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Untersuchungen zum gattungstheoretischen und produktions-ästhetischen Experimentalcharakter des Werkes "Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" von Goethe

Titel: Untersuchungen zum gattungstheoretischen und produktions-ästhetischen Experimentalcharakter des Werkes "Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" von Goethe

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marc Partetzke (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Goethes ‘Neueröffnetes moralisch-politisches Puppenspiel’ ist aus dem umfangreichen poetischen Werk des Dichters ein Beispiel, auf das die (…) Feststellung, alles von Goethe Geschriebene sei vielfach durchleuchtet worden, nicht zutrifft. Das ‘Puppenspiel’ Goethes ist eine nicht nur vernachlässigte, sondern ganz und gar vergessene, noch nicht erschlossene Dichtung.“ Blickt man auf die aktuelle Editions- und Forschungslage zum genannten Werk, dann kann Wolfgang Stellmachers recht provokante These ad hoc belegt werden. So ist zum einen zu konstatieren, dass weder die geläufigsten Goethe-Ausgaben (Weimarer Ausgabe, Jubiläumsausgabe, Propyläen-Ausgabe, Berliner Ausgabe, Frankfurter Ausgabe) dem von Goethe zyklisch angelegten Charakter des Stückes gerecht werden, zum anderen lässt sich zweifelsfrei feststellen, dass das „Puppenspiel“ in der Literaturwissenschaft selbst kaum weiter reichenden Anklang gefunden hat. (...)
Als ein Element dieses Puppenspiel-Zyklus, für das aus literaturwissenschaftlicher Perspektive dasselbe zutrifft, wie für die Zusammenstellung insgesamt, gilt das „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“ sowohl in seiner ersten als auch zweiten Fassung. Dieses soll – in Anlehnung an das im Hauptseminar „Goethes Lustspiele“ gehaltene Referat – ganz im Zentrum dieser Hausarbeit stehen. – Dabei möchte ich weniger den Versuch unternehmen, den unterschiedlichen interpretatorischen Forschungsansätzen Folge zu leisten und diese Arbeit als Podium für deren Repräsentationen zu beanspruchen, sondern mich vielmehr darum bemühen, Goethes „Schönbartspiel“ unter produktions-ästhetischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Das bedeutet konkret, dass der auffallend gattungstheoretische Experimentalcharakter des „Jahrmarktfests“ in den Fokus einer tiefgründigeren Analyse gerückt werden soll. Daher werde ich die Elemente des Jahrmarktsfests, Schönbarts-/Fastnachtsspiels und des komischen Volkstheaters, das Prinzip des Raritätenkastens und den Esther-Stoff detaillierter analysieren. Aber auch die in diesem Zusammenhang bedeutenden Persönlichkeiten wie Hans Sachs oder William Shakespeare und letztlich das dem Text immanente Geniekonzept des bürgerlichen Genie-Dichters sollen intensivere Betrachtung finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Aussagen zu Goethes „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“

3 Der Experimentalcharakter des Werkes

3.1 Der Jahrmarkt und das volkstümliche Theater

3.2 Schönbartspiel/ Fastnachtsspiel

3.3 Der Prolog zum „Neueröffneten moralisch-politischen Puppenspiel“ – Anlehnung an die Intention des Fastnachtsspiels und dichterisches Selbstverständnis des Sturm und Drang

3.4 Der Esther-Stoff im „Jahrmarktsfest“

3.4.1 Der biblische Esther-Stoff

3.4.2 Das jüdische Purim-Fest

3.4.3 Esther-Stoff und Purim-Fest – mögliche Adaptionen Goethes?

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den gattungstheoretischen und produktionsästhetischen Experimentalcharakter von Johann Wolfgang von Goethes Werk „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der Einflüsse volkstümlicher Theaterformen sowie der Auseinandersetzung des jungen Goethe mit dem bürgerlichen Genie-Konzept und religiösen Stoffen, um die Bedeutung des Stücks für die Epoche des Sturm und Drang zu beleuchten.

  • Analyse des Jahrmarkts als Ort und Symbol im Kontext des volkstümlichen Theaters
  • Untersuchung des „Schönbartspiels“ und der Einflüsse von Hans Sachs
  • Interpretation des Prologs als Ausdruck des dichterischen Selbstverständnisses
  • Erforschung der Verwendung des Esther-Stoffs und der jüdischen Purim-Tradition
  • Einordnung des Werkes als Teil einer oppositionellen, bürgerlichen Literatur

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Prolog zum „Neueröffneten moralisch-politischen Puppenspiel“ – Anlehnung an die Intentionen des Fastnachtsspiels und dichterisches Selbstverständnis des Sturm und Drang

Prologe beinhalten in der Regel wichtige Vorabinformationen bezüglich des folgenden Stückes und erfüllen eine zielgerichtete Funktion. Besonders in der Komödie erscheint es wichtig, das Publikum bereits im Vorfeld über das Kommende zu unterrichten, damit es weiß, worauf es sich bei der Rezeption zu konzentrieren hat und welche Einzelheiten wichtig, welche unbedeutend sind. Damit soll es in eine Art überlegene Haltung gegenüber dem Dargestellten erhoben werden, denn wenn „der komische Dichter das Lachen des Publikums in seinem Sinne hervorrufen will, muß er das Publikum in eine wissende und damit überlegene Position gegenüber dem Dargestellten versetzen.“

Goethes Prolog zum „Neueröffneten moralisch-politischen Puppenspiel“ versucht jener Funktion gerecht zu werden und die Wirkungsintention des gesamten Puppenspiel-Zyklus zu verdeutlichen. Dementsprechend ist auch hier der Bogen zum komischen Volkstheater gespannt, da diese Vorgehensweise auf der „alten und in besonderem Maße der volkstümlichen Komödientechnik“ beruht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung konstatiert eine wissenschaftliche Vernachlässigung des Werkes und setzt sich zum Ziel, den gattungstheoretischen Experimentalcharakter unter produktionsästhetischen Gesichtspunkten zu analysieren.

2 Allgemeine Aussagen zu Goethes „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“: Das Kapitel bietet eine historisch-biografische Einordnung, erläutert die Datierung der beiden Fassungen und reflektiert die zeitgenössische Kritik, die das Werk oft als bloße Porträtsammlung missverstand.

3 Der Experimentalcharakter des Werkes: Dieser Hauptteil untersucht die formalen und inhaltlichen Besonderheiten, insbesondere die Karusselltechnik und die bewusste Abkehr vom klassischen Dramenaufbau.

3.1 Der Jahrmarkt und das volkstümliche Theater: Hier werden die Wurzeln des Jahrmarktsfests im volkstümlichen Theater und die Integration plebejischer Kunsttraditionen als Gegenentwurf zum höfischen Theater analysiert.

3.2 Schönbartspiel/ Fastnachtsspiel: Dieses Kapitel arbeitet die Rezeption von Hans Sachs heraus und erklärt den „Schönbart“ als Maskenspiel-Element, das zur Ironisierung der zeitgenössischen Gesellschaft dient.

3.3 Der Prolog zum „Neueröffneten moralisch-politischen Puppenspiel“ – Anlehnung an die Intention des Fastnachtsspiels und dichterisches Selbstverständnis des Sturm und Drang: Hier wird das Selbstverständnis des Genie-Dichters beleuchtet, der als göttlicher Schöpfer auftritt und dem Publikum eine Lebenshilfe durch die Durchschaubarkeit der Welt bietet.

3.4 Der Esther-Stoff im „Jahrmarktsfest“: Dieser Abschnitt widmet sich der Frage, inwiefern biblische Stoffe und jüdische Traditionen als Vorlagen für das Drama gedient haben könnten.

3.4.1 Der biblische Esther-Stoff: Zusammenfassung der biblischen Erzählung von der Jüdin Esther und deren Bedeutung für das Verständnis des Werkes.

3.4.2 Das jüdische Purim-Fest: Untersuchung der rituellen Entgrenzung und des karnevalistischen Charakters des Purim-Festes im Kontext der jüdischen Theatertradition.

3.4.3 Esther-Stoff und Purim-Fest – mögliche Adaptionen Goethes?: Kritische Prüfung der Quellenlage, wobei festgestellt wird, dass eine direkte Adaption zwar methodisch nicht zweifelsfrei beweisbar, aber durch die Verbindung zu Goethes Umfeld wahrscheinlich ist.

4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Werk ein exzellentes Beispiel für den Experimentalcharakter der frühen Goethe-Zeit ist, wobei besonders die Integration volkstümlicher Traditionen und der Genie-Begriff als zentrale Pfeiler identifiziert werden.

Schlüsselwörter

Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, Johann Wolfgang von Goethe, Sturm und Drang, Volkstheater, Schönbartspiel, Fastnachtsspiel, Genie-Dichter, Esther-Stoff, Purim-Fest, Produktionsästhetik, Gattungstheorie, Hans Sachs, Literaturgeschichte, Experiment, Dramatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“ von Johann Wolfgang von Goethe im Kontext seiner Entstehungszeit, insbesondere unter dem Aspekt des gattungstheoretischen und produktionsästhetischen Experimentalcharakters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Integration volkstümlicher Kunsttraditionen, der Einfluss des Sturm und Drang auf die Dramenstruktur sowie die Bedeutung von Shakespeare und religiösen Stoffen wie dem Esther-Epos für Goethes dichterische Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den „Experimentalcharakter“ des Werkes aufzuzeigen und zu klären, welche Einflüsse auf Goethe gewirkt haben, um ein besseres Verständnis für sein frühdichterisches Selbstverständnis zu erlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historisch-biografische Recherchen, die Untersuchung stoffgeschichtlicher Vorlagen (wie biblische Texte und jüdische Traditionen) sowie eine werkimmanente Analyse unter Berücksichtigung literaturtheoretischer Konzepte wie der „Karusselltechnik“ verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Jahrmarkts-Motiv, die Bedeutung von Hans Sachs, die Funktion des Prologs für das Genie-Dichter-Prinzip sowie eine kritische Auseinandersetzung mit potenziellen jüdischen Quellen für das Esther-Drama.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Sturm und Drang“, „Experimentalcharakter“, „Volkstheater“, „Genie-Konzept“ und „intertextuelle Bezüge“ charakterisiert.

Inwieweit spielt das Purim-Fest für die Interpretation eine Rolle?

Das Purim-Fest dient als wichtige Vergleichsfolie, um die karnevalistische Entgrenzung und den strukturellen Umgang mit religiösen Stoffen im Werk Goethes besser einordnen zu können.

Kann bewiesen werden, dass Goethe das Purim-Spiel als direkte Vorlage nutzte?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein letztlich sicherer Nachweis fehlt. Es gibt jedoch starke Indizien, wie Goethes Kenntnis des Buches von Johann Jacob Schudt, die einen Einfluss plausibel erscheinen lassen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Untersuchungen zum gattungstheoretischen und produktions-ästhetischen Experimentalcharakter des Werkes "Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" von Goethe
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Goethes Lustspiele
Note
1,3
Autor
Marc Partetzke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
26
Katalognummer
V69012
ISBN (eBook)
9783638600934
ISBN (Buch)
9783638673150
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Untersuchungen Experimentalcharakter Werkes Jahrmarktsfest Plundersweilern Goethe Goethes Lustspiele
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Partetzke (Autor:in), 2006, Untersuchungen zum gattungstheoretischen und produktions-ästhetischen Experimentalcharakter des Werkes "Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" von Goethe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69012
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Leseprobe aus  26  Seiten
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