Mutter Courage im Konflikt zwischen Handel und Menschlichkeit

aufgezeigt durch textanalytische Verfahren bei der einführenden Erarbeitung epischer Elemente der Brechtschen Dramaturgie behandelt in einem GK Deutsch, Gymnasium


Examensarbeit, 1999
76 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhalt

1. EINLEITUNG

2. Planung der Unterrichtseinheit
2.1. Sachanalyse
2.1.1. Brechts Schauspiel Mutter Courage und ihre Kinder
2.1.1.1. Entstehung von Brechts Mutter Courage
2.1.1.2. Aussageabsicht und Darstellungsmittel in der Mutter
Courage
2.1.2. Mutter Courage im Konflikt zwischen Handel und
Menschlichkeit
2.2. Bedingungsanalyse
2.2.1. Ausgangsbedingungen der Lerngruppe
2.2.1.1. Beschreibung der Lerngruppe
2.2.1.2. Kenntnisstand der Schüler
2.2.2. Voraussetzungen der Lehrenden
2.2.3. Institutionelle und unterrichtsorganisatorische Bedingungen
2.2.4. Vorgaben durch Richtlinien und Schulcurriculum
2.2.4.1. Neue Richtlinien
2.2.4.2. Alte Richtlinien
2.2.4.3. Schulcurriculum
2.2.4.4. Auswahl des Themas
Exemplarische Bedeutung des Themas
Gegenwartsbedeutung des Themas
Zukunftsbedeutung des Themas
2.3. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen
2.3.1. Didaktische Akzentuierung und Reduktion
2.3.2. Lernziele
2.3.2.1. Fachliche Lernziele
2.3.2.2. Erzieherische Lernziele
2.3.2.3. Stufengemäße Lernziele
2.3.2.4. Schulformspezifische Lernziele
2.4. Methodische Entscheidungen
2.4.1. Lehr-/Unterrichtsmethode
2.4.2. Fachmethode
2.5. Thematischer Zusammenhang der Unterrichtsreihe
2.5.1. Darstellung des Reihenaufbaus
Thema der Unterrichtsreihe
Themen der Unterrichtseinheiten
2.5.2. Begründung des Reihenaufbaus
2.5.2.1. Zur 1. und 2. Einheit
2.5.2.2. Zur 3. Einheit

3. DURCHFÜHRUNG UND REFLEXION
3.1. Erste Stunde
3.1.1. Thema, Hausaufgaben und Lernziele der ersten Stunde
3.1.2. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen der ersten
Stunde
3.1.3. Geplanter Unterrichtsverlauf der ersten Stunde
3.1.4. Geplantes Tafelbild zur ersten Stunde
3.1.5. Durchführung und Reflexion der ersten Stunde
3.2. Zweite Stunde
3.2.1. Thema, Hausaufgaben und Lernziele der zweiten Stunde
3.2.2. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen der zweiten
Stunde
3.2.3. Geplanter Unterrichtsverlauf der zweiten Stunde
3.2.4. Geplantes Tafelbild zur zweiten Stunde
3.2.5. Durchführung und Reflexion der zweiten Stunde
3.3. Dritte Stunde
3.3.1. Thema, Hausaufgaben und Lernziele der dritten Stunde
3.3.2. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen der dritten
Stunde
3.3.3. Geplanter Unterrichtsverlauf der dritten Stunde
3.3.4. Geplantes Tafelbild zur dritten Stunde
3.3.5. Durchführung und Reflexion der dritten Stunde
3.4. Vierte Stunde
3.4.1. Thema, Hausaufgaben und Lernziele der vierten Stunde
3.4.2. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen der vierten
Stunde
3.4.3. Geplanter Unterrichtsverlauf der vierten Stunde
3.4.4. Geplantes Tafelbild zur vierten Stunde
3.4.5. Durchführung und Reflexion der vierten Stunde
3.5. Fünfte Stunde
3.5.1. Thema, Hausaufgaben und Lernziele der fünften Stunde
3.5.2. Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen der fünften
Stunde
3.5.3. Geplanter Unterrichtsverlauf der fünften Stunde
3.5.4. Geplantes Tafelbild zur fünften Stunde
3.5.5. Durchführung und Reflexion der fünften Stunde
3.6. Hinweise zur Durchführung der Stunden der 1. und 2. Einheit
3.7. Klausur

4. GESAMTREFLEXION DER 2. UNTERRICHTSEINHEIT
4.1. Zur Umsetzung der Lernziele in der 2. Einheit
4.2. Schlussfolgerungen hinsichtlich zukünftiger Lernsituationen
4.2.1. Zu den Lehr-/Unterrichtsmethoden
4.2.2. Zu den Fachmethoden
4.2.3. Materialien und Medien
4.2.4. Schriftliche Ergebnissicherung
4.3. Resümee

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

Material zu den Stunden und 3 Klausurbeispiele

1. EINLEITUNG

Als wir auf unserer Fahrt vom Fachseminar Deutsch im Herbst ‘98 in Berlin auf dem Dorotheenfriedhof das Grab von Bertolt Brecht sahen, schlicht und unauffällig, ein einfacher Grabstein, nur mit seinem Namen und Efeu auf dem Grab, daneben der Grabstein seiner Ehefrau Helene Weigel, konnte man nicht umhin zu denken: Irgendwie passt das zu ihm.

Er selbst hatte sich gedacht: „Ich benötige keinen Grabstein, aber

Wenn ihr einen für mich benötigt

Wünsche ich, es stünde darauf:

Er hat Vorschläge gemacht. Wir

Haben sie angenommen.

Durch eine solche Inschrift wären

Wir alle geehrt.“[1]

Vorschläge finden sich viele in seinen Werken; auch in seinem Schauspiel Mutter Courage und ihre Kinder. Schon damals zur Enstehungszeit des Stückes kurz vor dem 2. Weltkrieg stellte Brecht fest: „Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, als die Regierungen Kriege machen können“ und zog den Schluss „‘Mutter Courage und ihre Kinder’ kam also zu spät“[2].

Dieser Einwand mag für die damalige Zeit berechtigt sein, trotzdem ist seine Kritik des Krieges bzw. unmenschlicher Verhaltensweisen damals wie heute von erschreckender Aktualität, schaut man sich die gegenwärtigen Entwicklungen auf der Welt - vor allem im Kosovo - an. Brecht gilt bis heute als bedeutender deutscher Schriftsteller und Lyriker; 101 Jahre nach seiner Geburt im Jahr 1898. Daher wurde sein episches Theater „für Schülergenerationen zur Pflicht“[3].

Auch für die Schüler[4] von heute lohnt sich die Beschäftigung mit Brechts Werken, nicht nur, weil sie mit dem epischen Theater eine von traditionellen Erzähltechniken abweichende Form kennenlernen, was unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten interessant ist, sondern auch, weil Brechts Vorschläge aufgrund ihrer Aktualität heutigen Schülern nicht vorenthalten werden sollten.

Die geplante Unterrichtsreihe soll dazu beitragen, dass die Schüler im Sinne Brechts die Verhaltensweisen von Menschen mit kritischen Augen sehen und zum Handeln in sozialer Verantwortung motiviert werden.

2. PLANUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT

2.1. Sachanalyse

Eine Sachanalyse beinhaltet immer auch didaktische Aspekte, denn es gibt keine reine Sachanalyse[5]. Daher beschränkt sich die folgende Darstellung auf Sachaspekte, die für die zu dokumentierenden Unterrichtsstunden relevant sind.

Zunächst soll auf die Entstehungssituation[6] des Werkes und den Bezug zu Vorlagen eingegangen werden und vor diesem Hintergrund anschließend Brechts besondere Aussageabsicht und Darstellungsmittel.

2.1.1. Brechts Schauspiel Mutter Courage und ihre Kinder

2.1.1.1. Entstehung von Brechts Mutter Courage

Vor mittlerweile genau 60 Jahren, also im Jahr 1939, schrieb Brecht das Stück Mutter Courage und ihre Kinder[7]. Bertolt Brecht wurde 1898 in Augsburg geboren, er starb 1956 in Berlin. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Wie viele andere Schriftsteller floh er 1933 vor den Nationalsozialisten ins Ausland. Im Exil in Schweden erfuhr er von Johan Ludvig Runebergs Ballade der Marketenderin Lotta Svärd[8], die ihn zu seiner Markentenderin, der Mutter Courage, anregte. Übernommen hat er vor allem die „volksnahe Perspektive“ der Ballade aus dem 19. Jahrhundert. Eine weitere „Vorlage“ stellte die Lebensbeschreibung Der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche (1670) von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen dar[9]. Sowohl bei Brechts Courage als auch bei Grimmelshausens Courasche kann man von einer „merkantilen“ Beziehung zum Krieg sprechen; beide Hauptfiguren wollen vom Krieg profitieren. Weiterhin hat Brecht den Namen Courasche (oder je nach Schreibweise Courage) und die vorangestellten Inhaltsangaben vor jeder Szene[10] übernommen.

Wie schon Grimmelshausen, so verfolgte auch Brecht mit Mutter Courage eine „Lehrabsicht“[11]. Interessant für den Unterricht ist vor allem Brechts Aussageabsicht und deren Vermittlung durch epische Elemente; beides soll daher im Folgenden erläutert werden.

2.1.1.2. Aussageabsicht und Darstellungsmittel in der Mutter Courage

Mit seinem Stück Mutter Courage und ihre Kinder wollte Brecht im Jahr 1939, also kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, zunächst „seine skandinavischen Gastgeberstaaten warnen, auf Kriegsprofite durch Materiallieferungen an Hitler zu spekulieren“[12].

Kriegsprofit ist auch in der Mutter Courage (Brecht bezeichnet das Stück als „Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg“) zentrales Thema; der Krieg soll als eine „besondere Form des Geschäftes begreifbar“ und Mutter Courage „als Vertreterin kapitalistischer Lebensgesetze“ dargestellt werden[13]. Anders als man beim Begriff „Chronik“ erwartet, stellt Brecht in seiner Chronik nicht die Schicksale von Königen etc. dar, sondern die Schicksale „kleiner Leute“[14]. Daher ist der Dreißigjährige Krieg in Brechts Stück kein „Glaubenskrieg“, sondern „‘der plebejische Blick’ legt den verborgenen Krieg zwischen ‘Oben’ und ‘Unten’ frei“[15]. Brechts Interesse für soziale Verhältnisse bringt ihn dazu sich ausgiebig mit dem Marxismus zu beschäftigen[16]. So ist auch das Stück Mutter Courage von Brechts Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft geprägt.

Der Inhalt des Stücks lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Mutter Courage zieht als Marketenderin im Dreißigjährigen Krieg mit ihrem Wagen und ihren drei Kindern mit den Truppen durch das Land. Der dargestellte Zeitraum erstreckt sich über 12 Jahre (1624-1636) und wird in 12 Bildern dargestellt, wobei aber im Stück von einem Bild zum anderen oft mehrere Jahre übersprungen werden.

Die Marketenderin will einerseits vom Krieg profitieren („Der Krieg ist nichts als die Geschäfte“[17] ), andererseits will sie ihre Kinder aus dem Krieg heraushalten[18]. Während ihr Geschäftserfolg wechselt, verliert sie nacheinander ihre drei Kinder, weil sie immer wieder ihre geschäftlichen Interessen über die der Mutter stellt. Der Wagen dient dabei als „Leitsymbol“, um den jeweiligen Zustand ihres Geschäftes anzuzeigen[19].

Durch diesen Verlauf der Handlung will Brecht dem Zuschauer die Einsicht vermitteln: „Daß die großen Geschäfte in den Kriegen nicht von den kleinen Leuten gemacht werden“[20]. So zieht Mutter Courage am Schluss allein, aber unbeirrt und unbelehrt mit ihrem Wagen weiter („Ich muß wieder in’n Handel kommen“, Bild 12)[21]. Mutter Courage hat auch am Schluss nicht begriffen, dass der Kapitalismus auf dem „Kampf aller gegen alle“ beruht und so den Krieg erst herbeiführt, der im Kapitalismus eben „für den Kapitalismus“ nötig ist[22].

Der Zuschauer soll hingegen erkennen, dass der Krieg nicht als Schicksalsschlag zu sehen ist, den man hinzunehmen hat, sondern dass die „politischen und sozialen Machtkonstellationen“[23] den Krieg verursachen - anders als in der griechischen Tragödie, wo das Schicksal „von den Göttern verhängt“ und damit unveränderbar ist[24]. Brecht formuliert seine Absicht so: „Dem Stückeschreiber obliegt es nicht, die Courage am Ende sehend zu machen, ihm kommt es darauf an, dass der Zuschauer sieht“[25].

In den Schriften zum Theater erklärt Brecht, auf welche Weise er den Zuschauer belehren will: „[...] damit die Zuschauer etwas lernen, müssen die Theater eine Spielweise erarbeiten, welche nicht auf die Identifizierung der Zuschauer mit der Hauptfigur (Heldin) ausgeht“[26].

So begründet Brecht die Notwendigkeit von der klassischen Form des Dramas abzuweichen, die auf Aristoteles zurückgeführt wird. Im aristotelischen Drama erfährt der Zuschauer durch die Einfühlung und Identifikation mit der Hauptfigur eine „seelische Läuterung“ (Katharsis)[27]. Statt Einfühlung will Brecht die „Verfremdung“ herbeiführen, indem er dem Gegenstand das „Selbstverständliche, Bekannte, Einleuchtende“ nimmt[28], was den Zuschauer zum kritischen Nachdenken veranlasst. Brecht will auf diese Weise eine kritische, distanzierte Haltung des Zuschauers erzeugen. Die Verfremdung ist eine „Zentralkategorie des epischen Theaters“[29]. Es klingt zunächst paradox, wenn man von einer „epischen Dramatik“ spricht[30] ; jedoch wird die dramatische Handlung immer wieder durch epische Elemente unterbrochen, die die Handlung kommentieren und reflektieren.

Epische Gattungsarten sind durch eine „erzählende Haltung“ gekennzeichnet[31] ; Brechts episches Theater lässt sich nur teilweise in diesem wörtlichen Sinn als „episch“ verstehen, denn die verfremdenden Darstellungsmittel sind nicht alle „erzählend“, daher lässt sich sein Theater eher „im metaphorischen Sinne“ als episch bezeichnen[32].

Jan Knopf zählt folgende Darstellungsmittel des epischen Theaters auf[33]:

- Titularium (Titelprojektionen)
- Songs, diese sind „episch“, denn sie kommentieren, reflektieren die Handlung
- Offene Form des Dramas im Gegensatz zur geschlossenen, aristotelischen Form
- Doppelszenen, die sich gegenseitig relativieren
-Umwertungen der Sprache durch: Wortwitze, Sinnverdrehungen, Umformulierungen von Zitaten, Paradoxien, gewollte Missverständnisse, Dialekt[34].

Unter der offenen Form des Dramas wird ein Drama mit „atektonischer Handlungsstruktur“ verstanden, bei dem also die drei Einheiten des aristotelischen Dramas (Ort, Zeit, Handlung) nicht eingehalten werden[35].

All diese Darstellungsmittel führen einen Verfremdungseffekt herbei und damit die kritische Reflexion des Zuschauers.

Diese „betrachterische Distanz“ soll durch die Verwendung bestimmter Musik noch unterstützt werden; sie soll auf keinen Fall eine „hypnotische Entrückung“ bewirken[36]. Daher werden nicht „landläufige Harmonien“ eingesetzt, sondern wie eine Art Bänkelgesang soll auch die Musik lehrhaften Charakter besitzen. Brechts Komponist für die Songs der Mutter Courage war Paul Dessau[37].

Als Marxist ist es Brecht wichtig die Figuren „als Typen einer bestimmten historischen Zeit und Klassenzugehörigkeit zu zeigen“[38], wobei Verfremdung auch immer „Historisierung“ bedeutet; er will dem Zuschauer bewusst machen, dass Vergangenes zugleich vergänglich und damit veränderbar ist[39].

