Technologische Grundlagen von Unternehmensportalen - dargestellt am Beispiel des mySAP Enterprise Portal


Seminararbeit, 2002

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Portalarten
2.3 Portal Computing Model
2.3.1 Web-Server
2.3.2 Portal-Manager bzw. Portal-Administrator
2.3.3 Application-Server

3 Funktionen von Portalen
3.1 Infrastrukturdienste
3.2 Daten-Integration
3.3 Navigation
3.4 Personalisierung
3.5 Notifikation
3.6 Wissensmanagement
3.7 Workflow
3.8 Anwendungsintegration

4 Umsetzung durch SAP
4.1 Infrastruktur und Infrastrukturdienste
4.1.1 Benutzerverwaltung
4.1.2 Authentifizierung
4.1.3 Single-Sign-On
4.2 Bereitstellen von Informationen (Daten - Integration)
4.2.1 Zugriff auf Datenbanken und Transaktionssysteme
4.2.2 Business Intelligence
4.2.3 Kowledge Management
4.2.4 YAHOO!
4.3 Darstellung und Navigation
4.4 Rollen und Personalisierung
4.5 Notifikation
4.6 Wissensmanagement
4.7 Workflow
4.8 Anwendungsintegration

5 Ausblick

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Komponenten des Enterprise Unification Portal

Abbildung 2: Enterprise Portal Workplace

Abbildung 3: Beispiel eines Alert-iView

Abbildung 4: Überblick Exchange-Infrastruktur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Derzeit ist der Begriff "Portal" in den "Top Five" der IT-Schlagworte zu finden [Österkamp 2001, S. 1]. Damit ist es eines der großen Schlagworte im Internet-Hype unserer Zeit.

Vor einigen Jahren wurde das Intranet in Unternehmen lediglich als Publikations- und Präsentationsmedium genutzt. Doch unter dem wachsendem Wettbewerbsdruck und der immer komplexer werdenden Daten- und Informationsflut der modernern Informationsgesellschaft entwickelten sich die Intranets zu sogenannten Next Generation Intranets, die um Eigenschaften wie z.B. Personalisierung und Collaboration erweitert wurden. Durch die weitergehende Integration von Prozessen, Single-Sign-On und der Anbindung von Fremdsystemen (Application Integration) bildeten sich aus diesen Intranets der 1. und 2. Generation die heute gebräuchlichen Unternehmensportale [Staudt 2001, S. 4].

Zu unterscheiden davon sind die Web-Portale, die sich aus der Weiterentwicklung der Web-Seiten der Internet-Suchmaschinen entwickelt haben. Während die Zielsetzung der Web-Portale darauf beruht, möglichst viele Benutzer an die Internetseite zu binden, besitzen die Unternehmensportale den Fokus, dem Benutzer genau die unternehmensspezifischen Informationen zukommen zu lassen, die er für die optimale Erledigung seiner Arbeit benötigt [Firestone 1999a]. Hier geht es also darum, die Prozesse des Unternehmens in optimaler Weise zu unterstützen.

Doch in einem Punkt sind Web-Portale und Unternehmensportale trotz unterschiedlicher Zielsetzung gleich: In der Frage der Grundfunktionen, die ein optimales Portal dem jeweiligen Nutzer zur Verfügung stellen sollte.

Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, das Unternehmensportal im allgemeinen Umfeld des Portalbegriffs einzuordnen und einen Überblick über diese Grundfunktionen zu geben. Dabei wird ein besonderer Wert auf die Fragestellung gelegt, was sich hinter der Portaloberfläche befindet, wie ein Portal aufgebaut ist und wie es schlussendlich funktioniert. Aus diesem Grund werden die theoretisch gewonnen Aspekte anschaulich am Beispiel des mySAP Enterprise Portal (EP) erläutert.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich formal in 5 Teile. Nach der Einleitung im ersten Kapitel, die den Leser in das Thema Portale einführt, wird im zweiten Kapitel der allgemeine Portalbegriff näher erläutert. Dem Leser soll vermittelt werden, was man unter einem Portal versteht und welche verschiedenartigen Portalarten und -typen es gibt.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den acht Grundfunktionen eines Portals. Diese werden dem Leser einzeln in theoretischer Weise vorgestellt und beschrieben, um einen tieferen Einblick in das Themenumfeld zu gewähren.

