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Mehr Chancengleichheit im französischen Bildungssystem? Anspruch und Wirklichkeit - Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland

Titel: Mehr Chancengleichheit im französischen Bildungssystem? Anspruch und Wirklichkeit - Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland

Hausarbeit , 2006 , 31 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Oliver Neumann (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit ist die zentrale Frage, ob das französische Ganztagserziehungssystem mehr Chancengleichheit schaffen kann.
Dabei sind eben diese Fragen auch stets Fragen der Schulsysteme. Die Ergebnisse der PISA-Studien haben gezeigt, dass im Vergleich zum europäischen Ausland Ganztagsschulsysteme überwiegend bessere Ergebnisse erzielen als das dominierende deutsche Halbtagsschulsystem: „Der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb ist in Deutschland besonders ausgeprägt“ (Smolka 2002, S. 7).

Die Bertelsmann-Stiftung kommt zu folgendem Fazit: „Anderen Staaten gelingt es wesentlich besser – trotz ähnlicher Sozialstruktur der Bevölkerung –, die Auswirkungen der sozialen Herkunft zu begrenzen und ein insgesamt höheres Kompetenzniveau zu erreichen“ (Bertelsmann-Stiftung 2002, S. 3).

In der aktuellen Diskussion ist das Thema Chancengleichheit im Bildungssystem daher wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird anhand eines Vergleichs des französischen Bildungssystems mit dem deutschen Bildungssystem deutlich gemacht, wie Anspruch und Wirklichkeit einer Ganztagserziehung aussehen. Die Wahl des französischen Systems wurde gezielt getroffen, da „Ganztagsschulen in Frankreich […] mit die längste Tradition in Europa“ (Veil 2002, S. 29) haben. Frankreich bietet eine scheinbare Chancengleichheit, weil es für alle Kinder während der Pflichtschulzeit lediglich ein Schulsystem – ein Einheitsschulsystem – anbietet. In der BRD hingegen gibt es kein einheitliches Schulsystem; zudem wird häufig die Kritik geäußert, die Dreigliedrigkeit des deutschen Schulsystems biete zu wenig Chancengleichheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Französische Bildungssystem

2.1 Institutioneller und organisatorischer Rahmen des gegenwärtigen Bildungssystems

2.2 Die Vorschule (école maternelle)

2.3 Die Grundschule (école primaire)

2.4 Die Sekundarstufe I (collège)

2.5 Die Sekundarstufe II

2.6 Die Hochschule

3 Das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland

3.1 Institutioneller und organisatorischer Rahmen des gegenwärtigen Bildungssystems

3.2 Das Vorschulsystem

3.3 Die Grundschule (Primarstufe)

3.4 Die Sekundarstufen I und II

3.5 Die Berufs(aus)bildung

3.6 Das Hochschulwesen

4 Was ist Chancengleichheit?

4.1 Chancengleichheit in Frankreich

4.2 Chancengleichheit in der Bundesrepublik Deutschland

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Frage, inwieweit das französische Ganztagserziehungssystem im Vergleich zum deutschen Schulwesen zu einer höheren Chancengleichheit für Schüler beitragen kann.

  • Vergleichende Analyse der Bildungssysteme in Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland
  • Untersuchung der strukturellen Bedingungen von Ganztagserziehung
  • Diskussion des Einflusses sozialer Herkunft auf den Kompetenzerwerb
  • Evaluation der Selektionsprozesse in den jeweiligen Schulsystemen
  • Kritische Reflexion über Anspruch und Wirklichkeit von Bildungschancen

Auszug aus dem Buch

2.1 Institutioneller und organisatorischer Rahmen des gegenwärtigen Bildungssystems

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem. „Auf der Grundlage von Verfassung und Gesetzgebung liegt die zentrale Zuständigkeit für das Bildungswesen seit 1995 beim Minister für Bildung, Hochschulen, Forschung und Eingliederung in das Berufsleben“ (Schaub; Zenke 2002, S. 216).

Bildung bzw. Erziehung liegt somit in Frankreich in den Händen des zentralistischen Staates und nicht, wie in der Bundesrepublik (vgl. Kapitel 3), in den Händen der Bundesländer. Zwar ist Frankreich, das in 26 Regionen unterteilt ist, die sich wiederum aus 100 Départements zusammensetzen, ebenfalls föderalistisch strukturiert, allerdings existiert in Frankreich im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland kein Bildungsföderalismus.