Brecht spricht auch von „Gewichtsverschiebungen vom dramatischen zum epischen Theater“[40] ; die epische Form des Theaters „erzählt“ einen Vorgang, um dem Zuschauer Erkenntnisse zu vermitteln und von ihm Entscheidungen zu erzwingen. Denn darum geht es Brecht, wenn er die kapitalistischen Gesellschaftsverhältnisse und den Krieg als deren Auswirkung kritisiert: der Zuschauer soll das Theater mit dem Bedürfnis verlassen, an diesen Zuständen etwas zu ändern - wie Brecht im Salomon-Song sagt: „[...] so ist die Welt und müßt nicht so sein!“[41]

2.1.2. Mutter Courage im Konflikt zwischen Handel und Menschlichkeit

Das folgende Zitat von Brecht erklärt den Konflikt der Mutter Courage: „Sie ist Geschäftsfrau, weil sie Mutter ist, sie kann nicht Mutter sein, weil sie Geschäftsfrau ist“[42]. Sie will - wie im einführenden Bild 1) deutlich wird - vom Krieg leben, aber sich und ihre Kinder heraushalten[43]. Schon ihr Name drückt diesen Widerspruch aus; sie besitzt die „Courage“, den Mut der Geschäftsfrau, aber sie ist zugleich auch Mutter[44]. Doch bereits im 1. Bild geht ihre Rechnung mit dem Krieg nicht auf. Der Werber entdeckt zielsicher die Schwachstelle der Courage: „Verwickel sie in einen Handel“[45] und so gelingt es den Werbern den Sohn Eilif wegzulocken.

Als sie Eilif wiedersieht, freut sie sich zwar („Jesus, das ist mein Eilif“[46] ), benutzt das Auftauchen Eilifs und seine Heldentat aber sogleich für ihre geschäftlichen Interessen.

Ihren Sohn Schweizerkas verliert sie, weil sie ihre Interessen als Mutter den Interessen als Geschäftsfrau unterordnet (Bild 3)[47]. In der guten Absicht Schweizerkas vor der Hinrichtung zu retten, will sie ihren Wagen verpfänden, um Schweizerkas auszulösen. Doch sie handelt „zu lang“. Sie will ihren Wagen nur äußerst ungern hergeben („Warum, wir leben von dem Wagen“) und sie denkt ausgiebig darüber nach, wie sie den größtmöglichen Gewinn dabei erzielen kann („nur nix Vorschnelles“). Die Einsicht: „[...] da ist keine Minut zu verlieren [...] Lauf und handel nicht herum, es geht ums Leben“, schiebt sie wiederum sofort beiseite, als sie erfährt, dass sie die Regimentskasse nicht mehr bekommen kann: „Ich muß nur einen Augenblick überlegen [...] Etwas muß ich in der Hand haben“. Sie zeigt jedoch mütterliche Gefühle, wenn sie an Kattrin denkt („Dein Bruder kriegst du“). Trotzdem ringt sie sich zu spät zu der Entscheidung durch: „[...] ich geb die zweihundert“. Die Geschäftsfrau dominiert über die Mutter; die Konsequenz ist, dass sie ihren Sohn verliert.

Sie begreift nicht, dass sie bei ihrem „Paktieren mit dem Krieg ihre Kinder als Pfand gesetzt hat“[48]. Der Konflikt zwischen den Interessen der Händlerin und der Mutter wird in Bild 3) zugespitzt. Auch dass die Mutter der Geschäftsfrau untergeordnet ist, lässt sich hier erkennen. Weiterhin führt dieses Verhalten der Mutter Courage dazu, dass der Zuschauer sich nicht mit ihr identifiziert, sondern kritisch über sie nachdenkt. Damit will Brecht sein Ziel erreichen den Zuschauer zu einer distanzierten, kritischen Haltung zu bewegen.

Es fällt auf, dass ein entsprechendes Verhalten der Mutter Courage in Bild 8) zu Eilifs Tod führt. Sie denkt nur an ihre Geschäfte und bemerkt daher auch nichts von der Verhaftung Eilifs („Sie erzählens mir später, wir müssen fort“)[49]. Die „Sucht nach dem ‘in-den-Handel-Kommen’ macht sie blind“[50].

Bild 8) schließt sich aufgrund dieser inhaltlichen Ähnlichkeiten gut an Bild 3) an; wobei sich anhand von Bild 8) die Wirkungsweise der epischen Elemente Brechtscher Dramaturgie erabeiten lässt:

- die Titelprojektion zu Bild 8) enthält beides: einen Bezug zur Handlung von Bild 8) und exemplarisch die Funktion eines epischen Elementes; nämlich die Vorwegnahme der Handlung, wodurch die Spannung aufgehoben wird, so dass der Zuschauer Zeit hat über das Geschehen nachzudenken[51]. Die Ironie der Äußerung „eine Heldentat zuviel“ ist nicht zu übersehen. Auch der Friede als Bedrohung („Der Frieden droht Mutter Courages Geschäft zu ruinieren“) zeigt sich hier schon; es wird ein Verfremdungseffekt (= V-Effekt) erzeugt, da der Zuschauer von einem positiven Verständnis des Begriffs „Frieden“ ausgeht.
- die Sprache: Umwertungen in der Sprache finden sich, z.B. wenn über den Frieden gesprochen wird (z.B. „Sagen Sie mir nicht, daß Friede ausgebrochen ist“ anstelle von „der Krieg ist ausgebrochen“).
- Widersprüchlichkeiten z.B. in der Bewertung von Eilifs Tat: im Krieg eine Heldentat (vgl. Bild 2), im Frieden ein Verbrechen, für das Eilif hingerichtet wird[52].
- Unterbrechung und Kommentar der Handlung durch das Lied: „Von Ulm nach Metz“[53]. Das fröhliche Geschäftslied der Courage, in dem sie den Krieg als ihren Brotgeber besingt („Der Krieg wird seinen Mann ernähren“) widerspricht der unmittelbar vorangegangenen Handlung in Bild 8): Eilif wird gerade hingerichtet. Weiterhin besteht ein Widerspruch zwischen dem Song und dem ganzen Stück, denn wie der Ausgang zeigt, ernährt der Krieg „seinen Mann“ eben nicht, sondern bringt ihm den Tod. Die „wichtigste Funktion“ der Songs besteht somit in der „Verfremdung der Handlung“[54].