Diese acht Grundfunktionen werden im vierten Kapitel anschaulich am Beispiel des mySAP EP erläutert. Dem Leser soll dabei aufgezeigt werden, auf welche Weise SAP Portals diese Grundfunktionen in Ihrem Portalprodukt umgesetzt hat.

Das abschließende fünfte Kapitel bietet dem einen Ausblick, wie sich die Portaltechnologie in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

2 Grundlagen

In der weltweiten Fachliteratur herrscht Uneinigkeit über die eindeutige wissenschaftliche Definition und Klassifizierung der verschiedenen Portalarten. Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, dass der Begriff Portal relativ jung ist und einen enormen Umfang besitzt. Fakt ist, dass es keine allgemein gültige Definition dafür gibt, was ein Portal im IT-Umfeld auszeichnet. Meist sind die Grenzen zwischen den einzelnen nachfolgend beschriebenen Portalarten fließend und lassen sich nicht exakt abgrenzen.

2.1 Definition

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einem Portal ein baulich hervorgehobener, repräsentativ gestalteter, größerer Eingang an einem Gebäude bezeichnet [Duden 1996]. Diese Definition lässt sich auch auf die IT-Branche ausdehnen, indem ein Portal als gemeinsamer, personalisierter Zugang zu Daten, Expertisen und Anwendungen deklariert wird [Dataquest 2000].

Ein Unternehmensportal (engl. Corporate Portal) kann als Single Point of Personalized and Portable Acess definiert werden [Delphi Group 2000].

Oft wird ein Unternehmensportal auch einem Enterprise Information Portal (EIP) gleichgesetzt. Jedoch dient ein EIP lediglich dazu, unstrukturierte Informationen in strukturierte umzuwandeln und diese dem Benutzer bereitzustellen [Firestone 1999a], während ein Unternehmensportal im engeren Sinn noch zusätzliche Eigenschaften bereitstellt, wie z.B. Collaboration, Application Integration oder Single Sign On [Hoffmann 2002, S. 2].

2.2 Portalarten

Im weitreichenden Feld der e-Business-Aktivitäten gibt es eine große Variation an Einsatzmöglichkeiten für ein Portal. Der Umfang der Portalvariationen reicht von Webportalen über Fachportale bis hin zu Unternehmensportalen [Bauer 2001, S. 23-36]. Dennoch lassen sich die verschiedenen Portalarten grob in folgendem Schema klassifizieren [eigene Zusammenstellung]. Aufgrund der Themenstellung wird hierbei nur der Bereich Unternehmensportale genauer beschrieben.

- Web-Portale (horizontal)

Ehemalige Internet-Suchmaschinen z.B. Altavista, Google, AOL, Yahoo!

- Nischenportale (vertikal)

Begrenzter, spezifischer Fokus

- Unternehmensportale (vertikal)

- Enterprise Information Portal (EIP)
- Enterprise Collaboration Portal (ECP)
- Enterprise Unification Portal (EUP)

-Elektronische Marktplätze

Hinsichtlich der enthaltenen Funktionalitäten lassen sich verschiedene Typen von Unternehmensportalen unterscheiden: das EIP dient primär der Präsentation interner und externer Informationen über einen webbasierten zentralen Zugang. Mit dem ECP wird der Informationszugriff um den Zugang zu allen benötigten Aufgaben und Diensten erweitert. Das EUP erlaubt es zusätzlich, Daten heterogener Applikationen verschiedener Anbieter zu integrieren.

Während der Schwerpunkt der Informations-Portale auf dem Management der verfügbaren Informationen liegt, besitzen Collaboration- und Unification Portals eine transaktionale Ausrichtung - mit den technischen Möglichkeiten, die erforderlichen Backend-Systeme mit allen Daten, Informationen und Funktionen bereitzustellen, sowie diese personalisiert zu integrieren, um die Prozessdurchführung des Anwenders sicher zu stellen [Hoffmann 2001].

