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Der Zölibat der Kirche im Mittelalter

Titel: Der Zölibat der Kirche im Mittelalter

Seminararbeit , 2006 , 23 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Melanie Lenk (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Abstract

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die Hausarbeit zum Proseminar „Die Kirchenstruktur des Reiches bis 1500“, das im Wintersemester 2005/06 von Herrn Dr. Thomas Lux abgehalten wurde. Sie thematisiert das Klerikerzölibat von seinen Anfängen bis zum Konzil von Trient im 16 Jahrhundert.

Einleitend wird eine genauen Definition von Klerikerzölibat geliefert, worauf folgend geklärt wird, inwiefern das Klerikerzölibat aus dem Alten oder Neuen Testament abgeleitet werden kann. Es wird festgetellt, dass der Klerikerzölibat kein in der Bibel stehendes Gesetz darstellt, sondern eine auf die Tradition der Kirche aufbauende Regelung ist. In einem kleinen Exkurs werden die Askese und das Asketentum knapp skizziert, da diese wohl die Motivation für das Einführen des Zölibats waren.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit dem historischen Verlauf der Einführung des Zölibats in der abendländischen Kirche des Mittelalters, beginnend mit der Synode von Elvira im Jahr 306 n. Chr. und endend mit dem Konzil von Trient im 16. Jahrhundert. In gesonderten Kapiteln werden das Schicksal der Frauen der Kleriker und das Schicksal ihrer Kinder beleuchtet.

In einem letzten Teil der Arbeit wird ein Fazit aus dem Vorangegangenen gezogen und ein Ausblick auf die Zeit nach dem Konzil von Trient gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist das Klerikerzölibat?

2.1 Definition

2.2 Grundlegung für den Klerikerzölibat

2.2.1 Das Alte Testament

2.2.2 Das Neue Testament

2.2.3 Motivation, kein Dogma

2.2.4 Das Asketentum

3. Die Geschichte des Zölibats

3.1 Erste förmliche Schritte zu einer Gesetzgebung

3.2 Einhaltung der Regelungen

3.2.1 Die Fastensynode und Reformbewegungen des 11. Jahrhunderts

3.2.2 Das zweiter Laterankonzil und dessen Folgen

3.3 Pataria

3.4 Kinder von Klerikern

3.5 Die Frauen

3.6 Das Konzil von Trient

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Werdegang des Zölibats in der abendländischen Kirche vom Mittelalter bis hin zum Konzil von Trient, um die Entstehung, Durchsetzung und den gesellschaftlichen Kontext dieser kirchenrechtlichen Regelung zu beleuchten.

  • Die theoretische Herleitung des Zölibats aus biblischen und asketischen Traditionen.
  • Die historische Entwicklung der zölibatären Gesetzgebung durch verschiedene Konzilien und Synoden.
  • Die soziale Auswirkungen auf das Leben von Klerikern, deren Frauen und Kindern.
  • Die Analyse der Spannungsfelder zwischen kirchlichem Anspruch und praktischer Umsetzung im Mittelalter.
  • Die Rolle der Reformbewegungen und des Konzils von Trient bei der Festigung der Ehelosigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Fastensynode und Reformbewegungen des 11. Jahrhunderts

Im Jahr 1074 wurde in der Fastensynode von Rom beschlossen, dass alle Bischöfe, die unsittliches Leben der Kleriker duldeten, was sie oft auch gegen Geld machten, mit einer Amtsenthebung zu rechnen hatten. Ab hier begann ein regelrechter Feldzug gegen verheiratete Priester, deren Frauen und Kinder. Hart betroffen waren Söhne von Priestern, wenn sie selbst Priester werden wollten. Sie durften nicht mehr in den Klerus aufgenommen werden. Unterstützung gab es hierbei durch die weltlichen Regenten. Es entwickelte sich ein neues Rechtsbewusstsein bezüglich der Unvereinbarkeit des Priesteramtes mit der Ehe. Der Weg zu einem entsprechenden Gesetz war nicht mehr weit.

Die Erneuerung der Konzilien im 11. Jahrhundert machten deutlich, dass sie zuvor nicht mehr beachtet worden waren. In Deutschland und auch in Frankreich waren die meisten Priester verheiratet, und es gab sogar verheiratete Bischöfe. Es bildeten sich Dynastien aus, die das Bistum in ihrer Familie weitergaben.

