Derzeit ist der Begriff "Portal" in den "Top Five" der IT-Schlagworte zu finden [Österkamp 2001, S. 1]. Damit ist es eines der großen Schlagworte im Internet-Hype unserer Zeit.
Vor einigen Jahren wurde das Intranet in Unternehmen lediglich als Publikations- und Präsentationsmedium genutzt. Doch unter dem wachsendem Wettbewerbsdruck und der immer komplexer werdenden Daten- und Informationsflut der modernern Informationsgesellschaft entwickelten sich die Intranets zu sogenannten Next Generation Intranets, die um Eigenschaften wie z.B. Personalisierung und Collaboration erweitert wurden. Durch die weitergehende Integration von Prozessen, Single-Sign-On und der Anbindung von Fremdsystemen (Application Integration) bildeten sich aus diesen Intranets der 1. und 2. Generation die heute gebräuchlichen Unternehmensportale [Staudt 2001, S. 4].
Zu unterscheiden davon sind die Web-Portale, die sich aus der Weiterentwicklung der Web-Seiten der Internet-Suchmaschinen entwickelt haben. Während die Zielsetzung der Web-Portale darauf beruht, möglichst viele Benutzer an die Internetseite zu binden, besitzen die Unternehmensportale den Fokus, dem Benutzer genau die unternehmensspezifischen Informationen zukommen zu lassen, die er für die optimale Erledigung seiner Arbeit benötigt [Firestone 1999a]. Hier geht es also darum, die Prozesse des Unternehmens in optimaler Weise zu unterstützen. Doch in einem Punkt sind Web-Portale und Unternehmensportale trotz unterschiedlicher Zielsetzung gleich: In der Frage der Grundfunktionen, die ein optimales Portal dem jeweiligen Nutzer zur Verfügung stellen sollte. Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, das Unternehmensportal im allgemeinen Umfeld des Portalbegriffs einzuordnen und einen Überblick über diese Grundfunktionen zu geben. Dabei wird ein besonderer Wert auf die Fragestellung gelegt, was sich hinter der Portaloberfläche befindet, wie ein Portal aufgebaut ist und wie es schlussendlich funktioniert. Aus diesem Grund werden die theoretisch gewonnen Aspekte anschaulich am Beispiel des mySAP Enterprise Portal (EP) erläutert.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Definition
2.2 Portalarten
2.3 Portal Computing Model
2.3.1 Web-Server
2.3.2 Portal-Manager bzw. Portal-Administrator
2.3.3 Application-Server
3 Funktionen von Portalen
3.1 Infrastrukturdienste
3.2 Daten-Integration
3.3 Navigation
3.4 Personalisierung
3.5 Notifikation
3.6 Wissensmanagement
3.7 Workflow
3.8 Anwendungsintegration
4 Umsetzung durch SAP
4.1 Infrastruktur und Infrastrukturdienste
4.1.1 Benutzerverwaltung
4.1.2 Authentifizierung
4.1.3 Single-Sign-On
4.2 Bereitstellen von Informationen (Daten - Integration)
4.2.1 Zugriff auf Datenbanken und Transaktionssysteme
4.2.2 Business Intelligence
4.2.3 Kowledge Management
4.2.4 YAHOO!
4.3 Darstellung und Navigation
4.4 Rollen und Personalisierung
4.5 Notifikation
4.6 Wissensmanagement
4.7 Workflow
4.8 Anwendungsintegration
5 Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit ordnet das Unternehmensportal in das allgemeine Umfeld des Portalbegriffs ein und erläutert dessen grundlegende Funktionen. Das primäre Ziel ist es, das technologische Verständnis dafür zu schaffen, was sich hinter einer Portaloberfläche verbirgt und wie ein solches System schlussendlich funktioniert, wobei die theoretischen Aspekte anhand des mySAP Enterprise Portal (EP) veranschaulicht werden.
