Über Allem wacht Hera


Unterrichtsentwurf, 2005

14 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Sachanalyse
2.1 Eingesetzte Quellen und Medien

3. Didaktische Analyse und Unterrichtsentwurf

4. Unterrichtsreflexion

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Die hier schriftlich zusammengefasste Darstellung und Reflexion bezieht sich auf eine Unterrichtsstunde zum Thema „Über Allem wacht Hera“. Die Stunde stand im Gesamtzusammenhang mit dem Seminar: „ Die rechtliche und soziale Stellung der Frau in Athen und Sparta im 5. vorchristlichen Jahrhundert. Didaktische und methodische Überlegungen zur Umsetzung eines solchen Themas im Unterricht“, welches im Sommersemester 2005 stattfand. Inhalt des Seminars stellte eine dezidiertere Darstellung der rechtlichen und sozialen Stellung der Frau in der Antike dar, als auch ein Vergleich zur aktuellen rechtlichen und sozialen Stellungen von Frauen in Westeuropa. Durch die relativ geringe Teilnehmerzahl von etwa 15 bot sich ein Seminar in Form von vorbereiteten Unterrichtsstunden an. Hierbei stand die Übung von didaktisch-methodischen Vorgehensweisen ebenfalls im Vordergrund.

Ziel des Unterrichtsentwurfes war es, eine Unterrichtsstunde zu planen, die in ihrer Form auch problemlos in der Schule gehalten werden kann. Die Voraussetzungen waren also nicht Studenten als Lernende, sondern Schüler, auf die der Unterricht zugeschnitten werden sollte. Natürlich musste die Tatsache, dass Studenten einen größeren Erfahrungshorizont als auch Fertigkeiten und Fähigkeiten mit sich brachten, in dem Entwurf berücksichtigt werden. Didaktisch-methodische Überlegungen können und müssen aber dennoch im Zuge der Planung ins Auge gefasst werden. Eine explizite didaktische Theorie, wie sie Bruner, Aebli, Klafki, Roth oder Tulodziecki formulieren, soll absichtlich nicht verfolgt werden. Vielmehr wird sich der didaktische Aufbau der Stunde auf Teilbereiche der o.g. stützen, da sich keine derzeit existierende Theorie in Gänze für den Geschichtsunterricht adaptieren lässt. Im Mittelpunkt sollen demnach Überlegungen stehen, die Auswahl der Methoden nach Interesse der Schüler, Anwendbarkeit im Unterricht und sinnvoller Wissensvermittlung zu treffen. Daher werden auch keine theoriekonformen Überlegungen im Sinne eines didaktisch-theoretischen Konzeptes angesprochen oder bearbeitet.

2. Sachanalyse

Eine genaue Analyse der Quellen und Medien, die im Rahmen der Unterrichtseinheit zum Einsatz kommen sollen, ist für einen gelingenden Unterricht eine unverzichtbare Basis. Da es in dieser Seminararbeit darum gehen soll, die didaktische Vermittlung einer historischen Person in all seinen Phasen auszuarbeiten und zu dokumentieren, kann die Interpretation der Quellen und Medien folglich nicht den Umfang einnehmen, der in einer rein fachwissenschaftlichen Arbeit erforderlich wäre. Vielmehr steht eine auf die zur Realisierung der Stundenziele hin ausgerichtete Analyse im Vordergrund, so dass Forschungsstreitigkeiten zu Detailfragen des Themas allenfalls angerissen werden können.

2.1 Eingesetzte Quellen und Medien

Folie 1: Hera mit Herrschaftsstab und Erdenscheibe[1]

Die Auswahl dieser bildlichen Quelle erfolgte als Einführung in die erste Phase des Unterrichts, gleich nach der Spontanphase. Hierbei sollte Hera als von Zeus unabhängige Gottheit erläutert werden. Dieser den meisten unbekannte Fakt ist wichtig für das spätere Verständnis der Hera als Gattin des Zeus. Die Verfälschung der Geschichte Heras als eigene Gottheit gegenüber der Geschichte von Hera als Gattin des Zeus wird hier vorbereitend eingeführt. Herrschaftsstab und Erdenscheibe weisen auf die unumstrittene Herrschaft Heras über die Welt hin. Die Hera der Antike, die in einschlägigen Lexika als Schutzherrin der Ehe und Gattin des Zeus skizziert wird, ist demnach nur eine Hälfte der Wahrheit. Anhand der Folie kann Hera als vorhellenistische Göttin dargestellt und erläutert werden.

Folie 2: Schönheitsideal, Homerischer Hymnus an Hera, Hes. Theo. 921-923[2]

Die beiden Abbildungen wurden ausgewählt, um das in einer vorigen Stunde behandelte Schönheitsideal der Antike noch einmal aufzugreifen. Hera kann anhand der Abbildungen als makellos und eine der schönsten Frauen der Antike herausgearbeitet werden.

Der Homerische Hymnus an Hera bietet einen guten Einstieg, die Position Heras innerhalb der hellenistischen Götterwelt einzuordnen. Sowohl Verwandtschaftsbeziehungen als auch ihr aufgezwungener Respekt Zeus gegenüber werden deutlich.

Die Textstelle aus Hesiods Theogonie macht noch einmal die Verwandtschaftsbeziehungen deutlicher und dient als Unterstützung des Homerischen Hymnus.

Hesiod und Homer kann man als unverfälschte Quellen hervorragend in eine Unterrichtsstunde einbinden. Hesiod bietet darüber hinaus noch ein sehr klares Bild, welches er von Frauen in der Antike skizziert.

Folie 3: Hom. Il. IV., 50-56 und Anth. Pal. 6, 243[3]

Die Quelle Hom. Il. IV., 50-56 aus Homers Ilias kann mehrere Aspekte Heras offen legen. Zum einen werden Charakterzüge Heras deutlich („farrenäugig“). Ebenfalls wird ihre Unterordnung Zeus gegenüber dargestellt. Wichtiger hingegen sind aber für die Stunde die Nennung der drei Städte Argos, Sparta und Mykene als kultische Orte der Hera, welche unter ihrem besonderen Schutz standen.

In Anth. Pal. 6,243 wird die Insel Samos als weitere Stätte kultischen Wirkens Heras genannt. Ebenfalls wird deutlich, dass sie die Herrin der Geburt und das Kalb eines der ihr geweihten Tiere ist.

Folie 4: Geografische Karte ohne Städtenamen[4]

Die Karte ohne Städtenamen diente zunächst dem Zweck herauszufinden, welche geografischen Kenntnisse über das antike Griechenland bei den Lernenden herrschen. Gemeinsam kann anhand der Karte versucht werden, die in Folie 2 genannten Stätte kultischen Wirkens Heras einzuzeichnen. Hier muss mit kaum vorhandenen Einschätzfähigkeiten für geografische Kenntnisse seitens der Schüler gerechnet werden.

Folie 5: Geografische Karte mit Städtenamen[5]

Die Karte mit eingezeichneten Städten wurde zu dem Zweck erstellt, die in Folie 3 angenommenen Lagen der Städte einschätzen zu können. Sollten Städte eingezeichnet worden sein, kann man die geografische Lage selbiger anhand dieser Karte überprüfen. So entsteht eine Vorstellung über die enorme geografische Ausbreitung, die der Hera-Kult hatte.

[...]


[1] Siehe Anhang: Folie 1; Hera mit Herrschaftsstab und Erdenscheibe.

[2] Siehe Anhang: Folie 2; Homerischer Hymnus an Hera; Hes. Theo. 921-923.

[3] Siehe Anhang: Folie 3; Hom. Il. IV., 50-56; Anth. Pol. 6, 243.

[4] Siehe Anhang: Folie 4. Die Karte wurde mit Hilfe von Sattelitenaufnahmen angefertigt, bietet also größte geografische Genauigkeit als auch einen in der Klasse gewissen „Neuheitswert“, da wahrscheinlich nur alte schwarz-weiß oder Wandkarten bekannt sind.

[5] Siehe Anhang: Folie 5. zur Karte: siehe Fußnote 4.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Über Allem wacht Hera
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Die rechtliche und soziale Stellung der Frau in Athen und Sparta im 5. vorchristlichen Jahrhundert. Didaktische und methodische Überlegungen zur Umsetzung eines solchen Themas im Unterricht.
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V70167
ISBN (eBook)
9783638614870
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Allem, Hera, Stellung, Frau, Athen, Sparta, Jahrhundert, Didaktische, Umsetzung, Themas, Unterricht
Arbeit zitieren
Bastian Hefendehl (Autor), 2005, Über Allem wacht Hera, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70167

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