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Das Milet-Dekret und seine Stellung im ersten athenischen Seebund

Title: Das Milet-Dekret und seine Stellung im ersten athenischen Seebund

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Carsten Mogk (Author)

World History - Early and Ancient History
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Inschriften zählen zu den wichtigsten und interessantesten Quellen, mit denen die Geschichtswissenschaft zu tun hat. Sie sind Teil unmittelbarer Geschichte und geben häufig faszinierende Einblicke in die antike Gesellschaft. Zu den wichtigsten und gleichwohl aussagekräftigsten Inschriften gehören die Dekrete, die insbesondere für die Erforschung der Geschichte des ersten athenischen Seebundes von elementarer Bedeutung sind. Die vorliegende Seminararbeit setzt sich nun mit einem dieser Dekrete, dem Volksbeschluss über die Regelung der Verhältnisse in Milet (HGIÜ 65), auseinander. Neben einer detaillierten Aufschlüsselung der Quellenaussagen soll innerhalb dieser Arbeit der Versuch einer Binnengliederung des Inschriftentextes unternommen werden. Zudem soll die Arbeit einerseits einen Überblick über die wichtigsten Forschungsdiskurse zu diesem Dekret leisten und zum anderen seine Stellung in einem größeren historischen Kontext ermitteln, wobei besonders der Einfluss des Dekrets auf das milesisch-athenische Verhältnis im Zentrum der Untersuchung steht.
Die Bearbeitung der Quellenaussagen erfolgt vergleichend, auf der Grundlage der drei wichtigsten Edititionen, von J.H.Oliver , C.W.Fornara und K.Brodersen u.a. , wobei besonders die erstgenannte, weil älteste, auf dem Prüfstand steht.
Der Großteil der Untersuchungen, die dieser Arbeit zu Grunde liegen ist älteren Ursprungs. Die jüngere Forschung, die hier Berücksichtigung findet geht bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auf Grund des Mangels an neuesten, aktuellen Untersuchungen, was wohl auf die anhaltende Datierungsproblematik zurückzuführen ist, bildet diese auch den abschließenden Forschungsstand meiner Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Überlieferung und Quellenlage

3 Die Binnengliederung des Dekrets

3.1 Das Präskript

3.2 Bestimmungen über Opferleistungen, Schiffsstellungen und Verfassungsregelungen

3.3

3.4 Eidesleistung und weitere Befugnisse der Archonten

3.5 Sonderregelungen für Arnasos und Stationierung einer Garnison in Milet

4 Fragen der Datierung

4.1 Die Frühdatierung auf 450/49 n.Chr.

4.2 Die Spätdatierung auf 425/24 n.Chr.

4.3 Datierung nach 450/49 auf ca. 442 n.Chr.

5 Das Dekret im Kontext des athenisch-milesischen Verhältnisses

6 Die Stellung des Dekrets innerhalb der athenischen Seebundspolitik

7 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das sogenannte „Milet-Dekret“ (HGIÜ 65) im historischen Kontext des ersten athenischen Seebundes. Das primäre Ziel ist es, den Aufbau der Inschrift zu gliedern, die verschiedenen Forschungsdiskurse zur schwierigen Datierung des Dokuments kritisch zu beleuchten und den Einfluss des Dekrets auf die politische Entwicklung der Beziehungen zwischen Athen und Milet sowie die übergeordnete athenische Bündnerpolitik zu analysieren.

  • Analyse der epigraphischen Überlieferung und Quellenlage des Milet-Dekrets.
  • Detaillierte inhaltliche Binnengliederung der rechtlichen Bestimmungen des Dekrets.
  • Vergleichende Untersuchung der Datierungstheorien (Früh- vs. Spätdatierung).
  • Bewertung der athenischen Herrschaftsmittel und deren Einfluss auf die Autonomie Milets.
  • Einordnung des Dekrets in die Entwicklung der athenischen Hegemonialpolitik.

Auszug aus dem Buch

3.3 Strafbestimmungen und Prozessregelungen

Der nächste, große, Abschnitt, in den sich das Dekret gliedert, befasst sich mit rechtlichen Bestimmungen, die Straftaten, Strafverfolgung und Prozessregelungen betreffen. Der Abschnitt beginnt in etwa mit der Zeile 26/27.

An den Anfang dieser Bestimmungen tritt eine Art Sanktionsklausel, die all jene Handlungen unter Strafe stellt, welche „den Athenern nicht gut erscheint.“ Als Strafandrohung wird die Atimie angeführt. Dieser Begriff kann in etwa mit „Vogelfreiheit“ oder etwas weiterführend mit Verlust der Bürgerrechte interpretiert werden. Ein ähnliches Strafmaß findet sich auch in anderen Dekreten dieser Zeit. Zudem soll der Besitz des Delinquenten eingezogen und der zehnte Teil dessen der Göttin (gemeint ist wohl die Göttin Athene) zugeführt werden. Die Prozesse sollen nach athenischem Vorbild stattfinden. Die Todesstrafe oder etwa die Möglichkeit der Verbannung fehlt gänzlich im Dekret.

