Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Sexueller Missbrauch im Familiensystem

Titel: Sexueller Missbrauch im Familiensystem

Hausarbeit , 2006 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Juliane Riemann (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jährlich werden in Deutschland tausende Jungen und Mädchen durch sexuelle Gewalt körperlich und seelisch traumatisiert. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass die von der Gesellschaft geschützte und Geborgenheit vermittelnde Familie als ein Ort sexuellen Missbrauchs zu sehen ist. Hier sind es eben nicht die fremden Männer, vor denen jedes Kind gewarnt wird Täter sondern vielmehr Väter, Stief-, Adoptiv- und Pflegeväter, Freunde der Mutter, aber auch Großväter, Brüder und Onkel. Sexuelle Gewalt erfahren Kinder innerhalb der eigenen Familie durch Vaterfiguren oder andere männliche Vertraute.
Aber sexueller Missbrauch findet auch in näheren Umfeld von Familien statt: in Schulen, Freizeiteinrichtungen, Kindertagesstätten, am Arbeitsplatz, durch Erzieher, Lehrer, Pfarrer eben diesen unauffälligen Mitmenschen vor denen kein Kind gewarnt ist.


Für mich stellen sich in dieser Arbeit grundsätzlich zwei Fragen. Zum einen muss überlegt werden ob es bestimmte Faktoren oder spezielle Strukturen innerhalb der Familie gibt die das Risiko eines sexuellen Missbrauchs erhöhen. Wie entsteht der Missbrauch innerhalb der Familie? Welche Verantwortung ist der Gesellschaft zu geben?
Da sexueller Missbrauch über Jahre hinweg passiert, interessiert mich außerdem die Frage warum die Personen, insbesondere die Mutter, im sozialen Nahraum den Missbrauch nicht „entdecken“. Welche Rolle hat die Mutter innerhalb der Familie inne und welche Verantwortung ist ihr beim sexuellen Missbrauch zuzuschreiben?
Diese Arbeit kann jedoch nur einen kleinen Teil der Ursachen beleuchten. Näher zu betrachten gilt es auch wie die geschlechtsspezifische Sozialisation, die Persönlichkeit des Täters und das Machtverhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen zum sexuellen Missbrauch beitragen. Für diese Erläuterungen ist in dieser Arbeit jedoch nicht ausreichend Platz.
Im ersten Abschnitt werde ich mich mit den verschiedensten Definitionen von sexuellem Missbrauch auseinandersetzen. Darauf folgend wird das Familiensystem und die Struktur innerhalb der Familie beschrieben in der sexueller Missbrauch stattfindet.
Der dritte größere Abschnitt wird sich mit den verschiedenen Erklärungsansätzen auseinandersetzen, angefangen vom familiendynamischen Ansatz über die feministische Sichtweise bis hin zu komplexeren Erklärungsversuchen.
Der letzte Teil der Arbeit befasst sich speziell noch einmal mit der Rolle der Mutter beim innerfamiliären Missbrauch.


Leseprobe


Struktur der Arbeit

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs „sexueller Missbrauch“

4. Erklärungsansätze zur Entstehung sexuellen Missbrauchs innerhalb des Familiensystems

4.1.1. Der familiendynamische Ansatz

4.1.2. Bewertung der familiendynamischen Ansicht

4.2. Die feministische Sichtweise

4.2.1.Bewertung des feministischen Ansatzes

4.3. Modell der vier Vorbedingungen sexueller Ausbeutung

4.4. Das Drei – Perspektiven – Modell sexueller Gewalt gegen Kinder

4.5. Zusammenfassung

5. Die Rolle der Mutter beim innerfamiliären sexuellen Missbrauch

5.1. Zur Situation der Mutter innerhalb der Familie

5.2. Reaktionen der Mütter, die vom Missbrauch erfahren

5.3. Zusammenfassung

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Ursachen für sexuellen Missbrauch innerhalb von Familiensystemen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche familiären Strukturen das Risiko für Übergriffe erhöhen und welche Rolle die Mutter in diesem Prozess einnimmt, um gesellschaftliche und individuelle Verantwortung zu beleuchten.

  • Vielfalt und Eingrenzung der Definitionen von sexuellem Missbrauch
  • Analyse familiendynamischer und feministischer Erklärungsmodelle
  • Betrachtung individueller und struktureller Vorbedingungen für Täter
  • Kosten-Nutzen-Abwägung in Interventionsprozessen
  • Die Rolle der Mutter: Zwischen Abhängigkeit und Schutzverantwortung

Auszug aus dem Buch

4.3. Modell der vier Vorbedingungen sexueller Ausbeutung

Nach Finkelhor (1984, zit. n. Wetzels 1997, S 86 - 90) müssen vier Vorbedingungen erfüllt sein, damit sexueller Missbrauch stattfinden kann.

• Der Täter muss motiviert sein, ein Kind sexuell zu missbrauchen

• Der Täter muss innere Faktoren, die dem Missbrauch entgegen stehen, überwinden

• Der Täter muss Zugang zu seinem Opfer haben

• Der Täter muss den Widerstand des Kindes überwinden

Allen vier Vorbedingungen werden unterschiedliche Variablen zugeordnet, die nicht alle erfüllt sein müssen, je mehr Risikofaktoren jedoch zutreffen umso wahrscheinlicher wird der sexuelle Kindesmißbrauch. ( vgl. Finkelhor, 1979,zit. n. Wetzels 1997, S. 87) Den individuellen Risikofaktoren werden begünstigende soziale zugeordnet, die allein gesehen jedoch keinen sexuellen Missbrauch erklären können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Not betroffener Kinder innerhalb der Familie und formuliert die grundlegende Forschungsfrage nach den Risikofaktoren und der Rolle des sozialen Umfelds.

2. Definition des Begriffs „sexueller Missbrauch“: Dieses Kapitel arbeitet verschiedene Begriffsbestimmungen wie enge, weite, feministische und klinische Definitionen auf, um die Komplexität der Thematik zu verdeutlichen.

4. Erklärungsansätze zur Entstehung sexuellen Missbrauchs innerhalb des Familiensystems: Hier werden zentrale theoretische Modelle, von familiendynamischen und feministischen Ansätzen bis hin zu komplexen Phasenmodellen, auf ihre Erklärungsgehalte hin untersucht.

5. Die Rolle der Mutter beim innerfamiliären sexuellen Missbrauch: Das Kapitel beleuchtet die gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter sowie deren emotionale und materielle Abhängigkeit, die den Umgang mit bekannt gewordenem Missbrauch erschweren.

6. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass sexueller Missbrauch das Resultat eines Zusammenspiels aus gesellschaftlichen Bedingungen, familiären Strukturen und individuellen Prozessen ist.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Familiensystem, Familiendynamik, Feminismus, Täter-Opfer-Konstellation, Kindeswohl, Abhängigkeit, Rollenverteilung, Machtstrukturen, Intervention, Trauma, Prävention, Patriarchat, Sozialisation, Missbrauchsfamilien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von sexuellem Missbrauch im Familiensystem und untersucht, warum Familien, die eigentlich Schutz bieten sollten, zu Orten der Gewalt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsansätzen, der Analyse familiärer Strukturen, der Täter-Psychologie sowie der Rolle der Mutter bei der Aufdeckung oder Prävention von Missbrauch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Ursachen für sexuellen Missbrauch zu beleuchten und zu hinterfragen, wie gesellschaftliche Rollenbilder und Familienstrukturen dieses Handeln begünstigen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, in der verschiedene soziologische und psychologische Ansätze und Modelle gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, verschiedene Erklärungsmodelle (wie das Phasenmodell nach Finkelhor oder das Drei-Perspektiven-Modell) sowie eine spezifische Untersuchung der mütterlichen Rolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtstrukturen, familiäre Dysfunktion, Ressourcen des Kindes und die Kosten-Nutzen-Abwägung von Tätern und Interventionspersonen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Vaters im familiendynamischen Ansatz?

Die Autorin kritisiert, dass der Ansatz dem Mann teilweise die Rolle eines triebgesteuerten Wesens zuweist und der Ehefrau eine Mitschuld für ihre sexuelle Verweigerung gibt, was sie als problematisch einstuft.

Welche Bedeutung kommt dem sozialen Umfeld bei der Intervention zu?

Das Umfeld kann nur intervenieren, wenn es den Missbrauch erkennt und als etwas Negatives bewertet; hierbei wirken jedoch oft Mythen und gesellschaftliche Vorurteile als Hemmschwellen.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexueller Missbrauch im Familiensystem
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,0
Autor
Juliane Riemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V73696
ISBN (eBook)
9783638743778
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexueller Missbrauch Familiensystem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Riemann (Autor:in), 2006, Sexueller Missbrauch im Familiensystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73696
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  32  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum