Ziel der Außenhandelstheorie ist es, zu erforschen, welche Ursachen dem Handel zwischen verschiedenen Ländern zugrunde liegen. Seit Adam Smith haben sich viele Ökonomen dieser Frage gestellt und dazu Theorien und Modelle entwickelt.
Ziel meiner Seminararbeit ist es, die Theorie der skandinavischen Ökonomen Eli Heckscher und Bertil Ohlin vorzustellen. Diese Arbeit soll darlegen, welche Faktoren nach der Theorie von Heckscher und Ohlin (H-O-Theorie) als Ursache für den Handel zwischen verschiedenen Ländern bestimmend sind und wieweit es möglich, ist Richtung und Ausmaß des Außenhan-dels mit der Theorie zu beschreiben. Auch sollen die einzelnen Prozesse, die sich im Zuge von Außenhandel einstellen, nachvollzogen werden.
Nach einer kurzen Einführung in die Außenhandelstheorie soll dem Leser anhand einer mo-delltheoretischen Analyse in Kapitel 3 die Heckscher-Ohlin-Theorie erläutert werden. Auf-bauend auf einer Darstellung der zu erwartenden Handelsrichtungen, wird eine Analyse der optimalen Produktion vor und nach Handel vorgenommen. Die in Grundzügen vorgestellten Diskussionen der Heckscher-Ohlin-Theorie von ausgewählten Ökonomen schließen den Hauptteil ab und sollen den Leser in die Zusammenfassung des 4. Kapitels einführen.
Die moderne Außenwirtschaftstheorie basiert im Wesentlichen auf 3 Säulen, der Theorie der wirtschaftlichen Integration, der monetären Theorie und der realen oder auch güterwirt-schaftlichen Theorie. Letztere befasst sich mit dem Außenhandelsmarkt und den dort relevan-ten Größen Export und Import. Eine zentrale Frage, mit der sich diese Theorie befasst, ist, welche Ursachen dem Handel zwischen verschiedenen Ländern zugrunde liegen.
Als Gründe für den internationalen Handel sind laut Dieckheuer vor allem drei zu nennen:
• die Nachfrage nach Gütern, die im Inland nicht verfügbar sind.
• individuelle, sachliche oder räumliche Käuferpräferenzen für gewisse in- oder auslän-dische Anbieter für spezielle Produkte oder Güter spezifischer Herkunft.
• Preisdifferenzen zwischen in- und ausländischen Gütern (Dieckheuer 2001, 47).
Eine der frühen weltweit bekannten Theorien zur Außenwirtschaftstheorie erarbeiteten Adam Smith und David Ricardo...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in die Heckscher - Ohlin - Theorie
2.1 Historische Entwicklungen in der Außenwirtschaftstheorie
2.2 Die zentrale Hypothese von Heckscher und Ohlin
3 Modelltheoretische Analysen der Heckscher - Ohlin - Theorie
3.1 Eine Analyse der zu erwartenden Handelsrichtungen
3.2 Eine Analyse der optimalen Produktion im Autarkiezustand
3.3 Eine Analyse der optimalen Produktion bei Außenhandel
3.4 Diskussion und empirische Überprüfung des Theorems
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Außenhandelstheorie von Eli Heckscher und Bertil Ohlin darzulegen und zu untersuchen, inwieweit diese die Handelsströme zwischen verschiedenen Ländern anhand von Faktoren wie der Faktorausstattung erklären kann. Dabei sollen die theoretischen Prozesse der Spezialisierung und Preisbildung im Zuge des Außenhandels nachvollzogen und kritisch diskutiert werden.