Des Weiteren erfahren wir in diesem Abschnitt etwas über einige Aufgaben der Archonten, die auch gerichtliche Funktionen zu haben scheinen. Im Dekret selbst fehlt die Textstelle, in der die Adressaten der Gerichtsgebühren benannt werden. Jedoch gehen die meisten Interpretationen davon aus, dass die fünf Archonten diese Aufgabe übernahmen. Weiterhin wird zwei der fünf Archonten die Funktion zugewiesen die Prozesse zu überprüfen. Zudem sind sie dafür verantwortlich diejenigen, die gegen Gesetze verstoßen haben oder sich Urteilen entziehen vor ein athenisches Gericht zu bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung antiker Inschriften für die Erforschung des athenischen Seebundes heraus und definiert das Milet-Dekret als zentralen Untersuchungsgegenstand der Arbeit.

2 Zur Überlieferung und Quellenlage: Dieses Kapitel erläutert den epigraphischen Befund der Marmorstele, deren fragmentarischen Charakter und die methodische Herangehensweise bei der Nutzung ergänzender antiker Quellen.

3 Die Binnengliederung des Dekrets: Hier wird der Inhalt des Dekrets in verschiedene Bereiche wie das Präskript, Opferleistungen, strafrechtliche Bestimmungen, Eidesleistungen und spezifische Regelungen für Arnasos unterteilt.

4 Fragen der Datierung: Der Autor vergleicht die wesentlichen Forschungsansätze zur Datierung des Dekrets, wobei er die Argumente für eine Frühdatierung, eine Spätdatierung sowie eine Datierung um 442 n.Chr. gegenüberstellt.

5 Das Dekret im Kontext des athenisch-milesischen Verhältnisses: In diesem Kapitel wird untersucht, ob das Dekret einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen Athen und Milet markiert und wie es die athenische Kontrolle über Milet festigte.

6 Die Stellung des Dekrets innerhalb der athenischen Seebundspolitik: Der Autor ordnet das Dekret in den größeren Rahmen der athenischen Bündnerpolitik ein und analysiert den Übergang von einer autonomen Bündnisstruktur zu einer zunehmenden hegemonialen Einflussnahme.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Problematik des Fragmentcharakters der Quelle und bekräftigt die Sichtweise, dass das Dekret für eine herrschaftsorientiertere Bündnerpolitik Athens steht.

Schlüsselwörter

Milet-Dekret, Athenischer Seebund, Inschriften, epigraphische Quellen, Datierungsproblematik, Archonten, Atimie, Bündnerpolitik, Hegemonialpolitik, Demokratisierung, Euthynos, Tributlisten, antike Geschichte, Milet, athenische Herrschaftsmittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des sogenannten „Milet-Dekrets“, einem epigraphisch überlieferten Volksbeschluss aus dem Umfeld des ersten athenischen Seebundes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Binnengliederung des Inschriftentextes, die komplexe Datierung der Quelle und die Einordnung der athenischen Eingriffe in die Milesischen Verhältnisse.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Ziel ist es, den Stellenwert des Dekrets für das Verhältnis zwischen Athen und Milet sowie für die allgemeine Entwicklung der athenischen Seebundspolitik zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine vergleichende Analyse auf der Grundlage führender Editionen durch und bezieht verschiedene historisch-kritische Forschungsmeinungen in seine Untersuchung ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhaltsanalyse des Dekrets, eine kritische Diskussion der Datierungsvarianten und eine historische Kontextualisierung der athenischen Bündnerpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind Milet-Dekret, athenischer Seebund, athenische Hegemonie, Epigraphik, Datierung sowie politische und juristische Kontrolle der Bündner.

Welche Bedeutung kommt den im Dekret erwähnten Archonten zu?

Die fünf Archonten fungierten als zentrale Kontrollinstanzen Athens in Milet, die sowohl justizielle Aufgaben übernahmen als auch die Einhaltung athenischer Vorgaben und Finanzregelungen überwachten.

Warum ist die Datierung des Dekrets ein so zentrales Problem?

Die Inschrift ist stark fragmentiert und enthält keine direkte Zeitangabe, was Wissenschaftler dazu zwingt, indirekte Indikatoren oder ungesicherte Namensnennungen für Datierungshypothesen heranzuziehen.

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Details

Title
Das Milet-Dekret und seine Stellung im ersten athenischen Seebund
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Course
Hauptseminar: Der erste athenische Seebund
Grade
2,0
Author
Carsten Mogk (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V71818
ISBN (eBook)
9783638696098
Language
German
Tags
Milet-Dekret Stellung Seebund Hauptseminar Seebund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Mogk (Author), 2006, Das Milet-Dekret und seine Stellung im ersten athenischen Seebund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71818
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