2.3 Portal Computing Model

Die ideale Portalarchitektur beruht auf dem System der verteilten Anwendungen. Dies bedeutet, dass die verschiedenen Teilkomponenten des Portals auf unterschiedlichen Rechnern installiert sind [Koch / Weber 2001, S. 1]. Das Portal Computing Model eines Portals beruht also auf der Client / Server Architektur, in der z.B. Webserver, Application Server und Portal-Server in einer typischen mehrschichtigen Anwendungsarchitektur ihre Aufgabe haben.

Die Handhabung der verschiedenen Elemente auf einer Portal-Seite wird durch einen Portal-Server gesteuert, welcher aus verschiedenen Komponenten besteht.

2.3.1 Web-Server

Der Web-Server verwaltet (statische) Seiten und stellt diese bei einer Anfrage zur Verfügung. Zielt die Anfrage nicht auf eine statische Seite, so kann ein Web-Server sie nicht direkt bedienen und gibt die Anfrage an den Portal-Manager weiter.

2.3.2 Portal-Manager

Der Portal-Manager ist für den Zustand und das Aussehen einer Portal-Seite am Client-PC verantwortlich. Er ermittelt die Bestandteile (Stückliste) einer Seite. Die Stückliste gibt an, welche Teile benötigt werden und wie sie zusammengesetzt werden müssen.

Der Portal-Manager verwaltet verschiedene Stücklisten:

- Für jede allgemeine Portal-Seite
- Für jede personalisierte Portal-Seite
- Für jede Portalsitzung

In der Stückliste sind Verweise auf den Namen der jeweiligen Server Page und verschiedene Zustände enthalten. Daneben muss ein Portal-Manager auch die verschiedenen Zustände der einzelnen Portal-Bereiche und Portlets überwachen.

2.3.3 Application-Server

Der Applikations-Server bekommt vom Portal-Manager die aktuelle Stückliste der zu erstellenden Portal-Seite und setzt diese zusammen. Die wichtigsten Aufgaben des Applikations-Servers sind:

Handhabung von Server Pages Ausführung von Logik

Zugriff auf Datenbanken

Verbindung zu anderen Anwendungen

Bei dem Applikations-Server handelt es sich um eine Laufzeit-Umgebung. Er ist ein Container, in dem Components (Business-Logik) ausgeführt werden können.

Zudem stellt er Konnektoren zur Verfügung, welche die Zusammenarbeit mit anderen Programmen ermöglichen [Bauer 2001, S. 83 ff].

3 Funktionen von Portalen

Jede der oben genannten Portalarten verfügt in Ihrer optimalen Ausrichtung über acht grundlegende Funktionen [Ovum 2000]. Damit soll das Portal in der Lage sein, dem Benutzer einen personalisierten Zugang zu den für ihn relevanten Informationen des gesamten Unternehmens zu bieten. Der Benutzer soll demnach nur das sehen, was für ihn bestimmt ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob er ein Mitarbeiter ist (Intranet), ein Kunde (Internet) oder ein Lieferant (Extranet).

3.1 Infrastrukturdienste

Die Basis jeder Portalanwendung bilden die Infrastrukturdienste, auf denen die anderen Funktionen aufbauen. So ermöglicht erst die Infrastruktur über geeignete Dienste, dass sich eine Person nur einmal authentifizieren muss, um dann auf Funktionen unterschiedlichster Anwendungen und Datenquellen ohne weitere Zugangsberechtigung im Rahmen des Benutzerprofils zugreifen zu können. Diese Funktionalität wird als Single-Sign-On bezeichnet.

Entscheidend hierfür ist die Fähigkeit dieser Plattform Funktionen, die auf ihrer Basis ausgeführt werden, als überall verfügbare Middleware von der eigentlichen Systemplattform zu trennen. Das Portal kann somit jederzeit auf leistungsfähigere Systeme portiert werden, ohne dass dazu grundlegende Veränderungen erforderlich wären [Schweizer 2001, S. 13].

