Thema Gefühle

8.3.5.1 Gefühle steigern

8.3.6 TOC-Übung

8.3.7 Stärke-Übung - eeja-iehca

8.3.8 Übung zum Thema Gewalt: das Elefantenspiel

8.3.9 Rollenspiel: erste Übung zum szenischen Spiel

8.3.10 Tigersprung

8.3.11 Körperwahrnehmung: Musik-Stop

8.3.12 Übung zum Thema Gewalt: Der Außenseiter

8.3.13 Übung zum Thema Gefühle II

8.3.14 TOC-Übung II

8.3.15 Körperwahrnehmung: der Stuhl

8.3.16 Übung zum Thema Gewalt: Über den Tisch laufen

8.3.17 Körperwahrnehmung: Phantasiereise

8.3.18 Sinneswahrnehmung: Statuen blind nachstellen

8.3.19 Statuentheater

8.3.20 Forumtheater zu bekannten Szenen

8.3.21 Übung zum Thema Gewalt: Elfchen-Gedichte

8.3.22 Stärke-Übung - eeja-ieca

8.3.23 Forumtheater zu eigenen Situationen

8.3.24 Abschlußreflektion

8.3.25 Tigersprung

8.4 Statuentheater mit vorgegebenen Situationen zum Thema Gewalt

8.5 Forumtheater zu selbstentwickelten Szenen

IX.) Schlußbemerkung

X.) Literaturverzeichnis

XI. Anhang

11.1 Inhaltsverzeichnis des Videos

11.2 Kurzbeschreibung von Übungen, neben den schon erwähnten aus unseren Workshops

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten des "Theaters der Unterdrückten" nach Augusto Boal im schulischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf Präventionsmöglichkeiten bei Jugendgewalt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch spielerische Methoden ein Bewusstsein für Unterdrückungsstrukturen geschaffen und durch Aktion und Reflexion alternative Handlungsspielräume für Jugendliche eröffnet werden können.

  • Grundlagen des "Theaters der Unterdrückten" und Boals Theatertechniken
  • Didaktische Parallelen zwischen Boals Theaterkonzept und Paulo Freires "Pädagogik der Unterdrückten"
  • Die Bedeutung von Körper- und Sinneswahrnehmung als Basis für befreiendes Theaterspielen
  • Praktische Erprobung und Reflexion theaterpädagogischer Workshops zum Thema Gewalt

Auszug aus dem Buch

Die Theatertechniken Augusto Boals

Ich werde nun im folgenden die vier in Europa bekanntesten Techniken vorstellen: Das Zeitungs-, das Unsichtbare-, das Statuen- und das Forumtheater. Mit den letzten beiden haben wir auch im Workshop gearbeitet, auf sie werde ich später noch gesondert an Beispielen eingehen.

In der Reihenfolge, in der ich die einzelnen Methoden aufführe, sind sie auch entstanden.

2.1 Das Zeitungstheater

"Ziel des Zeitungstheaters ist es, die sogenannte Objektivität des Journalismus zu decouvrieren: Richtig lesen lehren und lernen."

Von der Unmöglichkeit, über ein Ereignis objektiv zu berichten, ist schon oft und viel geschrieben worden. Diese Scheinobjektivität, wie sie von den Medien aber oft vertreten wird, als gezielte Manipulation aufzudecken, ist u.a. Aufgabe des Zeitungstheaters.

Zusammenfassung der Kapitel

0.) Einleitung: Die Arbeit motiviert die theaterpädagogische Auseinandersetzung mit Gewalt als Antwort auf die mangelnde Kreativität und Perspektivlosigkeit im schulischen Alltag.

I.) Entwicklung der Theatertechniken Augusto Boals im biographischen Zusammenhang: Dieser Abschnitt zeichnet Boals Weg vom "Black Experimental Theatre" in Rio de Janeiro über das Teatro de Arena bis hin zur Entwicklung seiner Theatertechniken im Exil nach.

II.) Die Theatertechniken Augusto Boals: Die klassischen Methoden – Zeitungstheater, Unsichtbares Theater, Statuentheater und Forumtheater – werden theoretisch eingeführt und erläutert.