In Frankreich genießt Bildung traditionell einen hohen Stellenwert. Dies ist durch die historische Entwicklung des Landes zu begründen. „Der hohe gesellschaftliche Stellenwert von Schule liegt […] im revolutionären Impetus des Gleichheitsprinzips (égalité) als Staatsmotto begründet. Bindeglied ist das meritokratische Prinzip (d.h. Allokation gesellschaftlicher Positionen durch – zunächst schulische – Leistung), das der Schule als […] Verteilerin sozialer Positionen eine eminente gesellschaftliche Bedeutung einräumt“ (Döbert 2002, S. 156).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit des französischen Ganztagsschulsystems zur Förderung von Chancengleichheit im Vergleich zu Deutschland dar.

2 Das Französische Bildungssystem: Dieses Kapitel erläutert den zentralistischen institutionellen Rahmen und die Struktur des französischen Bildungssystems von der Vorschule bis zur Hochschule.

3 Das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland: Es wird die durch den Bildungsföderalismus geprägte Struktur des deutschen Schulwesens sowie die verschiedenen Bildungsstufen und die duale Berufsausbildung detailliert beschrieben.

4 Was ist Chancengleichheit?: Dieses Kapitel analysiert das Konzept der Chancengleichheit und beleuchtet die spezifischen Selektionsprozesse und Herausforderungen in beiden Ländern.

5 Schlussbetrachtung: Die Abschlussbetrachtung bewertet die Ergebnisse des Vergleichs kritisch und diskutiert Reformnotwendigkeiten für das deutsche Bildungssystem im Hinblick auf Chancengerechtigkeit.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland, Bildungssystem, Ganztagsschule, Selektion, Bildungsföderalismus, Meritokratie, École maternelle, Gesamtschule, PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, Schulstruktur, Schulsystem, Leistungsbeurteilung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Bildungssysteme in Frankreich und Deutschland, um zu prüfen, ob die französische Ganztagsschultradition ein wirksameres Mittel zur Förderung von Chancengleichheit darstellt als das deutsche System.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Vordergrund?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Struktur des Schulwesens, dem Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg, den verschiedenen Ganztags- und Halbtagskonzepten sowie den Selektionsmechanismen in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Anspruch und Wirklichkeit von Bildungschancen in beiden Ländern differieren und ob die französische Einheitsschule in der Praxis tatsächlich gerechtere Chancen bietet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine vergleichende Analyse der beiden nationalen Bildungssysteme durchgeführt, die auf der Auswertung pädagogischer Fachliteratur und internationaler Studien wie PISA basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert der Aufbau des französischen und des deutschen Bildungssystems, deren institutionelle Rahmenbedingungen, die verschiedenen Schultypen sowie Konzepte der Chancengleichheit erläutert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Chancengleichheit, Bildungsföderalismus, Selektion, Ganztagsschule, meritokratisches Prinzip und das französische Einheitsschulsystem.

Welche Rolle spielt der Bildungsföderalismus in Deutschland?

Der Autor identifiziert den Bildungsföderalismus als eine erhebliche Hürde für ein einheitliches und gerechtes Schulsystem, da er zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Strukturen und einer Reformskepsis führt.

Was kritisiert der Autor an der Selektion in Frankreich?

Obwohl Frankreich eine Einheitsschule bietet, kritisiert der Autor eine „verdeckte Selektion“ durch die Fachlehrer im Collège, auf die Schüler und Eltern kaum Einfluss haben und die den weiteren Bildungsweg vorzeitig festlegt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mehr Chancengleichheit im französischen Bildungssystem? Anspruch und Wirklichkeit - Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,7
Autor
Oliver Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V75570
ISBN (eBook)
9783638800587
ISBN (Buch)
9783638803175
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chancengleichheit Bildungssystem Vergleich Bundesrepublik Deutschland Frankreich BRD Vergleichende Bildungsforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Neumann (Autor:in), 2006, Mehr Chancengleichheit im französischen Bildungssystem? Anspruch und Wirklichkeit - Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75570
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Leseprobe aus  31  Seiten
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