Der utopische Staat - Morus: Utopia - Campanella: Sonnenstaat - Bacon: Neu-Atlantis


Hausarbeit, 2006

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Thomas Morus Utopia
1.1 Zur Person des Thomas Morus
1.2 Aufbau und Inhalt von Utopia
Zur Lage Utopias und seiner Städte
Arbeiten, Freizeit und Wohnen in Utopia
Nichtigkeit des Besitzes und Bedeutung von Geld und Gold
Ämter und Behörden
Das Rechtssystem und die Sklaverei
Religion und Priester

2. Tommaso Campanella´s Sonnenstaat
2.1 Zur Person des Tommaso Campanella
2.2 Aufbau und Inhalt des Sonnenstaats
Lage und Aufbau der Sonnenstadt
Das Behördensystem
Wissenschaft
Fortpflanzung und Erziehung
Arbeit und Freizeit
Besitz und Eigentum
Rechtssystem
Religion und Priester

3 Francis Bacons Neu-Atlantis
3.1 Zur Person des Francis Bacon
3.2 Aufbau und Inhalt von Neu-Atlantis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Thomas Morus begründete mit seiner Schrift der Utopia das Genre des utopischen Romans und prägte damit den Begriff der Utopie an sich. Seine Fiktion vom perfekten Sozialstaat war für Generationen von Denkern, beginnend mit Campanella und Bacon bis hin zu Marx und Engels prägend und stellt gleichzeitig das Grundgerüst dar, mit dem man sich dem Thema der Utopien überhaupt nähern kann. Die Auslegung des Werkes gibt noch heute Anlass zu Diskussionen und die Literatur ist in ihrer Interpretation dementsprechend vielfältig. So gibt es zahlreiche Autoren, die Morus Arbeit als Satire, als Fiktion eines „rational überzeichneten Staates“ (Ahrbeck, S.44) auslegen. Ich halte dies für äußerst unwahrscheinlich, unter anderem schon weil es zu Morus Lebzeiten kaum einen Anreiz gegeben hätte ein solches Szenario zu entwerfen, waren die damaligen Systeme dem von ihm skizzierten doch konträr gegenüberstehend. Diese Debatte soll jedoch nicht Teil dieser Arbeit sein.

Vielmehr soll im sehr beschränkten Rahmen dieser Hausarbeit ein kurzer Überblick über die charakteristischen Merkmale der Utopia, sowie der beiden zeitlich darauf folgenden Arbeiten, Campanellas Sonnenstaat und Francis Bacons Neu-Atlantis, geschaffen werden um im weiteren Verlauf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu analysieren. Abschließend soll kurz betrachtet werden, welche konkreten Impulse von den drei Werken ausgegangen sind.

1. Thomas Morus Utopia

1.1 Zur Person des Thomas Morus

Thomas Morus wurde 1478 in London als Sohn eines Juristen geboren. Er fiel schon als Kind als weit überdurchschnittlich intelligent auf und kam so neben seinem Studium des Rechts bereits früh als Page an den Hof des Kardinals und damaligen Lord Kanzlers John Mortens. Obwohl er mit einer kirchlichen Laufbahn sympathisierte, bekam er nach Abschluss seines Studiums eine Zulassung als Anwalt und begann zu praktizieren. Noch während seiner Ausbildung begann er jedoch auch als Dozent jüngere Studenten zu unterrichten.

Parallel zu seiner juristischen Tätigkeit führte er jedoch ein streng kirchliches, am strengen Kartäuserorden orientiertes Leben und wandte sich verstärkt der Theologie zu und gab auch hier Vorlesungen. Dabei beschäftigte er sich bereits mit Augustinus und dem Verhältnis von Kirche und Staat, welches später eine tragische Rolle in seinem Leben spielen sollte. Auch entdeckte er über Augustinus Platon, dessen Idealstaat auch in Utopia eine Rolle spielt.

1516, Thomas Morus hatte sich inzwischen auch als Humanist und Freund von Erasmus von Rotterdam einen Namen gemacht, erschienen nach etwa 3jähriger Arbeit Utopia. (Möbus, S.21-24)

Seine politische Karriere begann bereits im Alter von 25, als er erstmals Mitglied des Parlaments wurde. Unter Heinrich VIII wurde er dann an den Hof berufen, wo er zunächst unter anderem als Mitglied des königlichen Rates und Sekretär des Königs fungierte, bevor er 1529 das höchste Amt des Lordkanzlers bekleidete. Er nahm das Amt jedoch nur widerwillig an und beschrieb die Gefahren, die dieses Amt mit sich bringen konnte, wenn man einmal in des Königs Ungnade gefallen war, bereits in seiner Antrittsrede mit den Worten „….So besteige ich denn jenen Sitz, auf welchem Mühen und Gefahren gelagert sind und wo Sicherheit nicht gefunden wird. Je erhobener er ist, desto tiefer der zu befürchtende Fall …“ (Vgl. Möbus, S.30). 1532 trat er nach drei Jahren Amtszeit, die vor allem im Zeichen des Kampfes gegen die Häretiker lutherischer Tradition standen, zurück, nachdem sich König Heinrich VIII die Macht über den englischen Klerus angeeignet hatte.

Durch seinen fortwährenden Kampf gegen die Aufspaltung der katholischen Kirche und seine Weigerung die Scheidung und Neuheirat des Königs zu stützen, weshalb dieser sich von Rom abgespaltet hatte, wurde Morus 1534 letztlich eingekerkert und ein Jahr später hingerichtet.

400 Jahre nach seinem Tod, 1935 wurde Thomas Morus heilig gesprochen. (Heinisch, S.222-224)

1.2 Aufbau und Inhalt von Utopia

Thomas Morus Utopia gilt als Begründer der Tradition des utopischen Romans und ist dementsprechend formal ein Roman. Es ist in zwei Teile unterteilt, wobei Morus den ersten laut Klaus J. Heinisch wohl nach dem zweiten verfasst hat .(Heinisch, S.233) Dieser widmet sich nämlich der Beschreibung der bestehenden Verhältnisse im damaligen England und liefert sozusagen den direkten Vergleich, weshalb der fiktive Staat Utopia, welcher im zweiten Teil des Buches beschrieben wird, den wirklichen Staaten des damaligen Europas so überlegen war.

Der erste Teil des Buches ist in Form eines Dialoges zwischen Thomas Morus sowie Petrus Ägidus einerseits und dem weit gereisten Philosophen Raphael Hythlodeus anderseits verfasst. Morus und Petrus treten dabei als realistische und pragmatische Verteidiger der bestehenden Verhältnisse auf während ihnen Hythlodeus als scharfer Kritiker eben dieser mit dem Wissen über das bessere Staatswesen und Gemeinschaftsleben von Utopia gegenübersteht.

Dabei gilt die Kritik vor allem dem Rechtssystem, dass auch harmlosere Vergehen wie Diebstahl mit der Todesstrafe ahndet (Heinisch, S.23ff), der repressiven und ausbeuterischen Finanzpolitik des Staates (Heinisch, S.38-41), sowie seiner expansionsorientierten, aggressiven Außenpolitik (Heinisch, S.36–37).

Erstmals erscheint an dieser Stelle auch die These, dass das Privateigentum eine gerechte Politik unmöglich macht und die Ursache ungleicher Verteilung in der Gesellschaft überhaupt ist (Heinisch, S.44–46), was Morus’ Utopia den Ruf einbrachte, als erstes überhaupt eine sozialistische Gesellschaft zu propagieren (z.B. Möbus, S.43-45)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der utopische Staat - Morus: Utopia - Campanella: Sonnenstaat - Bacon: Neu-Atlantis
Hochschule
Universität Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Soziale Utopien
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V71969
ISBN (eBook)
9783638633741
ISBN (Buch)
9783656286776
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Staat, Morus, Utopia, Campanella, Sonnenstaat, Bacon, Neu-Atlantis, Soziale, Utopien
Arbeit zitieren
Ferdinand Kosak (Autor), 2006, Der utopische Staat - Morus: Utopia - Campanella: Sonnenstaat - Bacon: Neu-Atlantis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71969

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