III.) Das Theater der Unterdrückten in Europa: Es wird die Anpassung der Techniken an die subtileren Unterdrückungsformen der europäischen Konsumgesellschaft diskutiert, insbesondere das Konzept des "Polizisten im Kopf".

IV.) Augusto Boal und Paulo Freire: Die Arbeit stellt Parallelen zwischen Freires problemorientierter Pädagogik und Boals Theaterkonzept als Basis für eine emanzipatorische Erziehung heraus.

V.) Möglichkeiten zur Anwendung des Theaters der Unterdrückten in der Schule: Es wird begründet, warum diese Techniken ideal für die Arbeit an Schulen geeignet sind, da sie sprachliche Barrieren umgehen und soziale Lernprozesse fördern.

VI.) Zur Bedeutung der Förderung der Körper- und Sinneswahrnehmung in der Schule: Der Autor argumentiert, dass eine Wiedergewinnung körperlich-sinnlicher Ausdrucksformen zwingend notwendig ist, um Blockaden beim Theaterspielen zu lösen.

VII.) Annäherung an das Workshopthema "Gewalt": Dieser Teil bietet eine Auseinandersetzung mit Aggressions- und Gewaltbegriffen sowie eine medienkritische Reflexion und plädiert für eine liberale Erziehung.

VIII.) Der Workshop: Der praktische Hauptteil beschreibt detailliert den zweitägigen Workshop, die Übungen und die Erfahrungen mit verschiedenen Schulklassen.

IX.) Schlußbemerkung: Ein Fazit zur Bedeutung der Theaterarbeit für die angstfreie Atmosphäre zwischen Lehrern und Schülern und den pädagogischen Wert der praktischen Erfahrung.

X.) Literaturverzeichnis: Quellenverzeichnis der verwendeten Fachliteratur.

XI. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie das Inhaltsverzeichnis des Videos und Kurzbeschreibungen weiterer Workshop-Übungen.

Schlüsselwörter

Theater der Unterdrückten, Augusto Boal, Paulo Freire, Pädagogik der Unterdrückten, Forumtheater, Statuentheater, Jugendgewalt, Körperwahrnehmung, Sinneswahrnehmung, Politische Bildung, Emanzipatorische Erziehung, Polizist im Kopf, Schulalltag, Theaterpädagogik, Gewaltprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es geht um den pädagogischen Einsatz der Theatertechniken von Augusto Boal, um mit Jugendlichen in der Schule das komplexe Thema Gewalt zu bearbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft theaterpädagogische Methoden, Fragen der Schulerziehung, Gewaltprävention sowie die Konzepte von Augusto Boal und Paulo Freire.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erprobung und Reflexion einer theaterpädagogischen Workshop-Struktur, die Schülern ermöglicht, eigene Handlungsalternativen zu Gewalt zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine handlungsorientierte Reflexion, die theoretische Konzepte (Boal, Freire) mit einem praktischen, dokumentierten Workshop-Verlauf verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die Vorbereitung, den Ablauf und die Reflexion von Theaterworkshops in verschiedenen Schulklassen, inklusive Übungsbeschreibungen und Video-Dokumentationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Theater der Unterdrückten, Gewaltprävention, emanzipatorische Pädagogik und Körperwahrnehmung.

Warum spielt die Körperwahrnehmung eine so große Rolle für den Autor?

Der Autor sieht im Stillsitzen in der Schule eine Form der Unterdrückung; Übungen zur Wahrnehmung dienen dazu, die "körperliche Zensur" zu lockern und Ausdruckskraft wiederzugewinnen.

Inwiefern beeinflusste Paulo Freire den Ansatz?

Boals Ansatz ist eng mit Freires Pädagogik verknüpft, da beide auf einen dialogischen Lernprozess setzen, in dem der Mensch zum Subjekt seines Handelns wird.

Ende der Leseprobe aus 123 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das 'Theater der Unterdrückten' in der Schule am Beispiel eines Theaterworkshops zum Thema 'Gewalt'
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Note
1
Autor
Holger Döding (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
123
Katalognummer
V68
ISBN (eBook)
9783638100489
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theater Unterdrückten Schule Beispiel Theaterworkshops Thema Gewalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Holger Döding (Autor:in), 1997, Das 'Theater der Unterdrückten' in der Schule am Beispiel eines Theaterworkshops zum Thema 'Gewalt', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68
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