Allerdings bildeten sich auch Reformbewegungen, ausgehend vom Kloster Cluny. Von dort aus wurden immer mehr Reformklöster gegründet, wie zum Beispiel Fécamp in der Normandie. Auch nach England streckten diese Bewegungen ihre Fühler aus. So wurde 1066 auf dem Konzil in Winchester beschlossen, dass „kein Canoniker eine Frau habe. Priester aber, die in Städten oder Dörfen wohnen und eine Frau haben, sollen nicht gezwungen werden, sie zu entlassen. Die keine haben, sollen auch künftig keine besitzen. Und zunächst sollen sich die Bischöfe hüten, Priester oder Diakone zu weihen, wenn sie nicht vorher versprechen, dass sie keine Gattin haben.“ Auch in Deutschland und Italien wurden zahlreiche benediktinische Reformklöster gegründet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung bis zum Konzil von Trient und nennt die zentralen literarischen Quellen.

2. Was ist das Klerikerzölibat?: Hier wird der Begriff definiert und die Herleitung aus asketischen Vorstellungen sowie die fehlende biblische Grundlage erörtert.

3. Die Geschichte des Zölibats: Dieses Kapitel behandelt detailliert die historische Gesetzgebung und die Schwierigkeiten bei deren Durchsetzung im Mittelalter.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass der Zölibat eine disziplinäre, asketisch begründete Anordnung ist, die bis in die Moderne hinein zu kontroversen Diskussionen führt.

Schlüsselwörter

Klerikerzölibat, Mittelalter, Ehelosigkeit, Enthaltsamkeit, Asketentum, Konzil von Trient, Synoden, Konkubinat, Priesterehe, Reformbewegungen, Kirchenrecht, Kirchengeschichte, Klerus, Fastensynode, Zölibatsgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und den historischen Durchsetzungsprozess des Klerikerzölibats in der abendländischen Kirche vom frühen Mittelalter bis zum Konzil von Trient.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die dogmatische bzw. disziplinäre Begründung des Zölibats, die Rolle asketischer Strömungen, die Rolle der Frauen von Klerikern sowie die kirchenrechtliche Gesetzgebung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich der Zölibat von einer freiwilligen asketischen Praxis zu einem verpflichtenden kirchenrechtlichen Gesetz entwickelte und auf welchen Widerstand er dabei stieß.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die Lexikonartikel, kirchengeschichtliche Standardwerke und Quelleneditionen heranzieht, um die historische Entwicklung chronologisch nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Untersuchung biblischer und asketischer Grundlagen sowie einen ausführlichen historischen Teil, der die Konzilien und Synoden zwischen dem 4. und 16. Jahrhundert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Klerikerzölibat, Mittelalter, Enthaltsamkeit, Asketentum und Kirchenrecht.

Welche Bedeutung hatte das Konzil von Trient für den Zölibat?

Das Konzil markiert eine Kehrtwende, da es durch die Einführung von Priesterseminaren eine pädagogische Erziehung zum zölibatären Leben etablierte und die Regelung der Ehelosigkeit verbindlich festschrieb.

Was beschreibt der Begriff "Pataria" im Kontext der Arbeit?

Die Pataria bezeichnet eine im 11. Jahrhundert in Mailand entstandene Reformbewegung aus dem Volk, die mit Nachdruck die Durchsetzung des Zölibats und die Abkehr von der Simonie forderte.

Wie wurde mit den Frauen und Kindern von Klerikern umgegangen?

Klerikerfrauen und deren Kinder wurden zunehmend gesellschaftlich und rechtlich sanktioniert; insbesondere Söhne von Klerikern wurden von Priesterämtern ausgeschlossen, um die Vererbung von Kirchengut zu verhindern.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Zölibat der Kirche im Mittelalter
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Die Kirchenstruktur des Reiches bis 1500
Note
2,3
Autor
Melanie Lenk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V69491
ISBN (eBook)
9783638601375
ISBN (Buch)
9783638673563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zölibat Kirche Mittelalter Proseminar Kirchenstruktur Reiches
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Lenk (Autor:in), 2006, Der Zölibat der Kirche im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69491
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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