In der folgenden Arbeit soll ein Vergleich angestellt werden, zwischen derdeutschen Grammatik1von Gerhard Helbig und Joachim Buscha und derTextgrammatik2von Harald Weinrich. Der Termini der Verbalklammer oder des verbalen Rahmens, wie er je nach Autor benannt wird, stellt hierbei den Fokus der Betrachtungen dar. Zunächst wird beschrieben, wie Helbig/ Buscha eine kategorische Dreiteilung der möglichen Verbstellungen im Satz vornehmen, auf dieser aufbauend dann das Konzept des verbalen Rahmens vorgestellt werden kann. Die Betrachtungen dieser Thematik fallen bei Helbig/ Buscha spärlicher aus, als in der Grammatik Weinrichs und verfolgen einen anderen Ansatz. Um diese Unterschiede herauszustellen folgt eine Darstellung der Verbalklammern bei Weinrich.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS VERB IM SATZMODELL NACH HELBIG/BUSCHA
2.1 STELLUNGSTYPEN DES DEUTSCHEN SATZES
2.2 DER VERBALE RAHMEN
3. DIE VERBALKLAMMER
3.1 KLAMMERBILDUNGEN DES VERBS BEI WEINRICH
3.1.1 Adjunktklammern und kombinierte Klammern
4. VERGLEICH DER GRAMMATIKEN VON HELBIG/ BUSCHA UND WEINRICH
4.1.1 METHODISCHER ANSATZ BEI HELBIG/ BUSCHA
4.1.2 METHODISCHER ANSATZ BEI WEINRICH
4.2 VERGLEICH DER EINZELBETRACHTUNGEN ZUR VERBSTELLUNG IM SATZ
5. SCHLUSS
6. LITERATUR
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das syntaktische Konzept der Verbalklammer beziehungsweise des verbalen Rahmens durch einen direkten Vergleich zwischen der "deutschen Grammatik" von Helbig/Buscha und Harald Weinrichs "Textgrammatik" zu untersuchen und die methodischen Unterschiede der beiden Ansätze herauszuarbeiten.
- Stellungstypen des deutschen Satzes bei Helbig/Buscha
- Konzepte des verbalen Rahmens und der Verbalklammer
- Methodischer Vergleich zwischen präskriptiver und textlinguistischer Grammatik
- Besetzungsmöglichkeiten topologischer Satzfelder
- Hierarchie und Kombination von Verbalklammern
Auszug aus dem Buch
3.1 Klammerbildungen des Verbs bei Weinrich
Weinrichs grammatische Betrachtungen gehen von einer Zweiteiligkeit der Verben aus. Meist einteilig auftretende Verben (fange, gehe) können nach Weinrich unter bestimmten grammatischen Bedingungen auch zweiteilig auftreten und fallen somit auch in diese Betrachtungsweise. In diesem durch die Zweiteiligkeit des Verbs eröffneten Spalt, ist Platz für Textsegmente unterschiedlicher Art. Diese Konstruktion wird Verbalklammer genannt.
Die zweiteilige Verbform spaltet sich in ein Vorverb und ein Nachverb auf, wobei das Vorverb den finiten Teil der Verbform darstellt und der Träger der grammatischen Kategoriemerkmale ist. Das Nachverb kann in verschiedenster Art auftreten.
(1) Adverb/Präposition: Sie ging ihm entgegen/aus
(2) Partizip: Ich habe es gegessen
Zusätzlich kann das Nachverb noch als Nomen oder präpositionaler Ausdruck auftreten.
Entfaltet sich nun durch eine der beschriebenen Ergänzungen eine Einteilige Verbform zu einer zweiteiligen Verbform, existieren zwei gegensätzliche Möglichkeiten. Erstens kann der einteiligen Verbform eine lexikalische Ergänzung zugefügt werden, die das bis dahin einteilige Verb als Vorverb und die Ergänzung als Nachverb determiniert. Fügt man eine grammatische Ergänzung hinzu, tritt das ehemals einteilige Verb in die Position des Nachverbs und die Ergänzung an die Stelle des Vorverbs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Thema der Arbeit als Vergleich der Verbalklammer-Konzepte bei Helbig/Buscha und Weinrich und grenzt den Untersuchungsgegenstand ein.
2. DAS VERB IM SATZMODELL NACH HELBIG/BUSCHA: Dieses Kapitel erläutert die drei syntaktischen Stellungstypen im Deutschen und führt das Konzept des verbalen Rahmens bei Helbig/Buscha ein.
3. DIE VERBALKLAMMER: Hier wird Weinrichs textlinguistischer Ansatz der Verbalklammer sowie die Bildung von Vor- und Nachverb detailliert beschrieben.
4. VERGLEICH DER GRAMMATIKEN VON HELBIG/ BUSCHA UND WEINRICH: Dieses Kapitel stellt die unterschiedlichen methodischen Ansätze – präskriptiv versus textlinguistisch – gegenüber und vergleicht die Behandlung der Verbstellung.
5. SCHLUSS: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der beiden Grammatiken hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und theoretischen Herangehensweise.
6. LITERATUR: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Verbalklammer, verbaler Rahmen, Textgrammatik, Helbig/Buscha, Harald Weinrich, Satzstruktur, topologische Felder, Vorverb, Nachverb, deutsche Sprache, Grammatikvergleich, Syntax, Lexikalklammer, Grammatikalklammer, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das grammatische Phänomen der Verbalklammer (oder des verbalen Rahmens) und vergleicht dabei zwei einflussreiche deutsche Grammatiken.
Welche zwei Grammatiken stehen im Mittelpunkt des Vergleichs?
Verglichen werden die "deutsche Grammatik" von Gerhard Helbig und Joachim Buscha sowie die "Textgrammatik" von Harald Weinrich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede in der theoretischen Fundierung und der praktischen Beschreibung der Verbstellung im deutschen Satz bei den genannten Autoren aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, um die Konzepte der Autoren gegenüberzustellen und ihre methodologischen Voraussetzungen zu bewerten.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen des verbalen Rahmens bei Helbig/Buscha und der Verbalklammer bei Weinrich sowie die methodischen Unterschiede zwischen Resultatsgrammatik und Textgrammatik.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verbalklammer, topologische Satzfelder, Textlinguistik und syntaktische Strukturierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Weinrichs Ansatz von dem von Helbig/Buscha?
Weinrich betrachtet Grammatik primär aus der Textperspektive heraus, während Helbig/Buscha einen präskriptiven Ansatz für den Ausländerunterricht verfolgen.
Was versteht man unter einer "Kombinierten Klammer" bei Weinrich?
Dies bezieht sich auf das Zusammentreffen verschiedener Verbalklammern in einem Satzgefüge, wobei eine Klammer dominiert und die andere inkorporiert wird.
Welche Bedeutung hat der "verbale Rahmen" für das deutsche Satzverständnis?
Er gilt als Grundprinzip des deutschen Satzes, bei dem das finite Verb und der Prädikatsteil die nicht-prädikativen Satzglieder umschließen.
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- Florian Dülks (Author), 2006, Die Verbalklammer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71063