Behavioristische Lerntheorien am Beispiel von I. Pawlow und B. Skinner, Kognitive Lerntheorien am Beispiel W. Köhler und J. Piaget


Referat (Ausarbeitung), 2005

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einführung: „Lernen“, was ist das überhaupt?
2.1. Lernen – Ethymologische Bestimmung
2.2. Lernen – Lexikalische Bestimmung
2.3. Lernen – Theoretische Bestimmung

3. Behavioristische Lerntheorien
3.1. Iwan P. Pawlow: Klassisches Konditionieren
3.2. Burrhus F. Skinner: Operantes Konditionieren
3.3. Vergleich: Klassisches und operantes Konditionieren

4. Kognitive Lerntheorien
4.1. Wolfgang Köhler: Affenforschung
4.2. Jean Piaget: Die menschliche Erkenntnis

5. Vergleich: Behaviorismus und Kognitivismus

A. Anhang 1: Textquellenverzeichnis

B. Anhang 2: Bildquellenverzeichnis

1. Vorwort

Diese Arbeit ist die schriftliche Ausarbeitung des Referats, das ich am 10.11.2004 im Rahmen des Seminars „Communities of Practice“ bei Frau Dipl.-Päd. Ina Biederbeck unter Verwendung einer Microsoft Powerpoint-Präsentation gehalten habe.

Es ging um die Vorstellung von zwei Gruppen von Lerntheorien, namentlich der behavioristischen und der kognitiven Lerntheorien, anhand der Ansätze wichtiger Vertreter der jeweiligen Theoriegruppen. Stellvertretend für die Behavioristen wählte ich Iwan P. Pawlow und Burrhus F. Skinner aus, für die kognitiven Lerntheorien stellte ich deren Vertreter Wolfgang Köhler und Jean Piaget vor.

Die schriftliche Ausarbeitung folgt dem Verlauf des Referats.

2. Einführung: „Lernen“, was ist das überhaupt?

Wenn wir uns dem Begriff des Lernens nähern, ist es zunächst einmal sinnvoll, „lernen“ zu definieren, beziehungsweise den Versuch zu machen, eine gültige Definition zu finden. Drei verschiedene Ansätze zur Begriffsbestimmung sollen im Folgenden vorsgestellt werden: ein ethymologischer, ein lexikalischer und ein theoretischer Ansatz.

2.1. Lernen – Ethymologische Bestimmung

Das deutsche Wort „lernen“ entstammt zwei sprachlichen Quellen. Dem gotischen „lais“, das heißt: „ich weiß“. Und dem indogermanischen „lis“, das heißt: „gehen“.

Die Ethymologie des Wortes „lernen“ deutet also bereits darauf hin, daß Lernen ein Prozess ist, bei dem man einen Weg zurücklegt und dabei zu Wissen gelangt.[1]

2.2 Lernen – Lexikalische Bestimmung

„Lernen ist das Aneignen von Wissen und Kenntnissen bzw. das Einprägen in das Gedächtnis. Das L. beinhaltet v. a. auch den Vorgang, im Laufe der Zeit durch Erfahrungen, Einsichten o. Ä. zu Einstellungen und Verhaltensweisen zu gelangen, die von Bewusstsein und Bewusstheit bestimmt sind."
(lexiROM 1999) [2]

Das Problem dieser sehr allgemeinen, lexikalischen Definition ist, daß sie nur einen Teilbereich dessen berücksichtigt, was alles gelernt werden kann – und ferner keine Aussage über das wie macht. Die Definition der lexiROM spricht vom Zugewinn an Wissen, Kenntnissen und Motorik. Außer Acht gelassen werden beispielsweise Sozialverhalten und Motivation.

Ebenso wenig wird beachtet, daß auch Dinge gelernt werden können, die nicht erwünscht sind. Auch das Ver-Lernen findet keine Beachtung.

Eine umfassende, alles beinhaltende, lexikalische Definition kann es aber nicht geben. Denn jede Darstellung ist abhängig von der ihr zu Grunde liegenden Theorie.

2.3 Lernen – Theoretische Bestimmung

Den unterschiedlichen Theorien, die sich mit dem Lernen befassen, widmet sich diese Ausarbeitung im Folgenden. Zwei Denkschulen der Lerntheorie sollen vorgestellt werden, die behavioristischen und die kognitiven Lerntheorien anhand von wichtigen Vertretern der beiden Geisteshaltungen.

3. Behavioristische Lerntheorien

Das Leitbild des Behaviorismus ist eine Psychologie, die ausschließlich auf durch einen außenstehenden Beobachter feststellbaren Verhaltensweisen basiert.

Der Behaviorist versucht den Organismus nach dem Vorbild einer Maschine zu verstehen. in die er nicht hineinsehen kann („black box"), sondern deren Funktionsweise nur aus dem Input (Reize, „Stimuli“) und dem Output (Response, Reaktion) zu erschließen ist.[3]

3.1. Iwan P. Pawlow: Klassisches Konditionieren

Iwan Petrowicz Pawlow war ein russischer Physiologe. Er wurde am 14. September 1849 in Ryazan bei Moskau geboren und verstarb am 27. Februar 1936 in Leningrad.

Er trat in die Fußstapfen des russischen Reflexforschers Iwan M. Sechenow, der die Bedeutung der Reflexe für die Psychologie untersuchte, als er Dozent an der militärischen Medizinakademie von St. Petersburg wurde und dort über 30 Jahre lang den Lehrstuhl für Physiologie innehatte. Er gründete das „Physiologische Labor für experimentelle Medizin“, wo er auch seine berühmten Experimente durchführte. Pawlow erhielt 1904 den Medizin-Nobelpreis für seine Arbeit über die Verdauungsdrüsen.[4]

Er gilt aber auch als der Vater der Verhaltensforschung. Pawlow entdeckte das Prinzip der Konditionierung. Er war davon überzeugt, daß Verhalten auf Reflexen beruht. Dabei unterschied er zwischen unkonditionierten, auch „natürlich“ genannten und konditionierten Reflexen, die im Laufe der Zeit erworben werden.

Heute ist sein wichtigstes diesbezügliches Experiment, der „Pawlowsche Hund“ , schon sprichwörtlich geworden. Pawlow stellte fest, daß die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung. Auch ein anderer Reiz, zum Beispiel ein Klingelton, kann die Sekretion von Speichel und anderen Verdauungssäften auslösen, wenn er regelmäßig der Fütterung vorausgeht. Pawlow erklärte das Geschehen durch das mehrmalige Zusammentreffen des Reizes und dem anschließenden Fressvorgang. Irgendwann reicht dann bereits der Reiz aus, um die Speichelsekretion auszulösen. Pawlow bezeichnet dies als konditionierten Reflex.[5]

Die klassische Konditionierung ist aber keinesfalls ein Relikt der frühen Verhaltensforschung, sondern sie spielt in unserem täglichen Umfeld eine große Rolle. Ein Beispiel aus der Werbepsychologie. Smith & Engel zeigen in ihrem Experiment, daß Männer ein Auto für wesentlich besser, schneller und attraktiver hielten, wenn eine schöne Frau zusammen mit dem Auto zu sehen war. Als die Männer anschließend über die positive Wirkung der Frau auf das Urteil über das Auto aufgeklärt wurden, glaubten sie nicht, dass die bloße Anwesenheit der Frau ihre Meinung beeinflusst haben könnte. Dennoch steht fest, dass die positiven Empfindungen beim Anblick der Frau mit dem Auto unbemerkt assoziiert wurden und so das Urteil beeinflussten.[6]

Ein weiteres, ganz ähnliches, Beispiel lieferte R. Feinberg in seinem Experiment mit Versandhauskunden und Kreditkartenlogos. Dabei zeigte er, daß seine Versuchspersonen bis zu 29% mehr Geld für Artikel aus einem Versandhauskatalog ausgaben, wenn im Experimentalraum Kreditkartenlogos aufgehängt waren. Dieser Effekt trat ohne bewusste Wahrnehmung der Logos auf. Allein die Präsenz der Logos war ausreichend, um die positiven Gefühle, die mit dem Kauf per Kreditkarte verbunden sind, auszulösen.[7]

[...]


[1] Arbeitsblätter Lernen – Begriffsdefinition Lernen, Abs. 1

[2] Arbeitsblätter Lernen – Begriffsdefinition Lernen, Abs. 2

[3] Arbeitsblätter Lernen – Behaviorismus, Abs. 7

[4] Schwarz, Steven. Wie Pawlow auf den Hund kam. Die 15 klassischen Experimente der Psychologie.

Weinheim und Basel: Beltz, 1991 (2. unveränderte Auflage). 36 u. 40

[5] Wikipedia. Iwan Petrowitsch Pawlow. 2004.

http://de.wikipedia.org/wiki/Iwan_Pawlow

[6] Smith, G. H. und Engel, R. . Influence of a female model on perceived

characteristics of an automobile. Proceedings of the 6th Annual Convention of the

American Psychological Association 3 (1968): 681-682.

[7] Feinberg, R. A.. Credit cards as spending faciliating stimuli. Journal of Consumer Research 13

(1986): 348-356.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Behavioristische Lerntheorien am Beispiel von I. Pawlow und B. Skinner, Kognitive Lerntheorien am Beispiel W. Köhler und J. Piaget
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allgemeine Didaktik)
Veranstaltung
Communities of Practice
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V74619
ISBN (eBook)
9783638719346
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Behavioristische, Lerntheorien, Beispiel, Pawlow, Skinner, Kognitive, Köhler, Piaget, Communities, Practice
Arbeit zitieren
Christian Schumann (Autor), 2005, Behavioristische Lerntheorien am Beispiel von I. Pawlow und B. Skinner, Kognitive Lerntheorien am Beispiel W. Köhler und J. Piaget, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74619

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Behavioristische Lerntheorien am Beispiel von I. Pawlow und B. Skinner, Kognitive Lerntheorien am Beispiel W. Köhler und J. Piaget



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden