Diese Arbeit greift das aktuelle Thema des Qualitätsmanagements bei mittelständischen Softwareproduzenten als Untersuchungsobjekt auf. Dabei wird sich die Arbeit schwerpunktmäßig mit der Softwareentwicklung befassen.
Ziel der Arbeit ist es, die Softwareentwicklung im Allgemeinen, sowie das Qualitätsmanagement im Besonderen, in der mittelständischen Softwareproduktion zu beschreiben und zu analysieren. Dabei stützt sich die Arbeit neben verschiedenen wissenschaftlichen Quellen maßgeblich auf die persönlichen Erfahrungen des Autors, der seit mehreren Jahren als leitender Softwarearchitekt und Softwareentwickler bei einem mittelständischen Softwareproduzenten tätig ist.
Als Untersuchungsobjekt der Fallstudie dient die Softwareentwicklungsabteilung der D GmbH. Die D GmbH ist ein mittelständischer Softwareproduzent einer branchenneutralen, kaufmännischen Standardsoftware für den Mittelstand. Sie beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter, davon sechs Softwareentwickler.
In der Fallstudie wird die aktuelle Situation der Softwareentwicklungsabteilung bezogen auf das Qualitätsmanagement analysiert und bewertet. Die Analyse erfolgt auf Grund der persönlichen Erfahrungen des Autors. Maßgeblich für die Analyse wird neben einer Beschreibung des Unternehmens, der Produktpalette und der Prozesse in der Abteilung, eine Selbstbewertung nach der DIN 9004:2000 Normen sein.
Ziel der Fallstudie ist es, das aktuelle Niveau des Qualitätsmanagements in der Abteilung zu bewerten, sowie mögliche Probleme aufzuzeigen. Abschließend sollen auf Grund dessen, grundlegende Vorschläge zur Optimierung des Qualitätsmanagements erarbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Qualitätsmanagement in der Softwareentwicklung
2.1 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.2 Qualitätsmanagementsysteme und –normen
2.2.1 Normen des DEUTSCHEN INSTITUTS ZUR NORMUNG E.V. (DIN)
2.2.2 Capacity Mature Model Integration (CMMI)
2.3 Begriffsabgrenzungen
2.3.1 Abgrenzung Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung
2.3.2 Abgrenzung Softwareproduktion und Softwareentwicklung
2.4 Qualitätsmanagement der mittelständischen Softwareproduktion
2.4.1 Typologie kleiner und mittelständischer Softwareproduzenten
2.4.2 Vorteile von KMU
2.4.3 Konflikt zwischen Flexibilität und Formalisierung
2.4.4 Qualität durch agile Softwareentwicklung
3 Fallstudie: Analyse des Qualitätsmanagements bei einem kleinen Softwareproduzenten
3.1 Profil der D GmbH
3.1.1 Unternehmensprofil
3.1.2 Produktprofil
3.2 Aktuelle Qualitätsmanagementsituation in der Softwareentwicklungsabteilung
3.2.1 Aufgabe und Struktur der Abteilung
3.2.2 Beschreibung der Situation
3.2.3 Beurteilung der aktuellen Situation
3.2.4 Vorschläge zur Optimierung des Qualitätsmanagements
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung des Qualitätsmanagements in der mittelständischen Softwareproduktion, wobei das Hauptaugenmerk auf die Softwareentwicklung gelegt wird. Ziel ist es, anhand der Fallstudie eines kleinen Softwareproduzenten den aktuellen Reifegrad der Qualitätssicherung zu evaluieren und konkrete Optimierungsvorschläge abzuleiten.
- Grundlagen und Normen des Qualitätsmanagements (DIN EN ISO, CMMI)
- Charakteristika und Vorteile mittelständischer Softwareproduzenten (KMU)
- Konfliktfeld zwischen betrieblicher Flexibilität und formalen Qualitätsanforderungen
- Analyse agiler Softwareentwicklungsmethoden als Lösungsansatz
- Praktische Fallstudie zur Selbstbewertung nach ISO 9004:2000
Auszug aus dem Buch
2.4.4 Qualität durch agile Softwareentwicklung
Der folgende Exkurs untersucht als möglichen Lösungsansatz für das in Kap. 2.4.3 genannte Problem das Prinzip agiler Softwareentwicklung. Eines der bekannteren Modelle dieses Prinzips ist das „Extreme Programming“ (XP). Bei diesem Modell wird versucht auf allen Ebenen der Entwicklung möglichst agil („leichtfüßig“) vorzugehen. Beispiele dafür sind, dass der Kunde permanent an der Entwicklung beteiligt ist, alle Entwickler gemeinsam für den Code verantwortlich sind, Releasezyklen sehr kurz gehalten und die Projektphasen bewusst iterativ bearbeitet werden - um nur einige der XP-Prinzipien zu nennen (vgl. WOLF 2005, 25ff.).