3.2 Daten-Integration

Ein wesentliches Merkmal eines Portals stellt die Daten-Integration dar. Diese Funktion hängt eng mit der Navigation zusammen und beinhaltet die Integration von verschiedenen Inhalten. Diese Funktion kann auch mit dem Schlagwort Content Management umschrieben werden [Schweizer 2001, S. 8]. Der Sinn liegt darin, dass die unstrukturierten Informationen und Daten, die in verschiedenen Dateiformaten in verschiedenen Systemen und Datenbanken des gesamten Unternehmens lagern, selbstständig vom Portal aufbereitet und dem Benutzer über die Portaloberfläche in einfacher Weise zugänglich gemacht werden.

Möglich wird diese Integration durch bestimmte Protokolle wie SOAP oder XML-RPC, die z.B. den Dokumentenaustausch regeln können.

Jedoch werden mehr als 85% aller geschäftsrelevanten Informationen eines Unternehmens außerhalb von relationalen Datenbanksystemen abgelegt [Tenten 2001, S. 13]. Dies bedeutet im Endeffekt, dass das Portal den Benutzer im Sinne eines Redaktionssystems unterstützen muss, um diese Inhalte in aufbereiteter Form in das Portal einzufügen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es innovativer Schnittstellen wie dem Unified Content API oder Portlets. Die Portlets werden beispielsweise auch im mySAP EP eingesetzt. Dort haben sie aber den Namen iViews, sind aber funktionell gesehen identisch mit den allgemein beschriebenen Portlets.

Wie bereits oben genannt setzt sich die Portaloberfläche meistens aus verschiedenen Bereichen zusammen, in denen die verschiedenen Informationen dargestellt werden. In diesen Bereichen kommen die Portlets zum Einsatz, die mit den Fenstern einer Windows-Anwendung verglichen werden können [Bauer 2001, S. 66]. Aus technischer Sicht ist ein Portlet ein Software-Code, der auf dem Portal Server als Servlet läuft. Im einfachsten Fall ist das Portlet ein simpler Java-Code. [IBM 2001]. Damit bietet das Portlet eine in der heutigen Zeit gebräuchliche Methode, um die integrierten Inhalte auf der Portaloberfläche darzustellen.

3.3 Navigation

Eine grundlegende Portalfunktion ist die Navigation durch die bereitgestellten Informationen und Daten. Zum einen sollte der Benutzer in der Lage sein, über die Portaleinstiegsseite auf alle für ihn relevanten Informationen schnell und unkompliziert zugreifen zu können. Zusätzlich dazu sollte ein Portal den Nutzer bei einer effizienten Suche nach Inhalten unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Portal über eine übersichtlich strukturierte Oberfläche verfügen sowie einen angemessenen Suchmechanismus implementiert haben. Dazu gehört, dass Suchkriterien kombiniert werden können und dass bei der Suche nicht nur Dateinamen, sondern vor allem auch Inhalte gefunden werden. Dabei sollten sowohl Web-Dateien, als auch für das Unternehmen relevante Daten mit einbezogen werden.

Ein weiteres Modewort ist Drag & Relate. Damit ist es möglich, direkt auf der Portaloberfläche per Mausklick neue Beziehungen zwischen Portalobjekten, die in verschiedenen Portlets angezeigt werden und die aus verschiedenen Quellen stammen, zu generieren. Damit kann der Benutzer ereignisabhängig Funktionen ansteuern, ohne dass er sich mit den erforderlichen Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Applikationen und Systeme auseinandersetzen muss [Hoffmann 2001, S. 3].

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Technologische Grundlagen von Unternehmensportalen - dargestellt am Beispiel des mySAP Enterprise Portal
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Neu-Ulm; früher Fachhochschule Neu-Ulm  (Informatik)
Note
1,0
Autoren
Jahr
2002
Seiten
32
Katalognummer
V6951
ISBN (eBook)
9783638143912
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technologische, Grundlagen, Unternehmensportalen, Beispiel, Enterprise, Portal
Arbeit zitieren
Marcus Stumböck (Autor)Werner Miess (Autor), 2002, Technologische Grundlagen von Unternehmensportalen - dargestellt am Beispiel des mySAP Enterprise Portal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6951

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Technologische Grundlagen von Unternehmensportalen - dargestellt am Beispiel des mySAP Enterprise Portal



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden