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Politische Kultur in der 'B.Z. am Mittag' und im 'Berliner Lokal-Anzeiger'

Titel: Politische Kultur in der 'B.Z. am Mittag' und im 'Berliner Lokal-Anzeiger'

Seminararbeit , 2001 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Florian Werner (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit behandelt die Tagespresse in den letzten Jahren der Weimarer Republik. Dabei wird die Frage aufgeworfen worin die Gründe für die in der ersten deutschen Republik tragische Abwanderung der Wählerschaft der demokratischen Parteien hin zu den Nationalsozialisten liegen. Wieso sind liberale Wählerschichten für Anreize der Nationalsozialisten zugänglich geworden?
Ein Ansatzpunkt zur Beantwortung dieser Frage soll die liberale und die konservative Presse in Berlin sein. Exemplarisch dafür sollen die „B.Z. am Mittag“ und der „Berliner Lokal-Anzeiger“ untersucht werden. Hierfür ist es zunächst nötig einige theoretische Vorarbeit zu leisten: Es gilt die Begriffe des „sozialen Milieus“ und der „Politischen Kultur“ zu klären. Im folgenden wird ein kurzer Überblick über die liberale und konservative Presse und deren Leserschaft gegeben.
Um der Inhaltsanalyse der Zeitungen eine Grundlage zu bieten wird in Abschnitt 8 die oben gestellte Frage zur Hypothese formuliert. Der Zeitraum der zu untersuchenden Zeitungen erstreckt sich von 1928 bis 1932, dem Jahr, in dem die Nationalsozialisten zum ersten mal die stärkste Fraktion im Reichstag bildeten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 SOZIALE MILIEUS

3 POLITISCHE KULTUR

4 GEMEINSCHAFT UND GESELLSCHAFT

5 TENDENZPRESSE

5.1 LIBERALE PRESSE

5.2 KONSERVATIVE PRESSE

6 EINORDNUNG DER ZU UNTERSUCHENDEN ZEITUNGEN

6.1 B.Z. AM MITTAG

6.2 BERLINER LOKAL-ANZEIGER

7 LESERSCHAFT

7.1 B.Z. AM MITTAG

7.2 BERLINER LOKAL-ANZEIGER

8 HYPOTHESE

9 VORGEHENSWEISE

10 ANALYSE DER ZEITUNGEN

10.1 REICHSTAGSWAHLEN (20. MAI 1928)

10.2 HUGENBERG WIRD DNVP VORSITZENDER (20. OKTOBER 1928)

10.3 VORLEGUNG DES YOUNG-PLANS (7. JUNI 1929)

10.4 TOD STRESEMANNS (3. OKTOBER 1929)

10.5 ANNAHME DER YOUNG VERTRÄGE (12. MÄRZ 1930)

10.6 REICHSTAGSWAHLEN (14. SEPTEMBER 1930)

10.7 BANKENKRISE IN DEUTSCHLAND (13. JULI 1931)

10.8 GENFER ABRÜSTUNGSKONFERENZ (2. FEBRUAR 1932)

10.9 REICHSTAGSWAHLEN (31. AUGUST 1932)

11 ERGEBNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, warum Wählerschichten der liberalen Parteien in der Weimarer Republik zu den Nationalsozialisten abwanderten. Das primäre Ziel ist es, mittels einer Inhaltsanalyse der Tageszeitungen „B.Z. am Mittag“ und „Berliner Lokal-Anzeiger“ die politische Kultur und das Demokratieverständnis in dieser krisengeprägten Zeit zu analysieren und eine Verbindung zur politischen Radikalisierung herzustellen.

  • Analyse des Einflusses von sozialen Milieus auf die Wahlentscheidungen.
  • Untersuchung der Begriffe „Gemeinschaft“ und „Gesellschaft“ als ideologische Kategorien.
  • Kontrastierung von liberaler und konservativer Presse hinsichtlich ihrer demokratischen Grundhaltung.
  • Prüfung einer Diskrepanz zwischen öffentlichem Demokratiebekenntnis und einer vom Gemeinschaftsgedanken geprägten politischen Kultur.

Auszug aus dem Buch

Die Hypothese

„Aber“, so vermerkt Hermann Ullstein in seinem Erinnerungswerk, „obwohl unsere Leser uns nach außen hin treu blieben, bestand nur wenig Zweifel, daß sie im Herzen nicht mehr auf unserer Seite waren. Innerlich war die gute Hälfte von ihnen, die überzeugt war, daß ‚es so nicht weitergehen kann’, bereits in Hitlers Lager. Tag um Tag kritisierten wir ihr Idol und griffen es an, und es hatte nicht die geringste Wirkung auf sie“.

