Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns - Kritik an den Strukturen der Gegenwart

Titel: Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns - Kritik an den Strukturen der Gegenwart

Hausarbeit , 2003 , 31 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Christina Schmalz (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Roman sei eigentlich nur eine Liebesgeschichte, sagte Heinrich Böll später. Es sei die Geschichte von Theseus und Ariadne: Theseus ist gefangen im Labyrinth und Ariadne schneidet den Faden ab, der Theseus den Ausweg aus dem Labyrinth gewiesen hätte. Das Labyrinth, so Böll, sei im Roman der politische deutsche Katholizismus. Anstelle von Theseus ist es nun Hans Schnier, der Clown, der sich in der labyrinthischen Gesellschaft verirrt. Er lehnt sich auf gegen das offizielle Christentum. In einer Gesellschaft, die Schuld verdrängt und unehrlich lebt, wird er nicht müde, gegen eben diese anzukämpfen, indem er ihr den Spiegel vorhält.1

„Ein Clown ist von Beruf ein Mensch, der mit abstrusen Mitteln die Wirklichkeit
übertrieben, einseitig darstellt und insofern verfälscht, aber damit zugleich neue
Seiten an eben dieser Wirklichkeit enthüllt, die mit anderen Mitteln so nicht
freigelegt werden können“,
heißt es bei Albrecht Beckel.2

Inwieweit diese Einschätzung Beckels im Roman zutrifft, wird im Detail zu klären sein. Allgemein lässt sich an dieser Stelle jedoch schon vorwegnehmen, dass allem die Aspekte der einseitigen Betrachtungsweise und der Übertreibung bei Schnier zur Anwendung kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Betrachtungen

2. Die Kritik im Werk

2.1 Exposition – Kapitel 1

2.2 Vorgeschichte – Kapitel 2- 9

2.3 Verlust Maries an die katholische Ordnung – Kapitel 10- 14

2.4 Macht des Geldes – Kapitel 15- 21

2.5 Verlust der Menschlichkeit – Kapitel 22- 25

3. Abschließende Bemerkungen/ Rezeption

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit analysiert Heinrich Bölls Roman „Ansichten eines Clowns“ unter dem Fokus der Sozialkritik und der menschlichen Beziehungen des Protagonisten Hans Schnier. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Schniers subjektive, oft zynische Sichtweise als Instrument der Kritik an der bürgerlich-katholischen Gesellschaft der frühen Bundesrepublik fungiert und inwieweit seine eigene Inkonsequenz seine Anklage beeinflusst.

  • Sozialkritik am deutschen Katholizismus der Nachkriegszeit
  • Die unzureichende Vergangenheitsbewältigung in der BRD
  • Die Macht des Geldes und ihre Auswirkungen auf das soziale Milieu
  • Der Künstlerberuf und die gesellschaftliche Anerkennung
  • Die Spannung zwischen subjektivem Erleben und gesellschaftlicher Konvention

Auszug aus dem Buch

2.1 Exposition:

Kaum hat der Leser einen Einblick in Schniers Gewohnheiten bekommen, „Fünf Jahre lang bin ich fast jeden Tag irgendwo abgefahren und irgendwo angekommen...und genoß in einer Ecke meines Bewusstseins die exakt einstudierte Lässigkeit dieser Automatik.“ führt ihn dieser bereits hin zum Schwerpunkt seiner folgenden Ansichten. „Seitdem Marie mich verlassen hat, um Züpfner, diesen Katholiken, zu heiraten.“ (S. 7) Anstatt seinen Widersacher mit gängigen Floskeln zu beschimpfen, entlädt er seinen Groll, in dem er ihn als „diesen Katholiken“ bezeichnet. Eine Wertung, die dem Leser schon zu Beginn des Romans die Richtung der Kritik vorgibt. Welche speziellen Eigenschaften eben diese verachtenswerten Katholiken auszeichnen bleibt zunächst offen.