- Grundlagen der Außenhandelstheorie und historische Einordnung
- Die Heckscher-Ohlin-Hypothese zur Faktorausstattung
- Modelltheoretische Analyse von Handelsrichtungen und Produktion
- Das Faktorpreisausgleichstheorem
- Kritik am Modell anhand des Leontief-Paradoxons
Auszug aus dem Buch
3.1 Eine Analyse der zu erwartenden Handelsrichtungen
Es scheint vorteilhaft, eine Analyse der zu erwartenden Handelsrichtungen im H-O-Modell unter Zuhilfenahme einer grafischen Darstellung über das Zusammenspiel von Faktorpreisverhältnissen (ω), Güterpreisverhältnissen (φ) und Kapitalintensitäten (k) vorzunehmen. Sie soll veranschaulichen, inwiefern die unterschiedliche Faktorausstattung (s. Darst. 1) in Verbindung mit den eben getroffenen Annahmen die Richtung der Handelsströme bei Aufnahme von Außenhandel vorgibt.
Aufgrund der getroffenen Annahmen besteht der bereits in Kapitel 2 beschriebene Zusammenhang zwischen Güterpreis-, Faktorpreisverhältnissen und Kapitalintensitäten. Steigt in unserem Modellbeispiel das „ω“, steigt „φ“ entsprechend an (s. Darst. 2).
Wird also die Entlohnung eines Faktors teurer, steigt der Preis des Gutes, welches diesen Faktor zur Herstellung relativ intensiv nutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ziel der Arbeit ein, die Heckscher-Ohlin-Theorie zu erläutern und ihre Anwendbarkeit auf die Ursachen und Auswirkungen des internationalen Handels zu prüfen.
2 Einführung in die Heckscher - Ohlin - Theorie: Das Kapitel bietet einen historischen Kontext zur Außenwirtschaftstheorie und definiert die zentrale Hypothese von Heckscher und Ohlin, die den Handel auf unterschiedliche relative Faktorausstattungen zurückführt.
3 Modelltheoretische Analysen der Heckscher - Ohlin - Theorie: Dieses Hauptkapitel analysiert unter modelltheoretischen Annahmen die Handelsrichtungen, die Produktion im Autarkiezustand sowie unter Außenhandelsbedingungen und diskutiert die empirische Überprüfung des Theorems.
4 Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und die Grenzen des H-O-Modells sowie die Kritik an seinen restriktiven Annahmen reflektiert.
Schlüsselwörter
Heckscher-Ohlin-Theorie, Außenhandel, Faktorausstattung, Kapitalintensität, Faktorpreisverhältnis, Güterpreisverhältnis, Spezialisierung, Handelsrichtungen, Autarkie, Faktorpreisausgleichstheorem, Leontief-Paradoxon, Neofaktorproportionentheorem, Rybczynski-Theorem, Produktionsmöglichkeitenkurve, Außenwirtschaftstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Außenhandelstheorie von Eli Heckscher und Bertil Ohlin und untersucht, wie die relative Faktorausstattung von Ländern den internationalen Handel und die Spezialisierung beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Außenwirtschaft, die Rolle der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital sowie die modelltheoretische Herleitung von Handelsströmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erläuterung der H-O-Theorie und die Analyse, inwieweit diese das Ausmaß und die Richtung des internationalen Handels beschreiben und erklären kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine modelltheoretische Analyse, die auf vereinfachten Annahmen basiert, um die ökonomischen Zusammenhänge grafisch und logisch nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Handelsrichtungen, Produktionsoptima bei Autarkie und bei Außenhandel sowie empirische Kritiken wie das Leontief-Paradoxon detailliert analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Faktorausstattung, Kapitalintensität, Außenhandelstheorie und H-O-Modell geprägt.
Welche Rolle spielt das Leontief-Paradoxon in der Diskussion?
Das Leontief-Paradoxon dient als prominentes Beispiel für eine empirische Widerlegung des klassischen H-O-Theorems, die zu einer Verfeinerung der Theorie führte.
Was besagt das Rybczynski-Theorem im Kontext der Arbeit?
Das Rybczynski-Theorem erklärt, wie Veränderungen im Bestand eines Produktionsfaktors bei konstanten Preisen die Produktionsstruktur und das Exportverhalten eines Landes beeinflussen.
- Quote paper
- Dominik Meyer (Author), 2007, Erläuterungen zu der Außenhandels-Theorie von Heckscher & Ohlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74919