Diese Widersprüche, Umwertungen der Sprache, V-Effekte sollen den Zuschauer anregen kritisch nachzudenken. Jedes Mal, wenn der Zuschauer befremdet ist, muss er sich fragen: Stimmt das? Ist das so? Was sollte man an diesen Zuständen/Verhaltens-weisen ändern?

Auch ihr drittes Kind verliert die Courage, weil sie gerade mit ihren Waren beschäftigt ist[55]. Die Tochter Kattrin opfert sich, um die Stadtbewohner zu retten.

Dass Mutter Courage den Konflikt zwischen Handel und Menschlichkeit zugunsten des Handels entscheidet, wird in Bild 5) ersichtlich; Brecht legte Wert darauf, „ihre Gewinnsucht den Zuschauern abstoßend zu machen“[56]: Mutter Courage weigert sich ihre Hemden zu „opfern“, um den Verwundeten zu helfen - dieses Verhalten kann Kattrin nicht akzeptieren[57]. Mutter Courage zeigt ihre Einstellung sowohl durch Worte („Ich geb nix. Die zahlen nicht, warum, die haben nix“) als auch durch ihre Körpersprache ( sie verwehrt Kattrin den Eintritt in den Wagen, indem sie sich auf die Wagentreppe setzt[58] ). In der Verfilmung der Theaterinszenierung des Berliner Ensembles von 1960[59] wird die kurzfristige innere Zerrissenheit der Courage zusätzlich anhand der Bewegungen auf der Bühne veranschaulicht: aus Sorge um Kattrin läuft sie ihr nach; aus Sorge um ihre Waren aber gleich wieder zurück zum Wagen.

Im Verlauf des Stücks gibt Brecht zu erkennen, dass es gerade die Menschlichkeit und andere Tugenden sind, die in dieser Welt ins Verderben führen.

In Bild 9) wird im Salomon-Song über die Gefährlichkeit der Tugenden reflektiert.

Es werden historische Persönlichkeiten aufgezählt, denen die Tugenden den Tod bringen, wobei man den kühnen Cäsar mit Eilif, den redlichen Sokrates mit Schweizerkas und den selbstlosen Martin mit Kattrin vergleichen kann. In Bild 1) wurden den Kindern der Courage Tugenden zugeordnet: Eilif ist „klug“ und „kühn“, Schweizerkas „redlich“ und Kattrin hat ein „gutes Herz“.

Diese Tugenden bringen den Kindern den Tod: Eilif stirbt aufgrund seiner Kühnheit (Heldentaten), Schweizerkas aufgrund seiner Redlichkeit (er will die Regimentskasse in Sicherheit bringen), Kattrin aufgrund ihres Mitleids für die Stadtbewohner[60]. Das Verhalten der Mutter Courage im ganzen Stück, der Verlust ihrer Menschlichkeit, wird durch diesen Song nachvollziehbar. Menschlichkeit würde ihrem Geschäft den Ruin bringen und damit auch ihren Kindern, denn das Geschäft stellt ihre Lebensgrundlage dar. Der Song widerspricht jedoch der unmittelbaren Handlung in Bild 9): Mutter Courage entscheidet sich für Kattrin - ausnahmsweise überwiegt hier die Menschlichkeit. Der Koch hingegen rechtfertigt durch den Song seine Entscheidung gegen Kattrin. Dabei ist ihm - und auch Mutter Courage - bewusst, dass die Schlechtigkeit der Welt die Ursache für die Gefährlichkeit der Tugenden ist. Die Welt „müsst nicht so sein“, doch Mutter Courage unterstützt mit ihrem Handel den Krieg noch. Die Welt zu verändern ist die von Brecht intendierte Aufgabe des Zuschauers; dieser soll sich überlegen, wie die Figuren des Stücks hätten besser handeln können, z.B. durch eine „Absage an den Krieg in Form des Verzichts auf das Marketendergeschäft“[61]. Der Zuschauer kann „Verhaltensarten einfügen, die der andere selber gar nicht fände“; dieser Vorgang wird als „eingreifendes Denken“ bezeichnet[62].

Betrachtet man abschließend das ganze Stück, so zeigt sich durchgängig die dialektische „Spannung zwischen Geschäftstrieb und Mutterliebe“[63]. Obwohl ihre Entscheidungen zugunsten des Handels ihren drei Kindern den Tod gebracht haben, hat sie - wie in Bild 12) deutlich wird - am Schluss nichts dazugelernt.

2.2. Bedingungsanalyse

Nach der kritisch-konstruktiven Didaktik im Sinne Wolfgang Klafiks steht vor der konkreten Planung einer Unterrichtsreihe die Bedingungsanalyse[64]. Dabei wird auf äußere Umstände wie „Restriktionen und Handlungsspielräume von Lehrer und Schülern“[65] eingegangen, die sich auf den Unterricht auswirken. Der Aufbau der Bedingungsanalyse in Kapitel 2.2.1. - 2.2.3. erfolgt in Anlehnung an die Anleitung aus dem Hauptseminar[66].

2.2.1. Ausgangsbedingungen der Lerngruppe

2.2.1.1. Beschreibung der Lerngruppe

Bei der Lerngruppe handelt es sich um einen Grundkurs Deutsch, Jahrgangsstufe 12 mit 10 Schülerinnen und 9 Schülern. Leistungsstand und Motivation im Fach Deutsch sind bei den meisten von ihnen als mittelmäßig einzustufen, da die Teilnahmebereitschaft der Schüler vor allem durch extrinsische Motivationsfaktoren, d.h. („nichtsachbezogene, äußere) Motivation“[67] beeinflusst wird, während die Motivation durch Sachverhalte (intrinsische bzw. innere, „sachbezogene“ Motivation)[68] je nach Gegenstand unterschiedlich groß ist. Von den insgesamt 19 Schülern arbeiten etwa 10 Schüler regelmäßig mit; die anderen sind nur sporadisch zu mündlicher Mitarbeit oder zum Vortragen von Hausaufgaben zu bewegen.

Sieben Schüler spielen in der Theater-AG mit, weshalb hinsichtlich szenischer Interpretation eine große Aufgeschlossenheit und ein für den Unterricht nutzbares Mitteilungsbedürfnisses anzunehmen ist.

2.2.1.2. Kenntnisstand der Schüler

Der Grundkurs 12 setzt sich aus Schülern zusammen, die vorher in verschiedenen Lerngruppen/Klassen waren. Daher ist der Kenntnisstand unterschiedlich; eine Gruppe von Schülern hat in der 8. Klasse bereits ein Werk von Bertolt Brecht gelesen: Die Gewehre der Frau Carrar. Ein Teil der Schüler hat bereits die Antigone von Sophokles gelesen. Der Gegenstand der Unterrichtsreihe unmittelbar vor Brechts Mutter Courage war Goethes Urfaust.

2.2.2. Voraussetzungen der Lehrenden

Die erste Begegnung mit den Stücken von Bertolt Brecht fand in der Schule statt; danach auch in eigener häuslicher Lektüre. Im Studium nahm die Lehrende an Seminaren über Bertolt Brecht teil. Vor allem die dort erworbenen Kenntnisse sind für die Vermittlung im Unterricht hilfreich.

Die Methode der szenischen Interpretation konnte die Lehrende bei einer Veranstaltung des Theaters Dortmund zusammen mit den anderen Referendaren des Fachseminars selbst beim Bauen von Standbildern ausprobieren (siehe auch unter 2.4.2.).

Bereits nach den Herbstferien dieses Schuljahres konnte die Lehrende eigene Unterrichtserfahrungen mit dieser Lerngruppe sammeln; die Unterrichtsreihe bezog sich auf Das Parfum von Patrick Süskind.

2.2.3. Institutionelle und unterrichtsorganisatorische Bedingungen

Wie in einem Grundkurs üblich, finden pro Woche drei Unterrichtsstunden im Fach Deutsch statt; eine am Montag in der 5. Stunde und eine Doppelstunde am Freitag in der 1. und 2. Stunde. Die Klausur wird in der letzten Doppelstunde vor den Osterferien, also am Schluss der Unterrichtsreihe, geschrieben.

2.2.4. Vorgaben durch Richtlinien und Schulcurriculum

2.2.4.1. Neue Richtlinien

Die Unterrichtsreihe bezieht sich in erster Linie auf den Bereich „Umgang mit Texten“[69], für den in der Oberstufe unter anderem die Behandlung der Textgattung Drama vorgesehen ist[70].

2.2.4.2. Alte Richtlinien

Entsprechend wird in den alten Richtlinien dem Lernbereich „Verstehen und Verfassen von Texten im Bereich ‘fiktionale Texte’“ unter anderem „am Beispiel von Dramen“ der Untersuchungsaspekt zugeordnet: „Entwicklungslinien vom aristotelischen zum nichtaristotelischen Theater“[71].

2.2.4.3. Schulcurriculum

Im Schulcurriculum sind in Anlehnung an die Richtlinien Sek II für den Grundkurs Deutsch 12.2 zwei Themenbereiche vorgesehen: Drama und Lyrik. Die Unterrichtsreihe über Brechts Mutter Courage und ihre Kinder bezieht sich somit auf den Bereich „Drama“.

2.2.4.4. Auswahl des Themas

Bei der Auswahl von Unterrichtsinhalten sind neben den Vorgaben durch Richtlinien und Schulcurriculum didaktische Prinzipien zu berücksichtigen.

- Exemplarische Bedeutung des Themas

Dabei gilt das „Prinzip des Exemplarischen“; außerdem soll „Vorwissen aktiviert“ werden und „Lernzuwachs und Progression“ stattfinden[72].

Jan Knopf bestätigt in seinem Brecht-Handbuch, dass Mutter Courage eines der „epischen Musterdramen“ sei, das „auf exemplarische Weise“ die neuen Darstellungsmittel verwendet[73]. Auch in Kindlers neuem Literaturlexikon wird betont: „Die Mittel des epischen Theaters wie offene Form und Verfremdungseffekt, sind in der Courage des ‘späten’ Brecht voll entwickelt“[74]. Daher eignet sich vor allem dieses Stück, um in die Theorie des epischen Theaters einzuführen.

