Konstantin der Große und die Gründe seiner Hinwendung zum Christentum


Magisterarbeit, 2001
64 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstantins Aufstieg und das politische Umfeld
2.1. Das Toleranzedikt des Galerius

3. Die politische und religiöse Situation im Römischen Reich von 311-324
3.1. Die Lage im Westen
3.2. Die Lage im Osten
3.3. Das Mailänder Abkommen
3.4. Der Donatistenstreit
3.4.1. Ergebnis
3.5.1 Licinius und Konstantin als Herrscher über das Römische Reich
3.5.1. Die Religionspolitik des Licinius
3.5.2. Konstantins Gesetzgebung
3.5.3. Der Kampf um die Alleinherrschaft

4. Konstantin als alleiniger Herrscher über das Römische Reich
4.1. Der Arianerstreit
4.1.1. Ergebnis

5. Überlegungen zur Inkorporation der christlichen Kirche in den römischen Staat

6. Diskussion über die Bekehrung Konstantins

7. Gesamtergebnis

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Konstantin der Große ging in die Kirchengeschichte als der erste christliche Kaiser ein. Er regierte von 306 bis 337 erst als Mitregent und später als Alleinherrscher über das Imperium Romanum. Durch ihn trat eine entscheidende Wende in der Geschichte des Römischen Reiches ein. Das Christentum wurde als eine gleichrangige Religion neben dem Heidentum anerkannt und wurde damit zu einer offiziellen Staatsreligion erklärt. Ferner führte er nach dem Regierungspluralismus das Prinzip der Alleinherrschaft wieder ein.

In dieser Magisterarbeit werden Konstantins Gründe seiner Hinwendung zum Christentum dargelegt. Dazu werden seine Religionspolitik und das politische Umfeld betrachtet. Es soll gezeigt werden, daß das Christentum im Laufe von Konstantins Regierungszeit ein gewichtiger Faktor für politische Entscheidungen und Bestrebungen darstellte und dabei eine Politisierung erfuhr.

Der Donatistenstreit und der Arianerstreit werden als wesentliche Ereignisse in der konstantinischen Christenpolitik behandelt. An diesen Beispielen sollen Konstantins Einstellung zum Christentum und die Gründe für sein Eingreifen in kirchenrechtliche und dogmatische Auseinandersetzungen dargestellt werden. Hierbei wird seine Position zu der Kirche und ihren Repräsentanten deutlich gemacht.

Die Arbeit schließt mit einer Diskussion über die Bekehrung Konstantins und einem zusammenfassenden Ergebnis.

2. Konstantins Aufstieg und das politische Umfeld

Der römische Kaiser Diokletian (284-305) baute während der Wende zum 4. Jahrhundert ein System in Form eines Regierungspluralismus auf. Das System sah vor, den Augusti des westlichen und östlichen Römischen Reiches je einem Caesar zuzuordnen. Diese vier Herrscher regierten über einen eigenen, geographisch abgegrenzten Herrschaftsbereich. Die legislative Macht über das ganze Reich war dem ersten ranghöchsten Augustus vorbehalten. Die Gesetze wurden im Namen aller vier Herrscher erlassen.

Die diokletianische Nachfolgeregelung sah einen Amtswechsel der Augusti und Caesares nach zehn Jahren vor. Die Caesares sollten dann den Platz der Augusti einnehmen und wiederum zwei neue Caesares bestimmen. Eine Erbfolge im Amt war nicht vorgesehen. Im Jahre 305 trat der von Diokletian festgelegte Regierungswechsel und die damit verbundene Rangerhöhung der Caesares zu Augusti in Kraft. Der ranghöchste Augustus wurde Galerius, sein Caesar wurde Maximinus Daia. Sie waren die Herrscher über den Osten des Imperiums. Konstantius Chlorus regierte als Augustus mit seinem Caesar Severus den Westen des Reiches.

Konstantius Chlorus starb im Jahre 306, noch bevor seine zehnjährige Amtszeit als Augustus abgelaufen war. Die diokletianische Nachfolgeregelung trat nicht in Kraft, da ihr machtpolitische Interessen entgegenstanden. Konstantin, der Sohn des Konstantius Chlorus, wurde nach dessen Tode am 25. Juli 306[1] von seinem Heer zum Augustus ernannt. Diese Proklamation war nicht im Sinne der diokletianischen Nachfolgeregelung; somit galt Konstantin als Usurpator. Konstantin forderte von dem ranghöchsten Augustus Galerius die Bestätigung seiner Stellung als Augustus. Doch Galerius kam der Forderung Konstantins nicht nach, ging aber, um eine kriegerische Auseinandersetzung zu vermeiden, einen Kompromiß ein und erhob Konstantin zum Caesar des Westens.

Severus wurde als ordnungsgemäßer Nachfolger des Konstantius Chlorus zum Augustus ernannt. Die Regentschaft des Severus war jedoch nicht erfolgreich; es breitete sich Unzufriedenheit im Volk und im Heer aus. Maxentius, der Sohn des Maximianus,[2] nutzte diese Situation aus und ließ sich von der römischen Garde entgegen der Nachfolgeregelung zum Augustus ausrufen.[3] Er besetzte weite Teile Italiens und Nordafrikas, die damit vom Herrschaftsgebiet des Severus, des rechtmäßigen Augustus des Westens, abfielen. Das Vorgehen des Maxentius bedurfte der Anerkennung des Galerius. Dieser sprach Maxentius jedoch den Titel des Augustus ab, erklärte ihn zum Staatsfeind[4] und gab Severus den Befehl, Maxentius niederzuwerfen.[5] Maxentius versuchte nun, seinen Herrschaftsanspruch zu legitimieren, indem er seinen Vater, Maximianus, um Unterstützung bat. Daraufhin kam Maximianus nach Rom und nahm selbst wieder den Titel des Augustus an. Auch dies war nicht im Sinne der diokletianischen Ordnung.

Eine kriegerische Auseinandersetzung schien unumgänglich. Severus rückte mit seinem Heer gegen Rom vor, doch das Heer wandte sich von ihm ab, da es zuvor schon Maximianus gedient hatte und auch dessen Sohn treu ergeben war. Severus floh und fiel einem politischen Mord zum Opfer.[6] Daraufhin brach Galerius im Herbst 307 nach Italien auf, um selbst gegen Maximianus und Maxentius vorzugehen. Er mußte jedoch vor Rom erkennen, daß er die stark befestigte Stadt nicht einzunehmen vermochte. Da auch die Treue seiner Truppen zu wanken begann und einzelne Einheiten seines Heeres von ihm abfielen, ließ er von der Belagerung Roms ab und zog sich zurück.[7]

In wenigen Jahren nach dem Abdanken Diokletians hatte sich viel verändert. Viele Herrscher stritten um die Macht und wollten den Titel des Augustus führen. In der Konferenz von Carnuntum im Jahre 308 wurden erneut die rechtlichen Augusti und Caesares ernannt. Licinius, der vorher kein Caesaren amt innehatte, wurde zum Augustus des Westreiches ernannt.[8] Ihm wurde die italische Diözese zugewiesen, die von Maxentius besetzt worden war.[9] Konstantin wurde sein Caesar. Galerius und sein Caesar Maximinus Daia blieben die Herrscher im Osten. Maxentius konnte nicht verdrängt werden und galt weiterhin als Usurpator, sein Vater Maximianus mußte erneut abdanken.

Nach der Konferenz von Carnuntum erhoben Konstantin und Maximianus jedoch weiterhin den Anspruch auf den Titel des Augustus. Letztendlich gab Galerius ihren Forderungen nach und ernannte beide zu Augusti. Das Ergebnis war, daß nun vier Augusti, ein Caesar und ein Usurpator das Imperium regierten. Trotz dieser Regelung bestanden jedoch weiterhin Unstimmigkeiten unter allen Herrschern.[10]

Konstantins Machtstreben wurde schon in den Anfängen seiner Regierungszeit deutlich. Entgegen der diokletianischen Ordnung, die keine Erbfolgeregelung vorsah, versuchte Konstantin die Nachfolge seines verstorbenen Vaters anzutreten. Dies kann als ein erstes Indiz für sein Streben nach Alleinherrschaft über das Römische Reich gewertet werden.

2.1. Das Toleranzedikt des Galerius

Die polytheistische römische Religion war aufs Engste mit dem römischen Staat verbunden. Der römische Staat stand allen Religionen loyal gegenüber, sofern sie dem Wohl des Staates dienten. Das Wohl des Staates und der Friede im Römischen Reich war von der Gunst der Götter abhängig, die es durch Kulthandlungen zu gewinnen galt. Die Christen schlossen sich jedoch durch ihren strengen Monotheismus von den Kulthandlungen aus, gaben sich eigene Gesetze und lebten organisiert und abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Damit widersetzten sie sich dem römischen Staat. Dieser versuchte die Christen auf verschiedene Weise von ihrer Mißachtung der antiken römischen Lebensordnung abzubringen, was zum Verbot des Christseins führte und Verfolgungen nach sich zog. Die Verfolgungen zielten im Grunde nicht auf eine Vernichtung der Christen ab, sondern bezweckten eine Bekehrung und Rückkehr in die Gemeinschaft.

Nach langen fehlgeschlagenen Verfolgungen der Christen erließ Galerius in Abkehr von seiner vorherigen Politik der Christenverfolgungen im April 311 in Serdica auch im Namen der Mitregenten Licinius, Konstantin und Maximinus Daia ein Toleranzedikt.[11]

Die früheren Maßnahmen gegen die Christen sollten der Erhaltung der "alten Gesetze" und der "öffentlichen Ordnung"[12] im Interesse des "Wohlergehens und Nutzens des Staates"[13] dienen. Galerius bekannte in seinem Edikt das Scheitern der Verfolgungen, da alle Versuche, die Christen zu den "Einrichtungen der Alten"[14] zurückzuführen, erfolglos geblieben waren. Als Grund der Verfolgungen nannte Galerius den "Eigenwillen"[15] und die "Torheit"[16] der Christen, die sich von der alten Tradition abgewandt und sich eigene Gesetze gegeben hatten. Außerdem hätten sie abgeschirmt von der Öffentlichkeit gelebt und den Göttern nicht den gebührenden Dienst und die schuldige Verehrung erwiesen. Mit dem Toleranzedikt sprach Galerius den Christen ihre Existenzberechtigung zu und veranlaßte darin die Rückgabe ihrer Versammlungsstätten. Diese Zugeständnisse erhielten sie jedoch nur unter der Bedingung, daß sie nicht gegen die "bestehende Ordnung"[17] vorgingen. Die Aufgabe der Christen bestand darin, zu dem Christengott für das Wohl des Staates und für das Heil des Kaisers zu beten. Galerius begründete das Aufstellen des Ediktes damit, daß die Christen während der Verfolgungszeit weder den alten Göttern, die sie nicht anbeten wollten, noch ihrem eigenen Gott, den sie nicht anbeten durften, eine angemessene Verehrung zuteil werden lassen konnten.

