Die dominante weltweite Lingua Franca, das Englische, versteht sich nicht nur als Muttersprache vieler Millionen Menschen, sondern auch als internationale Sprache und Kulturadstrat vieler europäischer Sprachen. In dieser Arbeit soll dabei der Blick auf das Spanische gerichtet werden, eine Sprache, die jahrtausendelang einem ständigen Wandel unterzogen war und heute durch das Englische beeinflusst wird. Anglizismen sind im heutigen spanischen Wortschatz allgegenwärtig und oft werden sie auch benutzt ohne dass eine genaue Differenzierung zum Spanischen gemacht wird, weil der Anglizismus schon fest in das Sprachensystem integriert ist und nicht mehr als Fremdwort angesehen wird. Der Gegenstandsbereich dieser Arbeit „Anglizismen in der spanischen Sprache“ kann aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden, von denen in dieser Arbeit folgende Aspekte geklärt werden sollen: Zunächst möchte ich einen Schwerpunkt auf die sprachgeschichtliche Entwicklung des Spanischen setzen und dem Einfluss anderer Sprachen. Danach möchte ich näher auf die Rolle des Englischen als heutiges Kulturadstrat eingehen und auf die Faktoren, die bei dieser Entwicklung eine Rolle spiel(t)en.
In dieser Arbeit soll auch untersucht werden, wie Anglizismen in syntaktischer, morphologischer und orthographischer Hinsicht in die spanische Sprache integriert werden und welche Klassifikationstypen dabei unterschieden werden. Des weiteren wird untersucht, welchen Stellenwert Anglizismen in spanischen Wörterbüchern haben und wie sie aus sprachpolitischer Sicht gesehen werden.
In vielen europäischen Sprachen sind Anglizismen allgegenwärtig, in Frankreich ist es das Franglais, in Deutschland das Denglish und in Spanien das Spanglish oder espangles. Doch inwieweit beeinflusst das Englisch diese Sprachen wirklich? Sind die Kritikpunkte der Sprachwissenschaftler berechtigt, die vor einer Unterwanderung der eigenen Sprache warnen? Ich möchte versuchen in meiner Arbeit auf diese Fragestellungen einzugehen, um die Anglizismusproblematik näher zu beleuchten und gegebenenfalls Antworten zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein sprachgeschichtlicher Überblick des Spanischen
3. Der Einfluss des Englischen - Englisch als Kulturadstrat
4. Was versteht man unter Anglizismen?
4.1. Allgemeine Definition
4.2. Lexikalische Anglizismen
4.3. Syntaktische Anglizismen
4.4. Pseudoanglizismen
5. Der Umgang mit Anglizismen in spanischen Wörterbüchern
6. Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die zunehmende Integration englischsprachiger Elemente in das Spanische, analysiert die historischen sowie soziokulturellen Hintergründe dieses Sprachwandels und hinterfragt kritisch die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die spanische Sprache und Identität.
- Historische Entwicklung sprachlicher Einflüsse im Spanischen
- Die Rolle des Englischen als modernes Kulturadstrat
- Klassifizierung von Anglizismen (lexikalisch, syntaktisch, pseudo)
- Integration von Anglizismen in die spanische Sprachpraxis
- Umgang der Real Academia Española mit Anglizismen
Auszug aus dem Buch
3. Der Einfluss des Englischen - Englisch als Kulturadstrat
Englisch ist eine internationale, eine Weltsprache. Ihr Einfluss, besonders auf die europäischen Sprachen, ist sehr groß und wird auch in den nächsten Jahrhunderten weiter zunehmen. War Latein in frühester Zeit die Sprache des westlichen Abendlandes und einflussreichste Komponente für viele europäische – vor allem für romanische – Sprachen, ist dies heute das Englische. Auch wenn dabei weniger das Wort an sich, als vielmehr morphologische und syntaktische Strukturen verändert werden.
Der Einfluss des Englischen auf die spanische Sprache war vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von zunehmender Bedeutung. Davor war die Bedeutung des Angelsächsischen nur in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen erkennbar: der Schifffahrt beispielsweise oder in der industriellen Technik. Doch ab der Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die USA eine immer herausragendere Stellung in der Welt ein: sowohl politisch, als auch ökonomisch und kulturell. Die Hegemonie der Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg und die unbestrittene Präsenz in Europa, vor allem auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, resultierten natürlich auch in einem Niederschlag des Englischen in den europäischen Sprachen und läutete damit den Beginn der Verbreitung von Anglizismen ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des wachsenden Einflusses des Englischen auf das Spanische ein und skizziert die methodische sowie inhaltliche Zielsetzung der Arbeit.
2. Ein sprachgeschichtlicher Überblick des Spanischen: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über frühere sprachliche Einflüsse wie das Lateinische, Germanische und Arabische, um den Wandel des Spanischen in einen Kontext zu setzen.
3. Der Einfluss des Englischen - Englisch als Kulturadstrat: Hier wird die Rolle der USA und des Englischen nach dem Zweiten Weltkrieg als treibende Kraft für die Verbreitung von Anglizismen in Europa und Spanien analysiert.
4. Was versteht man unter Anglizismen?: Dieses Kapitel widmet sich der Definition, Klassifizierung und den verschiedenen Formen des Einflusses durch das Englische auf das Spanische.
5. Der Umgang mit Anglizismen in spanischen Wörterbüchern: Die Untersuchung betrachtet, wie die Real Academia Española mit der Flut an Anglizismen umgeht und welche Kriterien für eine Aufnahme in das Wörterbuch gelten.
6. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch die Bedeutung des Schutzes der spanischen Sprache gegenüber der Dominanz des Englischen.
Schlüsselwörter
Anglizismen, spanische Sprache, Sprachwandel, Kulturadstrat, Lexikologie, Linguistik, Real Academia Española, Globalisierung, Lehnübersetzung, Pseudoanglizismen, Sprachpolitik, Fremdwort, Integration, Lingua Franca, Wortschatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss der englischen Sprache auf den modernen spanischen Wortschatz und die spanische Grammatik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der sprachgeschichtlichen Entwicklung, den soziopolitischen Gründen für die Ausbreitung des Englischen und der methodischen Klassifizierung von Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Anglizismusproblematik näher zu beleuchten, die Mechanismen der sprachlichen Integration zu verstehen und die Rolle der Sprachakademie zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Klassifikationsmodelle verschiedener Sprachwissenschaftler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die Analyse des Englischen als Kulturadstrat, eine detaillierte Typologie von Anglizismen und eine Betrachtung der lexikographischen Erfassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Anglizismen, Sprachwandel, Kulturadstrat, Integration, Lexikologie und Real Academia Española.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen verschiedenen Arten von Anglizismen?
Sie stützt sich auf diverse Klassifizierungen, etwa in lexikalische und syntaktische Anglizismen, sowie in adaptierte Formen und Pseudoanglizismen.
Was ist die Haltung der Real Academia Española zu Anglizismen?
Die Akademie verhält sich eher defensiv und zeigt eine Tendenz zur Ablehnung von Barbarismen, obwohl sie in späteren Ausgaben ihres Wörterbuchs dennoch zahlreiche Fremdwörter aufnimmt.
Welche Bedeutung kommt dem Bereich Technologie und Kommunikation zu?
Dieser Bereich gilt als Haupttreiber für den Einfluss des Englischen, da dort Innovationen fast ausschließlich mit englischen Fachbegriffen benannt werden, die dann den Wortschatz weltweit prägen.
- Arbeit zitieren
- Ulrike Neumann (Autor:in), 2007, Anglizismen im Spanischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75182