Untersuchung der HEALTHY IS UP-Metapher


Hausarbeit, 2006
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Experiment
2.1. Ziele und Vorgehensweise
2.2. Material
2.3. Teilnehmer
2.4. Vorgehen
2.5. Ergebnisse
2.6. Auswertung

3. Experiment
3.1. Ziele und Vorgehensweise
3.2. Ergebnisse
3.3. Auswertung

4. Experiment
4.1. Ziele und Vorgehensweise
4.2. Ergebnisse
4.3. Auswertung

5. Gesamtauswertung

6. Literaturverzeichnis

Anhang:
Umfragebogen

1. Einleitung

Seit der Publikation von Lakoff und Johnsons Buch „Metaphors we live by“ im Jahre 1980 steht die Metaphernforschung im Mittelpunkt der Kognitiven Linguistik.[1] Lakoff und Johnson sind die „Erfinder“ der kognitiven Metapherntheorie, die sich vor allem damit beschäftigt, wie sich das Denken auf die Sprache auswirkt. Metaphorische Realisierungen hängen jeweils mit einer meist konkreten Quelldomäne und einer meist abstrakten Zieldomäne zusammen. Die eine (konkrete) Domäne wird auf die andere (abstrakte) Domäne übertragen.[2] Jedoch beziehen Lakoff und Johnson den Kontext bzw. die Umgebung nicht in ihre Untersuchungen mit ein.

In der folgenden Hausarbeit soll untersucht werden, ob ein bestimmter Kontext eine Metapher hervorrufen kann. Kann die konkrete Erfahrung einer Quelldomäne eine Metapher und damit eine bestimmte Antwort in der Zieldomäne hervorrufen? Beeinflusst unsere Umgebung oder die Situation, in der wir uns gerade befinden, unser Denken und unser Verhalten? Wird durch Erfahrung einer Quelldomäne die Metapher aktiviert?

In unserem Experiment werden wir Sprache in einer konkreten Situation, nämlich der Auf- bzw. Abbewegung, untersuchen. Somit können wir versuchen herauszufinden, ob der Kontext in dieser Situation einen Einfluss auf die Metaphernproduktion bzw. –aktivierung hat.

Für unser Experiment haben wir uns das HEALTHY IS UP-Konzept (bzw. UNHEALTHY IS DOWN) ausgesucht. Dieses ist weit verbreitet und existiert unter anderem in folgenden metaphorischen Ausdrücken/Realisierungen:

- He’s at the peak of health.
- He’s in top shape.
- As to his health, he’s way up there.
- He fell ill.
- He came down with the flu.
- His health is declining.[3]
Auch im Deutschen existiert diese Metapher:
- Mit seiner Gesundheit geht es aufwärts.
- Er ist top fit.
- Meine Gesundheit ist im Keller.
- Die Krankheit streckte ihn nieder.

Diese Orientierungsmetaphern haben mit der Orientierung im Raum zu tun (auf/ab). Sie basieren auf unserer körperlichen und kulturellen Erfahrung. Die physischen Erfahrungen (auf/ab) existieren in allen Kulturen, jedoch nicht die damit verbundenen Metaphern.[4]

Unser zu untersuchendes Konzept HEALTHY IS UP basiert auf der Tatsache, dass wir stehen, wenn wir gesund sind. Wenn wir aber krank sind, dann sind wir gezwungen, zu liegen.[5]

Es ist bereits bewiesen, dass es Environmental Priming gibt. Aber ist das auch hier der Fall?

Für unsere Untersuchung basieren wir uns auf eigene Umfrage-Ergebnisse, und verwenden keine Korpus-Daten, wie es lange Zeit gemacht wurde. Tseng et. Al. sind die Ersten und bislang Einzigen, die eigene Umfrage-Ergebnisse verwenden (experimental studies).

Unsere Hypothese ist die folgende:

Versuchspersonen, die auf der Rolltreppe nach oben fahren, und somit die Quelldomäne UP erfahren, antworten öfter mit positiv als mit negativ.

Versuchspersonen, die auf der Rolltreppe nach unten fahren, und somit die Quelldomäne DOWN erfahren, antworten öfter mit negativ als mit positiv.

2. Experiment 1

2.1. Ziele und Vorgehensweise

Das Ziel unseres Experimentes war es, herauszufinden, ob unsere oben genannte Hypothese zutrifft. Dass also Personen, die nach oben fahren, öfter positiv

antworten, und Personen, die nach unten fahren, öfter negativ antworten. Werden Personen somit von ihrer Umgebung/Situation soweit beeinflusst, als dass dadurch ihre Antwort beeinflusst wird? Durch dieses Experiment können wir sehen, ob durch einen Kontext ein Priming stattfinden kann. Wenn mehr herauffahrende Personen positiv, und mehr herunterfahrende Personen negativ antworten, dann spräche dieses in der Tat für ein Environmental Priming.

Vor Durchführung des Experiments haben wir grundsätzliche Vorgehensweisen besprochen.

