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Das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann'

Titel: Das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann'

Hausarbeit , 2007 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Yvonne Rollesbroich (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Begriff der Romantik verbindet man idyllische Landschaften und nostalgische Bilder einer harmonischen Liebesbeziehung. Der literaturgeschichtliche Blick auf die Epoche der Romantik zeigt jedoch, dass diese Vorstellungen zu einseitig sind. Unter „romantisch“ fällt hier ebenso das Verborgene, Abgründige, Dunkle und somit Unheimliche. E.T.A. Hoffmann, einer der bedeutendsten Vertreter dieses Zeitabschnitts, behandelt das Thema der dunklen Seite der menschlichen Existenz mehrfach in seinen Erzählungen.
Eines seiner unheimlichsten Werke ist das Kunstmärchen „Der Sandmann“ im ersten Band seines zweiteiligen Zyklus „Nachtstücke“. Betrachtet man lediglich den Titel, liegt die Assoziation mit dem freundlichen Sandmännchen des deutschen Volksmythos nahe. Dieses streut den Kindern vor dem Einschlafen Sand in die Augen, so dass sie müde werden.
Die Annahme, dass es sich bei Hoffmanns „Der Sandmann“ um eine liebliche Gute-Nacht- Geschichte handelt, wird bereits nach Lektüre der ersten Seiten entkräftet. Die eindrucksvolle Schilderung der grausamen Kindheitserinnerung des Protagonisten Nathanaels verdeutlicht dem Leser die groteske und Angst einflößende Grundstimmung des Textes (S. 3-5)1.
Das Hauptthema ist der sich entwickelnde Wahnsinns Nathanaels, ausgelöst durch den Advokaten Coppelius, in dem er die Figur des unheimlichen Sandmanns sieht. Es tauchen immer wieder zwei Motive auf: das des künstlichen Menschen im Zusammenhang mit dem Automaten Olympia und das der Augen im Märchen des Sandmanns. Sigmund Freud begründet in seinem Text „Das Unheimliche“ die Wirkung der Erzählung eher mit dem Leitmotiv der Augen als mit dem des Automaten2. Aufgrund dessen hab ich mich für eine Analyse dieses Themas entschieden.
Einleitend wird kurz der Inhalt der Geschichte anhand der einzelnen Ereignisse, die im Zusammenhang mit den Augen stehen, wiedergegeben. Es folgt eine Charakterisierung der Hauptfiguren durch die Beschreibung ihrer Augen. Kapitel vier beginnt mit der Darstellung der Rolle des Motivs in Bezug auf die Entwicklung von Nathanaels Wahnsinn. Daraufhin wird Freuds Interpretation der Augenangst als Kastrationsangst analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe

3. Charakterisierung der Hauptfiguren

3.1. Clara

3.2. Coppelius/Coppola

3.3. Olympia

4. Die Bedeutung der Augen für Nathanaels Wahnsinn

5. Augenangst als Kastrationsangst

6. Zusammenfassende Betrachtung

7. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ und untersucht, wie dieses Motiv den psychischen Verfall des Protagonisten Nathanael maßgeblich beeinflusst. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Wahrnehmung des Unheimlichen mit der Augenangst korreliert und wie diese psychoanalytisch als Kastrationsangst gedeutet werden kann.

  • Die literarische Funktion des Motivs der Augen als Spiegel der Seele und Instrument der Wahrnehmung.
  • Charakterisierung der Hauptfiguren durch die spezifische Beschreibung ihrer Augen.
  • Die psychologische Bedeutung der Augenangst im Kontext von Nathanaels fortschreitendem Wahnsinn.
  • Psychoanalytische Interpretation nach Sigmund Freud: Augenangst als Kastrationsangst.
  • Der Einfluss von Projektionen und die Rolle der Automaten-Symbolik.

Auszug aus dem Buch

4. Die Bedeutung der Augen für Nathanaels Wahnsinn

Wie zuvor erwähnt, wird dem Leser bereits bei der Nennung des Titels das Motiv des Auges verdeutlicht. Die Basisgeschichte ist die des Sandmännchens. Die Kinderfrau hingegen verkehrt die Erzählung in ein Antimärchen, so dass der Sandmann zur Schreckensgestalt wird, die auf blutige Weise den Kindern die Augen raubt und sie den Jungen der Eulen zur Atzung gibt.

