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Der Friede von Hubertusburg 1763

Titel: Der Friede von Hubertusburg 1763

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 19 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Stephanie Guillen Niubo (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„ ‚Preußen muß übern Haufen geworfen werden’, war die Maxime des österreichischen Staatskanzlers in der letzten sprachlichen Fassung vor Kriegsbeginn, seine Destruktion und Rückführung auf den ihm zustehenden Rang einer ins Reich eingebundenen deutschen Mittelmacht war das erklärte Ziel der Wiener Politik, ihrer Verbündeten und schließlich des Siebenjährigen Krieges. Der Grundirrtum des jungen Friedrich war, daß er mit einer großen Armee und mit einem schnellen erfolgreichen Coup schon die Dignität eines anerkannten europäischen Mitspielers im Staatensystem erlangt habe. In Wahrheit hatte er im Gegenteil darauf aufmerksam gemacht, daß das allmählich reifer und friedlicher werdende Staatensystem hier ein unerwünschtes Zusatzproblem bekam, das man lösen, um nicht zu sagen beseitigen mußte, so lange es noch möglich schien.“1 Wurde das Kriegsziel der habsburger Monarchie erreicht? Hat Johannes Burkhardt recht mit seiner These, dass Preußen noch kein vollwertiges Mitglied des europäischen Machtgefüges war? Wie bedeutend war der Friedensvertrag, der am Ende des Siebenjährigen Krieges geschlossen wurde? Wer stand auf der sonnigen Seite der Gewinner und wer musste schmachvoll seine Niederlage eingestehen? Welche Veränderungen brachte der Friede von Hubertusburg mit sich und welche Rolle spielte das Reich während des Krieges und dann im späteren Friedensschluss? Diese Fragen bilden das Grundgerüst meiner Arbeit. In den meisten Darstellungen des Siebenjährigen Krieges werden zwar das Kampfgeschehen und die komplexe Diplomatie eingehend geschildert, der Friedensschluss zu Hubertusburg wird jedoch oftmals in wenigen Zeilen abgehandelt. Durch die friedensgeschichtlichen Forschungen dieses Seminars von Herrn Burkhardt wird sich dies ändern. Diese Arbeit rückt nun das große Finale des Siebenjährigen Krieges ins Rampenlicht.

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1 Burkhardt, J.; Vom Debakel zum Mirakel; Zur friedensgeschichtlichen Einordnung des siebenjährigen Krieges; in: Neuhaus, H. und Stollberg-Rillinger, B. (Hg.); Menschen und Strukturen in der Geschichte Alteuropas; Festschrift für Johannes Kunisch zur Vollendung seines 65. Lebensjahres, dargebracht von Schülern, Freunden und Kollegen; Historische Forschungen; Bd. 73; Berlin 2002; S. 304.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763)

1.1 Die diplomatische Revolution und der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges

1.3 Die Erklärung des Reichskrieges

C. Der Friede von Hubertusburg

2.1 Die Friedensverhandlungen

2.2 Die Bestimmungen des Friedensvertrages

a) Der Vertrag zwischen Preußen und Österreich

b) Der Vertrag zwischen Preußen und Sachsen

2.3 Die Rolle des Reiches beim Friedensschluss

D. Resumée

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Friedensschluss von Hubertusburg im Jahr 1763 und beleuchtet dabei kritisch die Rolle des Deutschen Reiches im Siebenjährigen Krieg, die in der traditionellen Geschichtsschreibung häufig vernachlässigt wurde. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern der Friede von Hubertusburg als Wendepunkt für Preußen und als Instrument zur Befreiung Kursachsens fungierte und ob das Deutsche Reich entgegen der bisherigen Lehrmeinung als ein tatsächlicher Gewinner dieses Konflikts betrachtet werden kann.

  • Analyse der diplomatischen Hintergründe und des Kriegsausbruchs (1756).
  • Untersuchung der komplexen Friedensverhandlungen zwischen Preußen, Österreich und Sachsen.
  • Detaillierte Betrachtung der Bestimmungen des Friedensvertrages von Hubertusburg.
  • Bewertung der Rolle des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation als Kriegsteilnehmer.
  • Kritische Einordnung von Preußens Machtanspruch im europäischen Staatensystem.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Friedensverhandlungen

Der Tod der Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 und der damit verbundene Machtwechsel in Rußland brachte nach 6 Jahren des Krieges eine Wendung. Die antipreußische Allianz verlor eines ihrer Mitglieder, da Zar Peter III. geprägt durch seine Affinität zum preußischen Wesen ein 20.000 Mann starkes Corps zur Unterstützung Friedrichs entsandte. Nur wenige Monate später verstarb der Zar und die Herrschaft von Katharina der Großen brach an. Zwar brach sie das russisch-preußische Bündnis nicht, jedoch entschloss sich die Zarin dazu das entsendete Hilfscorps zurückzuziehen und einen Separatfrieden mit Preußen zu schließen. Am 3. November des gleichen Jahres stellte der preußische Verbündete Großbritannien die Subsidien ein.