Anders als bei den sozialdemokratischen und den katholischen Milieus waren die Liberalen nicht auf „die“ Partei festgelegt. Wie Hermann Ullstein bereits andeutete, war das Verhältnis zwischen dem liberalen Milieu und ihren Eliten durch die wirtschaftliche Entwicklung seit 1929 gestört, der „Personenzentralismus“ der Liberalen machte es nötig die alten Honoratioren durch eine neue Elite, die der Nationalsozialisten, zu ersetzen. Sabine Marquardt konstatiert, dass die Krise der Gesinnungsliberalen daher rührt, dass sie das obrigkeitsstaatliche Denken nach dem 1. Weltkrieg nicht konsequent zugunsten eines demokratischen Volksstaats überwanden. Dies findet nach Jürgen Hess unter anderem darin seinen Ausdruck, dass der Liberalismus „mit der Rechten selbst die Wortwahl gemeinsam hat.“

Hieraus lässt sich nun folgende Hypothese zur Presse in der Zeit der Weimarer Republik ableiten: Es zeigt sich in der liberalen Presse der Weimarer Republik eine falsche Demokratievermittlung, die letztendlich mitverantwortlich für einen Wählerwechsel von „liberal“ nach „rechts“ ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Wählerabwanderung von liberalen Parteien hin zu den Nationalsozialisten und Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes.

2 SOZIALE MILIEUS: Erläuterung des soziologischen Milieubegriffs nach Lepsius und Einordnung der vier zentralen Milieus der Weimarer Republik.

3 POLITISCHE KULTUR: Theoretische Herleitung des Begriffs Politische Kultur als politisch relevantes Weltbild und Abgrenzung zu einfachen Einstellungsanalysen.

4 GEMEINSCHAFT UND GESELLSCHAFT: Analyse der Tönnies’schen Gegenüberstellung von Gemeinschaft und Gesellschaft und deren ideologische Bedeutung im zeitgenössischen Diskurs.

5 TENDENZPRESSE: Definition von Tendenzpresse und Differenzierung zwischen liberaler und konservativer Publizistik in der Weimarer Zeit.

6 EINORDNUNG DER ZU UNTERSUCHENDEN ZEITUNGEN: Vorstellung der „B.Z. am Mittag“ und des „Berliner Lokal-Anzeigers“ als Untersuchungsobjekte.

7 LESERSCHAFT: Erörterung der soziologischen Zusammensetzung der Leserkreise beider Zeitungen anhand geographischer und inhaltlicher Indizien.

8 HYPOTHESE: Formulierung der zentralen Arbeitsthese zur Diskrepanz zwischen Demokratiebekenntnis und der verwendeten politischen Kultur.

9 VORGEHENSWEISE: Darlegung der methodischen Vorgehensweise anhand einer bewussten Auswahl politisch bedeutender Ereignisse zwischen 1928 und 1932.

10 ANALYSE DER ZEITUNGEN: Detaillierte Untersuchung der Berichterstattung zu neun Schlüsselereignissen der Weimarer Republik.

11 ERGEBNIS: Synthese der Analyseergebnisse und Bestätigung der aufgestellten Hypothese unter Einbeziehung weiterer Forschungsperspektiven.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Tagespresse, Politische Kultur, Soziale Milieus, B.Z. am Mittag, Berliner Lokal-Anzeiger, Nationalsozialismus, Demokratieverständnis, Gemeinschaft, Gesellschaft, Liberale Presse, Konservative Presse, Wahlverhalten, Politische Radikalisierung, Inhaltsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Tagespresse in den letzten Jahren der Weimarer Republik, um die Gründe für den Wählerwechsel von liberalen Parteien hin zu den Nationalsozialisten zu ergründen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Milieutheorie, dem Konzept der politischen Kultur und der begrifflichen Gegenüberstellung von „Gemeinschaft“ und „Gesellschaft“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, dass eine Diskrepanz in der liberalen Presse zwischen ihrem Bekenntnis zur Demokratie und einer durch Gemeinschaftsideologien geprägten politischen Kultur zu dieser Radikalisierung beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse von Artikeln der „B.Z. am Mittag“ und des „Berliner Lokal-Anzeigers“ durchgeführt, die sich auf zentrale politische und wirtschaftliche Ereignisse zwischen 1928 und 1932 konzentriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil untersucht konkret die Berichterstattung zu Ereignissen wie den Reichstagswahlen, dem Young-Plan, der Bankenkrise und dem Tod von Gustav Stresemann.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie „falsche Demokratievermittlung“, „politisch relevantes Weltbild“, „Milieugebundenheit“ und „Personenzentralismus“ aus.

Warum wurde gerade die „B.Z. am Mittag“ für diese Studie ausgewählt?

Sie dient als Beispiel für die liberale Boulevardpresse und ermöglicht es, den Wandel in der demokratischen Vermittlung innerhalb eines Mediums zu untersuchen, das nicht strikt parteigebunden war.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des „Berliner Lokal-Anzeigers“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Blatt als konservatives Sprachrohr der DNVP fungierte und eine explizit antidemokratische, vom Gemeinschaftsgedanken geprägte Haltung vertrat.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politische Kultur in der 'B.Z. am Mittag' und im 'Berliner Lokal-Anzeiger'
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Kommunikationsgeschichte: Die Tagespresse in der Weimarer Republik
Note
1,0
Autor
Florian Werner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V7096
ISBN (eBook)
9783638144551
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Kultur Mittag Berliner Lokal-Anzeiger Proseminar Einführung Kommunikationsgeschichte Tagespresse Weimarer Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Werner (Autor:in), 2001, Politische Kultur in der 'B.Z. am Mittag' und im 'Berliner Lokal-Anzeiger', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7096
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