Unterrichtsmethoden


Essay, 2005

7 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Methoden

Die Pro-Contra-Debatte

Regeln zur Durchführung

Die Beteiligten

Ablauf einer Debatte

Auswertung

Lerninhalte der Pro-Contra-Debatte

Der Lehrervortrag

Kriterien für einen guten Vortrag

Wie sollte vorgetragen werden?

Der größte Feind des Lehrervortrages

Quellennachweis:

Methoden

Methoden sind Verfahren, die dem Schüler und dem Lehrer ermöglichen sollen, sich mit einer Thematik zu beschäftigen um neue Erkenntnisse, Einsichten und Kompetenzen zu erwerben. Jede Methode hat ihre Stärken und Schwächen. Manch einem liegt eine bestimmte Methode in besonderem Maße, andere können ihr nichts abgewinnen. Da es aber unterschiedliche Arten des Lernens gibt, ist es erforderlich in der Schule verschiedene Methoden zum Einsatz zu bringen.[1]

Die Pro-Contra-Debatte

„Die Pro-Contra-Debatte ist eine hoch formalisierte, an strengen Regeln orientierte Methode für den Politikunterricht, die vor allem einen Beitrag zur rationalen politischen Urteilsbildung leisten soll.“[2] Sie ist zeitlich befristet und kann als eine formale zugespitzte Diskussion angesehen werden. In der Methode geht es darum, unterschiedliche Positionen klar herauszuarbeiten, gegensätzliche Meinungen zu äußern, zu vertreten und zu begründen, sie vergleichend gegenüberzustellen und durch eine abschließende Abstimmung eine Entscheidung herbei zu führen. Der Zweck der bei einer Pro-Contra-Debatte verfolgt wird ist der, eine Mehrheit für alternative Vorschläge zu gewinnen. Insofern eignet sich die Methode auch in besonderer Weise für das politische Lernen.

Ihren besonderen Beitrag zur politischen Urteilsbildung leistet sie nicht dadurch, dass es zum Schluß zu einer Abstimmung kommt, sondern durch das Zusammenspiel von Entscheidungen, Begründungen und Analysieren von Argumenten während der Durchführung. Der Sinn der Debatte liegt darin, den Schüler mit möglichst vielen Begründungen vertraut zu machen, mit denen Argumente und Urteile gerechtfertigt werden.[3] Eine Debatte muß mit den Schülern gründlich vorbereitet werden. Denn ohne Hintergrundwissen können die Schüler keine Argumente bilden. Im Hinblick auf die Themenwahl eignen sich solche Simulationen, die auf einen klare ja/nein Position abzielen.

Regeln zur Durchführung

Um einen störungsfreien Ablauf einer Debatte zu gewährleisten sollten folgende Regeln mit den Schülern erarbeitet worden sein.

Zunächst sollte man immer davon ausgehen, dass man die Kontrahenten für einen Beschluß nur durch ruhige und sachliche Überzeugung gewinnen kann. Dabei sollte man sorgfältig auf Einwände hören, denn es könnte sein, dass diese auch dem eigenen Interesse dienen bzw. auf unerwünschte Folgen aufmerksam machen. In der eigenen Argumentation sollte man darstellen, an welchen Punkten der eigene Vorschlag auch im Interesse der anderen Kontrahenten liegt. Ist eine „kämpferische“ Auseinandersetzung unvermeidlich, so sollten die Gefühle der Teilnehmer möglichst geschont werden, damit ihr Widerstand nicht irrational wird. Die Schüler dürfen sich persönlich nicht angreifen. Ihnen muß klar sein, dass es sich um eine Art Simulation handelt und eventuelle Uneinigkeiten dürfen nicht in Alltag übertragen werden. Die Bündnisbreite sollte so groß wie möglich gehalten werden. Was in der Umsetzung bedeutet, dass man die neutralen Beobachter nicht gegen sich aufbringt, um die Anzahl der Gegner so gering wie möglich zu halten. Im Hinblick auf den eigenen Antrag sollten die Schüler in der Lage sein, einzelne Details aufgrund von Einwänden zu modifizieren. Abgegebene Begründungen und Anträge müssen thematisch auf die vorliegenden Anträge abzielen. Eine Debatte ist nicht dazu da, um „Lebensweisheiten“ in den Raum zu stellen die der Sache nicht dienen.[4]