Beide Parteien waren durch den Krieg gezeichnet. Die Schatzkammern leerten sich immer mehr, die Bevölkerung schwand und das Land lag brach. Nach über sechs Jahren des Krieges musste bald möglich eine Entscheidung fallen. Da Preußen jedoch genau wie Österreich das Gesicht wahren musste, beauftragte Friedrich der Große das besetzte Sachsen damit den Frieden einzuleiten unter der Bedingung eines territorialen Status quo ante 1756.

Zum Ort der Friedensverhandlungen wurde Schloss Hubertusburg in Wermsdorf benannt. Dieses zwischen 1721 und 1742 von König August II. zur Parforcejagd erbaute Schloss wurde während des Krieges 1761 im Inneren komplett zerstört und geplündert. Die Tagungen der Gesandten fanden somit nicht im Schloss statt, sondern ein paar Meter östlich des Gebäudes in Pavillons. Um den reibungslosen Ablauf der Gespräche zu gewährleisten, schloss man eine besondere Neutralitätsakte ab, damit eventuelle andauernde Kampfhandlungen den Verlauf der Verhandlungen nicht beeinträchtigten.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen fest und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Bedeutung des Friedensschlusses und der Rolle des Reiches.

B. Der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763): Dieses Kapitel analysiert die diplomatische Revolution, den Ausbruch des Krieges und die widersprüchlichen Kriegsziel-Interpretationen der Kontrahenten.

C. Der Friede von Hubertusburg: Hier werden die Verhandlungen, die spezifischen Vertragsbestimmungen zwischen den Mächten und die marginalisierte, aber bedeutende Rolle des Reiches detailliert ausgeführt.

D. Resumée: Das Resumée fasst die Ergebnisse zusammen und stützt die These, dass das Deutsche Reich als ein unterschätzter Partizipant und Gewinner des Krieges anzusehen ist.

Schlüsselwörter

Siebenjähriger Krieg, Friede von Hubertusburg, Preußen, Österreich, Sachsen, Reichsverfassung, Landfriedensbruch, Diplomatie, Machtgefüge, Friedrich der Große, Maria Theresia, Reichsexekution, Neutralität, Souveränität, Mächtekonzert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Friedensschluss von Hubertusburg im Jahr 1763 als das große Finale des Siebenjährigen Krieges und hinterfragt die traditionelle Sichtweise auf die beteiligten Akteure.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Zentrum stehen die diplomatischen Beziehungen vor 1756, die Dynamik zwischen den europäischen Großmächten sowie die staatsrechtliche und kriegerische Einbindung des Heiligen Römischen Reiches.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie bedeutend der Friedensvertrag tatsächlich war und ob das Deutsche Reich, welches in der Fachliteratur oft als unbedeutend wahrgenommen wurde, eine aktivere Rolle spielte als bisher angenommen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer Quellen sowie aktueller friedensgeschichtlicher Forschung, insbesondere der Thesen von Johannes Burkhardt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärhistorische und diplomatische Vorgeschichte des Siebenjährigen Krieges sowie eine exakte Untersuchung der Verhandlungsabläufe und der konkreten Vertragsinhalte in Hubertusburg.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind Preußen, Österreich, Hubertusburger Frieden, Reichsverfassung, europäisches Mächtekonzert und die Rolle des Deutschen Reiches.

Warum spielt die Rolle Sachsens eine so zentrale Rolle in der Argumentation?

Sachsen wird als Fallbeispiel angeführt, um die unterschiedlichen Interessen von Preußen (Expansion) und dem Deutschen Reich (Befreiung von Besatzern) zu verdeutlichen und die Friedensbedingungen zu illustrieren.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des „Gewinners“ des Krieges?

Die Autorin argumentiert, dass – entgegen der üblichen Einordnung als bloße Staatenkriege – das Deutsche Reich durch den Truppenabzug aus Kursachsen als zumindest partieller Gewinner des Konflikts klassifiziert werden kann.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Friede von Hubertusburg 1763
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit)
Veranstaltung
Hauptseminar Friedensschlüsse in der Frühen Neuzeit
Note
2,7
Autor
Stephanie Guillen Niubo (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V72038
ISBN (eBook)
9783638633949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friede Hubertusburg Hauptseminar Friedensschlüsse Frühen Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Guillen Niubo (Autor:in), 2007, Der Friede von Hubertusburg 1763, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72038
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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