Charakteristisch für Schniers Angriffe gegen die katholische Kirche ist, dass er jeweils nur einzelne Vertreter angreift. Deren Eigenschaften jedoch werden stark pauschalisiert und als allgemein gültig dargestellt. So auch im Falle Kosterts, einem Veranstalter, der dem christlichen Bildungswerk vorsteht. Dieser ruft Schnier an, um mit ihm das bereits vereinbarte Honorar noch einmal zu besprechen. „Ich schwieg, und als er weitersprach, war seine billige Eisigkeit schon zu simplen Sadismus geworden.“ „ [...] mein Gewissen verbietet es mir, hundert Mark für einen Clown zu zahlen, der mit zwanzig reichlich, man könnte sagen, großzügig bezahlt ist,“ (S. 11) lässt dieser ihn in seiner Rolle als Vorstand einer gemeinnützigen Vereinigung wissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine Betrachtungen: Einführung in die Thematik der Liebesgeschichte und Sozialkritik im Roman sowie Darstellung des Clowns als Spiegel der gesellschaftlichen Zustände.

2. Die Kritik im Werk: Detaillierte Untersuchung von Schniers Angriffen auf den Katholizismus, die Rolle des Geldes und den Verlust der Menschlichkeit anhand einzelner Kapitel.

2.1 Exposition – Kapitel 1: Analyse des Einstiegs in den Roman, in dem Schnier seine Entfremdung von der katholischen Kirche und seine ersten Angriffe auf deren Vertreter darlegt.

2.2 Vorgeschichte – Kapitel 2- 9: Beleuchtung der persönlichen Hintergründe und der Beziehungskonflikte, insbesondere des Austritts Maries aus dem gemeinsamen Leben.

2.3 Verlust Maries an die katholische Ordnung – Kapitel 10- 14: Auseinandersetzung mit der Entfremdung von Marie und der Kritik an den rigiden Moralvorstellungen des katholischen Umfelds.

2.4 Macht des Geldes – Kapitel 15- 21: Analyse von Schniers Auseinandersetzung mit seinem wohlhabenden Elternhaus und der Rolle materieller Werte in der Bundesrepublik.

2.5 Verlust der Menschlichkeit – Kapitel 22- 25: Untersuchung des finalen Scheiterns der zwischenmenschlichen Kommunikation und der gesellschaftlichen Kälte.

3. Abschließende Bemerkungen/ Rezeption: Zusammenfassende Einschätzung der subjektiven Kritik des Clowns und Reflexion der unterschiedlichen literaturkritischen Standpunkte zum Werk.

Schlüsselwörter

Heinrich Böll, Ansichten eines Clowns, Nachkriegsliteratur, Sozialkritik, Katholizismus, Hans Schnier, Vergangenheitsbewältigung, BRD, Wohlstandsgesellschaft, Zynismus, Entfremdung, Künstlerberuf, Satire, Moral, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Sozialkritik im Roman „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll und untersucht Hans Schniers subjektive Sichtweise auf die Gesellschaft der frühen Bundesrepublik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Kritik am deutschen Katholizismus, die unzureichende Vergangenheitsbewältigung, die Macht des Geldes und der Verlust zwischenmenschlicher Werte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine neutrale Wiedergabe und Einordnung der Kritik, die der Clown im Werk an seiner Umwelt übt, wobei auch der subjektive und oft inkonsequente Charakter dieser Kritik hinterfragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Roman kapitelweise untersucht und durch den Einbezug zeitgenössischer Sekundärliteratur kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung von Schniers Abrechnungen mit verschiedenen sozialen Institutionen, wie der Kirche, der Familie und den Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sozialkritik, Katholizismus, Vergangenheitsbewältigung, Zynismus und Entfremdung maßgeblich geprägt.

Wie bewertet die Arbeit Schniers Kritik an seiner Mutter?

Die Arbeit hebt hervor, dass Schnier seiner Mutter moralische Heuchelei und Anpassung an verschiedene politische Systeme vorwirft, wobei sie seine Kritik als berechtigt, aber selbstgefällig einstuft.

Welche Rolle spielt die „Ordnung“ für den Protagonisten?

Der Clown betrachtet „Ordnung“ als ein Instrument der Unmenschlichkeit und Unterdrückung, das von der Kirche und dem Staat genutzt wird, um abweichende Lebensentwürfe zu kontrollieren.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns - Kritik an den Strukturen der Gegenwart
Hochschule
Universität Passau
Note
2,3
Autor
Christina Schmalz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
31
Katalognummer
V73199
ISBN (eBook)
9783638736305
ISBN (Buch)
9783638736336
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich Böll Ansichten Clowns Kritik Strukturen Gegenwart
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christina Schmalz (Autor:in), 2003, Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns - Kritik an den Strukturen der Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73199
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum