Die Arbeit behandelt die Motivationstheorien nach Reiss und Maslow. Hierfür werden ihre Eigenschaften und Wirkungen in Bezug auf die Mitarbeitermotivation erläutert.
Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Arbeitnehmer haben sich seit den 1960-er-Jahren enorm verändert. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass sich die Motivationslagen von den ursprünglich körperlichen und existenzerhaltenden Bedürfnissen, zu überwiegend sozialen und seelisch-geistigen Bedürfnissen entwickelten. Dies ist oftmals geprägt von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und Anerkennung durch einen freien Willen und Selbstständigkeit.
Mitarbeiter, welche am Arbeitsplatz nicht optimal motiviert werden, können sich im Unternehmen unter anderem durch erhöhte Fehlzeiten, schleichenden Qualitätsverlust der Arbeitsleistung oder durch geminderte Leistungsbereitschaft erkenntlich machen. Daraus können sich erhebliche finanzielle Folgen für das Unternehmen ergeben. Als Führungskraft ist es demnach essenziell, nicht nur die eigenen Beweggründe, sondern auch die der eigenen Mitarbeiter vor Augen zu halten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Definition
2.1 Motivation
2.2 Motiv
3 Modellerläuterung der Motivationstheorien Reiss/Maslow
3.1 Modell Maslow
3.2 Modell Reiss
4 Unterschiede und Wirksamkeiten beider Modelle
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Motivationstheorien von Maslow und Reiss fundiert zu erläutern, ihre theoretischen Grundlagen gegenüberzustellen und ihre Wirksamkeit sowie Eignung für eine motivorientierte Mitarbeiterführung kritisch zu analysieren.
- Vergleich der Maslowschen Bedürfnishierarchie mit dem Reiss-Profil
- Definition und Abgrenzung von Motiv und Motivation
- Analyse von Defizit- und Wachstumsbedürfnissen
- Untersuchung der 16 Lebensmotive nach Steven Reiss
- Kritische Würdigung der Anwendbarkeit im modernen Arbeitsumfeld
Auszug aus dem Buch
3.2 Modell Reiss
Eine weitere Theorie zur Analyse der Mitarbeitermotivation bietet das sogenannte „Reiss Profile“, welches von Prof. Steven Reiss entwickelt wurde. Laut Reiss gibt es 16 verschiedene und fundamentale Motive, welche von ihm auch Lebensmotive genannt werden, die einen Menschen motivieren können. Seine Motive entstanden aus zahlreichen empirischen Untersuchungen, wodurch herausgearbeitet wurde, dass sich jeder Mensch durch andere Motivausprägungen motivieren lässt. Ersichtlich werden diese anhand eines wissenschaftlich fundierten Fragebogens, welcher aus 128 Fragen besteht und nach der Beantwortung computergestützt ausgewertet wird. Ein ausgebildeter Reiss Profile Master leitet daraufhin in einem zweiten Schritt, anhand des Ansatzes der motivorientierten Führung, passgenaue Maßnahmen ab. Es konnte erstmals auf diese Weise eine fundierte Plattform geboten werden, welche es ermöglicht, eine weitführende Konformität der inneren Motive mit den extern festgelegten Zielen zu erreichen.
Seine Theorie basiert zunächst auf der Überlegung, die fundamentalen menschlichen Motive in zwei grundlegende Kategorien zu unterteilen. Dieser eigenschaftstheoretische Ansatz lässt sich nach Reiss zunächst nach den Mitteln und den (End-)Zielen unterteilen. Die Mittel, welche einen instrumentellen oder extrinsischen Wert haben, dienen als Zwischenschritt zu einem festgelegten Endziel. Das Endziel jedoch wird durch eine Handlung ausgeführt, die nicht als Mittel fungiert, um ein anderes Ziel zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet den Wandel der Arbeitnehmerbedürfnisse und die Notwendigkeit motivorientierter Führung zur Vermeidung von Leistungsverlusten.
2 Definition: Hier werden die Grundbegriffe Motivation und Motiv definiert sowie in ihre intrinsischen und extrinsischen Ausprägungen unterteilt.
3 Modellerläuterung der Motivationstheorien Reiss/Maslow: Dieser Abschnitt erläutert die Maslowsche Bedürfnishierarchie als Stufenmodell und das Reiss-Profil mit seinen 16 fundamentalen Lebensmotiven.
4 Unterschiede und Wirksamkeiten beider Modelle: Die Modelle werden kritisch gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die wissenschaftliche Fundierung und die praktische Anwendbarkeit im Führungsalltag eingegangen wird.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Motivationstheorien als Orientierungshilfe dienen, jedoch stets individuell und ergänzend zu anderen Führungsinstrumenten eingesetzt werden sollten.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Maslow, Reiss-Profil, Bedürfnishierarchie, Lebensmotive, Motivorientierte Führung, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Arbeitsleistung, Defizitbedürfnisse, Wachstumsbedürfnisse, Führungsstil, Selbstverwirklichung, Persönlichkeitspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und dem Vergleich der Motivationstheorien von Abraham Maslow und Steven Reiss im Kontext moderner Mitarbeiterführung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Bedürfnishierarchie, die 16 Lebensmotive nach Reiss, die Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation sowie die praktische Relevanz für Führungskräfte.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, das Wissen über die beiden Theorien zu vertiefen und ihre Wirksamkeit sowie Grenzen bei der Steuerung von Mitarbeitern im beruflichen Alltag aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse und Diskussion bestehender motivationstheoretischer Modelle sowie deren empirischer und praktischer Einordnung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe Motiv und Motivation, die detaillierte Vorstellung des Modells von Maslow und des Reiss-Profils sowie eine kritische Gegenüberstellung beider Ansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Mitarbeitermotivation, Lebensmotive, Bedürfnishierarchie, Führungspsychologie und motivorientierte Führung charakterisiert.
Warum unterscheidet Maslow zwischen Defizit- und Wachstumsbedürfnissen?
Die Differenzierung verdeutlicht, dass niedrigrangige Bedürfnisse (Defizit) erst befriedigt sein müssen, um den Fokus auf übergeordnete Wachstumsbedürfnisse zu legen, welche wiederum nie vollständig gesättigt werden können.
Inwiefern unterscheidet sich das Reiss-Profil von Maslow?
Während Maslow eine universelle hierarchische Struktur annimmt, betrachtet Reiss 16 individuelle Motive, die bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind und somit ein individuelles Motivationsprofil erfordern.
Welche Rolle spielt die Selbstreflexion bei der Anwendung des Reiss-Profils?
Die Auswertung der Testergebnisse fungiert als Basis für die Selbstreflexion, um die Übereinstimmung der eigenen inneren Motive mit den beruflichen Zielen besser zu verstehen.
- Arbeit zitieren
- Nicole Gall (Autor:in), 2020, Mitarbeitermotivation. Die Maslowsche Bedürfnishierarchie und die 16 Lebensmotive nach Steven Reiss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704091