- Einordnung und Definition von Unternehmensportalen
- Analyse der acht zentralen Grundfunktionen von Portalen
- Untersuchung der technologischen Architektur (Portal Computing Model)
- Praktische Umsetzung der Portaltechnologie am Beispiel von mySAP EP
Auszug aus dem Buch
3.3 Navigation
Eine grundlegende Portalfunktion ist die Navigation durch die bereitgestellten Informationen und Daten. Zum einen sollte der Benutzer in der Lage sein, über die Portaleinstiegsseite auf alle für ihn relevanten Informationen schnell und unkompliziert zugreifen zu können. Zusätzlich dazu sollte ein Portal den Nutzer bei einer effizienten Suche nach Inhalten unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Portal über eine übersichtlich strukturierte Oberfläche verfügen sowie einen angemessenen Suchmechanismus implementiert haben. Dazu gehört, dass Suchkriterien kombiniert werden können und dass bei der Suche nicht nur Dateinamen, sondern vor allem auch Inhalte gefunden werden. Dabei sollten sowohl Web-Dateien, als auch für das Unternehmen relevante Daten mit einbezogen werden.
Ein weiteres Modewort ist Drag & Relate. Damit ist es möglich, direkt auf der Portaloberfläche per Mausklick neue Beziehungen zwischen Portalobjekten, die in verschiedenen Portlets angezeigt werden und die aus verschiedenen Quellen stammen, zu generieren. Damit kann der Benutzer ereignisabhängig Funktionen ansteuern, ohne dass er sich mit den erforderlichen Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Applikationen und Systeme auseinandersetzen muss [Hoffmann 2001, S. 3].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unternehmensportale ein, definiert das Problemfeld und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier wird der allgemeine Portalbegriff geklärt, eine Klassifizierung in verschiedene Portalarten vorgenommen und das zugrunde liegende Portal Computing Model beschrieben.
3 Funktionen von Portalen: Dieses Kapitel stellt die acht theoretischen Grundfunktionen eines Portals detailliert vor, die für die Bereitstellung personalisierter Informationen essenziell sind.
4 Umsetzung durch SAP: Die theoretischen Funktionen werden in diesem Kapitel praxisnah am Beispiel des mySAP Enterprise Portal (EP) analysiert und deren technische Umsetzung erläutert.
5 Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Entwicklungstendenzen zusammen und wirft einen Blick auf die zukünftige Bedeutung der Portaltechnologie.
Schlüsselwörter
Unternehmensportal, Informationsmanagement, mySAP Enterprise Portal, Portal Computing Model, Personalisierung, Navigation, Daten-Integration, Wissensmanagement, Workflow, Anwendungsintegration, Single-Sign-On, iViews, Unification-Technologie, Architektur, Middleware.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die technologischen Grundlagen von Unternehmensportalen und beleuchtet, wie diese Systeme Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und für den Nutzer personalisiert aufbereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Klassifizierung von Portalen, die Architektur des Portal Computing Models sowie die Analyse von acht essenziellen Funktionalitäten von Unternehmensportalen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für das Innenleben eines Portals zu schaffen, den Portalbegriff wissenschaftlich einzuordnen und zu zeigen, wie grundlegende Funktionen technisch realisiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine literaturgestützte theoretische Analyse, um die Portal-Grundfunktionen zu definieren, und ergänzen diese durch eine anwendungsorientierte Fallbetrachtung des mySAP Enterprise Portal.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der acht Portal-Funktionen (wie Navigation, Personalisierung, Wissensmanagement) und die detaillierte Beschreibung deren technischer Implementierung bei SAP.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Unternehmensportal, Informationsmanagement, mySAP EP, Portal-Architektur, Unifikation und Integrationsplattform definieren.
Was genau versteht SAP unter der Unification-Technologie?
Dabei handelt es sich um eine Abstraktionsebene, die es ermöglicht, Informationen aus heterogenen Backend-Systemen und Anwendungen einheitlich und anwendungsunabhängig für den Benutzer bereitzustellen.
Welche Rolle spielt die Exchange-Infrastruktur bei SAP Portals?
Die Exchange-Infrastruktur bildet die technologische Basis für eine prozessorientierte Anwendungsintegration, die über die rein benutzerorientierte Integration von Informationen hinausgeht.
Was ist die Funktion eines Portlets bzw. iViews?
Ein Portlet (bei SAP iView genannt) fungiert als einheitliches Anzeigeelement auf der Portaloberfläche, das Inhalte aus verschiedenen Datenquellen aggregiert und diese dem Benutzer in einem strukturierten Kontext präsentiert.
- Quote paper
- Marcus Stumböck (Author), Werner Miess (Author), 2002, Technologische Grundlagen von Unternehmensportalen - dargestellt am Beispiel des mySAP Enterprise Portal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6951