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Die Entdeckung der Perspektive in der Renaissance und die Auswirkungen auf Kunst und Architektur

Title: Die Entdeckung der Perspektive in der Renaissance und die Auswirkungen auf Kunst und Architektur

Term Paper , 2007 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mareike Schuppe (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

Die Perspektive dient der Darstellung räumlicher Gegenstände auf einer zweidimensionalen Zeichenebene unter denselben Bedingungen, unter denen sie im dreidimensionalen Raum erscheinen. Das Grundprinzip der Zentralperspektive, welches auf dem „Fluchtpunktsatz“ basiert, wird in dem Bildbeispiel von Ghirlando (siehe Abb.1 - in Downloaddatei enthalten) veranschaulicht. Die Zentralperspektive beruht auf der Konvergenz der waagerechten Tiefenlinien bzw. Fluchtlinien des Raumes, die auf einen am Horizont gelegenen imaginären Fluchtpunkt hinlaufen, wodurch annähernd die Deformation wiedergegeben wird, die der Blick durch die Krümmung des Auges erfährt. Die Zentralperspektive suggeriert räumliche Tiefe, indem sie die Gegenstände proportional zu ihrer Entfernung verkleinert, also die Figuren auf unterschiedliche Ebenen stellt und alles in allem so die Illusion echten Raumes schafft. Sie erschafft die Möglichkeit, den visuell erfassten Raum in einer Weise bildhaft darzustellen, die den tatsächlichen räumlichen Verhältnissen fast perfekt entspricht.
Die Entdeckung der Perspektive, in Bezug auf die Aneignung der geometrischen und mathematischen Gesetze, ist eine Errungenschaft der italienischen Frührenaissance.
In dieser Arbeit soll die Bedeutung der Entdeckung der Perspektive untersucht werden, im Fokus stehen dabei die Auswirkungen auf Kunst und Architektur. In dem ersten Kapitel wird zunächst die Zeit vor der Perspektive geschildert. Im Anschluss daran werden die Rahmenbedingungen der Renaissance und die Entdeckung der Perspektive sowie ihre Weiterentwicklung während dieser Epoche erläutert. Darauf folgt ein Kapitel mit den Auswirkungen der Perspektive in der Renaissance und den nachfolgenden Epochen. Zwar wird in der Arbeit vor allem die Bedeutung der Perspektive für die bildende Kunst untersucht, doch kann bei der Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht außer Acht gelassen werden, dass der Einfluss der Perspektive sich auf eine Vielzahl von Wissenschaftsbereichen ausgedehnt hat, von denen einige in einem Abschnitt dieser Hausarbeit erwähnt werden. Abschließend werden in einer Zusammenschau die Auswirkungen der Perspektive und ihre Bedeutung, insbesondere für den Bereich der bildenden Kunst und Architektur verdeutlicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE ZEIT VOR DER ANWENDUNG DER PERSPEKTIVE: ANTIKE UND MITTELALTER

3. DIE ENTDECKUNG DER PERSPEKTIVE IN DER RENAISSANCE

3.1 Historischer Hintergrund der Renaissance in Italien

3.2 Die Entdeckung und Entwicklung der Perspektive in der Renaissance

4. DIE AUSWIRKUNGEN DER PERSPEKTIVE IN KUNST UND ARCHITEKTUR

4.1 Anwendung der Perspektive in der Renaissance

4.2 Anwendung der Perspektive im Barock

4.3 Anwendung der Perspektive in der Aufklärung und Moderne

5. ANWENDUNG DER PERSPEKTIVE IN DER WISSENSCHAFT

6. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN ÜBER DIE BEDEUTUNG DER PERSPEKTIVE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Entdeckung der Perspektive, insbesondere deren weitreichende Auswirkungen auf die bildende Kunst sowie die Architektur vom Beginn der Renaissance bis zur Moderne. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Wandel der Raumauffassung und der Darstellungsmöglichkeiten durch die mathematische Fundierung der Zentralperspektive.

  • Historische Entwicklung der Perspektivlehre von der Antike bis zur Renaissance
  • Die wissenschaftliche Fundierung und praktische Anwendung durch Pioniere wie Brunelleschi und Alberti
  • Illusionistische Raumgestaltung in der Kunst und Architektur des Barock
  • Die Auswirkungen der Perspektive auf wissenschaftliche Disziplinen und die moderne Kartographie
  • Der Wandel der künstlerischen Darstellung im Kontext von Fotografie und Moderne

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Entdeckung und Entwicklung der Perspektive in der Renaissance

Der florentinische Bildhauer und Baumeister Filippo Brunelleschi (1377-1447) gilt als „Entdecker“ der Perspektive. Nach einer Reihe von Experimenten am Anfang des 15. Jahrhunderts entwickelt Brunelleschi das Verfahren der zentralperspektivischen Projektion. Seine Entdeckung besteht im Wesentlichen in der Festlegung der Regeln, nach denen unter bestimmten Bedingungen perspektivische Verkürzungen der Räume und Körper berechnet werden können. Sein System ist ein Proportionsgesetz, basierend auf der Grundlage der Lehren des Euklid, ermittelt aus komplizierten Berechnungen und empirisch überprüft anhand von praktischen Versuchen. Um 1420 demonstriert er in einem Experiment am Domplatz des Baptisterium Santa Maria del Fiore von Florenz die Zentralperspektive, indem er mittels einer Spiegelapparatur und Tafelbild ein naturgetreues Abbild des Gebäudes schafft.

