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Wie ist die christliche Ethik zu begründen? Das Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer

Ein Vergleich

Title: Wie ist die christliche Ethik zu begründen? Das Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer

Examination Thesis , 2006 , 88 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Fabian Labahn (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit werden die beiden Theologen Barth und Bonhoeffer spannungsreich gegenüber gestellt.
Sie kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen. Ihre Väter sind beide Professoren, jedoch entwickeln sie sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie die Welt zu organisieren sei. Barth nimmt eine Pfarrstelle in einem Schweizer Dorf an und interessiert sich besonders für die Probleme und Belange der Arbeiter der Gemeinde. Er wird dort sozialistisch geprägt, während Bonhoeffer sein Leben lang eine wertkonservative Grundordnung mit einem klaren Oben und Unten annimmt.
Während Barth Mitte der 30er Jahre der SPD beitritt, um die Demokratie zu erhalten, bleibt Bonhoeffer parteipolitisch ungebunden, neigt aber zu einem aristokratischen Staatsmodell. Das soll aber keineswegs bedeuten, dass er damit starr und reaktionär wäre, sondern ganz im Gegenteil ist er ein geistig sehr flexibler Mensch - voller Energie. Auch Barth ist voller Energie und kann in dieser Kopnstellation als langjähriger, väterlicher Freund Bonhoeffers bezeichnet werden. Von dessen theologischem Denken lässt sich Bonhoeffer inspirieren und leiten, obwohl er in manchen Punkten eigene Wege geht, die er aber jeweils innerhalb der Theologie Barths und nicht außerhalb dieser verstanden wissen möchte.
In dieser Arbeit wird untersucht, inwieweit sich diese Ansätze auf die Begründung und Ausführung ihrer jeweiligen Ethik auswirken. Diese unterschiedlichen Ansätze und Grundannahmen zeigen sich besonders in ihrem Verständnis von Gesetz und Evangelium, oder wie Barth sagen würde: Evangelium und Gesetz. Den Ausgangspunkt dieser Arbeit bilden die Ursprünge der Begriffe Gesetz und Evangelium im Judentum bzw. im Frühchristentum. Es wird erläutert, wie Paulus in den seinen Briefen mit der Spannung zwischen diesen Polen umgeht und wie sich das Verhältnis und die Betrachtungsweise auf beide im Laufe der Jahrhunderte bis hin zur liberalen Theologie im 20. Jahrhundert entwickelt hat. Die Erläuterung geht spotartig durch die Kirchengeschichte. Auf diesem Hintergrund wird das fachliche und menschliche Aufeinandertreffen von Barth und Bonhoeffer beleuchtet. Wer sich für die Auseinandersetzung mit der christlichen Ethik interessiert, sollte an diesem Werk nicht vorüber gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1. Gesetz

2.2. Evangelium

3. Verhältnis von Gesetz und Evangelium dogmengeschichtlich

3.1. Paulus Verständnis

3.2. Augustins Verständnis

3.3. Luthers Verständnis

3.3.1. Erkenntnis Luthers

3.3.2. Verknüpfung von Gesetz und Evangelium

3.3.3. Sinn und Nutzen des Gesetzes bei Luther

3.4. Verständnis im Altprotestanten

3.5. Verständnis im theologischen Liberalismus

4. Karl Barth

4.1. Biographische und zeitgeschichtliche Einflüsse auf die Theologie Karl Barths

4.2. Verhältnis von Evangelium und Gesetz bei Barth

4.2.1. Gegensätzlich und doch geeint

4.2.2. Die Gnade Gottes

4.2.3. Jesus Christus als Gnade Gottes

4.2.4. Das Gesetz Gottes

4.2.5. Gesetz für die weltliche Ordnung

4.2.6. Gesetz als Sündenspiegel

4.2.7. Gesetz zum Handeln

4.2.8. Die Sünde des Menschen

4.2.9. Hineinkommende Gnade

4.3. Barths Begründung der Ethik

4.3.1. Gott als handelndes Subjekt

4.3.2. Erwählung der Menschen

4.3.3. Existieren im Handeln

4.3.4. Das Handeln Gottes im Menschen

4.3.5. Offenbarung Gottes

4.3.6. Die Rede von Gott

4.3.7. Der Anspruch Gottes an den Menschen

5. Wechselseitige Einflüsse von Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer

5.1. Erste Begegnungen

5.2. Briefwechsel

6. Dietrich Bonhoeffer

6.1. Biographische und zeitgeschichtliche Einflüsse auf die Theologie Dietrich Bonhoeffers

6.2. Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Bonhoeffer

6.2.1. Gesetz und Evangelium - Gegensatz und doch geeint

6.2.2. Gnade Gottes

6.2.3. Jesus Christus ist diese Gnade

6.2.4. Christus bindet an das Gesetz – das Gesetz bindet an Christus

6.2.5. Das Gesetz für die weltliche Ordnung

6.2.6. Gesetz als Sündenspiegel

6.2.7. Gesetz zum Handeln

6.2.8. Die Sünde des Menschen

6.3. Bonhoeffers Begründung der Ethik

6.3.1. Wirklichkeitsbegriff

6.3.2. Freiheitsbegriff

6.3.3. Die Kirche (überarbeiten!)

6.3.4. Das Kreuz auf sich nehmen

6.3.5. Relation zu Christus in der Relation zum Nächsten

6.3.6. Sind Jesu Gebote wörtlich gemeint?

6.3.7. Konkrete Ethik

7. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Begründung der Ethik von Barth und Bonhoeffer

7.1. Gemeinsamkeiten

7.2. Unterschiede

7.2.1. Evangelium und Gesetz - Gesetz und Evangelium

7.2.2. Wirklichkeit und Existenz

7.2.3. Wissen von Gott

7.2.4. Freiheit

7.2.5. Die Kirche – Verkündigerin des Willens Gottes?

7.2.6. Sünde

7.3. Ergebnis

8. Fazit

8.1. Reflexionen von Barth und Bonhoeffer

8.2. Herausforderungen bei der Ausarbeitung der Arbeit

8.3. Ist ihre Ethik noch zeitgemäß?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die theologischen Grundlagen von Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer, um daraus deren jeweilige Begründung christlicher Ethik abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das dogmatische Verhältnis von Gesetz und Evangelium, das bei beiden Theologen einen entscheidenden Einfluss auf ihr ethisches Verständnis ausübt.

  • Vergleichende Analyse der Theologie Karl Barths und Dietrich Bonhoeffers.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Gesetz und Evangelium im Kontext ihrer Ethik.
  • Dogmengeschichtlicher Überblick von Paulus über Luther bis zur liberalen Theologie.
  • Darstellung der wechselseitigen Einflüsse und des Briefwechsels der beiden Theologen.
  • Herausarbeitung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Begründung einer christozentrischen Ethik.

Auszug aus dem Buch

4.3.6. Die Rede von Gott

Nach Barth haben die Kirche und die Theologen nur ein große Aufgabe: Sie sollen von Gott reden. Dabei erkannte er schon früh ein Problem: Der Theologe hat wie jeder Mensch kein Wissen von Gott aus sich heraus. Von Gott kann nur Gott selbst reden. Auf das Reden und Handeln Gottes zu warten und sich darauf zu verlassen, dass Gott handeln wird, das ist die Aufgabe des Theologen. Denn wie schon im Abschnitt „Existieren im Handeln“ gezeigt, ist Gott auch nur Gott in seinem Handeln. Barth sah, dass die Theologen und Pastoren von Gott sprechen sollen und wollen. Doch sie wissen nicht, was sie konkret verkündigen sollen. Ihre einzige Gewissheit können sie nach Barth nur aus Gottes eigenem Reden nehmen. Und Gott spricht in der Schrift, in der Bibel. Alles, was die Kirche sagen kann, das kann sie nur von der Schrift her sagen, anderenfalls wird es ein Selbstgespräch. Das gilt sowohl für die Verkündigung, als auch für die Theologie. Weder in der Kirche, noch in den Universitäten oder an irgendeinem anderen Ort, kann etwas von Gott gesagt werden, außer aus der Heiligen Schrift heraus.

Aus der Vergangenheit können die Menschen wissen, dass Gott schon die Schrift gebraucht hat, um durch sie zu sprechen und daraus können sie die Hoffnung schöpfen, dass er es wieder tun wird. Wenn er das tut, dann ist das aus seinem eigenen Willen aus Gnade. Die Kirche kann Gottes Offenbarung nicht als in ihrem Besitz proklamieren. Sie ist jedoch in Bewegung aus der Erinnerung und in Erwartung des Handeln Gottes. Das macht das verbindliche Reden von Gott schwierig. Denn das Handeln Gottes und seine Offenbarung liegen nicht in der Hand der Kirche und der Menschen. Dennoch kann die Kirche laut Barth frohen Mutes sein, dass Gott sich wieder offenbaren wird, denn es ist sein Wille, dass sein Wort verkündigt wird: „Die Kirche hat in der Welt Zeugnis abzulegen, sie ist selber eine Kirche der Sünder, aber die Kirche der Sünder, die Gnade gefunden haben und als solche nun auch einen Auftrag haben, den Brüdern in dieser Welt Zeugnis abzulegen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der beiden Theologen und Erläuterung der Motivation für die Untersuchung ihrer ethischen Begründungen.

