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Seltsame Materie - Das Motiv der Grenze in Terézia Moras Erzählungen

Title: Seltsame Materie - Das Motiv der Grenze in Terézia Moras Erzählungen

Seminar Paper , 2000 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Natalie Gorris (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Autorin Terézia Mora ist gebürtige Ungarin. Sie stammt aus einem kleinen Dorf nahe der österreichischen Grenze, wo sie 1971 geboren wurde. In diesem Ort fühlte, in dem sie ihre Kindheit verbrachte, fühlte sie sich eingeengt, sowohl von der Landesgrenze als auch von den dort lebenden Menschen. Stets hatte sie das Gefühl, von den Dorfbewohnern am Fröhlichsein gehindert zu werden, anders als sie zu sein und nicht wirklich dazuzugehören. „Ich hasste es, dort Kind zu sein“, erzählt sie in einem Interview mit wortlaut.de vom Oktober 1999, und bezieht sich dabei auf ihre „prinzipielle Ablehnung der Kleingeistigkeit und der Provinzialität.“

Mit ihrer Erzählung Der Fall Ophelia gewann Terézia Mora im Juni 1999 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Im Oktober erschien ihr Erzählband Seltsame Materie. Die Geschichten dieses Erzählbandes berichten von dem Leben in Ungarn nahe der österreichischen Grenze in der Zeit vor dem Mauerfall und von den Bewohnern dieser Dörfer, die sowohl von der Landesgrenze als auch ihren moralischen Vorstellungen gefangen zu sein scheinen.

Diese Arbeit soll zeigen, dass es in Terézia Moras Erzählband nicht nur um die offensichtlichen Landesgrenzen geht, sondern auch um Grenzen, die Menschen einerseits durch "Kleingeistigkeit" und "Provinzialität" abstecken und die sie andererseits durch den Wunsch nach Abgrenzung ihrer eigenen Individualität selber ziehen.

Anhand einiger beispielhafter Erzählungen soll außerdem aufgezeigt werden, wie die Autorin diese vielschichtigen Arten von Grenzen, die die Erzählungen durchziehen, präsentiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die verschiedenen Ebenen von Grenzen in dem Erzählband Seltsame Materie

2.1 Der See

2.2 Seltsame Materie

2.3 Ein Schloß

3. Schluß

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das vielschichtige Motiv der Grenze im Erzählband „Seltsame Materie“ von Terézia Mora. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Erzählungen über physische Landesgrenzen hinaus eine Vielzahl von psychologischen, moralischen und sozialen Grenzziehungen thematisieren, die die Protagonisten auf ihrer Suche nach individueller Identität und Freiheit definieren oder überwinden müssen.

  • Die Funktion und Wahrnehmung von geographischen Landesgrenzen
  • Die soziale Ausgrenzung als intrakulturelle Grenzziehung
  • Moralische Grenzüberschreitungen auf dem Weg zur Selbstbestimmung
  • Das Spannungsfeld zwischen familiärer Bindung und persönlicher Abgrenzung
  • Die Symbolik von Grenzen für das Leben und Überleben

Auszug aus dem Buch

2.1 Der See

Eine wichtige Rolle spielen in dieser Erzählung die Landesgrenzen, das heißt sowohl die natürliche als auch die von Menschen gezogene Landesgrenze.

Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht eine Familie, die direkt an einem See lebt, der Teil dieser Landesgrenze ist. Für die Familie ist dieser See existentiell, denn der Großvater versorgt die Familie mit frischem Fisch aus dem See, und er sorgt für zusätzliches Auskommen der Familie, indem er heimlich Flüchtlinge über die Grenze schafft. "Der See ist unser Auskommen. So oder so."3, sagt wiederholt der Vater der Ich-Erzählerin.

Ob die Flüchtenden die andere Seite der Grenze jedoch lebend erreichen, bleibt dabei durchweg ein Geheimnis. Der Großvater ist der einzige, der den See kennt und weiß, wo sich die Grenze befindet. Selbst der Bruder der Erzählerin und sein Freund, der Seemann, versuchen den See zu überqueren und niemand weiß mit Sicherheit:, sind sie „drüben oder tot?“4 Dadurch symbolisiert der See für die Familie sowohl die Grenze zwischen Ungarn und Österreich als auch zwischen Leben und Tod.