Durch das Toleranzedikt wurde das Christentum als eine religio licita anerkannt, die der höheren Ordnung der disciplina Romana[18] unterstellt war. Die römische politische Religiosität beanspruchte somit das Christentum für sich, indem sie von den Christen verlangte, zu ihrem Gott für den Kaiser und das Reich zu beten.

Das Toleranzedikt zielte zwar auf eine Beendigung der Verfolgungszeit ab, ließ aber keinen neuen Abschnitt beginnen. Die Zweifel, daß das Edikt zu einem Neubeginn führte, wurden durch die distanzierte Formulierung des Galerius hervorgerufen, die seine Abneigung gegen die Christen weiterhin deutlich machte, indem er den christlichen Glauben wie in der Verfolgungszeit als "Torheit" und "Eigenwille" bezeichnete.[19] Galerius machte diese Zugeständnisse gegenüber den Christen nicht aus einem Schuldgefühl heraus,[20] sondern als Konsequenz des Fehlschlagens der Verfolgungen. "Die darin zur Schau gestellte kaiserliche Fürsorge für die bis dahin von ihm mit grausamer Härte verfolgten Christen erscheint gesucht und enthüllt eher die Verlegenheit, der Öffentlichkeit die abrupte Kursschwenkung verständlich zu machen."[21] Das Edikt gibt nicht explizit eine von der aus der Vergangenheit abweichende Einstellung zu den Christen wieder. Die Christen durften lediglich existieren, mußten aber für das Wohl des Staates und des Kaisers beten und durften nichts gegen die öffentliche Ordnung unternehmen. Für den Kaiser ergaben sich daraus keine Verpflichtungen gegenüber den Christen als Religionsgemeinschaft.

Galerius entschied sich nicht nur aus religionspolitischen, sondern auch aus politischen Gründen für das Aufstellen des Ediktes.[22] Im oströmischen Reich war die Anzahl der Christen größer und damit gewichtiger als im Westen des Reiches (Abb. 2).[23] Galerius und Maximinus Daia hatten bisher eine christenfeindliche Politik betrieben und verfolgten die Christen. Der Westen des Reiches wurde nicht von den Unruhen erschüttert, da dort die Christen, vor allem im Gebiet Konstantins, weniger zahlreich waren. Maxentius hatte die Verfolgung nach seiner Besetzung Italiens und Afrikas aufgegeben; Konstantius Chlorus und Konstantin hingegen verfolgten die Christen nur "sehr träge"[24].

Die durch die Verfolgungen bedingten bürgerkriegsähnlichen Unruhen führten zu einer Schwächung und Instabilisierung des Ostreiches. Galerius stand kurz vor dem Ende seiner Amtszeit und wollte mit dem Edikt seine Nachfolger gesetzlich binden, um die innere Ordnung wiederherzustellen und damit eine Stabilisierung des Reiches bewirken. Außerdem hatte Galerius die Absicht, die Rivalen Licinius und Maximinus Daia an klare gesetzliche Verhältnisse zu binden, da sie nach seinem Abdanken im Jahre 312 den Osten gemeinsam regieren sollten. Galerius beabsichtigte, für seine Nachfolger eine gemeinsame Herrschaftsgrundlage aufzubauen. Er wollte mit dem Edikt die "bedrohte Harmonie des Mehrkaisertums"[25] wiederherstellen und den Osten gegenüber dem Westen stärken.

Galerius starb nur wenige Tage nach dem Erlaß des Toleranzediktes Anfang Mai 311 in Serdicia.[26]

3. Die politische und religiöse Situation im Römischen Reich von 311 bis 324

Die Zeit nach dem Tode des Galerius war von machtpolitischen Bestrebungen bestimmt. Es standen sich vier feindlich gesinnte Herrscher gegenüber, die kein einheitliches Reich repräsentierten, vielmehr war es ein System selbständiger Staaten.

Es verbündeten sich jeweils die Herrscher, deren Verhältnis am wenigsten gespannt war und deren Herrschaftsgebiete keine gemeinsamen Grenzen hatten. Auf der einen Seite verbündeten sich Konstantin und Licinius, auf der anderen Seite Maxentius und Maximinus Daia. Das Bündnis zwischen Konstantin und Licinius war hauptsächlich gegen Maxentius gerichtet. Das Bündnis zwischen Maximinus Daia und Maxentius richtete sich vor allem gegen Licinius.[27]

In der Zeit nach dem Tode des Galerius breitete sich das Christentum aufgrund der Toleranz gegenüber den Christen weiter aus. Die Christenpolitik der einzelnen Herrscher wurde ein Faktor der politischen Auseinandersetzung und erfuhr dabei eine zunehmende Politisierung.

3.1. Die Lage im Westen

Auf religiösem Gebiet gab es zwischen Konstantin und Maxentius keine Spannungen, da die Anzahl der Christen im westlichen Reich gering war (Abb. 2). Maxentius stellte die Verfolgung der Christen nach dem Toleranzedikt sofort ein und erstattete der Kirche ihren Grundbesitz zurück.[28] Konstantin führte die christenfreundliche Politik seines Vaters fort.[29]

In machtpolitischer Hinsicht bestanden jedoch zwischen den Herrschern des Westens große Spannungen. Maxentius und Konstantin standen sich schon seit 306, dem Jahre ihrer Machtübernahme, feindlich gegenüber.