2. Begriffsklärung: Definition der Begriffe Gesetz und Evangelium in ihren historischen und biblischen Ursprüngen.

3. Verhältnis von Gesetz und Evangelium dogmengeschichtlich: Aufarbeitung der kirchgeschichtlichen Entwicklung des Verhältnisses von Gesetz und Evangelium von Paulus über Augustin bis zum Liberalismus.

4. Karl Barth: Analyse von Barths Theologie, insbesondere seiner Schrift "Evangelium und Gesetz" sowie seiner Begründung christlicher Ethik.

5. Wechselseitige Einflüsse von Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer: Untersuchung der persönlichen Begegnungen, des Briefwechsels und der theologischen Interaktion zwischen beiden.

6. Dietrich Bonhoeffer: Darstellung von Bonhoeffers Werdegang sowie seines spezifischen Verständnisses von Gesetz, Evangelium und Ethik, vor allem in seinem Werk "Nachfolge".

7. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Begründung der Ethik von Barth und Bonhoeffer: Systematischer Vergleich der theologischen Ansätze beider Denker.

8. Fazit: Reflexion über die persönliche Entwicklung der Theologen gegen Lebensende sowie eine kritische Einschätzung der Zeitgemäßheit ihrer Ethik.

Schlüsselwörter

Karl Barth, Dietrich Bonhoeffer, christliche Ethik, Gesetz, Evangelium, Offenbarung, Jesus Christus, Nachfolge, Rechtfertigung, Gottesbund, Theologie der Krise, Verantwortungsethik, Schöpfung, Sünde, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theologischen Ansätze von Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Begründung christlicher Ethik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen das dogmatische Verhältnis von Gesetz und Evangelium sowie die daraus resultierende Begründung ethischen Handelns in der Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Grundannahmen zu Gesetz und Evangelium die Ethik beider Theologen prägen und wo sich ihre Wege sowohl treffen als auch unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine dogmengeschichtliche und vergleichende theologische Analyse der Primärtexte von Barth und Bonhoeffer, eingebettet in den Kontext der jeweiligen Kirchengeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Theologien beider Denker, beleuchtet ihre gegenseitigen Einflüsse und vergleicht ihre ethischen Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Christozentrik, Gesetz, Evangelium, Gnade, Nachfolge und Verantwortungsethik.

Warum ist das Verständnis von Gesetz und Evangelium für Barth und Bonhoeffer so wichtig?

Für beide ist das Verhältnis dieser beiden Begriffe die grundlegende Voraussetzung, um Gott als Handelnden zu verstehen und eine nicht-moralistische, christologische Ethik zu entwickeln.

Wie unterscheidet sich Barths "Evangelium und Gesetz" von der klassischen lutherischen Sicht?

Barth ändert die Reihenfolge bewusst in "Evangelium und Gesetz", um zu betonen, dass das Gesetz innerhalb des Gnadenbundes Gottes als dessen notwendige Form fungiert, statt ihm als Zorn gegenüberzustehen.

Was bedeutet für Bonhoeffer der Begriff "teure Gnade"?

Bonhoeffer setzt die "teure Gnade" der von ihm abgelehnten "billigen Gnade" gegenüber, da erstere untrennbar mit der Nachfolge Christi und dem Gehorsam verknüpft ist.

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Details

Title
Wie ist die christliche Ethik zu begründen? Das Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer
Subtitle
Ein Vergleich
College
University of Lüneburg
Grade
1,5
Author
Fabian Labahn (Author)
Publication Year
2006
Pages
88
Catalog Number
V72993
ISBN (eBook)
9783638634236
ISBN (Book)
9783638675574
Language
German
Tags
Ethik Vergleich Ansätze Karl Barth Dietrich Bonhoeffer Berücksichtigung Verhältnisses Gesetz Evangelium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Labahn (Author), 2006, Wie ist die christliche Ethik zu begründen? Das Verhältnis von Gesetz und Evangelium bei Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72993
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