Aufgrund der exemplarischen Bedeutung des Themas wird den Schülern die Wirkungsweise und Funktion epischer Darstellungsmittel deutlich, was bei der Lektüre traditioneller Literatur zu einer bewussteren, kritischeren Rezeption beitragen kann.

- Gegenwartsbedeutung des Themas

Neben der exemplarischen Bedeutung soll nach Klafki in der Bedingungsanalyse auch die Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung des Themas überprüft werden[75].

Hinsichtlich von Brechts Einsatz für die unterdrückten Menschen und seinem Protest gegen den Krieg ist es denkbar, dass sich die Schüler während der aktuell bestehenden kriegerischen Auseinandersetzungen und sozialen Ungerechtigkeiten an Brechts Anliegen erinnern, so dass es möglicherweise handlungsleitend werden könnte.

- Zukunftsbedeutung des Themas

Entsprechend der Gegenwartsbedeutung bezieht sich auch die Zukunftsbedeutung auf Brechts Kritik an sozialen Zuständen und der Verdeutlichung durch epische Mittel. Auch im späteren (Berufs-)Leben der Schüler ist sowohl eine Sensibilität für ungerechte Zustände als auch die Kenntnis der Form des epischen Theaters von Bedeutung (vgl. 2.3.2.2. erzieherische Lernziele).

2.3. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen

2.3.1. Didaktische Akzentuierung und Reduktion

Die didaktische Akzentuierung und Reduktion ergibt sich vor allem aus der Sachanalyse (vgl. 2.1.), den Voraussetzungen der Lerngruppe (vgl. 2.2.1.) und den Lernzielen (vgl. 2.3.2.).

a) Somit soll Folgendes in der Unterrichtsreihe erarbeitet werden:

- der Inhalt des Schauspiels (neben dem Handlungsverlauf und dem Verhalten der Figuren im Krieg insbesondere der Charakter der Mutter Courage)
- im Zusammenhang mit dem Inhalt die epischen Elemente
- anhand von Ausschnitten aus Brechts theoretischen Schriften Brechts Theorie vom epischen Theater.

b) Aus Gründen der didaktischen Reduktion wird der Schwerpunkt auf Form und Inhalt , d.h. auf „immanente Werkinterpretation“[76] gelegt, während folgende Aspekte nur knapp umrissen werden:

geschichtlicher Hintergrund des Schauspiels:

- der Dreißigjährige Krieg

Hier soll ein Schülerreferat mit grundlegenden Informationen zu Zeitraum, Kriegsursachen und Beteiligten genügen.

Zeitbezug des Schauspiels

- Entstehungsgeschichtlicher Hintergrund des Schauspiels vor dem Zweiten Weltkrieg
- die skandinavischen Länder als Adressaten
- Rezeptionsgeschichte des Schauspiels

Diese Informationen sollen ebenfalls in knapper Schilderung über ein Schülerreferat zu Brechts Biografie vermittelt werden. Hinsichtlich der Rezeptionsgeschichte erhalten die Schüler durch einen Bericht über die Reaktionen der Zuschauer auf die Uraufführung 1941 in Zürich einen interessanten Einblick in Brechts beabsichtigte Darstellung des Charakters der Mutter Courage. Auch die Verfilmung von 1960 mit Helene Weigel vermittelt den Schülern über den Text hinausgehende Einsichten.

Brechts Vorbilder

- Vorläufer der neuen Form des Theaters wie z.B. Erwin Piscator.
- das chinesische Vorbild.

Die Erarbeitung dieser Einflüsse auf Brecht würde zu weit führen, da die Schüler sich zum ersten Mal mit der Theorie des epischen Theaters auseinandersetzen. Außerdem lesen die Schüler zum ersten Mal ein „episches Drama“ von Brecht; dies gilt auch für die Schüler, die sich vor vier Jahren mit dem Drama Die Gewehre der Frau Carrar beschäftigt haben, denn hierbei handelt es sich - entgegen von Brechts sonstigen Gewohnheiten - um ein Stück, das Brecht selbst als „aristotelische (Einfühlungs-) Dramatik“[77] bezeichnete.

Ideologische Einflüsse:

- der Marxismus.

Hier reichen grundlegende Informationen in Form eines Schülerreferates über Brecht aus, um Brechts Kritik an Profitgier und Ausbeutung der „kleinen Leute“ in der Mutter Courage besser nachvollziehen zu können.

Intertextualität:

- Anregungen zur Mutter Courage durch Grimmelshausen und Runeberg.
- weitere Bezüge zu anderen Dramen oder Dramenbearbeitungen Brechts (wie der Antigone-Bearbeitung oder Die Gewehre der Frau Carrar oder Brechts Beschäftigung mit der Urfaust-Thematik) .

Der Bezug zu den Quellen der Mutter Courage soll durch ein kurzes Schülerreferat hergestellt werden, um den Schülern zu zeigen, dass Brecht sich Anregungen von anderen Autoren holte.

Hinsichtlich des Dramas Die Gewehre der Frau Carrar werden nach Bedarf einige erklärende Hinweise (von der Lehrenden oder evtl. auch von den betreffenden Schülern selbst) in Bezug auf Brechts Die Gewehre der Frau Carrar gegeben, um bei der Untersuchung der epischen Elemente in Brechts Schauspiel Mutter Courage Irritationen zu vermeiden.