Die Beteiligten

Der Moderator übernimmt die zentrale Rolle. Er spricht die einleitenden Worte und erteilt den Sprechern das Wort. Zum Abschluß führt er die Abstimmung durch und achtet während des Verlaufes auf die Einhaltung der Spielregeln. In Klassen, die mit der Methode schon vertraut sind, sollte ein Schüler diese Rolle übernehmen.

Die einzelnen Gruppen wählen ein oder zwei Sprecher. Diese haben die Aufgabe die Argumente dem Plenum vorzustellen und auf Gegenargumente und Erwiderungen einzugehen. Der Moderator muß hierbei darauf achtet, dass kein Streitgespräch entsteht. Alle Argumente sollen nacheinander vorgestellt werden. Die ermöglicht dem Plenum die Stichhaltigkeit der Aussagen besser zu erfassen.

Die Zuschauer bzw. das Plenum dienen als Adressaten der Redner. Sie entscheiden durch ihre Abstimmung über die Überzeugungskraft der Argumente der Debattierenden.

Bei häufigerem Einsatz der Methode sollte auf einen Rollentausch geachtet werden, damit alle Schüler jeden Blickwinkel der Debatte kennen lernen.

Ablauf einer Debatte

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung. Er begrüßt die anwesenden Vertreter der Parteien, Verbände oder Interessengruppen. Er formuliert noch einmal das Thema der Debatte.

Im nächsten Schritt fordert der Vorsitzende den bzw. die Antragsteller auf, seinen bzw. ihre Anträge einzubringen. Er achtet darauf, dass eine klare Entscheidungsalternative formuliert wird. Der Antrag wird gegebenenfalls an der Tafel festgehalten. Bei vorheriger schriftlicher Fixierung können auch Kopien an alle verteilt werden. Jeder Antragsteller erhält eine begrenzte Zeit zur Begründung seines Antrages.

Eine oder mehrere Opponenten werden zur Gegenrede aufgefordert, die aber nicht länger als die vom Antragsteller benötigte Zeit in Anspruch nehmen soll.

Nun eröffnet der Vorsitzende die allgemeine Debatte über den Antrag. Auch hier muß auf die Einhaltung von Redezeiten geachtet werden. Öffentlicher Applaus sowie Zwischenrufe der Teilnehmer sind durchaus zulässig. Wenn es zu unruhig wird, greift der Vorsitzende ein.

Zum Abschluß lässt der Vorsitzende, mündlich oder mit Stimmzettel, über den oder die Anträge abstimmen und gibt das Ergebnis bekannt.[5]

[...]


[1] Müller, Ragner: Grundlegende Methoden des Politikunterrichts. Auf: www.dadlos-d.org/methoden/grundkurs_3.htm. Download: 20.10.2005, 11.34 Uhr.

[2] Kuhn, Hans-Werner/ Massing, Peter: Methoden und Arbeitstechniken. In: Weißeno, Georg (Hrsg.): Lexikon der politischen Bildung Band 3. Seite: 134, Schwalbach 2000.

[3] Massing, Peter: Pro-Contra-Debatte. In: Mickel, Wolfgang W.(Hrsg.): Handbuch zur politischen Bildung, Band 358. Seite: 403-407, Bonn 1999.

[4] Giesecke, Hermann: Methodik des politischen Unterrichts. Seite: 144, München 1973.

[5] Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden II: Praxisband. 4. Auflage, Seite: 295-296, Frankfurt am Main 1991.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsmethoden
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Veranstaltung
Grundlagen und Grundbegriffe der Sozialkundedidaktik
Autor
Jahr
2005
Seiten
7
Katalognummer
V72647
ISBN (eBook)
9783638634182
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsmethoden, Grundlagen, Grundbegriffe, Sozialkundedidaktik
Arbeit zitieren
Berit Matthies (Autor), 2005, Unterrichtsmethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72647

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