Nach Beschreibungen eines Zeitgenossen von Brunelleschi, Antonio di Tuccio Manetti, und des Mathematikers Richard Krautheimer ist das Experiment wie folgt abgelaufen: Als erstes sorgte Brunelleschi dafür, dass er einen Platz bestimmte, von wo aus er das Gebäude und die Platzsituation betrachten konnte. Er nahm eine Tafel als Zeichenfläche und einen Spiegel als Hintergrund, so dass der Himmel reflektiert wurde. Er machte ein Loch in die Tafel, auf der dieses Bild war, das sich in der Abbildung des Baptisteriums genau an der Stelle befand, wohin das Auge blickte (auf das Hauptportal). Das linsengroße Loch war sowohl Fluchtpunkt der perspektivischen Konstruktion des dargestellten Bauwerks als auch Augenpunkt des Beschauers, der die Reproduktion des Baptisteriums in dem gegenüberliegenden Spiegel in dem richtigen Größenverhältnis zum realen Ambiente des Domvorplatzes erblickte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Grundprinzip der Zentralperspektive als mathematisches Verfahren zur Darstellung räumlicher Tiefe auf zweidimensionalen Flächen und skizziert das Ziel der Untersuchung.

2. DIE ZEIT VOR DER ANWENDUNG DER PERSPEKTIVE: ANTIKE UND MITTELALTER: Dieses Kapitel erläutert die antiken Vorstufen der Perspektive und den mittelalterlichen „Raumsurrealismus“, der auf Bedeutungsperspektive statt auf mathematischer Korrektheit basierte.

3. DIE ENTDECKUNG DER PERSPEKTIVE IN DER RENAISSANCE: Der historische Kontext des Humanismus wird beleuchtet, ebenso wie die entscheidenden Beiträge von Brunelleschi, Alberti, Piero della Francesca und Dürer zur theoretischen und praktischen Fundierung der Zentralperspektive.

4. DIE AUSWIRKUNGEN DER PERSPEKTIVE IN KUNST UND ARCHITEKTUR: Das Kapitel analysiert den Wandel der Kunst durch die Perspektive, von der Renaissance-Malerei über die illusionistische Scheinarchitektur des Barock bis hin zur Abstraktion in der Moderne.

5. ANWENDUNG DER PERSPEKTIVE IN DER WISSENSCHAFT: Es wird dargelegt, wie die mathematische Definition des Raumes das moderne Weltbild, die Astronomie und die Kartographie nachhaltig beeinflusste.

6. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN ÜBER DIE BEDEUTUNG DER PERSPEKTIVE: Abschließend werden die Auswirkungen der Perspektive als entscheidende maltechnische Verbesserung und als Grundlage für die moderne Architektur und Wissenschaft reflektiert.

Schlüsselwörter

Zentralperspektive, Renaissance, Italien, Filippo Brunelleschi, Leon Battista Alberti, Kunstgeschichte, Architektur, Illusionsraum, Scheinmalerei, Barock, Wissenschaftsgeschichte, Geometrie, Naturwissenschaften, Fotografie, Raumauffassung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Entdeckung der Zentralperspektive während der Renaissance und deren tiefgreifende Auswirkungen auf die Kunst, Architektur und Wissenschaft bis in die Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die mathematische Theorie der Perspektive, die künstlerische Praxis in der Renaissance und im Barock sowie den Einfluss dieser Entwicklungen auf das neuzeitliche Weltbild.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel der Raumdarstellung durch die Perspektive zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie den Übergang von symbolischen zu realistischen Darstellungsweisen ermöglichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Traktate und der Auswertung kunstgeschichtlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die geometrische Fundierung durch Pioniere, die Anwendung in der Malerei und Architektur sowie die späteren Auswirkungen auf die Wissenschaft und Fotografie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Zentralperspektive, Renaissance, Geometrie, Illusionsraum und Wissensgeschichte charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Bedeutungsperspektive von der Zentralperspektive?

Während die mittelalterliche Bedeutungsperspektive Figuren nach ihrer inhaltlichen Wichtigkeit skaliert, nutzt die Zentralperspektive mathematische Fluchtpunkte für eine realistische, proportionale Darstellung.

Warum war das Experiment von Brunelleschi so bedeutend?

Es war die erste empirische Demonstration, wie durch eine Spiegelapparatur und geometrische Regeln ein naturgetreues Abbild der Realität auf einer Tafel konstruiert werden kann.

Welche Rolle spielt die Perspektive im Barock?

Im Barock diente die Perspektive nicht mehr nur der Realitätswiedergabe, sondern wurde zur Perfektionierung der Illusion und zur prunkvollen Inszenierung für absolutistische Herrscher eingesetzt.

Wie beeinflusste die Fotografie die Perspektivmalerei?

Die Erfindung der Fotografie löste die malerische Perspektive als Dokumentationsmedium ab, was die Malerei wiederum zur Abstraktion und zur Entwicklung neuer, nicht-perspektivischer Stile zwang.

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Details

Title
Die Entdeckung der Perspektive in der Renaissance und die Auswirkungen auf Kunst und Architektur
College
Hamburg University of Technology  (Humanities)
Course
Baustilkunde,Kunst- und Kulturgeschichte
Grade
1,0
Author
Mareike Schuppe (Author)
Publication Year
2007
Pages
37
Catalog Number
V71163
ISBN (eBook)
9783638625227
ISBN (Book)
9783638672825
Language
German
Tags
Entdeckung Perspektive Renaissance Auswirkungen Kunst Architekur Baustilkunde Kunst- Kulturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Schuppe (Author), 2007, Die Entdeckung der Perspektive in der Renaissance und die Auswirkungen auf Kunst und Architektur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71163
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