Bei der Unterscheidung der aristotelischen und der epischen Form des Theaters werden die Kenntnisse der Schüler über Sophokles’ Antigone zum Verständnis beitragen. Eine weitere Auseinandersetzung mit anderen Stücken Brechts würde den zeitlichen Rahmen einer Unterrichtsreihe sprengen.

[...]


[1] Jesse, Horst, S. 303.

[2] Thiele, Dieter, S. 11.

[3] vgl. hierzu eine Darstellung aus dem Internet: Vorwort zum Lehrerhandbuch. Bertolt Brecht, Mutter Courage und ihre Kinder (siehe Literaturverzeichnis).

[4] Anmerkung: Mit „Schüler“ sind immer Schülerinnen und Schüler gemeint.

[5] vgl. Meyer: Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, S. 257.

[6] vgl. Schutte, Jürgen, S. 44f.

[7] vgl.Berg/Jeske, S. 39.

[8] Müller, Klaus -Detlef, S. 15-20

[9] vgl. Thiele, Dieter, S. 14.

[10] Hein, Edgar, S. 33.

[11] ebd., S. 34.

[12] ebd., S. 7.

[13] Müller, S. 274.

[14] Knopf, S. 185.

[15] Knopf, S. 186.

[16] vgl. Jesse S. 50ff; Hein, S. 20-21.

[17] Brecht: Mutter Courage, S. 75.

[18] vgl. Aussage des Feldwebels in Mutter Courage, S. 19.

[19] Hein, S. 37.

[20] Brecht: Schriften zum Theater 6, S. 55.

[21] Brecht: Mutter Courage, S. 107.

[22] Hecht: Materialien, S92.

[23] Hein, S. 44.

[24] ebd. , S. 61.

[25] ebd. , S. 113.

[26] Brecht: Schriften zum Theater 6, S. 135.

[27] vgl. Hecht: Materialien, S. 103.

[28] Staehle, Ulrich, S. 92.

[29] Thiele, S. 19.

[30] Hein, S. 29.

[31] Braak, Ivo, S. 148.

[32] Asmuth, Bernhard, S. 55.

[33] vgl. Knopf, Jan: Brecht Handbuch, S. 190-192 (vgl. auch Hein, S. 31).

[34] vgl. Hein, S. 48.

[35] Asmuth, S. 55.

[36] Hein, S. 22.

[37] Hein, S. 23.

[38] Thiele, S. 20.

[39] vgl. Hecht: Brechts Theorie des Theaters, S. 108.

[40] vgl. Staehle, S. 72-73.

[41] Brecht: Mutter Courage, S. 95.

[42] Hein, S. 41.

[43] vgl. Knopf, S. 187.

[44] Brecht: Mutter Courage, S. 9.

[45] ebd., S. 17.

[46] ebd., S. 22

[47] ebd., S. 48ff.

[48] Hein, S. 64.

[49] vgl. Brecht: Mutter Courage, S. 88-89.

[50] Hein, S. 66.

[51] vgl. Hecht: Brechts Theorie, S. 127.

[52] vgl. Brecht: Mutter Courage, S. 87, 22.

[53] ebd., S. 89.

[54] Thiele, S. 54.

[55] vgl. Brecht: Mutter Courage, S. 99.

[56] Hein, S. 65.

[57] vgl. Brecht: Mutter Courage, S. 62.

[58] ebd., S. 61-62.

[59] Palitzsch/ Wekwerth, DDR, 1960.

[60] Jens, Walter, S. 106.

[61] Hinderer, S. 95.

[62] Hecht: Brechts Theorie, S. 344.

[63] Hinderer, S. 98.

[64] vgl. Klafki, Wolfgang: Neue Studien, S. 273.

[65] Meyer: Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung, S. 248.

[66] Anleitung zur Erstellung eines ausführlichen Unterrichtsentwurfs, Studienseminar Dortmund,

Teil 2.

[67] Keller, A. Josef, S. 262.

[68] ebd., S. 262.

[69] Gymnasiale Oberstufe Deutsch, Lehrplanentwurf vom 15. August 1998, S. 16ff.

[70] Neue Richtlinien, S. 34.

[71] Alte Richtlinien, S. 65.

[72] Neue Richtlinien, S. 40.

[73] Knopf, S. 190.

[74] Jens, Walter, S. 106.

[75] vgl. Klafki: Neue Studien, S. 272 ff

[76] Schutte, Jürgen, S. 63.

[77] Jens, Walter, S. 90

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten

Details

Titel
Mutter Courage im Konflikt zwischen Handel und Menschlichkeit
Untertitel
aufgezeigt durch textanalytische Verfahren bei der einführenden Erarbeitung epischer Elemente der Brechtschen Dramaturgie behandelt in einem GK Deutsch, Gymnasium
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Dortmund
Veranstaltung
Fachseminar Deutsch
Note
3,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
76
Katalognummer
V7030
ISBN (eBook)
9783638144254
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Darstellung einer Unterrichtsreihe zu Brechts Mutter Courage in Klasse 12, darunter 5 Stunden genau ausgearbeitet mit Stundenverlauf, Tafelbild, Reflexion und Klausurvorschlägen zur Reihe.
Schlagworte
Mutter, Courage, Konflikt, Handel, Menschlichkeit, Fachseminar, Deutsch, Thema Mutter Courage
Arbeit zitieren
Heidrun Launicke (geb. Rothmaier) (Autor), 1999, Mutter Courage im Konflikt zwischen Handel und Menschlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7030

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