In den von Maxentius besetzten Gebieten war die politische und wirtschaftliche Lage labil. In Afrika herrschten revolutionäre Zustände,[30] und Italien befand sich in einer schlechten wirtschaftlichen Situation.[31] Zusätzlich wurde die Machtposition aufgrund seiner illegitimen Herrschaft geschwächt.[32] Konstantin nutzte diesen für ihn günstigen Zeitpunkt aus, Maxentius niederzuwerfen. Am 28. Oktober 312 konnte Konstantin seinen Rivalen in der Schlacht an der Milvischen Brücke besiegen, in der Maxentius sein Leben verlor.[33] Nach dem Sieg zog Konstantin in Rom ein und ließ sich vom Senat zum ranghöchsten Augustus ernennen. Licinius und Maximinus Daia gingen gegen Konstantin nicht vor, da dieser durch den Sieg über Maxentius Stärke gezeigt und an Macht gewonnen hatte.[34]

Durch den Sieg über Maxentius wurde Konstantin alleiniger Herrscher über den Westen des Imperiums. Durch sein militärisch geschicktes Taktieren zeigte sich erneut Konstantins Streben nach Macht, das in der Übernahme der Alleinherrschaft über das ganze Römische Reich ihren Höhepunkt finden sollte.

Christlichen Quellen schildern, daß dieser Sieg Konstantins über Maxentius mit Hilfe des Christengottes errungen worden sei. Laktanz[35] und Eusebius[36] berichten, daß Konstantin vor Beginn der Schlacht an der Milvischen Brücke ein christliches Symbol erschienen sei, das ihn veranlaßt habe, im Namen Christi zu kämpfen und zu siegen (Abb. 3). Beide Quellen weichen in ihrer Darstellungsweise voneinander ab. Laktanz berichtet in seiner Schrift De mortibus persecutorum, daß Konstantin in der Nacht vom 27. zum 28. Oktober 312 aufgefordert worden sei, "das himmlische Zeichen Gottes auf die Schilde anzubringen und so die Schlacht zu beginnen."[37] Konstantin habe diese Aufforderung befolgt und ein sogenanntes monogrammatisches Kreuz auf die Schilde seiner Truppen aufmalen lassen. Es habe ein quergestelltes X dargestellt, dessen obere Spitze umgebogen sei.[38]

Eusebius berichtete in seiner Vita Constantini, daß Konstantin kurz vor der Schlacht an der Milvischen Brücke zum "Gott seines Vaters"[39] gebetet habe. Gott sollte sich ihm offenbaren und ihn im kommenden Feldzug unterstützen. Konstantin und seinem Heer sei daraufhin am Himmel über der Sonne ein Kreuz aus Lichtstrahlen erschienen mit der Schrift "darin Siege"[40]. In der folgenden Nacht sei Christus Konstantin selbst mit dem gleichen Zeichen erschienen und habe ihn aufgefordert, dieses als "Schutzzeichen"[41] gegen seine Feinde zu gebrauchen. Konstantin habe daraufhin Fahnen mit dem Zeichen anfertigen lassen und habe den Kampf gegen Maxentius begonnen.[42]

3.2. Die Lage im Osten

Im Osten herrschten nach dem Tode des Galerius machtpolitische und religionspolitische Spannungen zwischen Maximinus Daia und Licinius.

Die machtpolitischen Auseinandersetzungen bezogen sich auf das von Galerius vererbte Herrschaftsgebiet. Maximinus Daia besetzte ganz Kleinasien bis zum Bosporus, und Licinius nahm die Donau- und Balkangebiete als sein Herrschaftsgebiet in Anspruch. Zunächst einigten sie sich vertraglich über diese neue geographische Aufteilung. Darüber hinaus wurde Maximinus Daia zum ranghöchsten Augustus des Ostens ernannt.[43]

Religionspolitische Spannungen ergaben sich aus der unterschiedlich hohen Anzahl der Christen in den Herrschaftsgebieten. Das hatte eine unterschiedliche Religionspolitik der beiden Herrscher zur Folge.

Anfangs hatte Maximinus Daia beschlossen, dem Toleranzedikt des Galerius nachzukommen. Er hatte seinem Gardepräfekten Sabinus befohlen, das Edikt zu verbreiten. Doch Maximinus Daia tat dies nicht aus religiöser Überzeugung heraus, sondern aus Loyalität gegenüber Galerius.[44] Im November 311 kehrte er zu seiner antichristlichen Religionspolitik zurück, die sich aus religionspolitischen, ökonomischen und ordnungspolitischen Problemen ergab.[45]

Nach dem Erlaß des Toleranzediktes traten viele Bürger zum christlichen Glauben über und verdrängten dadurch zunehmend die alten Kulte. Es bestand die Gefahr, daß die alten religiösen Zentren in Syrien und Kleinasien durch das Anwachsen des Christentums verfallen würden. Die heidnischen Kultbetriebe litten unter dem nachlassenden Tourismus und drohten zusammenzubrechen. Das zog eine Verkümmerung ganzer Berufs- und Produktionszweige nach sich, so daß die Finanzkraft der Städte sank und als Folge die Wirtschaft im Osten des Reiches geschwächt wurde. Maximinus Daia war überzeugt, daß die Erhaltung der christlichen Religion den Untergang der heidnischen Götter nach sich ziehen müsse. Daher versuchte er die altgläubigen Kräfte zu festigen, und die Organisation der alten Kulte und der Priesterschaften zu verbessern.

