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Nietzsches Moralkritik

Título: Nietzsches Moralkritik

Tesis de Maestría , 2002 , 91 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Florian Schoemer (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XIX
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Mit den Schlagwörtern wie `Wille zur Macht´, `Nihilismus´ oder `Gott ist tot´ ist Nietzsche bekannt und berühmt geworden. Diese Schlagworte sind es auch, die als Indizien darauf hinweisen, dass sich sein Name an die Krisis des Nihilismus, an eine tiefe Gewissenskollision durch eine Umwertung der Moral und an eine Entscheidung - für eine andere Perspektive - knüpft, um aus einer lebensverneinenden Weltanschauung herauszutreten und die geglaubten, "geheiligten" Dogmen des Christentums zu verwerfen.
Er war zweifelsohne der bisher mutigste Kritiker des Denkens und natürlich der Moral. In Nietzsche sind aber weitaus mehr Bestandteile verschmolzen, als der ungebärdige Prophet, der dionysische Künstler oder - der dazu scheinbar unvereinbare - scharfsinnige philosophische Kritiker, oder was sonst auch immer die Menschen in ihm sehen.
Nietzsche ist ein Denker, der sich mit einer Reihe von Problemen beschäftigt, die als solche zuvor gar nicht umrissen waren. Sein angestrebtes Ziel, die Erkenntnis von der Herrschaft der Moral zu befreien, macht ihn notwendigerweise zum Kritiker aller Voraussetzungen und vieler Inhalte der Philosophie:
die Philosophie schafft so, nach Nietzsche, die Welt nach ihrem Bilde. Logik ist abhängig von der Denkweise, die Wahrheit ist eine Lüge und die Moral ein Ressentiment, durch das die Schwachen ihr Überleben absichern. Durch die Wandlung der sittlichen Würde hin zum Menschlichen, Allzumenschlichen und daher Gewöhnlichen, hat das "Heerdenthier" Mensch in seinen Augen nicht die Steigerung des Lebens gefördert, sondern übt sich - der Heldentaten unfähig geworden - zugunsten der Schwachen im Verzicht.
Für ihn ist klar, dass eine Mitleidsmoral die Entwicklung des Menschen beeinträchtigt. Ihm ist daran gelegen, durch eine Kritik der Moral eine Umkehrung der Werte auf den Weg zu bringen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 4

ERSTES KAPITEL

Nietzsches Denkbewegungen – der Versuch einer Experimentalphilosophie 14

ZWEITES KAPITEL

Der Perspektivismus als Erkenntnisprinzip 23

DRITTES KAPITEL

Nietzsches Moralkritik

I. Die Perspektivierung der Moral 33

II. Was bedeutet Moral in Nietzsches Denken ? 43

III. Nietzsches Kritik der Moral 54

IV. Das Problem des Immoralismus 71

V. Die analytische und synthetische Aufgabe der Moralkritik 74

VIERTES KAPITEL

Der Wille zur Macht als Erklärungsprinzip 78

Schlussbetrachtung 87

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Nietzsches Moralkritik unter Einbeziehung seiner zentralen erkenntnistheoretischen Säulen, insbesondere des Perspektivismus und der Experimentalphilosophie, um die Notwendigkeit einer werte-theoretischen Umkehrung aufzuzeigen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie Nietzsche die Moral aus ihrer dogmatischen Herrschaft befreit und als lebensorientiertes Instrument sowie als Ausdruck des Willens zur Macht dekonstruiert.

  • Dekonstruktion der Moral als historisch gewachsene „Wahrheit“
  • Der Perspektivismus als erkenntnistheoretisches Grundprinzip
  • Die Experimentalphilosophie als Methode der Wertekritik
  • Der Wille zur Macht als zentrales Erklärungsmodell menschlichen Handelns
  • Die Transformation von der Sklavenmoral zur individuellen Selbstüberwindung

Auszug aus dem Buch

Nietzsches Denkbewegungen – der Versuch einer Experimentalphilosophie

„In media vita. – Nein! Das Leben hat mich nicht enttäuscht! Von Jahr zu Jahr finde ich es vielmehr wahrer, begehrenswerther und geheimnissvoller, - von jenem Tage an, wo der grosse Befreier über mich kam, jener Gedanke, dass das Leben ein Experiment des Erkennenden sein dürfe – und nicht eine Pflicht, nicht ein Verhängnis, nicht eine Betrügerei![...] Das Leben ein Mittel der Erkenntnis [...]“

Dieser Aphorismus enthält drei wichtige Termini in Nietzsches Denken: nämlich (a) die Befreiung des Geistes, die durch die Erkenntnis geschürt wird, (b) dass das Leben als Experiment fungieren darf. Gleichzeitig eröffnet sich Nietzsche (c) die Möglichkeit das Leben als Mittel der Erkenntnis zu betrachten.

