Arbeits- und Bildungspolitische Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit


Seminararbeit, 2006
22 Seiten, Note: 1,00

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Jugend – Das Jugendalter

3 Das Bildungssystem in Österreich
3.1 Die Berufsausbildung
3.2 Das duale System

4 Arbeit vs. Arbeitslos
4.1 Jugendarbeitslosigkeit
4.2 Jugendarbeitslosigkeit in Kärnten

5 Politische Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

6 Politisch initiierte Projekte in Österreich
6.1 J4J „Jobs 4 Youth“
6.2 Jugendausbildungssicherungsgesetz (JASG)
6.3 ÜAZ – Überbetriebliche Ausbildungszentren
6.4 Schaffung von Lehrberufen im Sozialbereich
6.5 Lehrlings-Coaching
6.6 Hauptschulabschluss Nachholen
6.7 Blum-Bonus
6.8 Gen 19+
6.8.1 Exkurs: Kärnten:

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff „Jugend“ und geht auf die Jugendarbeitslosigkeit und in diesem Zusammenhang entwickelten politischen Projekte und Interventionen gegen das Phänomen der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen, näher ein. Aufgrund der sich ständig wandelnden Gesellschaft und mit Zunahme des technischen Fortschritts wird es immer schwieriger, besonders für Jugendliche, sich in der Welt zurechtzufinden und einen geeigneten Platz für sich selbst zu entdecken. Hier ist die Jugendarbeitslosigkeit ein großes Problem, da sich die pubertierenden jungen Menschen gerade in einer Zeit des „Suchen und Finden“ der eigenen Identität befinden und durch das Ausschließen der Jugendlichen aus dem Arbeitsprozess, wird eine wichtige Aufgabe in ihrem Leben nicht richtig bewältigt. Nämlich die Aufgabe, sich in die Gesellschaft einzugliedern und als ihr Mitgestalter zu fungieren. Ich bin der Meinung, dass die Jugendlichen gerade in dieser Phase ihres Lebens besondere Aufmerksamkeit und Beachtung brauchen, damit sie nicht sozial abgleiten. Deshalb richtet diese Arbeit auch ihren Fokus an die Politik und schaut genau, welche sozial-politischen Maßnahmen unternommen werden, um Jugendliche einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Der genaue Aufbau gliedert sich folgendermaßen:

Unter Punkt 2 definiere ich den Begriff des Jugendalters und gehe dabei auf die unterschiedliche Definierung der Bezeichnung, aus biologischer, entwicklungspsychologischer und sozialer Sichtweise, ein.

Punkt 3 verwende ich dafür, um einen Überblick über das Bildungssystem in Österreich zu erlangen.

Der vierte Punkt erklärt das Wort „Arbeit“ und erläutert dieses aus unterschiedlichen psychologischen Theorieansätzen. Weiters wird darauf eingegangen, warum ein Fehlen von Arbeit, in Form von Arbeitslosigkeit, nicht von Vorteil ist, da bestimmte gesundheitliche Schäden auftreten können. Unterpunkte dieses Kapitels durchleuchten die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich und Kärnten, wobei statistische Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) verwendet werden.

Politische Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit, werden unter Punkt 5 näher behandelt. Hierfür wird das „Strategiepapier II – Maßnahmenvorschlag für eine realitätsbezogene Zukunftsbewältigung“ von Egon Blum, Regierungsbeauftragter in Sachen Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung, verwendet.

Der letzte Punkt 6 beschreibt einige sozial-politisch veranlasste Projekte, welche Jugendliche auf dem Weg in das Berufsleben verhelfen bzw. den Einstieg erleichtern sollen.

Auf die Sozialarbeit mit Jugendlichen wird nicht näher eingegangen, da ich der Meinung bin, dass die vorgestellten Sozialprojekte genau beschreiben, welche Zielsetzung Sozialarbeit mit Jugendlichen eigentlich verfolgt. Den laut Fülbier (zit. n. Lauermann 2004, S. 492) beinhaltet Jugendsozialarbeit „alle Maßnahmen und Anbote für Jugendliche und junge Erwachsene, die im Prozess der beruflichen und soziokulturellen Integration ein erhöhtes Maß an sozialpädagogischer Hilfe und Unterstützung bedürfen, d.h. durchschnittliche Vermittlungs- und Förderbemühungen in Bezug auf Ausbildung, Beruf und sozialer Integration benötigen“.

Die Jugend – Das Jugendalter

Den Begriff Jugend wie wir ihn heute kennen, bzw. die Lebensphase Jugend hat es nicht schon immer gegeben. Man unterschied zuerst nur zwischen Kindern und Erwachsenen, wobei die Grenzen dabei fließend verliefen. Im Laufe der Zeit und besonders aufgrund der Industrialisierung, differenzierte sich immer mehr eine Phase der Jugendzeit aus. Vorerst wurde diese Phase nur dem Bürgertum zugesprochen und im Zuge der Modernisierung traten auch die Bürger von bäuerlichen Familien und der Arbeiterschicht in diese Phase ein. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht ist die Jugendzeit für alle Bevölkerungsschichten gegeben. In Österreich kann ein Jugendlicher nach Beendigung des 9. Schuljahres eine Berufsausbildung antreten. Durch den Besuch einer weiterführenden Schule mit anschließendem Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule, verlängert sich die Lebensphase Jugend immer mehr und der Zeitpunkt des Berufseintritts verschiebt sich (vgl. Hurrelmann 1997, S. 26ff.).

Der Begriff „Jugend“ ist sehr komplex und es gibt keine einheitliche Definition darüber. Es spielt eine Rolle unter welchen Gesichtspunkten man Jugend betrachtet. Prinzipiell kann Jugend biologisch, soziologisch und entwicklungspsychologisch definiert werden.

Biologisch aber auch entwicklungspsychologisch gesehen, beginnt das Jugendalter durch das Einsetzen der Pubertät. Die Pubertät ist jene Phase in der sich der Körper biologisch, physiologisch und hormonell verändert. Es bilden sich die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale und es kommt zu einem puberalen Wachstumsschub. Die Adoleszenz hingegen bezieht sich auf die psychologische Bewältigung der körperlichen und sexuellen Reifung. Die Pubertät kann also als Beginn der Adoleszenz gesehen werden (vgl. Schneebauer 2001, S. 4f.).

Im Laufe des Lebens unterliegt der Mensch gewissen Entwicklungsaufgaben. Das ist eine Aufgabe, die sich in einer bestimmten Lebensphase des Menschen stellt und deren positive Bewältigung zu Glück und Erfolg führt, während ein Versagen genau das Gegenteil darstellt. Der Entwicklungspsychologe Havighurst formulierte einige solcher Entwicklungsaufgaben, die im Jugendalter bewältigt werden sollten:

1. den eigenen Körper akzeptieren und nutzen lernen
2. männliche bzw. weibliche Rollen erwerben
3. soziales Bindungsverhalten zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts aufbauen
4. emotional von den Eltern und anderen Erwachsenen unabhängig machen
5. auf berufliche Karriere vorbereiten
6. auf Familie und Heirat vorbereiten
7. ein sozial verantwortungsbewusstes Verhalten erlangen
8. ein Werte- und Normensystem und ethisches, politisches Bewusstsein aufbauen (vgl. Rossmann 1996, S. 145f.).

Auf soziologischer Ebene stellt das Jugendalter jenen Zeitabschnitt dar, „in dem ein Mensch den Status als Kind bereits verloren, aber den Erwachsenenstatus noch nicht erlangt hat“ (ebd. S. 133).

Die Lebensphase Jugend ist gekennzeichnet, durch ein Zusammenspiel von biologischen, intellektuellen und sozialen Veränderungen. Manche erleben sie durchaus positiv, andere wiederum plagen familiäre oder persönliche Probleme. Man kann diese Phase auch als „Übergangsperiode (…) zwischen Kindheit und Erwachsenalter“ bezeichnen (vgl. Oerter/Dreher 2002, S. 258).

Diese Lebensphase erstreckt sich in der Zeit vom 12. bis zum 20. Lebensjahr, aber die Grenzen sind nach oben und unter sehr unscharf. Juristisch gilt das Jugendalter vom 14. bis zum 18. Lebensjahr (vgl. Rossmann 1996, S. 133).

Jaide und Schäfers (zit. n. Nagl 2000, S. 28; Hurrelmann 1997, S. 50) unterteilen die Jugendphase in drei biologische und entwicklungspsychologische Altersgruppen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Arbeits- und Bildungspolitische Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
1,00
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V73194
ISBN (eBook)
9783638736244
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeits-, Bildungspolitische, Maßnahmen, Verhinderung, Reduktion, Jugendarbeitslosigkeit
Arbeit zitieren
Mag.phil. Sandra Wipfler (Autor), 2006, Arbeits- und Bildungspolitische Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Reduktion der Jugendarbeitslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73194

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