Die agile Softwareentwicklung erfordert von den Managern und Entwicklern eine sehr hohe Disziplin und Eigenverantwortung, damit der Prozess produktiv verläuft. Dies sind letztendlich auch die Grundvoraussetzungen für ein effizientes Qualitätsmanagement. Nach der Auffassung von WOLF (2005) widerspricht eine Zertifizierung nach ISO 9000 nicht XP, da die ISO-Norm vorrangig nur die Nachvollziehbarkeit der des Entwicklungsprozesses fordert (vgl. WOLF 2005, 301f.). Wird XP diszipliniert umgesetzt, würde das vermutlich den Anforderungen der ISO 9001 nicht widersprechen. Welche zusätzlichen Anforderungen entstehen, um eine Zertifizierung nach ISO zu erreichen, müsste aber im Einzelfall geklärt werden. Auch die Anforderungen des CMM(I)-Modells sollten in den Stufen 2 und 3 mit XP prinzipiell in Einklang zu bringen sein. Man kann verschiedene XP-Techniken verwenden um die meisten Anforderungen des CMMI abzudecken (vgl. PAULK 2001, 23f.).
Die Techniken der agilen Softwareentwicklung, insbesondere XP, sind auf Grund ihrer Struktur vorrangig für die Anwendung in kleinen Teams gedacht. Somit wären sie geeignet kleine und mittlere Softwareproduzenten bei Umsetzung der Anforderungen eines Qualitätsmanagements zu unterstützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Fokus der Arbeit auf das Qualitätsmanagement in der mittelständischen Softwareentwicklung dar und definiert das Untersuchungsobjekt D GmbH.
2 Qualitätsmanagement in der Softwareentwicklung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe, Normen wie DIN EN ISO und CMMI sowie die spezifische Rolle und Herausforderungen von KMU in der Softwareproduktion behandelt.
3 Fallstudie: Analyse des Qualitätsmanagements bei einem kleinen Softwareproduzenten: Dieses Kapitel enthält eine detaillierte Profilbeschreibung der D GmbH sowie eine kritische Ist-Analyse der Qualitätsmanagement-Situation mittels Selbstbewertung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Flexibilität und Qualität durch aktives Engagement der Unternehmensführung zu vereinen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Softwareentwicklung, Mittelstand, KMU, ISO 9004, CMMI, Softwareproduktion, Agile Softwareentwicklung, Extreme Programming, Prozessqualität, Qualitätssicherung, Standardsoftware, Selbstbewertung, Prozessverbesserung, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, wie Qualitätsmanagementsysteme in mittelständischen Unternehmen der Softwareproduktion erfolgreich implementiert und gelebt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen Qualitätsnormen wie ISO 9000ff., das CMMI-Reifegradmodell, spezifische KMU-Vorteile sowie agile Methoden wie Extreme Programming.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse und Bewertung des Qualitätsmanagements bei einem konkreten Softwareproduzenten, um Probleme aufzudecken und Optimierungsvorschläge zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer Literaturanalyse stützt sich die Arbeit auf eine qualitative Fallstudie und eine Selbstevaluation nach den Richtlinien der Norm ISO 9004:2000.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die D GmbH, beschreibt deren interne Organisationsstruktur und bewertet anhand eines Fragebogens den aktuellen Reifegrad der Softwareentwicklungsabteilung.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit geprägt?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Qualitätsmanagement, KMU, Agile Entwicklung, ISO 9004, CMMI und Prozessoptimierung.
Warum hält der Autor den Einsatz von CMMI für mittelständische Betriebe für schwierig?
Der Autor argumentiert, dass CMMI eine gewisse Mindestgröße der Organisation voraussetzt, um die erforderlichen Gremien effizient zu betreiben, was bei kleineren Unternehmen oft nicht praktikabel ist.
Welchen Reifegrad weist die untersuchte D GmbH nach CMMI-Einschätzung auf?
Die D GmbH wird nach CMMI etwa auf Stufe 2 ("Managed") eingeschätzt, da Abläufe zwar dokumentiert und Projekt-geführt sind, aber eine kontinuierliche systemweite Verbesserung fehlt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der D GmbH?
Da der Geschäftsführer gleichzeitig Alleineigentümer ist, wird die Unternehmenskultur stark durch dessen individuelle Einstellungen und Werte geprägt, was zu einer eher informellen Arbeitsweise führt.
- Arbeit zitieren
- Lars Nielsen (Autor:in), 2007, Qualitätsmanagement der mittelständischen Softwareproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72375