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Eine Analyse und Interpretation des Gedichtes Satzbau von Gottfried Benn

Titel: Eine Analyse und Interpretation  des Gedichtes Satzbau von Gottfried Benn

Essay , 2006 , 8 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kerstin Steinert (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Gedicht Satzbau von Gottfried Benn wurde im Jahre 1950 veröffentlicht. Das Gedicht steht im ersten Moment nicht in der Tradition der expressionistischen Literatur/Lyrik, die sich in den meisten Fällen mit Krieg, Großstadt, Zerfall, Verlust, Angst, Ich-Verlust und Apokalypse befasst. Der sehr nüchterne und sprachwissenschaftliche Titel Satzbau erweckt den Eindruck einer wissenschaftlichen formalen Arbeit, dessen Aufgabe und Inhalt die Abgrenzung der Semantik gegenüber der Syntax (also der allgemeinen Satzstruktur) ist. So scheint Benn die Form wichtiger zu sein als der Inhalt. Denn die Form ergibt den Inhalt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Beobachtungen:

2. Das Gedicht

2.1. Worum geht es?

2.2. Worum es nicht geht!

3. Die Metapher eines gespiegelten und direkten Mädchen für Ferdinand Saussure

4. Kunst als Macht

5. Wirklich unbeantwortbar?

6. Urvater Goehte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit setzt sich kritisch mit Gottfried Benns Gedicht "Satzbau" aus dem Jahr 1950 auseinander und untersucht die Abkehr des Autors von traditionellen expressionistischen Themen hin zu einer sprachanalytischen, fast formtheoretischen Auseinandersetzung mit der Lyrik selbst.

  • Analyse der formalen Struktur des Gedichts und der Abgrenzung von der expressionistischen Tradition.
  • Untersuchung der sprachwissenschaftlichen und philosophischen Bezüge, insbesondere zur Zeichenlehre von Ferdinand de Saussure.
  • Interpretation der Metaphorik und der Rolle des lyrischen Ichs im Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt.
  • Untersuchung der Bedeutung der Machtposition des Dichters und des Sprachmediums.
  • Deutung der Goethe-Rezeption und des Faust-Bezugs als autoritäre Sinnstiftung.

Auszug aus dem Buch

3. Die Metapher eines gespiegelten und direkten Mädchen für Ferdinand Saussure

[...]Warum reimen wir oder zeichnen ein Mädchen, direkt oder als Spiegelbild [...] (V. 7+8). Eine sehr direkte Frage, die mit einer Metapher ergänzt wurde. Einmal reimen wir im sprachlichen Sinne, wieso jedoch zeichnen? Beides sind es künstlerische Akte. Wieso stehen aber beide im Zusammenhang mit dem Satzbau? Formt zeichnen nicht ein Umriss von etwas? Gibt stricheln/zeichnen nicht Form und Gestalt, wie der Satzbau? Man gestaltet ein Gebilde, wie Wörter einen Satz bilden. Zeichnen fungiert hier als Metapher für den gleichen Akt des Schöpfens. Für den gleichen Akt des gestalten der Form.

Aber warum macht Benn nochmals Unterschiede zwischen einem direkten Mädchen und dessen Spiegelbild? Zunächst handelt es sich um ein Spiegelbild (also nur um eine Abbildung des Realen) und zum anderen um das direkte (reale) Mädchen.

Also einmal das direkte Mädchen als Signifikat und zum anderen ihr Spiegelbild als Signifikant. Laut Ferdinand Saussure`s Zeichenlehre hat das Signifikant nur kausale Verbindung mit dem Signifikat (direktes Mädchen). Ohne Signifikat ist das Signifikant bedeutungslos. Erst die reale Form schafft dem Spiegelbild eine Bedeutung. Übertragen von diesen zwei Versen bedeutet dies für das Gedicht, dass erst die Form dem Inhalt eine (Be)deutung vermittelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Beobachtungen: Das Kapitel führt in die formale Struktur des Gedichts ein, betont den nüchternen Schreibstil und arbeitet die Entwicklung vom lyrischen "Wir" zum "Ich" heraus.