Die Maßnahmen des Maximinus Daia gegen die Christen nahmen mit der Zeit zu. Die Christen wurden durch gezielte Propaganda diffamiert und teilweise aus den Städten ausgewiesen.[46] Auf der anderen Seite förderte Maximinus Daia die alten paganen Kulte, ordnete die Priesterschaft hierarchisch an und ließ neue Tempel bauen.[47]

Licinius erkannte das Toleranzedikt des Galerius an und verbreitete es in seinem Herrschaftsgebiet.[48] Durch das Erlassen des Toleranzediktes ergaben sich für Licinius nicht die gleichen religionspolitischen, ökonomischen und ordnungspolitischen Probleme, da in seinem Herrschaftsgebiet die Christen nicht so zahlreich vertreten waren. (Abb. 2) Licinius nutzte die Situation zur Stärkung seiner politischen Position gegenüber seinem Rivalen Maximinus Daia aus. Er machte sich das schlechte Verhältnis zwischen Maximinus Daia und den Christen zunutze, indem er eine christenfreundliche Politik führte. Damit wollte er die Christen in den Provinzen seines Rivalen für sich gewinnen und sich eine günstigere Ausgangssituation für sein Ziel der Alleinherrschaft schaffen.[49]

Im April des Jahres 313[50] kam es zu einem Krieg zwischen den beiden Augusti, in dem Maximinus Daia eine Niederlage erlitt. Kurz darauf starb er.[51] Licinius wurde damit Alleinherrscher über den Osten.

Die Einstellung zu den Christen gewann in der Auseinandersetzung zwischen Licinius und Maximinus Daia an Bedeutung. Das Christentum erfuhr dabei eine zunehmende Politisierung. Dies wird besonders in dem Mailänder Abkommen des Jahres 313 deutlich, das Licinius und Konstantin noch vor der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Rivalen des Ostens erließen.

3.3. Das Mailänder Abkommen

Konstantin und Licinius kamen im Februar des Jahres 313[52] in Mailand zusammen, um Grundzüge der künftigen Politik festzulegen. Die Religionspolitik nahm dabei einen großen Stellenwert ein. Es wurde ein Gesetz erlassen,[53] das von Eusebius und Laktanz überliefert ist.[54] Laktanz berichtete, daß Konstantin und Licinius zusammenkamen, um über "Angelegenheiten öffentlicher Wohlfahrt und Sicherheit"[55] zu beraten. Sie beschlossen, den Christen und anderen Religionen die freie Ausübung ihrer Kulte zu gestatten. Dadurch sollte sich die höchste Gottheit (summa divinitas)[56] den Kaisern und ihren Untertanen gnädig und gütig erweisen. Es sollte die Gunst der jeweiligen Götter erlangt werden.

Für das Christentum hatte das Mailänder Abkommen eine besondere Bedeutung. Es war nun jedem offiziell erlaubt, zum christlichen Glauben überzutreten. Das Mailänder Abkommen besagte außerdem, daß die christlichen Versammlungsstätten und die gesamten Kirchengüter zurückgegeben werden sollten, die in der Zeit der diokletianischen Verfolgungen eingezogen worden waren.

Das Christentum stieg durch das Toleranzedikt von Mailand von einer nur geduldeten zu einer dem Heidentum gleichrangigen Religion auf. Es sollte in Zukunft die Stellung einer "staatserhaltenden Religion"[57] einnehmen. Von diesem Zeitpunkt an gab es keine ausschließlich heidnische Staatsreligion mehr, auf die man die römischen Bürger hätte verpflichten können. Alle religiösen Kulte und Bekenntnisse waren zugelassen, sofern sie nicht die Existenz des Staates bedrohten. Durch diese Regelung war jeder weiteren Christenverfolgung die rechtliche Grundlage entzogen. Der Christengott wurde offiziell in das Pantheon aufgenommen. Die Kaiser hatten von nun an die Pflicht, sich dem christlichen Kult in derselben Weise zuzuwenden wie den nichtchristlichen Kulten.

Das Mailänder Edikt basierte auf dem „Interesse der Ruhe“,[58] die im Römischen Reich wiederhergestellt werden sollte. Es stützte sich auch auf heidnische Vorstellungen, „daß sich jede Gottheit auf dem Thron des Himmels (...) gnädig und erwogen“[59] zeigen sollte. Das Wohl des Staates hing von der Gunst der Götter ab. "So geschieht es, daß (...) die göttliche Gnade uns gegenüber, die wir in so wichtigen Dingen erfahren konnten, bei allen unseren Unternehmungen und bei der öffentlichen Wohlfahrt für alle Zeit in beglückender Weise erhalten bleibt".[60]

Konstantin und Licinius hatten unterschiedliche Motive für das Aufstellen des Mailänder Abkommens und der damit verbundenen Hinwendung zum Christentum.

Licinius hatte machtpolitische Gründe für die Zugeständnisse an die Christen. Bleicken, Bringmann und Grégoire[61] sind der Meinung, daß Licinius die treibende Kraft für den Erlaß des Ediktes war. Er stand in der Zeit der Mailänder Diskussion kurz vor der kriegerischen Auseinandersetzung mit seinem Rivalen Maximinus Daia. Durch das Edikt mußte Licinius bei einem Sieg über Maximinus Daia damit rechnen, daß "weite Bevölkerungskreise in dessen Reichsteilen ihn als Befreier begrüßen"[62] würden.