2.2. Material

Für die Befragung der Versuchspersonen haben wir einen Umfragebogen erstellt. Dabei haben wir berücksichtigt, dass es Spalten für rauf und runter gibt, die jeweils noch in männlich und weiblich unterteilt sind. Dadurch war gewährleistet, dass wir jeweils zur Hälfte Personen befragten, die nach oben fahren, und zur Hälfte Personen, die nach unten fahren. Außerdem war so ein ausgewogenes Verhältnis an befragten Männern bzw. Frauen gesichert. Durch diese Aufteilung waren wir darauf vorbereitet, die Antworten mit der Richtung der Bewegung (rauf/runter) in Beziehung setzten zu können und eventuelle Unterschiede zwischen den Antworten der verschiedenen Geschlechter genauer betrachten zu können.

Ein Umfragebogen befindet sich im Anhang dieser Arbeit.

2.3. Teilnehmer

Wir befragten für dieses Experiment 56 Personen. Dabei achteten wir darauf, dass wir gleich viele Personen befragten, die nach unten bzw. nach oben fuhren. Diese waren jeweils zur Hälfte männlich bzw. weiblich.

Wie wir bei der Vorbesprechung im Seminar erfahren hatten, ist es oftmals so, dass die Männer die Hypothese bestätigen, die Frauen jedoch nicht.

Des Weiteren befragten wir nur Personen zwischen 20 und 35 Jahren. Allerdings schätzten wir das Alter und fragten die Versuchspersonen in der Regel nicht nach ihrem Alter.

Erkennbar Kranke und Übergewichtige wurden ebenfalls von dem Experiment ausgeschlossen, da diese Personen eventuell auf Grund ihrer persönlichen Situation voreingenommene Antworten geben würden.

Alle Testpersonen waren, soweit wir es erkennen konnten, deutsche Muttersprachler. Zumindest hatten sie keinen erkennbaren Akzent, der gegen diese Annahme sprechen würde.

2.4. Vorgehen

Wir befragten für dieses Experiment insgesamt 56 Personen. 28 Personen, die nach oben fuhren, und 28 Personen, die nach unten fuhren. Erst dadurch ist eine Vergleichbarkeit gewährleistet.

Wir führten die Befragung zu zweit durch und versuchten während der Durchführung der Befragung immer, eine neutrale Haltung einzunehmen, d.h. weder krank (negativ) noch übermäßig positiv zu wirken. Außerdem versuchten wir, die Versuchspersonen nicht durch unsere Mimik während der Fragestellung zu einer der Antworten zu ermutigen.

Dadurch, dass wir uns immer mit der befragten Person auf eine Treppenstufe stellten, oder einfach auf die gleiche Höhe, wollten wir erreichen, dass die Personen nicht zu uns herauf- bzw. herabschauen mussten. Das hätte dazu führen können, dass wieder eine Situation der Über- oder Unterlegenheit wahrgenommen werden könnte und das Herauf- bzw. Herabschauen auf die Versuchsperson die Antwort hätte beeinflussen können.

Um die vertikale Bewegung (rauf/runter) besser wahrnehmen zu können, entschieden wir uns für offene Rolltreppen. Fahrstühle verwehren einem die Möglichkeit, die Auf- bzw. Abbewegung wirklich wahrnehmen zu können. Wenn man sich in einem Fahrstuhl befindet, kann man nicht sehen, in welche Richtung man sich bewegt. Die Erfahrung der Bewegung ist also eingeschränkt. Die Rolltreppen sollten außerdem noch möglichst lang sein, um genügend Zeit zu haben, den Versuchspersonen die geplanten Fragen zu stellen. Es wurde darauf geachtet, dass die Befragungen vor Ende der Rolltreppe abgeschlossen waren, um sicherzustellen, dass die Personen während der gesamten Befragung das Gefühl der Auf- bzw. Abbewegung erfuhren.

Vor der Befragung fragten wir die potenziellen Versuchspersonen, ob wir ihnen im Rahmen einer Meinungsumfrage drei kurze Fragen stellen dürften.

Die erste Frage stellte eine für das Umfrageergebnis unrelevante Frage dar, die nur zur Einleitung in das eigentliche Thema dienen sollte. Als zweite Frage war die für die Umfrage relevante Frage geplant. An dritter Stelle stand eine abschließende Frage, die, wie die erste Frage, nicht wirklich interessant für das Experiment war.

Unsere Fragen waren die folgenden:

[...]


[1] Stefanowitsch, A. 2006. Words and their metaphors: A corpus-based approach. In Corpus-based Approaches to Metaphor and Metonymy. S.63.

[2] Lakoff, George. 1993. Contemporary theory of metaphor. In Metaphor and thought, 2nd edition. S.208.

[3] Lakoff, George, and Mark Johnson. 2003. Metaphors we live by. S.15.

[4] Ebd., S.14.

[5] Ebd., S.15.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der HEALTHY IS UP-Metapher
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V72316
ISBN (eBook)
9783638623605
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Untersuchung, HEALTHY, UP-Metapher
Arbeit zitieren
Sabrina Arndt (Autor), 2006, Untersuchung der HEALTHY IS UP-Metapher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72316

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