Der Begriff des Experiments findet sich häufig in Nietzsches späteren Schriften. In seiner Frühphase war er, beeinflusst von seinem „Lehrer“ Schopenhauer, ein Anhänger von Systemen. Schopenhauer richtete sein System in >Die Welt als Wille und Vorstellung< nach zwei Eckpfeilern, der Idealität der Welt und der Realität der Willensfreiheit aus. Der Wille als das Primäre (wie später bei Nietzsche) bedingt die Vorstellung und ordnet den Intellekt als Träger der Anschauung als Äußerung des Willens dem Willen unter.

Zusammenfassung der Kapitel

ERSTES KAPITEL: Erläutert Nietzsches Übergang von Schopenhauers Systematik zu einer freien Experimentalphilosophie, die das Leben als Mittel der Erkenntnis begreift.

ZWEITES KAPITEL: Analysiert den Perspektivismus als Erkenntnisprinzip und zeigt, warum Nietzsche objektive Wahrheitsansprüche zugunsten interpretativer Lebens-Perspektiven ablehnt.

DRITTES KAPITEL: Untersucht Nietzsches Moralkritik, insbesondere die Perspektivierung der Moral, die Problematik des Immoralismus und die Unterscheidung von Herren- und Sklavenmoral.

VIERTES KAPITEL: Beleuchtet den Willen zur Macht als zentrales, irrationalistisches Erklärungsprinzip, auf das Nietzsche sämtliche menschliche Sinngebung und Handlungsweisen reduziert.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Moral, Moralkritik, Perspektivismus, Experimentalphilosophie, Wille zur Macht, Nihilismus, Sklavenmoral, Herrenmoral, Dekonstruktion, Interpretation, Wahrheit, Dasein, Lebensbejahung, Selbstüberwindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Verhältnis Nietzsches zur Moral und stellt seine methodische Herangehensweise dar, welche die Moral nicht als feststehende Wahrheit, sondern als zeitlich bedingtes Konstrukt entlarvt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Erkenntnistheorie (Perspektivismus), die moralphilosophische Kritik (Genealogie der Moral) und die anthropologische Fundierung durch den Willen zur Macht.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Nietzsche durch die „Umwertung der Werte“ die Moral als Instrument der Macht demaskiert und den Weg für eine neue, individualistische Ethik ebnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen hermeneutischen Ansatz, um Nietzsches Aphorismen und Schriften im Kontext seiner eigenen „Experimentalphilosophie“ zu deuten und systematisch zu ordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Nietzsches Denkbewegungen, der Perspektivismus, die detaillierte Moralkritik sowie der Wille zur Macht als ontologisches und psychologisches Erklärungsmodell aufeinander aufbauend analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Perspektivismus, Wille zur Macht, Moral, Sklavenmoral, Herrenmoral, Nihilismus und Experimentalphilosophie.

Warum lehnt Nietzsche laut dieser Arbeit geschlossene philosophische Systeme ab?

Nietzsche lehnt Systeme ab, weil sie seiner Ansicht nach immer auf unbewiesenen Voraussetzungen basieren und die Komplexität des Lebens durch starre Dogmen reduzieren, statt sie durch „furchtlose Fragen“ zu ergründen.

Inwiefern beeinflusst der Begriff „Vornehmheit“ Nietzsches Moralverständnis?

Die Vornehmheit beschreibt bei Nietzsche die Fähigkeit eines Individuums, jenseits der „Sklavenmoral“ der Herde zu stehen, eigene Werte zu setzen und die Verantwortung für das eigene Dasein ohne fremde moralische Krücken zu tragen.

Final del extracto de 91 páginas  - subir

Detalles

Título
Nietzsches Moralkritik
Universidad
LMU Munich  (FB Philosophie)
Calificación
2,3
Autor
Florian Schoemer (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
91
No. de catálogo
V7331
ISBN (Ebook)
9783638146241
ISBN (Libro)
9783638714952
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nietzsches Moralkritik Experimentalphilosophie Philosophie Danto Existentialismus Genealogie Moral Gott Metaphysik Erkenntnis Deleuze Nietzsche Friedrich Luhmann Schopenhauer tot
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Florian Schoemer (Autor), 2002, Nietzsches Moralkritik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7331
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