2. Das Gedicht: Hier wird der Originaltext des Gedichts "Satzbau" präsentiert, gefolgt von einer inhaltlichen Einordnung der Strophen und einer Erläuterung der Themen, die Benn explizit ablehnt.

2.1. Worum geht es?: Eine strophische Gliederung des Gedichts verdeutlicht die thematischen Schwerpunkte von der traditionellen Lyrikkritik bis zum finalen Goethe-Zitat.

2.2. Worum es nicht geht!: Das Kapitel verdeutlicht Benns Desinteresse an alltäglichen oder bereits erschöpften literarischen Themen und seine Hinwendung zur Frage nach dem Ausdruck und der Kunst an sich.

3. Die Metapher eines gespiegelten und direkten Mädchen für Ferdinand Saussure: Diese Sektion verknüpft Benns poetische Sprache mit der semiotischen Zeichentheorie und interpretiert das "Zeichnen" als Akt der Formgebung.

4. Kunst als Macht: Es wird analysiert, wie Benn die Sprache als Machtinstrument einsetzt und die Formgebung als primäre Aufgabe des Dichters definiert.

5. Wirklich unbeantwortbar?: Eine Untersuchung der von Benn aufgeworfenen Frage nach dem "Warum" des Ausdrucks, wobei eine physiologische, fast instinktive Antwort skizziert wird.

6. Urvater Goehte: Abschließende Betrachtung der Goethe-Referenz im Gedicht, die als gezielte Bezugnahme auf das Faust-Motiv und als Selbstinszenierung Benns gedeutet wird.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Satzbau, Lyrikanalyse, Moderne Lyrik, Sprachwissenschaft, Ferdinand de Saussure, Zeichenlehre, Form und Inhalt, Goethe, Faust, Macht der Sprache, Expressionismus, Interpretation, Metaphorik, Sprachphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Gottfried Benns Gedicht "Satzbau" aus dem Jahr 1950 und untersucht dessen formale und inhaltliche Abkehr von traditionellen expressionistischen Motiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die sprachanalytische Komponente, die Bedeutung von Form gegenüber Inhalt, die Verwendung semiotischer Konzepte sowie die Rolle des Dichters als Schöpfer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wendepunkt in Benns Lyrik aufzuzeigen, den das Gedicht "Satzbau" markiert, und zu erklären, warum Benn den Satzbau als primäres Element der Dichtung betrachtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Werkinterpretation, kombiniert mit linguistischen Ansätzen (Zeichenlehre nach Saussure) und kulturhistorischen Kontextualisierungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse, die Untersuchung der Metaphorik, die Macht der Sprache als Instrument sowie eine Deutung der abschließenden Goethe-Referenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachmacht, Formästhetik, Zeichenlehre, Selbstreflexion und die Benn-Goethe-Rezeption geprägt.

Wie deutet die Autorin den Begriff "Priapismus" im Gedicht?

Die Arbeit interpretiert den "formalen Priapismus" als Metapher für die Form bzw. den Satzbau selbst, die zwar als "Hülle" dient, aber heute für Benn die primäre Bedeutungsebene einnimmt.

Warum bezieht sich Benn auf Faust im Schluss des Gedichts?

Benn nutzt die Potenz des Mythos Goethe/Faust, um sich selbst und sein lyrisches Ich als Teil einer Elite zu stilisieren, die den wahren Kern des sprachlichen Ausdrucks erkannt hat.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Analyse und Interpretation des Gedichtes Satzbau von Gottfried Benn
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Autor
Kerstin Steinert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
8
Katalognummer
V70086
ISBN (eBook)
9783638624206
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine Analyse Interpretation Gedichtes Satzbau Gottfried Benn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Steinert (Autor:in), 2006, Eine Analyse und Interpretation des Gedichtes Satzbau von Gottfried Benn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70086
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Leseprobe aus  8  Seiten
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