Für Konstantins Verhalten werden in der Forschung unterschiedliche Gründe genannt, die ihn dazu veranlaßten, das Mailänder Edikt zu erlassen. Dörries ist der Ansicht, daß Konstantin das Mailänder Edikt aufsetzte, weil er dem christlichen Gott Dank schuldete.[63]

Nesselhauf meint, daß Konstantin als Christ handelte und sich mit dem Toleranzedikt in aller Öffentlichkeit zum Christentum bekannte.[64] Girardet ist der Meinung, daß Konstantin durch das Aufstellen des Mailänder Abkommens versuchte, das Heidentum abzuschaffen bzw. einzuschränken. Jedoch konnte er sich gegen Licinius nicht durchsetzen.[65] Die Historiker[66], die in Licinius die treibende Kraft für das Mailänder Edikt sehen, sind der Meinung, daß für Konstantin das Edikt nicht von aktueller Notwendigkeit gewesen ist. Daher sollte Konstantin eher eine passive Rolle eingenommen haben. Es stand ihm jedoch offen, das Edikt bei gegebenem Anlaß zu verwirklichen.

Am überzeugendsten ist eine gleichgewichtige Verteilung der Interessen beider Herrscher an dem Erlaß des Ediktes von Mailand, nur die Motivationen waren unterschiedlich. Licinius stellte das Edikt aus seiner aktuellen Situation heraus auf, die sich aus der Rivalität zu Maximinus Daia ergab. Konstantin hingegen erließ das Edikt aus langfristigen politischen und wirtschaftlichen Gründen. Ihm war nach seinem Sieg über Maxentius das Gesetzgebungsrecht vorbehalten, da er zum ranghöchsten Augustus ernannt worden war.[67] Da Konstantin Alleinherrscher des Westens war und die Christen besonders in seiner Provinz Afrika eine organisatorisch fest zusammengeschlossene Gruppe darstellten, mußte er die Christen dort als Machtfaktor berücksichtigen.[68] Konstantin war sich der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Afrika bewußt, welche als "Kornkammer Roms"[69] fungierte. Er hatte an den vergangenen revolutionären Zuständen in Afrika zur Zeit des Maxentius gesehen, daß die Christen für eine gesicherte Versorgung Roms möglicherweise eine Gefahr darstellten.[70]

Auch für sein Ziel einer Alleinherrschaft über das gesamte Imperium benötigte Konstantin die Unterstützung der Christen als Bevölkerungsgruppe, die er durch das Mailänder Abkommen zu gewinnen erhoffte. Für ihn waren wohlgesonnene Untertanen für seine Stellung auch im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung wichtig. Zudem konnte die Stabilität des Reiches durch unruhestiftende Christen geschwächt werden. Neben diesen machtpolitischen Gründen können auch religiöse Gründe für das Erlassen des Ediktes vorgelegen haben, da Konstantin sich das Wohlwollen des Christengottes sichern wollte.

3.4. Der Donatistenstreit

In Karthago, dem Zentrum der Provinz Afrika, herrschte seit dem ersten Jahrzehnt des vierten Jahrhunderts unter den Christen ein kirchenrechtlicher Streit. Die Streitursache war die Ordination des Bischofs Caecilianus im Jahre 311/312[71], der angeblich von dem traditor, Bischof Felix von Aptungi, geweiht worden war. Bischof Felix von Aptungi soll während der Verfolgungszeit den römischen Behörden Heilige Schriften ausgeliefert haben. Dadurch wurde die Rechtmäßigkeit der Weihe des Caecilianus zum Bischof angezweifelt, dementsprechend auch die Gültigkeit der durch ihn gespendeten Sakramente. Es bildeten sich Gegensätze heraus zwischen Donatisten, einer teilweise kompromißlosen, "fanatischen Märtyrerkirche", und den Caecilianern. Letztere waren in der Behandlung der lapsi großzügiger. Sie wurde damals als "katholische Kirche" bezeichnet.[72] Beide Parteien beanspruchten jedoch, die rechtmäßige katholische Kirche zu sein. Höhepunkt der Auseinandersetzung war, daß von den Donatisten ein Gegenbischof, Maiorimus, gewählt wurde und von ihnen als der legitime Bischof angesehen wurde. Dies hatte ein Schisma zur Folge.

Mit diesem Problem wurde Konstantin konfrontiert, nachdem er im Jahre 312 die von Maxentius usurpierte Provinz Afrika erobert hatte. Durch das Mailänder Abkommen war Konstantin verpflichtet, den Christen die afrikanischen Kirchengüter zurückzugeben. Mit der Rückgabe der Güter beauftragte Konstantin Anullius, seinen Prokonsul in Afrika.[73] Beide Parteien, sowohl die Donatisten als auch die Caecilianer, erhoben Anspruch auf die Güter.

[...]


[1] vgl. Christ, Karl (1995), S.730.

[2] Maximianus war der Mitkaiser Diokletians, wurde im Jahre 286 Augustus über die westliche Reichshälfte und mußte im Jahre 305 gemäß der diokletianischen Nachfolgeregelung abdanken.

[3] vgl. Christ, Karl (1995), S.731/732.

[4] vgl. Christ, Karl (1995), S.732.

[5] vgl. Feld, Heribert (1960), S.67.

[6] vgl. Feld, Heribert (1960), S.67.

[7] vgl. Feld, Heribert (1960), S.67/68.

[8] vgl. Feld, Heribert (1960), S.78.

[9] Licinius` Gebiet blieb auf die pannonische Diözese und Noricum beschränkt. Konstantin herrschte über Gallien, Britannien und Spanien. Maxentius herrschte über Afrika und Italien.

[10] Maximianus starb im Jahre 310 (vgl. Christ, Karl (1995), S.734).

[11] Das Toleranzedikt des Galerius ist bei Laktanz (Lakt De mortibus persecutorum [MP] 34) in der lateinischen Fassung und bei Eusebius in griechischer Übersetzung überliefert. Es ist nach Laktanz in Nikomedien verkündet worden und auf den 30. April 311 datiert (Lakt MP 35,1, vgl. Frank, Karl Suso (1996), S.93).

[12] Lakt MP 34,1, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[13] Lakt MP 34,1, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[14] Lakt MP 34,2, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[15] Lakt MP 34,2, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[16] Lakt MP 34,2, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[17] Lakt MP 34,4, Übers.: Ritter, Adolf Martin (1977), S.120.

[18] Lakt MP 34,1, in: Keil, Volkmar (1989), S.40.

[19] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.8.

[20] Das Motiv für das Edikt wird auch in einem rein persönlichen Bereich gesehen (Aberglaube, Krankheit), (vgl. Dörries, Herrmann (1954), S.277 bei Bleicken, Jochen (1992), Anm. 8).

[21] Bleicken, Jochen (1992), S.7.

[22] Zur Analyse Bleicken, Jochen (1992), S.9-11.

[23] „Nach neueren Berechnungen waren am Vorabend der diokletianischen Verfolgung das mittlere und nördliche Gallien, Britannien, die westliche Pyrenäenhalbinsel, das westliche Oberitalien und Norcium noch kaum oder überhaupt nicht christianisiert; selbst im südlichen Gallien, in Südspanien, im westlichen Afrika und in den Provinzen des nördlichen und mittleren Balkans gab es nur wenige Christen. Im Osten hingegen sah es ganz anders aus. Dort stellten die Christen zu dieser Zeit mancherorts, wie in Kleinasien, Armenien sowie auf Zypern und in Edessa, schon fast die Hälfte der Bevölkerung, und in anderen Gebieten, wie im nördlichen Syrien, Ägypten und in den Provinzen des südlichen Balkans, machten sie doch einen hohen Prozentsatz der Bevölkerung aus. Es ist deutlich zu erkennen, daß die griechische Sprachgrenze für die Ausbreitung des Christentums eine wichtige Rolle spielte. Im Westen sind es nur Rom mit kleineren Teilen von Mittel- und Unteritalien sowie die Africa proconsularis und Numidien, von denen sich sagen lässt, dass die Zahl der Christen zwar nicht die Hälfte betrug, aber doch eine starke Minderheit darstellte.“ Bleicken, Jochen (1992), S.12/13.

[24] Bleicken, Jochen (1992), S.10.

[25] Bleicken, Jochen (1992), S.9. Es war Galerius nicht gelungen, den Usurpator Maxentius zu vertreiben, der eine Gefahr für die Stabilität des Kaisertums darstellte und statt dessen Licinius in die Präfektur von Italien und Afrika einzusetzen. Konstantin hingegen galt als „zwar anerkannter, aber (...) eigenwilliger und nicht leicht zu berechnender“ Mitregent.

[26] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.14.

[27] Eus (Historia ecclesiatica [HE]) 8,14,7, vgl. Feld, Heribert (1960), S. 82.

[28] vgl. Eus HE 8,14,1; Maxentius tolerierte die Christen in Italien und Afrika. Bezeugt ist sogar ein förmliches Toleranzedikt, das wohl 307/308 erging. Dadurch erhielten die Christen im Reichsteil des Maxentius das staatlich garantierte Recht zur freien Religionsausübung. Des weiteren gab Maxentius den Gemeinden das in der Zeit der Verfolgung beschlagnahmte Eigentum zurück. Maxentius erkannte als erster Kaiser die Christen rechtlich an und tolerierte sie aus einer Distanz heraus (vgl. Girardet, Klaus Martin, in: Kneissl, Peter (1998), S.208-309).

[29] Vgl. Eus (Vita Constantini [VC]) 2,3.

[30] Der Vikar der Diözese Afrika, Alexander, wurde auch zum Kaiser ausgerufen. Er hatte sich von Maxentius gelöst und die Herrschaft über das prokonsularische Afrika an sich gerissen. Dieser Machtgriff schwächte Maxentius machtpolitisch und wirtschaftlich. Zum einen hatte Maxentius Anspruch auf Afrika erhoben, zum anderen lebte Italien von der afrikanischen Getreideversorgung, wodurch er mit Hungersnot in Italien rechnen mußte. Für die anderen Kaiser bedeutete die Machtübernahme des Alexanders einen kleinen Vorsprung gegenüber Maxentius. Jedoch kam damit auch für sie ein neuer Faktor hinzu. Maxentius beauftragte seinen fähigsten General C. Caeionius Rufinus Volusianus mit der Strafexpedition gegen Alexander, der dann innerhalb kurzer Zeit beseitigt wurde (vgl. Feld, Heribert (1960), S. 78-83).

[31] Schwächung der Position durch Entwertung der Zahlungsmittel, Preissteigerungen, Steuererhöhungen, Hungersnot. Näheres bei Feld, Heribert (1960), S.82

[32] Maxentius war deswegen auf eine rechtliche Stütze seines Kaisertums angewiesen. Er gab sich nach dem Tod seines Vaters 310 den Titel ” filius divi Maximiani” und glaubte einen legitimen Rechtstitel für seine Macht gefunden zu haben.

[33] vgl. Lakt MP 44; Paneg. 9,17, in: Keil, Volkmar (1989), S.42.

[34] vgl. Nesselhauf, Herbert (1955), S. 49-51.

[35] Lakt MP 44,1-9; verfaßt zwischen 316 und 321, vgl. Christ, Karl (1995), S.740.

[36] Eus HE 9,9,1-5 und Eus VC 1,27-32, in: Keil, Volkmar (1989), S.44 ff. Verfaßt nach 325, vgl. Christ, Karl (1995), S.740.

[37] Lakt MP 44,5, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.45.

[38] Vgl. Christ, Karl (1995), S.740.

[39] Eus VC 1, 27,3, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.49.

[40] Eus VC 1,28,2, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.49.

[41] Eus VC 1,29, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.51.

[42] Eusebius berichtet in seiner Kirchengeschichte: "Er rief durch Gebet den himmlischen Gott und seinen Logos, Jesus Christus, den Retter von allen Menschen, als Bundesgenossen an, dann ging er mit dem ganzen Heer voran, um für die Römer die von den Vorvätern (ererbte) Freiheit wieder zu beschaffen [sic!]."(Eus HE 9,9,2) In der Vita Constantini berichtet Eusebius: "Konstantin dachte darüber nach, daß er eine mächtigere Hilfe bräuchte, als militärische Macht sie ihm zu geben in der Lage war."(27,1) "Er suchte einen Gott als Helfer und baute erst in zweiter Linie auf die Bewaffnung und Größe des Heeres." (27,1). Konstantin habe an seine Vorfahren bei der Wahl seines Gottes als Helfer gedacht. Diese haben sich auf mehrere Götter, auf Weissagungen und Orakelsprüche verlassen und negative Erfahrungen damit gemacht.(27,2). "Nachdem er dies alles bei sich überlegt hatte, hätte er es für dumm gehalten, die Götter, die es ja gar nicht gibt, in so törichter Weise zu verehren und sich auch noch nach einem so offensichtlichen Beweis vom Irrtum verführen lassen. Er glaubt vielmehr, allein den Gott seines Vaters verehren zu müssen." (27,3) Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.44-51.

[43] vgl. Eus HE 9,10,2.

[44] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.14.

[45] vgl. Eus HE 9,2.

[46] vgl. Eus HE 9,2; Eus HE 9,7,3-14; Im Frühjahr 312 richteten sich viele Städte an Maximianus und forderten ihn auf, die Christen aus ihren Städten zu verbannen.

[47] vgl. Eus HE 9,2 ff; Bleicken, Jochen (1992), S.14.

[48] Das Motiv der Veröffentlichung liegt in der Erkenntnis, daß eine weitere Christenverfolgung für den Staat nur schädlich sein könne. Ein religiöses Motiv für diese Handlung ist auszuschließen, da Licinius bis zu seinem Lebensende Heide geblieben ist. Licinius Anerkennung des Christentums beruhte auf Toleranz (vgl. Feld, Heribert (1960), S.83).

[49] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.16.

[50] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.14.

[51] vgl. Eus HE 9, 10; Eus VC 1,58.

[52] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.17.

[53] Ob dieses Edikt überhaupt existierte, ist fraglich (vgl. Baynes, Norman H. in: Kraft, Heinrich (1974), S.153).

[54] vgl. Eus HE 10,5,2-14. Die von Eusebius überlieferte griechische Fassung wurde wohl in Palästina nach dem Tode von Maximinus Daia publiziert (vgl. Nesselhauf, Herbert (1955), S.45).

Die von Laktanz überlieferte Fassung als lateinischer Text wurde am 13. Juni 313 in Nikomedien öffentlich angeschlagen. (Lakt MP 48,2-12)

Bei den Überlieferungen handelt es sich um unterschiedliche Fassungen. Die Unterschiedliche können durch Ungenauigkeit der Abschriften entstanden sein, die es für einen öffentlichen Aushang gegeben haben muß. Auch durch die Übersetzung könnten Übertragungsfehler entstanden sein. Zur Frage inwieweit diese voneinander abweichen, siehe Nesselhauf, Herbert (1955), S.45-49.

[55] Lakt MP 48,2.

[56] Lakt MP 48,3, Übers.: Keil, Vokmar (1989), S.61.

[57] Kraft, Heinz (1955), S.32.

[58] Lakt MP 48,6, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.61.

[59] Lakt MP 48,2. Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.61.

[60] vgl. Lakt MP 48,11, Übers.: Keil, Volkmar (1989), S.63.

[61] vgl. Bleicken, Jochen (1992), S.22; Bringmann, Klaus (1995) S. 24; Grègoire, Henry in: Kraft, Heinrich (1974), S.212.

[62] Kraft, Heinz (1955), S.63.

[63] vgl. Dörries, Herrmann (1958), S.40.

[64] vgl. Nesselhauf, Herbert (1955), S.60.

[65] vgl. Girardet, Klaus Martin, in: Mühlenberg, Ekkehard (1989), S.66-68.

[66] vgl. Anmerkung 61.

[67] Nesselhauf ist jedoch der Meinung, daß der uns überlieferte Text ein von Licinius erlassenes Gesetz darstelle (vgl. Nesselhauf, Herbert (1955), S. 51-54).

[68] In der Provinz Afrika war der Anteil der Christen erheblich. Sie besaßen Einfluß in den leitenden Kreisen und im Kulturleben der Gesamtheit (vgl. von Harnack, Adolf (1924), S.951).

[69] Andresen, Carl (1971), S.316.

[70] vgl. Anmerkung 30.

[71] vgl. Frank, Karl Suso (1996), S.268.

[72] Christ, Karl (1995), S.764.

[73] vgl. Eus HE 10,5,15-17, in: Keil, Volkmar (1989), S.52 f.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Konstantin der Große und die Gründe seiner Hinwendung zum Christentum
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
64
Katalognummer
V69729
ISBN (eBook)
9783638607537
ISBN (Buch)
9783640336371
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstantin, Große, Gründe, Hinwendung, Christentum
Arbeit zitieren
Friederike to Baben von Trotha (Autor), 2001, Konstantin der Große und die Gründe seiner Hinwendung zum Christentum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69729

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