Unterstrichen wird diese Unberechenbarkeit der Landesgrenze beziehungsweise des Sees durch die plötzlich aufkommenden heftigen Winde5 und die Unsichtbarkeit der Landesgrenze mit ihren Grenzhütern.6 Die Erzählerin empfindet den See als bedrohlich und sie beschreibt es durch einen Traum:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Autorin Terézia Mora vor und erläutert die zentrale Forschungsfrage, die über die offensichtliche Landesgrenze hinaus auch soziale und moralische Grenzen als Motiv betrachtet.

2. Die verschiedenen Ebenen von Grenzen in dem Erzählband Seltsame Materie: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Grenzarten im Werk, darunter Landesgrenzen, soziale Ausgrenzung und moralische Tabubrüche.

2.1 Der See: Der Abschnitt analysiert den See als existenzielle, zugleich aber lebensbedrohliche Grenze zwischen Ungarn und Österreich sowie zwischen Leben und Tod.

2.2 Seltsame Materie: Hier wird der Wunsch der Protagonistin untersucht, durch die Flucht aus dem Dorf und die bewusste Distanzierung von ihrer Herkunft eine eigene, selbstbestimmte Identität zu finden.

2.3 Ein Schloß: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die drastischen moralischen Grenzüberschreitungen der Protagonistin, die notwendig sind, um sich aus einem gefangen gehaltenen Leben zu befreien.

3. Schluß: Das Fazit fasst zusammen, wie das Motiv der Grenze durch alle Erzählungen hinweg mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Identitätsfindung der Figuren genutzt wird.

4. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und die Primärliteratur von Terézia Mora aufgelistet.

Schlüsselwörter

Terézia Mora, Seltsame Materie, Landesgrenze, Identität, Selbstbestimmung, moralische Grenzen, soziale Ausgrenzung, Provinzialität, Kleingeistigkeit, literarische Analyse, Gegenwartsliteratur, Ungarn, Grenzziehung, Freiheit, Erzählband.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Grenze im Erzählband „Seltsame Materie“ der ungarischen Autorin Terézia Mora.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Landesgrenzen, sozialen Ausgrenzungsmechanismen in dörflichen Gemeinschaften und moralischen Tabubrüchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Grenzen in den Erzählungen Moras nicht nur physische Hindernisse darstellen, sondern psychologische und soziale Barrieren sind, die zur Identitätsbildung der Figuren beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die beispielhafte Erzählungen aus dem Band detailliert auswertet und die Symbolik des Grenzmotivs herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung verschiedener Grenzebenen und eine konkrete Analyse der Erzählungen „Der See“, „Seltsame Materie“ und „Ein Schloß“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identität, Selbstbestimmung, Grenzziehung, moralische Freiheit und die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft.

Wie unterscheidet sich die Bedeutung der Grenze in „Der See“ von der in „Ein Schloß“?

In „Der See“ dominiert die physische Landesgrenze als existenzielle Bedrohung, während in „Ein Schloß“ moralische Grenzverletzungen im Zentrum stehen, um physische und psychische Gefangenschaft zu beenden.

Was bedeutet das Motiv des „letzten Endes“ im Zusammenhang mit der Familie im Erzählband?

Das „letzte Ende“ symbolisiert die geographische und soziale Ausgrenzung der Familie, die aufgrund ihrer Andersartigkeit vom restlichen Dorf isoliert wird.

Warum spielt die Sprache für die Protagonistin in „Seltsame Materie“ eine so große Rolle?

Die Sprache fungiert als Grenze; die Protagonistin versucht sich vom Dorfdialekt zu emanzipieren, während sie gleichzeitig durch Geheimsprachen eine bewusste Abgrenzung zur Umwelt vollzieht.

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Details

Title
Seltsame Materie - Das Motiv der Grenze in Terézia Moras Erzählungen
College
Free University of Berlin  (Institut für Geisteswissenschaften)
Course
Literatur der Gegenwart - Migrantenliteratur
Grade
2,0
Author
Natalie Gorris (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V73580
ISBN (eBook)
9783638743716
ISBN (Book)
9783638794367
Language
German
Tags
Seltsame Materie Motiv Grenze Terézia Moras Erzählungen Literatur Gegenwart Migrantenliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Gorris (Author), 2000, Seltsame Materie - Das Motiv der Grenze in Terézia Moras Erzählungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73580
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