Nathanael wird zu Bett geschickt, bevor der Sandmann eintrifft. Er hat ihn noch nie gesehen, doch das Poltern auf der Treppe beweist seine wahre Existenz. Er ist böse, weil er den Kindern den Vater einreißt, so beginnt der Junge in seiner Phantasie ein eigenes Bild dieser Figur zu schaffen.

Die erste Begegnung mit Coppelius im Arbeitszimmer seines Vaters zeigt dies deutlich. Der Advokat verkörpert für ihn unweigerlich die Schreckensgestalt des Sandmanns, denn bereits in seinen vorherigen Besuchen verspürten die Kinder Ekel und Furcht vor dem Mann. Nathanael versteckt sich hinter dem Vorhang und beobachtet das Vorgehen der Experimentierenden. Beeinflusst durch seine Phantasie, sieht er um sich her Menschengesichter ohne Augen und nach dem Ausruf „Augen her, Augen her!“ (S. 9), verliert er die Beherrschung und verfällt das erst Mal dem Wahnsinn. Coppelius will ihm seine Augen entreißen, wie es in dem Märchen der Kinderfrau vorgegeben ist, und statt Sand „glutrote Körner“ hineinstreuen. Auf die Bitte des Vaters hingegen wird er verschont, jedoch nimmt er ihm Arme und Füße ab und setzt sie dann wieder an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche der Romantik ein und erläutert die Bedeutung des Motivs der Augen sowie die Wahl von E.T.A. Hoffmanns Erzählung als Analysegegenstand.

2. Inhaltsangabe: Dieses Kapitel gibt den Handlungsverlauf des Werkes wieder, wobei der Fokus gezielt auf die Ereignisse gelegt wird, die mit dem Motiv der Augen in Zusammenhang stehen.

3. Charakterisierung der Hauptfiguren: Es wird untersucht, wie Hoffmann durch die Beschreibung der Augen die Charaktereigenschaften von Clara, Coppelius/Coppola und Olympia verdeutlicht.

4. Die Bedeutung der Augen für Nathanaels Wahnsinn: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen den Kindheitserlebnissen Nathanaels, dem Ammenmärchen und seiner späteren psychischen Instabilität.

5. Augenangst als Kastrationsangst: Auf Basis von Sigmund Freuds „Das Unheimliche“ wird die Augenangst psychoanalytisch als Kastrationsangst interpretiert und auf den Ödipuskomplex bezogen.

6. Zusammenfassende Betrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Werk in den Kontext von Hoffmanns serapiontischem Prinzip ein.

7. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Augenmotiv, Wahnsinn, Unheimliches, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Kastrationsangst, Automaten, Olympia, Nathanael, Coppelius, Romantik, Literaturgeschichte, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ und dessen Einfluss auf den Wahnsinn des Protagonisten Nathanael.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Im Zentrum stehen die psychologischen Aspekte der Erzählung, das Motiv der Augen, die Rolle von Automaten und die psychoanalytische Deutung durch Sigmund Freud.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Augenmotiv als zentrales Element für Nathanaels verzerrte Wahrnehmung und seinen psychischen Verfall fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung psychoanalytischer Ansätze, insbesondere mit Bezug auf Sigmund Freuds Text „Das Unheimliche“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterisierung der Figuren, der Entstehung von Nathanaels Wahnsinn sowie der psychoanalytischen Interpretation der Augenangst als Kastrationsangst.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Augenmotiv, Nathanael, Sandmann, Unheimliches, Kastrationsangst und psychologische Deutung.

Wie unterscheidet sich die Funktion der Augen bei den einzelnen Figuren?

Während die Augen bei Clara als klares Spiegelbild ihres rationalen Verstandes dienen, sind sie bei Coppelius und Coppola Symbole des Schreckens und bei der Puppe Olympia Projektionsflächen für Nathanaels narzisstische Liebe.

Warum spielt das Kindermädchen eine so wichtige Rolle für Nathanaels Entwicklung?

Durch die Erzählung des grausamen Sandmann-Märchens pflanzt das Kindermädchen die zentrale Angsterfahrung in das Kind, die Nathanaels spätere psychische Störung begründet und der er – im Gegensatz zur rationalen Mutter – eine höhere Glaubwürdigkeit beimisst.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann'
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,7
Autor
Yvonne Rollesbroich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V70238
ISBN (eBook)
9783638615280
ISBN (Buch)
9783640660063
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motiv Augen Hoffmanns Sandmann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Rollesbroich (Autor:in), 2007, Das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns 'Der Sandmann', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70238
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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